Gefühle & Gedanken
Was ich mir für dieses Jahr vornehme
Ruhe in meine Stressthemen bringen, eine meiner Heldinnen treffen und mich damit einer krassen Challenge stellen.
von Stefanie Luxat - 01.01.2025

1. Jeden Monat etwas Schönes erleben.

Während ich diesen Text schreibe, blicke ich immer wieder an die Wand in meinem Arbeitszimmer zuhause. Dort hängt mein 2025-Kalender für ausschließlich Schönes. Für Januar ist mit buntem Masking-Tape das verlängerte Zeugnis-Wochenende markiert und damit ein Ausflug als Familie an einen unserer Lieblingsorte. Der Tag, an dem der neue Paddington-Film ins Kino kommt, trägt ebenfalls einen Aufkleber, weil die Kinder und ich die Filme so lieben und wir uns dann einen gemütlichen Kinonachmittag machen werden. Plus eine Lymphgesichtsmassage bei Jane (solltet ihr je die Chance haben, do it!) ist eingetragen und natürlich unser Day-Retreat am 19. Januar. 
Für jeden Monat sind Ferien und Feiertage notiert und kommt jetzt Stück für Stück mindestens eine Sache hinzu, auf die ich mich freue. Ein Leuchtturm, zu dem ich blicken kann, wenn der Monat stürmisch wird. Mit dieser Art Kalender habe ich vergangenes Jahr angefangen und weil es so gutgetan hat, mich regelmäßig zu fragen

„Gibt’s schon genügend Schönes in diesem Monat?“ -

führe ich ihn jetzt weiter. Der Kalender ist ein täglicher Reminder, dass es neben all den Pflichten, die der Alltag mit sich bringt, als Gegengewicht ganz viel (Vor-)Freude geben sollte. Denn darauf kommt es doch am Ende an: gute Erinnerungen schaffen und diese in dem Moment voll zu genießen.
    

2. Ruhe in meine Stressthemen bringen.

Es gibt Themen, die mich stressen. Die immer in meinem Hinterkopf durch die Gegend wabern und mich in meiner Ruhe stören. Das Einzige, was dagegen hilft, ist für mich ein Plan, wie ich die Themen vorantreiben und lösen möchte. Also habe ich sowohl meine aktuellen Nervthemen als auch die jeweiligen nächsten Schritte dazu aufgeschrieben mit einem groben Timing für 2025. 
Ganz oben steht meine Altersvorsorge als Selbstständige. Die ist auf einem guten Weg, aber ich muss stetig dranbleiben, wenn ich mein Ziel erreichen möchte: ein abbezahltes Eigenheim zum Rentenbeginn plus passives Einkommen, das meinen Lebensunterhalt deckt und mir Spielraum lässt, meine Kinder finanziell zu unterstützen. Dafür habe ich Ende letzten Jahres eine weitere kleine Immobilie als Kapitalanlage gekauft (eine Bruchbude, die sich aber gut rechnet, bald mehr dazu), möchte ich Anfang des Jahres meine ETFs (und die meiner Kinder) und Einzelaktien noch schlauer aufstellen (dazu folgt ebenfalls bald eine Geschichte) und Eigenkapital ansparen für eine weitere Immobilie als Kapitalanlage. 
Deshalb bin ich aktuell dabei, einen Budgetplan fürs nächste Jahr zu erstellen: was werde ich für Ausgaben haben privat (Urlaube mit eingerechnet, Sondertilgung Haus, Renovierungsarbeiten et cetera), was ungefähr für Einnahmen im Job, welche Steuerzahlungen (das spreche ich immer einmal mit meiner Beraterin durch) und wie hoch ist mein Puffer für Unvorhergesehenes. Dafür mache ich zum Jahresende oder Anfang auch immer eine Kosten-Inventur – schaue sowohl privat als auch geschäftlich, was ich an monatlichen Ausgaben habe und was sich wie verbessern lassen könnte.

„Was mich noch nervt und auf meiner Liste steht: der Haushalt.“ -

Ich war Ende des Jahres ziemlich verzweifelt über das Chaos bei uns zuhause. Im Keller waren die Kisten aus den Regalen gerissen, flog vieles durch die Gegend. Die Winterjackensituation im Kellerabgang eskalierte und im Waschraum stapelte sich alles. Nur um ein paar Beispiele zu nennen. Mir wurde einmal mehr klar, dass ich nicht weiter so tun kann, als würde sich der Haushalt neben meinem Job und allem noch irgendwie so mitmachen lassen. Ich muss mir feste Zeiten schaffen für den Haushalt und gegebenenfalls Hilfe dazubuchen (ich liebe, liebe, liebe den Fensterputzer, der alle paar Monate kommt und sogar steuerlich absetzbar ist). Die Haushaltsaufgaben gehören klar definiert und aufgeteilt, die Kinder sind jetzt groß genug, Aufgaben mit zu übernehmen. Und wenn es erstmal nur die Wäsche hochtragen oder die Treppe saugen ist. Da bin ich dran (hier gibt’s eine super Geschichte zum Thema). Aktuell bin ich noch in Phase eins: (wieder) ein so klares System zu schaffen, dass meine Mitbewohner*innen (und ich) es nicht weiter ignorieren können. Mein Traum: Das mache ich jetzt zum letzten Mal, in meiner Vorsatzliste für 2026 ist das kein Thema mehr. Wish me luck!
   

3. Eine meiner Heldinnen treffen und mich damit einer krassen Challenge stellen.

Irgendwann im November ploppte bei mir eine WhatsApp auf: „Hi, hier ist Valeriya Gogunskaya ...“ – ich sah die Nachricht ausm Augenwinkel und dachte: Witzig, wer will mich denn da veräppeln? Aber sie war es wirklich. Meine Longboard-Heldin. Die Frau, die Tausende Menschen mit ihren wunderschönen, leichtfüßigen Videos seit der Pandemie dazu inspiriert hat, mit dem Longboarden anzufangen. Sie schrieb mir eine entzückende Nachricht, über mich seien so viele Frauen in ihren Camps gelandet und jede davon sei so unglaublich nett. Ob wir uns nicht mal treffen und gemeinsame Projekte besprechen könnten.
Äh.
Ich grinste erstmal ein paar Stunden vor mich hin und dachte einmal mehr: Mut wird so sehr belohnt. Und: seine Träume nicht für sich zu behalten, sondern zu erzählen. Meine anfänglich kläglichen Skate-Erfahrungen teilte ich letztes Jahr genauso bei Instagram wie die ersten Erfolge und es sprach unglaublich viele Menschen an. Ich wurde sogar im Supermarkt, in Urlauben, einfach überall darauf angesprochen, dass meine Versuche zu eigenen inspiriert hätten.
Valeriya und ich schrieben uns die nächsten Tage viel und haben jetzt ein Date in Portugal. Natürlich auch zum Longboarden und hier kommt das mit der Challenge: Als ich im März 2024 aus dem Longboard-Camp in Portugal kam, war ich so fit wie lange nicht mehr. Im anschließenden Skiurlaub war ich kaum zu bremsen: ging wandern, langlaufen, machte jeden Tag Yoga. Doch dann warf das Leben mir ein paar sehr schwierige Bälle zu und ich rutschte wieder raus aus meiner Sportroutine. Im Sommer schaffte ich das Surfskaten auf dem Pumptrack, aber vernachlässigte immer mehr das Longboarden. Somit fange ich damit wieder bei null an. Und es ist nicht mehr viel Zeit bis zu meinem Date mit Valeriya. 
Jetzt könnte man sagen: Ist doch egal, dann zeigt sie dir, wie es geht. Aber ich tue jetzt hier nicht so, als hätte ich keine eigenen Ansprüche. Dass ich mir bereits einen Flug gebucht habe, ist der Startschuss und Tritt in den Hintern für mich.

„Um mit Valeriya nur ein klitzekleines bisschen mithalten zu können, muss ich ab jetzt jeden Tag an meiner Kondition arbeiten, sowohl mental als auch physisch.“ -

Denn der Unterschied von mir zu einer Ende Zwanzigjährigen ist zum einen die Fülle des Kopfs: Bei mir steckt darin die Verantwortung für ein Unternehmen, Mitarbeiter*innen, für meine Kinder, das Abbezahlen des Hauses und mehr. Zum anderen machen die  körperlichen Voraussetzungen einen Unterschied: Mein bald 46-jähriger Körper schmeißt mittlerweile in kürzester Zeit jegliche Kondition über Bord, wenn ich nicht stetig dranbleibe.
Was ich jetzt vorhabe, tue ich nicht wirklich für Valeriya oder das Video, das wir gemeinsam für Instagram aufnehmen wollen. Ich tue es für mein 2025-Ich und sogar für mein Omi-Ich. So fit wie ich mich im März letzten Jahres fühlte, so möchte ich mich immer fühlen (am liebsten auch noch als Omi). Also habe ich schon im Dezember angefangen, täglich zu meditieren und mich mit unseren kurzen Workouts hier im Magazin konditionell zurückzukämpfen. Ich habe Skatelehrer Manu gefragt, genau, den Lexi-Lockvogel ausm Podcast, ob er mit mir mal üben kann, damit ich endlich meine Restängste vorm Longboarden abbaue und mich dort mehr traue. Mal schauen, wie das alles ausgeht. Mein Traum: leichtfüßig tanzend mit Valeriya auf dem Longboard. Plus leichtfüßig tanzend den Rest des Jahres, wo auch immer, Hauptsache, tanzend.
   

4. Spaß haben und ganz viel Leichtigkeit fühlen.

Eigentlich war dieser Text schon fertig mit den drei Punkten oben. Doch dann war ich in einer Shake the Dust-Klasse von Agnes (gibt’s auch hier als Video), meine Freundin Caro kam überraschend mit und während wir uns tapfer durch die HIT-Elemente kämpften und von Übung zu Übung zwar immer verschwitzter, aber irgendwie auch leichtfüßiger und breiter grinsend hüpften, dachte ich: Davon möchte ich 2025 auch mehr! Einfach Spaß haben und maximal viel Leichtigkeit. Freundinnenzeit, Neues ausprobieren, mal wieder in einen Club, auf eine Rollschuhparty – das Leben genießen. Weil: wenn nicht jetzt, wann denn dann?
    
Und was nimmst du dir fürs neue Jahr vor? Ich bin gespannt!
Herzlich

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