Wonach ist dir heute?

Ich habe einen Sprachfehler. Statt Schrebergarten sage ich immer Strebergarten. Seit Jahren. Kann ich meinem Gehirn noch so oft sagen: “Schhhhräääbaaagadddnnn”, raus kommt: Streber. Genau, die Hobbypsychologen unter euch haben schon längst erkannt: Da liegt kein Fehler vor. Das macht mein Gehirn mit Absicht. Weil ich Schrebergartenbesitzer für Streber halte.

Na gut. Vielleicht ist da was dran. Nein, anders: vielleicht war da was dran. Weil: ich möchte jetzt selbst einen. Doch! Wirklich! Im Ernst!

Schuld ist das Buch “Garden Girls” (Callwey) von Jana Henschel und Ulrike Schacht. Und das schreibe ich jetzt nicht, weil ich in dem Verlag auch schon Bücher veröffentlicht habe oder die Autorin kenne. Nö. Das sage ich, weil es wirklich so ist.

Bisher hat meine Angst vor spießigen Nachbarn, die mit mir über Heckenhöhen und Schlimmeres diskutieren wollen davon abgehalten, mir über das Thema Gedanken zu machen. Und damit fehlte mir etwas die Motivation zu überlegen, was man Dolles aus den so oft so hässlichen Hütten machen kann. Für letzteres gibt es jetzt aber unzählige dolle Beispiele in dem Buch “Garden Girls – 20 Frauen und ihr Traum von der eigenen Laube”.

Hier zeige ich euch meine Lieblings-Ideen aus dem Buch, die man als Lauben-, Haus-, ja sogar Groß-Balkon-Besitzer umsetzen kann. Vielleicht ja schon dieses schöne lange Wochenende mit etwas Sonne. Viel Spaß dabei!

Jetzt habe ich nur noch ein Problem: eine schöne Laube zu bekommen ist in Hamburg ähnlich schwierig wie die Partnersuche. Deshalb, falls ihr irgendwas über irgendwen hört – ich hätte ernsthaft Interesse!!! (Also an der Laube, Partner ist noch da, haha!)

Viel Freude! Herzlich,

Steffi

Beginnen wir mit Floristin Dagmar Heitmann und ihrer Mama Renata aus Düsseldorf. Diese Gartenlaube ist so perfekt umgesetzt, dass ich schon dachte – kann sie die nicht einfach direkt so zum Verkauf und im eigenen Schrebergarten einpflanzen anbieten? Ich wäre dabei! Schaut euch mal ihre Küche an. Wobei – Sekunde: habt ihr die Holzperlen-Ketten unterm Vordach gesehen? Heieiei…

Hereinspaziert in die Küche.

Und dieses Kind in der Spüle. So niedlich, würde ich auch gleich direkt noch eins mit bestellen!

Sogar das Bad ist eine Eins mit Sternchen.

Simple Idee: Holzkiste mit aufgerollten Gäste-Handtüchern. Und im Wohnzimmer: Die Sammlung der Sommerhüte. Hübsch, hübsch, hübsch!

Dagmar und ihre Mama zeigen eine DIY-Idee, die ich gern damals bei unserer Hochzeit schon gehabt hätte: Eine Lichterkette, die über den Tisch ragt und ganz easy mit Betonfüßen befestigt ist. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung findet ihr dafür am Ende dieses Beitrags.

Wow.

Auch sehr hübsch ist die Laube von Interior-Stylistin Anka Rehbock:

Anna hat den Platz optimal genutzt. Kann man schon vom Bett aus direkt den Kaffee anstellen.

… wobei sich das Aufstehen für diese Essecke auch sehr lohnt:

Oft liegt der gleich so viel modernere Eindruck wirklich nur an der Farbwahl für die Wände, Decken und Böden. Oder auch ein neuer Holzboden macht gleich so einen Unterschied. Wie bei Anna und Dagmar.

Ich mag auch sehr die Laube von Patricia Groner aus Hamburg Eimsbüttel, die sie so bestellt und haben aufbauen lassen. Haaaaaalllooooo, solltet ihr nette Nachbarn suchen – hier! Hier! Hier! Ich wäre sofort dabei!!

Apropos Farben: diese Laube ist außen mit Remmers Sonderfarbton “HK-Lasur Granitgrau” gestrichen. Innen wurde von Osmo ein transparent weißes Wohnraumwachs verwendet. Toll, toll, toll!

Wie entspannt und gemütlich man es da haben könnte, hach… Ich bräuchte zwar einen Grundkurs in Garten- und Pflanzenpflege, aber der Rest, also, das wäre doch, ach ich hätte so Lust! Wobei ich realistischer Weise sagen muss: Wir bräuchten eine Anfänger-Laube für Untalentierte und Hardcore-Ungeduldige. Also mich. Streichen, neue Böden, neu einrichten – easy. Aber von Grund auf komplett neu machen, das würden wir gerade nicht schaffen. Wer weiß, vielleicht hat ja jemand ein Anfänger-Stück für uns???

Sogar Außenduschen gibt es in schön:

Kräuterbeet in einer Holzpalette geht auch immer wieder gut:

Wer richtig viel Platz hat, könnte sich sogar eine Outdoorküche- oder Pflanzenversorgungsstation aufbauen.

Ich bin heiß! Seid ihr es auch? Woran werdet ihr denn an diesem schönen langen Wochenende rumtüfteln oder legt ihr euch einfach (wie wir, hoffentlich) bei Oma und Opa in den gemachten Garten?

Ich bin gespannt!

Herzlich,

Steffi

 

SCHRITT-FÜR-SCHRITT-ANLEITUNG Lichterkette mit Betonfüßen

Das brauchst du:

2 Anmischeimer à 10l, günstiges Speiseöl oder Butter, Ruck-Zuck-Beton, Gießkanne mit Wasser (auf 25 kg Beton 3-3,5 l), 2 Holzpfähle (Vierkant oder Rundholz) etwa 2,20 m hoch schwarze Lichterkette (6m), schwarze Kabelbinder, 10 Glühbirnen (20 W).

1.) Die Eimer von innen ölen, damit der Beton beim Trocknen nicht daran festklebt und du ihn am Ende nicht zerschneiden musst.

2.) Beton und Wasser im Eimer schichten: Erst eine Schicht Betonpulver von 10 bis 15 cm hineinfüllen, dann etwas Wasser aufgießen. Wenn es eingezogen ist, folgt die nächste Schicht Betonpulver.

3.) Nach der zweiten Schicht Beton den Pfahl in die Mitte stellen, eine zweite Person festhalten lassen. Dritte Schicht Beton einfüllen. Nach 3 bis 3,5 Schichten sollte der Eimer voll sein. Wenn der Beton nach einigen Stunden trocken ist, Klotz am Pfahl aus dem Eimer ziehen.

4.) Pfähle mit en Betonfüßen an den Stirnseiten deines Tisches aufstellen, Lichterkette mit Kabelbinder am oberen Ende festbinden. Die Glühbirnen in die Fassungen schrauben.

Tipp: Du kannst die Lichterkette zusätzlich mit einer selbst genähten weissen Leinengirlande oder einer apricotfarbenen Papierkette verzieren (diese ist von Dille Kamille) und die Blumendekoration passend gestalten.

  1. Kommentare zu diesem Artikel
  2. SUNSHINE 29. März 2018 um 16:51 Uhr

    Aaaah, diese Kindheitserinnerungen finde ich besonders schön. Bei Oma und Opa im Schrebergarten in der Hollywood-Schaukel sitzen, Johannisbeeren naschen und sich von der Sonne streicheln lassen. Wir suchen in Hamburg erst noch eine größere Wohnung, aber sobald wir die haben: Schrebergarten olé! Ein Stück Acker für Gemüseanbau haben wir ab Mai für ein Jahr, dann können wir schon mal fleißig üben 😉

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  3. CARO 29. März 2018 um 23:58 Uhr

    Hey Steffi,

    vielen Dank für Deinen inspirierenden Post!!! Die drei “Lauben“ sind wirklich traumhaft schön. Da würde ich auch direkt einziehen.
    Seit Jahren bin ich ein großer Fan von Interior-Stylistin ANKA Rehbock und verfolge mit großer Begeisterung ihre Arbeiten (oben im Artikel hat sich ein kleiner Buchstabendreher reingeschmuggelt ;)). Ihre “Hütte“ ist ja der Oberknaller!!! Danke fürs Teilen.

    In großer Vorfreude auf den Frühling,

    Caro

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  4. Lilli 30. März 2018 um 21:05 Uhr

    Liebe Steffi, ja so eine Laube wäre was feines, machen ja gerade auch echt entspannte Leute zumindest in Berlin und Umgebung, gerade mit Kindern, meine Freunde feiern die Kindergeburtstage nur noch dort, einmal Aussendusche für alle nach dem Fest. Ich hätte Lust ne Laube einzurichten, aber der grüne Daumen ist so eine Sache. Danke für den Buchtipp, hole ich mir, kann man sicher auch auf einem großen Balkon umsetzen. Happy Easter Dir und Deinen Lieben, lg, Lilli

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  5. Jenny 2. April 2018 um 00:10 Uhr

    Hallöchen, die gezeigten Lauben sind ja wirklich ein Traum… Wir haben seit 2 Jahren einen kleinen süßen Garten im Hamburg Hamm. Dieses Jahr wird die Laube endlich in Schwedenrot gestrichen… Die Kolonie ist sehr groß und hier wird man nicht großartig beobachtet und kontrolliert… Schau doch mal unter Horner Marsch und erkundige dich ggf. bei der wöchentlichen Sprechstunde… Ich drücke dir die Daumen 🙂 Viele Grüsse Jenny

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  6. Eva 15. März 2021 um 10:15 Uhr

    Liebe Steffi,

    Wir renovieren gerade auch eine Hütte und da bin ich auf der Suche nach Inspiration auf diese Seite gestoßen. Das macht richtig Spaß, die Bilder anzuschauen.
    Gerne würde ich bei uns einen ähnlichen Küchenblock machen, wie denn Schwarzen von Anna.
    Könntet ihr mir verraten, wo der her ist.
    Das wäre toll!
    LG Eva

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  7. Mareike 19. März 2021 um 15:31 Uhr

    Hey Steffi, bin heute zufällig auf deinen Artikel gestoßen!
    Ich habe immer von so einem spiessigen Schrebergarten geträumt… nachdem ich mein Haus mit riesigem Grundstück aufgegeben habe und in eine Wohnung mit Balkon in Strandnähe gezogen bin, hab ich es zuerst echt genossen… so viel Zeit ohne Garten!
    Und dann kam der Garten zu mir! Eine fast neue Holzhütte stand schon, sonst nichts! Ich nenne es aber liebevoll Wochenendhaus!
    Viel Glück bei deiner Suche , es bringt wirklich mega Spaß….
    Liebe Grüße Mareike

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