Hömma zu du:

Wie man lernt, Nein zu sagen. Ein paar einfache Ideen, gute Tricks und spannende Erfahrungen anderer.

Eigentlich gehöre ich zu Team Ja. Vom Prinzip her, von der Grundeinstellung. Ja zu spontanen Ideen, Ja zu wir schaffen das, egal was es ist. Ja, let’s do it! Shonda Rhimes Buch “Year of Yes” habe ich begeistert gelesen und gespannt beobachtet, was sie alles Positives erlebte, als sie aufhörte, ständig Nein zu sagen.

Nur braucht es manchmal Neins, um Platz zu schaffen für die guten Jas. Weil es gibt auch viele schwierige Jas. Ja, ich mache das, obwohl mir mein Bauchgefühl/siebter Sinn/wer auch immer schon laut zuruft: “Keine gute Idee!!! Wirst du bereuen!!!” Manchmal bereut man es dann auch nicht, meist aber leider doch.

Heute, wo wir permanent alles liken, gut finden und mitmachen sollen, ist ein Nein vielleicht schwieriger zu sagen oder schreiben. Kommt es manchmal hart rüber, obwohl es eigentlich ein Geschenk ist. Es zeugt doch von Respekt sich selbst und anderen gegenüber eine klare, gut durchdachte Entscheidung zu treffen. Oft macht es einen sogar noch attraktiver für andere (auch Kunden), lässt es einen selbstbewusster wirken, was ja auch der Fall ist. Man ist sich selbst bewusst über eigene Grenzen. Wege, die man nicht mitgehen möchte.

Sagt jemand Ja, obwohl er Nein meint, aus Angst vor Ablehnung zum Beispiel, merkt das Gegenüber es irgendwann. Kann mitunter das Gefühl entstehen, mit einer tickenden Zeitbombe zusammen zu arbeiten. Sagt jemand Nein gepaart mit einem guten Argument, wirkt das hingegen sehr souverän. So hat man die Chance, zu einer sich für alle gut anfühlenden gemeinsamen Lösung zu kommen.

Ich fühle mich oft wie der Bodyguard oder auch Türsteher meines Kalenders.

Nein, du kommst hier nicht rein, du Termin du! Wenn ich dich jetzt hier durchlasse, entsteht auf der Tanzfläche gleich ein riesiges Gerangel und am Ende haben alle blaue Augen. Ich sage also sehr viele Anfragen ab. Zum einen, um mein Zeitmanagement als Berufstätige und Mama zu beschützen, zum anderen, weil ich ehrlich sein möchte zu mir selbst und anderen. Eben nur das tun möchte, wohinter ich wirklich stehe.

Wenn ich manchmal so wilde Phasen habe, dass ich gar nicht mehr genau weiß, was ich eigentlich möchte, mir selbst hinterher hechle, mache ich kurz genau das Gegenteil, was mir meine To-Do-Liste vorschreibt: Ich sage Nein zu ihr und gehe Donnerstagsfrüh zum Yoga. Ich zeige meinem Zeitmanagement den Mittelfinger und investiere eineinhalb Stunden, meinen Kopf zu sortieren. Klappt jedes Mal sensationell. Am Ende bin ich klarer im Kopf, fokussierter auf das, was jetzt wirklich zu tun ist und mache weiter mit Superkräften.

Ein paar Tricks und schlaue Gedanken habe ich mir auch bei Matze Hienschler und Philip Siefer abgehört, in ihrem “Gut drauf”-Podcast. Im Januar beschlossen die beiden, einen Monat eine Nein-Challenge durchzuziehen. Sie legten eine Excel-Tabelle an und notierten fleißig ihre Neins. Philip schaffte es an 20 von 28 Tagen Nein zu sagen, Matze sammelte nur 10 Neins. In dieser Ausgabe berichten sie darüber:

Die Nein-Challenge von Matze Hienschler & Philip Siefer.

Was ich mir gemerkt habe:

  • Ein Ja geht leichter über die Lippen als ein Nein.
  • Neins müssen weh tun, dann sind sie richtige Neins.
  • Zu Neins gehört Ehrlichkeit. Sich selbst gegenüber und anderen.
  • Man sollte die Folgen eines Jas immer gut durchdenken. Das Ego raus lassen, nur die Fakten aufschreiben und so entscheiden. So trifft man bessere Entscheidungen, als wenn man sich emotional leiten lässt. Matzes Learning: In Zukunft mehr Zeit nehmen für Entscheidungen.
  • Philip hat sich vorgenommen, sich mehr aufzuhalten in Erfolgen. Sich vor Augen zu führen, was man schon alles Tolles erlebt oder gemacht hat. Statt das Gefühl zu nähren, trotz 12-Stunden-Tagen nie genug zu schaffen. Und Matze fragt seinen Sohn abends: “Was ist das Beste, das dir heute passiert ist?”
  • Matze hat sich eine Absage-Antwort-Email vorgeschrieben und die jeweils etwas angepasst. Sheryl Sandberg hat wohl sogar eine automatische Antwortmail eingerichtet, dass es gerade nicht ihre Priorität ist, neue Freunde oder Businesskontakte kennenzulernen, da ihr schon die Zeit für die eigene Familie und Freunde fehlt.
  • Den Stress macht man sich selber. Niemand sonst. Man kann zu (fast) allem Nein sagen. Zu allen, mit denen man nicht verwandt ist, kann man Nein sagen, sagt Philip.

 

Der Button.

Vergangenes Jahr war ich bei einer sehr großen Werbeproduktion für Boden in London. Irre viele Menschen kamen in einem schönen Studio zusammen, doch nur eine blieb mir wirklich in Erinnerung. Eine Art Direktorin, die einen kleinen Button mit dem Wort “No” darauf trug. Ich musste sehr lachen und hatte gleichzeitig den größten Respekt vor ihr. Weil: damit war alles gesagt. Damit war klar: Behaltet euren Bullshit für euch. Wenn es wirklich wichtig ist, sprecht mich an, sonst bitte nicht.

Für diese Geschichte habe ich mir auch einen No-Button anfertigen lassen und habe ihn sofort an diverse Jacken und Shirts gepinnt. Die Reaktionen waren lustig. Viele fragten: “Zu welcher Bewegung gehört das? Meetoo? Frauenquote?” und ich so mit ernster Miene: “Das ist die No-Bullshit-Kampagne!” Diverse Freundinnen wollten auch gleich einen. Falls ihr auch einen möchtet, sagt Bescheid, dann stellen wir die bei DaWanda rein.

UPDATE: Weil viele schrieben bei Instagram, dass sie gern einen Button kaufen möchten, habe ich sie jetzt online gestellt bei Dawanda. Hier könnt ihr einen ordern. Seid bitte schnell, wir haben nicht so viele, nur die vom Foto.

 

Und drei schlaue Zitate zum Thema.

“Der Unterschied zwischen erfolgreichen Menschen und sehr erfolgreichen Menschen ist, dass sehr erfolgreiche Menschen zu fast allem ‘Nein’ sagen”, sagte Investorenlegende Warren Buffet.

“Was du nicht machst, bestimmt das, was du machst”, sagte Autor und Podcaster Tim Ferris.

“Die Menschen glauben, dass wahrer Fokus bedeutet, zu einer Sache ‘Ja’ zu sagen und sich ihr völlig zu verschreiben. Innovation bedeutet, zu 1000 anderen Ideen ‘Nein’ zu sagen”, sagte Apple-Gründer Steve Jobs.

Aus dem Huffington Post-Artikel “Warum es für eine erfolgreiche Karriere so wichtig ist, das Wort Nein sagen zu können“.

 

 

Na, biste motiviert Nein zu sagen? Und hast du vielleicht auch einen guten Trick?

Ich bin gespannt!

Herzlich,

Steffi

38 Comments

  1. Antworten Anja 15. Mai 2018 um 08:13 Uhr

    Hi Steffi, manchmal muss man im eigenen Interesse auch zu Leuten, mit denen man verwandt ist, deutlich “nein” sagen. Besonders schwierig, bisweilen riskant und vielleicht folgenreich. Aber manchmal muss das sein. Und dafür gibt es keinen Trick, ausser möglichst dem inneren Kompass aka Bauchgefühl oder Intuition zu folgen.
    Ansonsten sind für mich “neins” wichtig, um Konturen zu haben, deutlicher erkennbar zu sein mit dem, was einen ausmacht und wofür man steht.
    Vielen Dank für die Anregeungen zum Nachdenken, und sehr nachträglich: Danke für die Hotel-Empfehlung für Büsum, wir hatten im Januar ein echt schönes Wochenende dort!
    Liebe Grüße von Anja

  2. Antworten eva 15. Mai 2018 um 08:30 Uhr

    Hallo Steffi,
    da sich mein Göttergatte sehr schwer mit diesem No tut und so die Zeit mit seiner Familie immer wieder eingeschränkt ist, habe ich ihm einen NO-Funny-Sound -Maschine gekauft. In sechs verschiedenen Varianten spricht eine männliche Stimme dieses Nein aus und es erinnert ihn hoffentlich im Büro daran, mehr Ja zu seiner Familie und mehr No im Beruf. Schon am ersten Tag kam er stolz nach Hause, er hätte heute bei einem Termin No gesagt. Yeah! Hat sich doch schon gelohnt.

    • Antworten Steffi 15. Mai 2018 um 08:43 Uhr

      @eva: Liebe Eva, was für eine geile Idee!!! Cool wäre auch, wenn man einen Button hätte, auf den man in Meetings dann einfach drücken könnte! Ach großartig, ihr habt das ja voll im Griff! Herzlich, Steffi

  3. Antworten carlinda chaos 15. Mai 2018 um 08:40 Uhr

    Wenn man immer ja gesagt hat, ist es plötzlich schwer nein zu sagen .Ich bin auch gerade dabei es zu lernen mit fast Fünfzig. Und plötzlich ist man nicht mehr so beliebt, damit muss an klar kommen, aber man hat mehr Zeit für sich.
    So einen Button hätte ich auch gern .

    lg carlinda

    • Antworten Steffi 15. Mai 2018 um 08:46 Uhr

      @carlinda chaos: Liebe Carlinda, na klar, das muss man dann erstmal üben. Aber mit dem nicht mehr so beliebt sein würde ich noch etwas abwarten. Wie geschrieben, man wird für viele sogar attraktiver fürs Nein sagen. Und selbst wenn nicht, es fühlt sich einfach so viel besser an, als ein falsches Ja. Herzliche Grüße, Steffi

  4. Antworten Lilli 15. Mai 2018 um 08:43 Uhr

    Liebe Steffi, klasse der No Button, ich finde es sehr schwer nein zu sagen, mein Mann beherrscht das perfekt ich muß mich wirklich, beruflich wie privat dazu zwingen. Beruflich versuche ich es indem ich eine imaginäre Grenze zum Anfragenden ziehe, auf Abstand gehe, abwäge und mich dann traue Nein zu sagen. Aber privat bei der Familie und bei Freunden tue ich mich echt schwer damit und merke dann doch im Nachhinein oft, wie sehr ich mir selber ein Hindernis bin. Danke für Deine Anregungen, die NO challenge geht weiter ;-), lg, Lilli

    • Antworten Steffi 15. Mai 2018 um 08:48 Uhr

      @Lilli: Liebe Lilli, ich kenn das so gut mit dem sich quälen gegenüber der Familie und Freunden. Nur hab ich auch keine Lust mehr mich zu ärgern, wenn ich mal wieder Ja gesagt habe, obwohl es für mich aus diversen Gründen einfach keine gute Entscheidung war. Manchmal hilft es auch sich an das Gefühl vom letzten Mal zu erinnern und es sich dann so zu basteln, dass man voller Freude Ja dazu sagen kann. Das ist doch mehr als fair allen gegenüber. Herzliche Grüße!! Steffi

  5. Antworten Claudia 15. Mai 2018 um 09:07 Uhr

    Liebe Steffi, ich bin leider auch immer nich zu oft im Club „Disease to please“. Aber ich habe neulich einen Spruch gelesen, der mir sehr hilft:
    „I have decided to stop saying yes to people and situations that don’t support my well-being. Instead I will say yes to my happiness, and yes to my growth and yes to all the people and things that inspire me to be authentic and whole, while at the same time accepting me just as I am. My yes, from here on out, is my pledge to live honestly, my commitment to love myself fiercely and my cry to create my best life possible. Yes!“ (Scott Stabile)
    Also, auch wenn‘s n bißchen kitschig klingt: jedes echte Nein ist doch eigentlich ein Ja zu sich selbst!
    Hab einen schönen Tag! Claudia

    • Antworten Steffi 15. Mai 2018 um 11:40 Uhr

      Claudia: Liebe Claudia, haha, den Club kannte ich noch gar nicht, obwohl ich da auch öfters an der Tanzfläche stehe! 🙂 Und toller Spruch von Scott! Den merk ich mir auch gleich mal! Herzliche Grüße & dir auch einen schönen Tag mit vielen guten Jas! Steffi

  6. Antworten Hanna 15. Mai 2018 um 09:09 Uhr

    Liebe Steffi, danke! Und obwohl du recht hast, dass heutzutage alles geliked wird, ein klares Daumen hoch für diesen tollen Beitrag. Ich habe sowieso das Gefühl, dass es uns Frauen noch einmal doppelt schwer fällt, NEIN zu sagen – ist es doch auch ein bisschen unsere Geschlechter(Mutter) rolle lieb und aufopfernd zu sein. Geholfen ist damit aber wie du richtig sagst am Ende keinem. Vor allem nicht einem selbst :). Achja und bitte sofort rein mit den Buttons bei Dawanda! Ich brauche unbedingt so einen und habe schon einige Freundinnen im Hinterkopf, die sich über so ein Geschenk sehr freuen würden 🙂

    • Antworten Steffi 15. Mai 2018 um 11:38 Uhr

      @Hanna: Liebe Hanna, ich kenne sogar Männer, denen das so geht. Denen fällt es ja oft auch schwer, egoistisch zu sein bzw. klare Grenzen zu setzen, wenn es um ihre Energie geht. Ich könnte mir vorstellen, dass da viele (genau wie Frauen) auch Sorge haben, dass ein Nein als Schwäche ausgelegt werden könnte. Nach dem Motto: nicht belastbar und schlimmeres. Was aber totaler Quatsch ist. Seine Stärken zu kennen und Grenzen zu setzen ist so viel souveräner als mit einem Burnout übers Ziel hinaus zu schießen. Und Buttons – heieiei, da hab ich was angezettelt, na gut, ich überlege mir gleich mal was, wie das gehen soll. Dann muss natürlich auch ein hübsche Umschlag her. Ich melde mich dazu nachher noch mal bei InstaStories und aktualisiere es hier entsprechend! Herzlich, Steffi

  7. Antworten Manuela 15. Mai 2018 um 09:11 Uhr

    Liebe Steffi, vielen Dank für den tollen Beitrag, der mir gerade sehr aus dem Herzen spricht. Ich gehöre eigentlich auch eher zu der sehr schnellen Ja-Sager-Fraktion, was oft gut war, aber manchmal eben auch voll daneben ging. Vor einigen Wochen habe ich ein tolles Jobangebot (alld. zeitlich begrenzt) bekommen und im ersten Überschwang habe ich ja gesagt. Ich habe mich dann lange rumgequält, das Bauchgefühl sprach auch nicht wirklich dafür… Ich habe mich dann für Nein entschieden, da das was ich dafür aufgeben müsste zu viel war: Familie, Lebenspartner (wäre eine aller 2-Wochenendbeziehung geworden) alles was ich mir bislang in Berlin aufgebaut habe (ich hätte wegziehen müssen), die hier anstehenden Aufträge… Ein Nein hilft sich auch neu zu fokussieren!!! Dein Beitrag hat mir meine Entscheidung noch einmal bestätigt – danke Dir dafür

    • Antworten Steffi 15. Mai 2018 um 21:07 Uhr

      @Manuela: Liebe Manuela, oh das kenne ich so gut, was du schreibst! Deine Entscheidung ist ganz bestimmt die Richtige! Ich habe so ein Jobangebot, bei dem mein Bauchgefühl dagegen war, mal angenommen und es bitter bereut. Es kam zwar auch etwas Gutes dabei raus, aber leider auch viel Ungutes. Dein neuer Fokus bringt dich bestimmt so viel weiter und lässt dich in deiner Stadt glücklich sein. Herzliche Grüße! Steffi

  8. Antworten annton 15. Mai 2018 um 10:22 Uhr

    Eigentlich dachte ich, ich könnte das jetzt mit dem NEIN sagen. Bis zu diesem Satz von dir: “Ich sage also sehr viele Anfragen ab.” Wie, sagt zu vielen Anfragen NEIN? Irgendwie hatte ich das NEIN Sagen noch immer als Ausnahme abgespeichert, zu “kannste nicht zu oft machen”. Es geht mir also noch nicht so über die Lippen, wie ich das im Grunde möchte. Danke, fürs Aufzeigen!

    • Antworten Steffi 15. Mai 2018 um 21:32 Uhr

      @annton: Wie spannend!! Ja, ich sag tatsächlich öfter Nein als Ja im Job. Weil’s oft nicht genau zusammen passt. Was die einen wollen und ich gern hätte. Manchmal basteln wir uns dann etwas, womit sich alle wohlfühlen können. Das ist aber eher selten. Aber wenn, sag ich dann aus voller Überzeugung ja. Und sonst eben nein. Immer mit dem Vertrauen, dass etwas anderes kommt, bei dem ich gleich denke: Jajajajaja! 🙂 Herzliche Grüße! Steffi

  9. Antworten Eva 15. Mai 2018 um 11:25 Uhr

    Hallo Steffi!

    Ich gehöre auch zum Ja-Team und es geht mir gut damit.
    Schwierig daran finde ich ehr, dass das dann oft vom Nein-Team ausgenutzt wird. Ich will einfach nicht jedes „Nein“, was vielen so leicht über die Lippen geht, akzeptieren.
    Wenn es um ein persönliches Nein geht, mit guten Argumenten, finde ich es toll, aber es gibt zu viele egoistisch „null-Bock“-Neins. Die positive Grundeinstellung fehlt dann da und das geht dann auf kosten vom Ja-Team…

    Ganz liebe Grüße und „Danke“ mal wieder für den Denkanstoß!
    Eva

    • Antworten Steffi 15. Mai 2018 um 11:35 Uhr

      @Eva: Liebe Eva, ahhhh, ich weiß, was du meinst, die kann ich auch nicht leiden. Die erstmal pauschal Nein zu allem sagen. Argh, da muss ich auch viiiel ein und ausatmen. 😉 Herzliche Grüße, Steffi

  10. Antworten Stefanie 15. Mai 2018 um 13:16 Uhr

    So ein Button wäre super. Gerne auch mit einem deutschen NEIN. Vielen Dank für den schönen Artikel!

    • Antworten Steffi 15. Mai 2018 um 21:34 Uhr

      @Stefanie: Liebe Stefanie, wir haben das deutsche Nein ausprobiert und irgendwie sah es komisch aus und wirkte so ähm deutsch? Wir fanden das englische No irgendwie charmanter. Vielleicht, weil es kürzer ist. Vielleicht weil es ein sympathische O darin hat. 😉 Herzliche Grüße, Steffi

  11. Antworten Dani 15. Mai 2018 um 13:33 Uhr

    Toller Artikel!!!

    Ich habe letztes Jahr mehrfach NEIN zu meinem”Mädelskreis” gesagt und bin nun kein Teil mehr davon. Hatte einfach keinen Drang mehr, mich immer wochenends schallend zu betrinken, zu zuschauen, wie Ehe verraten wurden und den Sonntag mit Kopfweh- statt mit der Familie zu verbringen.Tat mega weh, war am Boden zerstört, habe monatelang bei jedem Geburtstag, der im Kalender stand geheult und überlegt: wirste weich, oder ziehste durch… Durchgezogen. Nun wieder oben auf und der festen Überzeugung: ES WAR RICHTIG und vor allem WICHTIG.
    Abschiede gehören ja auch zum Leben, ob mit großem Knall oder leisem Adieu.

    • Antworten Steffi 15. Mai 2018 um 21:40 Uhr

      @Dani: Puh, liebe Dani, toughe Entscheidung, kenn ich auch, das Thema. Wie schön, dass es sich trotz Tränen gut anfühlt für dich. Das ist doch das einzig wichtige, das nicht bereuen. Und die Erleichterung. Herzliche Grüße, Steffi

  12. Antworten Tine 15. Mai 2018 um 13:51 Uhr

    JA zum NEIN! Hatte letzte Woche ein erstes Erfolgserlebnis. Als mein Pilateslehrer uns kürzlich nach der Stunde noch ein selbstgedrehtes Video zeigen wollte (immerhin 25 Minuten lang) und ich einfach nur nach Hause wollte (weil schon 21.30 Uhr, seit der Mittagspause nichts mehr gegessen und noch eine Waschmaschine am laufen) habe ich gesagt, dass ich leider keine Zeit mehr hätte. Es tat mir sehr leid, weil er sichtlich stolz auf sein Video war, aber ich war einfach alle und ehrlich. Auf dem Heimweg war ich stolz, aber ein schlechtes Gewissen hatte ich trotzdem.

  13. Antworten Heike Dalibor 15. Mai 2018 um 14:25 Uhr

    Ich hab vor vielen Jahren gelernt ,,Nein” zu sagen,habe einfach zu viel gearbeitet, man wird schnell ausgenutzt, manches verselbständigt sich und plötzlich wird man einfach verplant , unfreiwillig. Hab dann kategorisch alles abgelehnt, was privat mit meinem Job(Friseur) zu tun hatte, macht keine Freunde , aber Richtige bleiben. Ein Umzug hat dazu noch geholfen. Viele sind verblüfft über ein NEIN, in der heutigen Arbeitswelt gibt es das gar nicht als Option.
    Ich bin aber auch Anjas Meinung, in der Familie fällt es oft noch schwerer, man kann nicht ausweichen, aber ich denke es fördert auch Gespräche. Nein sagen, und erklären warum, statt einfach grummelnd immer weiterzumachen.

    Liebe Grüße Heike

    • Antworten Steffi 15. Mai 2018 um 21:43 Uhr

      @Heike Dalibor: Liebe Heike, genau so ist es! Viele sind tatsächlich verblüfft und erinnern sich dann daran, dass Nein ja auch noch eine Option ist, als hätten das manche vergessen. Herzliche Grüße & wie schön, dass du deinen Weg gefunden hast! Steffi

  14. Antworten Stefanie 15. Mai 2018 um 17:05 Uhr

    Glaube, ich brauche so einen Button. Bin der weltschlechteste Pflanzengießer. Trotzdem habe ich mich breitschlagen lassen, die Pflanzen der Nachbarn zu gießen. Stand an Tag 5 von 21 Tagen Urlaub: alle mehr tot als lebendig. Oh Mann, hätte ich doch nur laut der NEIN gesagt und nicht nur vor mir gewarnt. Her mit dem Button bitte, sonst hat die Welt bald keine Pflanzen mehr.

    • Antworten Steffi 15. Mai 2018 um 21:03 Uhr

      @Stefanie: Hahahaahaha, oh man, ihr macht mich fertig! Was für ein geiler Kommentar! Das hätte von mir kommen können, ich töte doch auch alle Pflanzen. Und würden die Nachbarn nur lang genug betteln, würde ich es wahrscheinlich auch tun und seeehr schlecht schlafen. Danke für die Vorwarnung und Erinnerung, ich werde alles geben Richtung Nein. Wobei – es hat schon lange niemand mehr gefragt. Wahrscheinlich sind sie die anschließenden Beerdigungen satt. Liebste Grüße!!! Steffi

    • Antworten Anna 17. Mai 2018 um 13:01 Uhr

      Das ist der coolste Kommentar! 🙂 Viel Glück, vielleicht kannst du ja ein paar Pflanzen wiederbeleben 🙂

  15. Antworten Patrizia 15. Mai 2018 um 20:04 Uhr

    Um aus Shakespeares Hamlet, Akt II, Szene IV, Vers 48 zu zitieren “NEIN!”

  16. Antworten Franzi 15. Mai 2018 um 20:15 Uhr

    Steffi, Du triffst es mal wieder auf den Kopf!
    Ich sage auch viel zu oft Ja – das habe ich ganz klar von meiner Mutter, die die schlimmste Ja-Sagerin überhaupt ist (im besten Sinne eigentlich!) und sich danach oft furchtbar damit quält.
    Je älter meine Kinder werden, desto häufiger denke ich darüber nach, wie ich den Kreislauf des Ja-Sagens in unserer Familie unterbrechen und ihnen ein klares Ja zum Nein mit auf den Weg geben kann. Ich wünsche mir so sehr, dass sie das anders verinnerlichen als meine Schwestern und ich! Der nächste Satz ist wahrscheinlich der seltenst formulierte überhaupt, deshalb Trommelwirbel: Mein großes Vorbild in dieser (und anderen) Angelegenheit(en) ist meine Schwiegermutter! Die sagt mit einem Lächeln Nein und bleibt dabei. Und im Gegenzug bekommt sie mit dieser Haltung ganz viele Jas zurück!

    Es gibt eine Sache, die ich noch dringender lernen möchte als Neinsagen – und das ist EHRLICH Neinsagen. Also, kein “nein, tut mir leid, ich hab keine Zeit, weil die Katze der Cousine meines Nachbars…” sondern ein “nein, ich hab leider überhaupt keine Lust(, meine Zeit dafür zu opfern.)”
    Schreib doch mal was zu unangenehmer Ehrlichkeit! 😉
    Viele Grüße!

    • Antworten Steffi 15. Mai 2018 um 21:46 Uhr

      @Franzi: Liebe Franzi, wie lustig, ich habe deine Schwiegermutter direkt vor Augen! Und finde sie auch gleich sympathisch! Das mit der Ehrlichkeit verstehe ich, übe ich auch noch, werde ich immer besser drin. Meist hat man ja wirklich einen Grund, warum man etwas nicht möchte und wenn man den erzählt, verstehen es andere überraschender Weise oft gut. Und wenn nicht: na dann möchten sie wohl angelogen werden. Ups. 😉 Herzliche Grüße, Steffi

  17. Antworten Kathrin 16. Mai 2018 um 14:41 Uhr

    Ich gehöre eigentlich auch zur Katergorie “Ja -Sager”. Da aber inzwischen auch oft die Familie und Freizeit unter zu vielen Projekten und “Pflichtveranstaltungen” leidet sage ich inzwischen auch öfter nein zu Anderen , vor allem aber auch zu mir “nein” das musst du nicht auch noch mitnehmen , nicht noch ein Projekt starten, nicht unbedingt dabei sein. Es fällt manchmal schwer aber man lernt genauer zu überdenken was wirklich das Wichtigste ist und das macht man dann auch mit mehr Hingabe und eben nicht nur zwischen zwei anderen Dingen.
    Ein toller Artikel der mir zeigt das ich nicht der Einzige bin der damit Probleme hat.
    Viele Grüße Kathrin

  18. Antworten Juli 16. Mai 2018 um 21:03 Uhr

    Liebe Steffi, wenn man erstmal mit dem Nein-Sagen angefangen hat, kann man gar nicht damit aufhören. Es ist ein berauschendes Gefühl, der Steuermann meines eigenen Lebens zu sein.
    Alles Liebe Juli

  19. Antworten Gisela 17. Mai 2018 um 03:41 Uhr

    Liebe Steffi,
    du wirst es nicht glauben, ich bin hier gerade auf der Fähre von Newcastle nach Amsterdam (Urlaubsrückfahrt) und da der Seegang doch recht beeindruckend ist, dachte ich so, lenk dich mal mit Internet Gucken ab, und da stoße ich auf deinen tollen Artikel, der mir so aus dem Herzen spricht.
    Ich kenne das nur zu gut, wenn man ein „Nein“ einfach nicht über die Lippen bringt und sich hinterher ärgert, weil an dem „Ja“ eine Menge Arbeit hängt, die dazu oft noch nicht einmal Spaß macht. Warum tut man sich das an?
    Aber du hast recht, ein konkretes Nein kommt bestimmt besser an als wenn man sich mit seiner Antwort hin und her windet. Die Idee, für diesen Fall – bei dienstlichen Anfragen – eine Antwortmail vorzubereiten finde ich super! Ich glaube, auch beim „Nein sagen“ hilft nur üben, üben, üben …

    P.S. Deine Artikel lese ich immer wieder gern, du verspürst soviel Lebensfreude!

    Liebe Grüße
    Gisela

  20. Antworten Doro 17. Mai 2018 um 08:17 Uhr

    Lustigerweise geht es auch ganz schnell, dass man nach einem “Nein” wieder voll dabei ist.
    Wenn man den Button dann rumdreht kommt ein “On” dabei heraus. Witzig

    Grüße, Doro

  21. Antworten Heike 18. Mai 2018 um 07:50 Uhr

    Liebe Steffi,
    über diesen Beitrag habe ich mich wahnsinnig gefreut, weil es MEIN Thema seit Jahren ist.
    Ich musste so mühsam lernen NEIN zu sagen und bin noch immer nicht da, wo ich gerne sein möchte.
    Doch es wird immer besser und leichter, wenn gleich es auch oft noch so ist, dass ich mit der Reaktion meines Gegenübers nicht gut klar komme und mich das sehr aufwühlt.
    Trotzdem bei meiner Entscheidung bleiben? Mich nicht 1000mal rechtfertigen?
    Mich nicht egoistisch dabei fühlen? Bei mir bleiben?
    Eine große Herausforderung. Immer wieder und doch ist ein (fast) jedes Nein genau das wert und meine Lebensqualität soviel besser. Ich fühle mich viel authentischer, wie befreit.
    Danke dir noch mal für die vielen Tipps!
    Ein wunderschönes Wochenende wünscht dir Heike.

Schreibe einen kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht
* Erforderliche Felder sind markiert


Werbung
  • spoon Werbung
    Mermaid Uhren
    Stoll Werbung
    Nordliebe
  • kemikuroj Werbung
    Minimarkt
    Lillibell
    Lynns Buch

Das könnte dir auch gefallen

Endlich Om:

16. November 2018

Enthält Werbung:

Wie wir das wuppen:

13. November 2018

Enthält Werbung:

Money, Money, Money:

09. November 2018

Alles im Archiv anschauen

Endlich Om:

02. November 2018