Seit ein paar Jahren gibt es einen Grund mehr, warum ich mich darauf freue nach Hause zu fahren. Eigentlich sind es mehrere Gründe: Pralinen, eingewickelt in handbeschriebenes Seidenpapier, verpackt in...

Warum das Liebelein in Stade einer der schönsten Shops für Leckereien und Schnickschnack ist – Ein Gastbeitrag von Marlene Sörensen

Seit ein paar Jahren gibt es einen Grund mehr, warum ich mich darauf freue nach Hause zu fahren. Eigentlich sind es mehrere Gründe: Pralinen, eingewickelt in handbeschriebenes Seidenpapier, verpackt in einer Tüte, auf der Liebelein steht.

Liebelein ist das Delikatessgeschäft von meiner Freundin Lotti in Stade, der Stadt, in der wir aufgewachsen sind, wo wir als 14-Jährige Freundinnen wurden und in die Lotti mit Mitte 20 zurückgekehrt ist. Es dauerte danach noch ein paar Jahre, bevor sie die Idee für ihren Laden hatte. Als sie mir zum ersten Mal davon erzählt, dachte ich: mutig! Aber vor allem kam es mir richtig vor. Das lässt sich im Nachhinein natürlich leicht sagen. Aber wenn man Lotti zusammen mit ihrem Mann Marius, Liebeleins Patissier und Chocolatier, in ihrem Laden sieht, kommt es einem vor, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Lotti und Marius empfangen jeden Kunden wie einen Freund, auch die Kunden, die sie zum ersten Mal sehen. Deshalb kommt die meisten wieder und viele werden zu echten Freunden – so stelle ich mir einen Laden in einer Kleinstadt vor.

Das Sortiment ist allerdings Weltklasse. Eine kleine Auswahl: ausgesuchte Pesti und Pasta, erlesene Essige und Espressosorten. Tees von Kusmi und Kakao von Fauchon, Schalen voller Nougatbonbons und Stapel von Schokoladentafeln. Die gezuckerten Rosenblüten und getrockneten Veilchen bewundere ich jedes Mal wieder wenn ich dort bin. Besonders beeindruckend: die exotischen Gewürze, darunter 18 (!) verschiedene Pfeffersorten. Ich könnte zwar nicht genau erklären, was das Besondere an jeder einzelnen von ihnen ist. Aber das muss ich zum Glück auch nicht. Lotti und Marius kennen jedes Produkt in ihrem Laden so gut, dass sie einem vermutlich auch den Namen des Bauern sagen könnten, der die Oliven für ihre Öle erntet.


Der Laden trägt Lottis (siehe oben, die entzückende Frau in Schwarzweiß) Kosenamen. Und wie sehr sie dieser Laden ist, merkt man auch an der Einrichtung. Ich kenne niemanden, der sich über Schönes so freut wie sie. Oder ein größeres Talent dafür hat, es aufzutreiben. Ich glaube, Lotti kennt die Telefonnummern sämtlicher Antiktrödler an der Niederelbe: Die Produkte sind in wuchtigen weißen Bauernschränken ausgestellt. In einer Ecke steht auf einem alten Ofen das Fauchon-Sortiment, ins Schaufenster hat Lotti als Dekoration einen antiken Vogelkäfig gestellt. Lavendelsträuße sind in hölzernen Getränkekisten ausgestellt, Gebäck wird auf Silbernen Etageren präsentiert. Wenn sie mich ließe, würde ich sofort einziehen. Dann könnte ich nämlich auch ungestört den ganzen Tag die Vitrine mit den Pralinen anstarren. Die macht Marius selbst, wie auch Tartes und Desserts, Marmeladen und Gelees. Ich habe noch kaum jemanden bei Liebelein einkaufen sehen, der am Ende nicht doch eine Tüte Pralinen oder etwas Gebäck auf dazu nahm. Bei meinem letzten Besuch stand ich an der Theke als Marius eine Erdbeertorte aus der Küche brachte. Eine halbe Stunde später war sie, Stück für Stück, verkauft.

Eigentlich wollte ich am Anfang schreiben, wie sehr ich Lottis Laden liebe. Aber das ist jetzt vielleicht ja gar nicht mehr nötig.

Übrigens: vom Liebelein gibt es auch Catering und Kochkurse und alle Produkt werden gegen Vorauszahlung deutschlandweit verschickt.

Fotos: Marlene Sörensen/ Flickr

7 Comments

  1. Antworten lou 30. April 2010 um 11:15 Uhr

    super! da muss ich auf meinem ersten hamburg trip unbedingt hin. mein armer kerl. meine liste an geschäften die ich in HH abklappern will ist – dank DIR – mittlerweile ECHT lang 🙂
    aber ich freu mich. danke für diesen tollen tip

  2. Antworten TSCHAU TSCHÜSSI 30. April 2010 um 14:55 Uhr

    wow, da muss ich wohl mal wieder in die heimat… wo ist denn der laden genau?

  3. Antworten Stephanie 1. Mai 2010 um 20:37 Uhr

    Der Laden klingt toll und der Artikel ist soo schön geschrieben 🙂

  4. Antworten Anja 2. Mai 2010 um 10:19 Uhr

    Oooooohhhhhhh (ääh- da hab ich wohl genau richtig reagiert, was? fällt mir eben so auf *g*)
    ich möchte diesen laden einpacken mit einem schleifchen drum und hier in Stuttgart wieder aufstellen. Geht das, bitte?
    Stade. Ts….
    😉

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