Werbung

Jetzt mal gut zuhören:

Der Klapperstorch hat Flugverbot – Anna Schatz schreibt über ihren unerfüllten Kinderwunsch und was sie sich von Müttern wünscht.

Text – Anna Schatz

Diese Woche erscheint das Buch “Wenn ich noch eine glückliche Mama sehe, muss ich kotzen – mein Leben mit einem unerfüllten Kinderwunsch”. Die Autorin Anna Schatz hat für uns exklusiv einen Text geschrieben, in dem sie von ihren Erfahrungen erzählt und was sie sich von uns Müttern im Umgang wünscht. Denn der kann sehr schnell ungewollt unsensibel werden. Liebe Anna, ich danke dir sehr für diesen ehrlichen und bewegenden Text und werde mir deine Hinweise sehr zu Herzen nehmen und deine Botschaft weitertragen. Alles Liebe, Steffi

 

Vor kurzem war ich Gast auf einer Einweihungsparty. Reihenhaussiedlung am Stadtrand, modern als Townhouse bezeichnet. Aber die moderne Bezeichnung änderte nichts an der verstaubten Gepflogenheit eines Gastes, dem frisch eingezogenen Ehepaar einen Aufsteck-Klapperstorch für den Vorgarten zu schenken.

Ich bin 37, weiblich, kinderlos – und solche Geschenke lassen mich innerlich kotzen.

Wer bin ich denn, das mich dieses Storchenthema so aufregt? Es ist ganz simpel: Ich bin die Zielgruppe aller Kinderwunschprodukte in Personalunion. Ich, Anna Schatz, gelernte Buchhändlerin und in der kritischen Phase der Kinderlosigkeit angekommen. Seit ich mit 26 Jahren meine erste Fehlgeburt hatte, möchte ich Mutter werden. Aber knappe 12 Jahre später habe ich nur eines erreicht: Ungestillte Sehnsucht.

Wenn es nicht klappt mit dem Klapperstorch, dann kann das eine Vielzahl von Gründen haben. Es gibt jedoch nur zwei Positionen, auf die man dabei setzen kann: Eine Seite will kein Nest bauen, und die andere Seite hat ein Nest, aber leider keinen Bewohner dafür. So wie ich. Dreimal war ich bisher schwanger, und dreimal habe ich das Kind verloren, einmal erst nach sechs bis sieben Wochen Schwangerschaft, da war das mit der Vorfreude schon ziemlich weit fortgeschritten.

Die erste Fehlgeburt, die hat mich wachgerüttelt.

Ich war damals Buchhändlerin, fast verheiratet, habe in einem kleinen Haus hinter dem Deich der Elbe gewohnt und hätte das passende Kinderzimmer gehabt. Nur von dem Kinderwunsch, da war noch nicht so richtig etwas zu spüren. Aber dann, als ich beim Arzt saß und erfuhr, dass ich soeben ein Kind verloren hatte, dessen Existenz mir nicht bewusst gewesen war – da änderte sich alles. Mit der Fehlgeburt wurde die Sehnsucht nach dem eigenen Kind geboren.

Je älter ich werde, desto mehr merke ich, wie ich mich einem gesellschaftlich genormtem Verfallsdatum nähere. Die Kinderfrage wird gestellt, sobald man mit dem Überschreiten der 30 die inoffizielle Mutterschaftsgrenze überschritten hat. Ab 30 müsste man wissen, ob man Kinder will – und perfekterweise bereits alles im Leben soweit geordnet haben, dass der Klapperstorch nur noch auf leisen Schwingen zu landen braucht. Dabei gibt es doch durchaus Frauen, die keine Kinder wollen, und andere wollen, können aber nicht – beiden Seiten gemeinsam ist, dass Frauen sich dafür rechtfertigen müssen. Immer. Es sei denn, man antwortet auf die Frage „Hast du Kinder?“ mit „Ja“. Dann wird genickt, das Gespräch geht weiter. Die Einweihungsparty-Gäste machten keine Ausnahme – sobald eine Frau zwischen 30 und 45 die Kinderfrage mit „Nein“ beantwortete, wurde zurückgefragt: „Warum nicht?“

Das WARUM geht doch niemanden etwas an! Ich frage doch auch keine Mutter, warum sie Kinder hat. Wobei, es gibt einige, da frage ich mich das schon, aber ich stelle de Frage nicht. Überdies habe ich auch noch nie gehört, dass ein Mann nach dem WARUM gefragt wurde. Aber Frauen im gebärfähigen Alter sind gesellschaftlich anscheinend zur Rechtfertigung verpflichtet. Wenn sie keine Kinder wollen, müssen sie das erklären. Und wenn sie welche wollen, aber trotzdem keine haben, will auch jeder sofort wissen, warum es bisher mit dem Nachwuchs nicht geklappt hat.

Die meisten Menschen geben sich ja nicht mit „Es klappt leider nicht“ als Antwort zufrieden – nein, sie wollen das Problem lösen! Das Problem was Ärzte nicht lösen können – aber der Tipp, doch mal den „Klapperstorch-Tee“ zu trinken, soll jetzt sofort zur Schwangerschaft führen, ja?! Oder die Durchführung seltsamer Fruchtbarkeitsrituale von Völkern aus dem Amazonas? Ich habe ja bereits eine ganze Menge versucht. Hormonstatus überprüfen lassen, Ovulationstests in Großpackungen gekauft, unzählige Ratgeber gelesen, mich von meinem Ehemann scheiden lassen, meine Ernährung umgestellt – alles, was frau eben so tut, wenn sie die optimalen Bedingungen für den Nachwuchs schaffen will.

Bevor ich den nächsten Schwangerschaftsversuch unternahm, habe ich erstmal mein Leben geordnet – mich beruflich verändert und Angehörige gepflegt – ich mag es, für Menschen da zu sein. Dann habe ich einen wunderbaren Mann kennengelernt, und wir sind direkt nach meinem 35. Geburtstag schwanger geworden. Kurz vor Weihnachten verlor ich das Baby – und damit eine ganze Weile auch alle Sonne aus meinen Gedanken. Ich war eine Weile im Krankenhaus und eignete mir verschiedene verhaltenstherapeutische Techniken an, um mir in Momenten großer Traurigkeit selbst eine Stütze zu sein.

In dieser schlimmen Zeit habe ich angefangen, wohlgemeinte Ratschläge abgrundtief zu verachten.

„Entspann Dich, dann klappt das schon?!“ Das hilft niemandem. Und auch nicht die 1000 Fragen nach dem Nachwuchs auf Familienfeiern. Sobald mein Freund als „Es ist was Ernstes“ im Familienkreis angenommen worden war, kamen auch schon die ersten Fragen nach dem Nachwuchs. Für unsere Verbundenheit ist das kein Problem, da wir uns gegenseitig genug respektieren, um keine Angst vor offen gezeigter Trauer oder Wut zu haben. Aber die Fragen und Ratschläge, die nerven. Und je länger der Himmel frei von Klapperstörchen bleibt, desto aufdringlicher und bissiger werden die Kommentare.

Ich finde das unfair – und unsensibel. Sensible Fragen sind Fragen, die man nur stellt, wenn ein Vertrauensverhältnis hergestellt wurde. „An wem liegt es denn, an Dir oder Deinem Mann?“ ist auch so eine Frage, die sofort Brechreiz auslöst. Der Fragesteller kann doch nicht wissen, welchen wunden Punkt er da gerade trifft! Daher sollten sich neugierige Reihenhaus-Einweihungsgäste bitte dreimal gut überlegen, ob solche Fragen angebracht sind.

Manchmal verliere ich bei solchen Ratschlägen mit esoterischen Einschlägen etwas die Contenance und feuere mit Ironie zurück, aber meistens werde ich still. Keine Kinder zu haben, obwohl man gerne Mutter wäre, ist eine traurige Sache. Und die fehlende Sensibilität mit dem Thema bei der gleichzeitigen Tabuisierung der offen ausgesprochenen Trauer macht den Umgang mit der Kinderlosigkeit oft ganz schön schwer. Dabei bin ich ja nicht alleine damit! Es gibt so viele Frauen, die unter der Sehnsucht leiden, die wehmütig den eben eingeschulten ABC-Schützen hinterherschauen und zuhause die ungelenk gemalten Kinderbilder am Kühlschrank vermissen.

Natürlich ist der Umgang mit so einem Thema schwierig, besonders in SmallTalk-Atmosphären wie Reihenhauspartys . Wenn beim Gespräch der wunde Punkt getroffen wird, dann finde ich es immer am Besten, wenn mein Gegenüber mit gesunder Empathie reagiert. Also, kein Lösungsvorschlag, kein Themenwechsel, kein Trösten mit Plattitüden – sondern einfach ein “Ja, das ist wirklich traurig und tut mir sehr leid für dich.” Danach liegt der Ball dann bei mir. Wenn ich darüber reden möchte, kann ich es tun – wenn ich lieber von etwas anderem sprechen will, sollte ich das auch sagen oder tun.

Wir Kinderwunsch-Frauen brauchen eine Lobby. Wir müssen sagen dürfen was wir fühlen – sofern wir das wollen. Und wir sollten es sagen dürfen, ohne uns rechtfertigen zu müssen. Die Entscheidung für oder gegen Kinder darf jeder für sich selbst treffen – und das „warum“ es mit dem Klapperstorch nicht klappt, ist reine Privatsache und schlimm genug für die Betroffenen. Empathie ist etwas, was sich andere Menschen im Umgang mit Kinderwunsch-Frauen – und Männern – durchaus aneignen sollten. Wir sind nicht zur Auskunft verpflichtet – und wir bestehen auch nicht nur aus dem Kinderwunsch. Kinderlose Frauen zwischen 30 und 45 sind keine Nicht-Mütter – es sind eigenständige Wesen, die nicht von der Gesellschaft in eine „Abwarte-Position“ gedrängt werden sollten, bis sie das Mütter-Verfallsdatum überschritten haben.

Diese Abwarte-Position, die lebe ich vollkommen aus. Das bedeutet: Ich möchte immer noch ein Kind. Aber ich versuche, mich von Ratschlägen fernzuhalten. Wenn eine Freundin mit Kind mich einlädt, überlege ich mir genau, ob das heute gut für mich ist oder nicht – und wenn nicht, dann sage ich ab. Das kurze schlechte Gewissen wegen der Absage ist bei weitem nicht so schlimm wie eine Wehmutswoche, weil Traurigkeit Oberwasser bekommt. Da ich schwanger werden kann, aber es einfach nicht bleibe, kommen einige medizinische Möglichkeiten nicht für mich infrage. Und ehrlich gesagt: ich möchte auch nicht ALLES versuchen. Die Hoffnung, die Enttäuschung, das Warten – ich weiß nicht, wie oft ich das aushalten könnte. Mein Bruder hat mit seiner Frau nach 10 Jahren ungewollter Kinderlosigkeit endlich durch in vitro eine wunderbare Tochter bekommen – aber die Zeit bis dahin, die war schlimm.

Falls eine Mutter sich jetzt angegriffen fühlt – keine Sorge. Ich habe nichts gegen euch, ich bin vermutlich nur etwas neidisch. Auf eure Sorgen, auf euer Glück und auf eure Unantastbarkeit. Ihr müsst euch bestimmt auch unsensible Fragen nach Geburtsvorgängen anhören – aber immerhin könnt ihr die rechtfertigungsbefreit beantworten. Was mich tatsächlich wütend macht, ist die Adoptionsgesetzgebung. Ich arbeite freiberuflich, bin nicht verheiratet – ich habe keine Chance, ein Kind zu adoptieren. Selbst wenn mein Freund mich jetzt vom Fleck weg heiraten würde – bis der Amtsschimmel im Stall wäre, wären wir beide zu alt für eine Adoption. Das ist wirklich, wirklich schade und gehört geändert!

Natürlich habe ich Freiheiten, die Mütter nicht haben. Ich kann zum Beispiel morgens spontan mit dem Hund an die Nordsee fahren und dort den ganzen Tag aufs Wasser gucken. Oder ich gehe abends ins Theater und gebe mein Geld für teure Logenplätze aus. Die Kindersehnsucht kommt eben immer mit – sie ist ein Teil meines Lebens. Sie macht mich jedoch nicht blind dafür, wie viel Glück ich in meinem Leben habe, wie viele schöne Momente ich in Erinnerung haben darf. Wenn ich mal wieder traurig bin und denke, mit Kind wäre meine Welt bunter, dann halte ich mich von Reihenhäusern und Nachfrage-Gästen fern. Das ist einfacher, als in Erklärungsnot zu kommen. Oder ich schreibe ein Buch darüber, was alles so passieren kann, wenn der Klapperstorch die Landebahn nicht findet.

Text – Anna Schatz

Fotograf – Denisse Leon

53 Comments

  1. Antworten Angelika Offer 19. August 2019 um 07:37 Uhr

    Ein Text mit unglaublich viel Herz. Ich wünsche dir, dass dein Wunsch in Erfüllung geht.

  2. Antworten Lisa 19. August 2019 um 08:46 Uhr

    Hallo Anna,
    Also ich würde dann auch Fragen zum Leben des anderen Stellen:
    Wie war dein Stuhlgang heute früh?
    Hast du schon was gegen deinen regelmäßigen Alkoholkonsum getan? (viele vergessen das regelmäßiger Alkoholkonsum Alkoholismus ist. Also schon das tägliche Glas Rotwein)

    Ich würde mir die dümmsten Fragen einfallen lassen. Das Privatleben ist privat und geht niemanden etwas an.

    Ich frage nie nach dem Kinderwunsch anderer. Ich nötige andere auch nicht mit Geschichten über meine Tochter. Aber oft genug muss man sich sowas anhören. Ja Kinder sind toll, aber muss jeder über den Windelinhalt Bescheid wissen?

    Viele Grüße
    Lisa

  3. Antworten Martina 19. August 2019 um 09:13 Uhr

    Oh Anna, dein Text ging mir gerade sehr zu Herzen. Ich kann sehr gut nachfühlen, wie es dir geht. Gut, dass du dem Thema eine Stimme gibst.

  4. Antworten Katrin 19. August 2019 um 09:25 Uhr

    Liebe Anna,

    ich hoffe, dass genau die richtigen Menschen diesen Text lesen und du von Fragen in Zukunft verschont bleibst. Wobei das, was du an Fragen mit uns teilst ja schon echt an Unverschämtheiten grenzt. „Wer ist der Grund?!“ ernsthaft??? Das ist so ein sensibles Thema und du hast so recht. Es ist nicht getan mit deiner Antwort, die anderen wollen dein Problem lösen. Auch ich wäre fast mit einem Tipp um die Ecke gekommen, einfach weil ich vorher noch nie von Organmassage gehört hatte und davon, dass eine unentspannte Gebärmutter ein Problem sein kann. Aber das ist nur der Ausdruck von Hilflosigkeit. Du hast völlig recht. Was ich eigentlich sagen möchte, ist: das ist wirklich richtig schlimm und es tut mir so wahnsinnig leid.

    Ich finde es ganz ganz groß, wie du hier darüber schreibst und auch anderen Mut machst, gut für sich zu sorgen, im Zweifel abzusagen und den Blick fürs Schöne nicht zu verlieren.

    Von Herzen wünsche ich dir ein Wunder!

  5. Antworten Sabrina 19. August 2019 um 09:34 Uhr

    Vielen Dank für diesen Text. Machne Leute sind echt so unsensibel. Mein “Highlight” zu diesem Thema war auf einer Familienfeier. Ich saß neben meiner hochschwangeren Schwester und eine Verwandte, die ich nur alle pasr Jahre mal sehe meinte mit einem Blick auf die Schwangerschaftskugel und dann zu mir: “Und bei dir? Immer noch kein Mann und Nachwuchs in Sicht? Naja, deine Katzen sind ja deine Kinder!”
    Ich hätte spontan auf den Tisch speien können

  6. Antworten Katja 19. August 2019 um 09:50 Uhr

    Ich habe lange, lange auf dieses Thema hier aufm Blog gewartet. Danke Anna und Steffi! Es ist so wohltuend zu wissen, dass man nicht alleine ist.

  7. Antworten Anne 19. August 2019 um 09:56 Uhr

    Liebe Anna,

    es tut mir sehr leid für euch!
    Unsensibel sind die Leute leider immer mehr. Ich habe meine erste Tochter sehr jung und ungeplant bekommen. Sie ist inzwischen 11 Jahre alt, bis heute werde ich von fremden Menschen gefragt wie es dazu kam, warum ich sie behalten habe (?!) und wer denn der Vater ist… inzwischen antworte ich mit schonungsloser Ehrlichkeit. Das stößt die Menschen zwar vor den Kopf aber wenigstens kommen keine weiteren Fragen.
    Lg und alles gute!

  8. Antworten Stephanie 19. August 2019 um 10:32 Uhr

    Liebe Anna,

    es tut mir sehr leid für Dich bzw. Euch.

    Ich würde (und habe auch noch nie) jemanden nach einem Kinderwunsch gefragt, das wäre mir viel zu persönlich. Aber wir haben im Freundeskreis zwei Paare bei denen es auch nicht “klappt” und wenn man das weiß, kann man schon besser damit umgehen. So weiß ich z.B. bei der einen, dass sie Schwierigkeiten mit der Nachricht meiner Schwangerschaft hatte, obwohl sie sich auch für uns gefreut hat.
    Anders ist es bei meiner Arbeitskollegin: Wir sind im selben Alter, sie ist schon einige Jahre verheiratet, haben ein Haus gekauft, irgendwie erwartet man den nächsten Schritt. Aber ich würde sie niemals fragen. Und trotzdem habe ich ein komisches Gefühl, wenn ich von unserer Tochter erzähle, weil ich mir überlege, ob ich ihr damit nun vielleicht etwas antue.
    Von daher, ja die Fragen sind unsensibel, aber man kann den Menschen auch nur vor den Kopf schauen und weiß nicht was dahinter vorgeht.
    LG und alles Gute, Stephanie

  9. Antworten Sanja 19. August 2019 um 10:37 Uhr

    Liebe Anna,
    ich kann Dich so so gut verstehen! Mir ging es über Jahre ganz genau so. Nun sind wir seit einigen Jahren glückliche Eltern einer ganz und gar wunderbaren Tochter, die wir aus einem fernen Land adoptiert haben. Es war ein sehr langwieriger Prozess, über den wir uns größtenteils alleine informieren mussten, da das zuständige Amt mit dem Land wenig Erfahrung hatte und es keine Vermittlungsagentur gab. Aber es hat sich soo soo sehr gelohnt. Wir haben übrigens erst geheiratet, als ich 39 Jahre alt war und konnten auch dann erst die Adoption angehen. Für ein Adoptivkind aus Deutschland wären wir da wahrscheinlich zu alt gewesen, allerdings war das für uns auch keine Option, da das Land schon feststand. Mein Mann ist auch selbständig… Mir hat damals sehr der Austausch mit anderen Adoptiveltern geholfen, die bereits Erfahrung hatten (melde Dich gerne bei Fragen). Die Chance würde ich nicht aufgeben! Ich wünsche euch ganz viel Glück und wünsche euch sehr, dass es auf einem Wege noch klappt und ihr glückliche Eltern werdet.

  10. Antworten Anja 19. August 2019 um 10:39 Uhr

    Vielen lieben herzlichen Dank für diesen Artikel. Es erleichtert es einem, wenn man das Gefühl hat, es geht nicht nur mir so! Es ist ein so hoch sensibles Thema. Und auch mir ergeht es nach gewissen Situationen (vor allem mit Schwangeren in meinem näheren Umfeld), das ich eine Woche in ein Tief stürze. Wir müssen wirklich besser für uns selber sorgen und als erstes auf uns Acht geben.
    Vielen lieben Dank dieses Thema in den Fokus zu setzen, um andere zu sensibilisieren.
    LG

  11. Antworten Katrin 19. August 2019 um 10:53 Uhr

    Liebe Anna, vielen Dank für diesen ehrlichen Text. Es erinnert mich sehr an meinen Weg – auch 3 Fehlgeburten und sehr viele unsensible Fragen aus dem Umfeld. Mit der Zeit habe ich mir ein hartes Fell zugelegt. Und weitergekämpft. Und tatsächlich heute zwei gesunde zauberhafte Kinder, die mich manchmal fragen, warum die Mütter ihrer Freunde so viel jünger sind… Nicht aufgeben!

  12. Antworten Susanne 19. August 2019 um 10:58 Uhr

    Liebe Anna,
    Ich möchte Dir was schreiben zu den „spontanen“ Schwangerschaften mit 43.
    Es mag sie geben… ich jedenfalls bin nach zehn Jahren Kinderwunsch mit 40 nochmal Mama geworden… und das nicht einfach so.
    Aber auch in meinem weiteren Umfeld gibt es bestimmt Menschen, die glauben ich wäre nach so langer Zeit, als ich mich endlich entspannt habe und nicht mehr dran gedacht habe, ( bei diesen Sätzen zieht sich bei mir heute noch alles zusammen), schwanger geworden.
    Diese Menschen, die meine Geschichte auf Partys zum Besten geben, gehören aber nicht zu denen, denen man sich öffnet und erzählt, dass eine künstliche Befruchtung dahinter steckt, die sich für mich lange Jahre nicht als richtig angefühlt hat.
    Sie erzählen in der Welt, dass es nach so langer Zeit doch noch – einfach -(nichts war einfach in den zehn Jahren) , geklappt hat… weil ich diesen Menschen nicht anvertraut habe, dass ich doch den Weg gegangen bin, der am Schluss in all dem der kürzeste war.
    Nicht alles ist wie es scheint.
    Ich wünsche Dir viele gute Begegnungen!
    Susanne

  13. Antworten Lina 19. August 2019 um 11:08 Uhr

    Als letztens eine Freundin meiner Mutter, die mich seit Kindertagen kennt, zu mir (35, Single) sagte: „Du lässt deine Eltern aber auch ganz schön lange warten“ wäre ich fast geplatzt. Vielleicht will ich keine Kinder, vielleicht will ich welche, aber im Moment nicht, vor allem weil kein passender Partner in Sicht ist, aber auch noch den allseits präsenten Rechtfertigungsdruck im Namen meiner Eltern zu erhöhen fand ich echt hardcore. Natürlich ist mir in dem Moment am Telefon keine passende Antwort eingefallen, aber das hat mich wirklich nachhaltig beschäftigt.
    Danke für diesen Text, ich kenne das so gut, dieses überlegen, ob ich auf eine Veranstaltung mit lauter happy Paaren und süßen Kindern wirklich Lust habe oder ob es mir einfach nicht gut tut.

  14. Antworten Carla 19. August 2019 um 11:19 Uhr

    Meine Cousine ist 39 und hat ebenfalls seit 10 Jahren einen Kinderwunsch, es hat bisher leider einfach nicht geklappt.

    Auf die Frage, warum sie keine Kinder hat/will/es nicht klappt, antwortet sie je nach Unverschämtheitsgrad der Fragenden mit verschiedenen Antworten – manchmal ironisch, manchmal lustig, manchmal sarkastisch.

    “Ich hätte schon gerne Kinder aber leider klappt es nicht. Vielen Dank, dass Sie mich auf so einfühlsame Weise an 6 Fehlgeburten erinnert haben.”

    “Wollen Sie gefragt werden, warum genau noch mal Ihre Ehe gescheitert ist? Nein. Sehen Sie, es gibt Fragen, die stellt man einfach nicht.”

    “Gott hat sich gedacht: Ne, die beiden Arschlöcher kriegen besser keine Kinder.”

    “Ich war früher mal ein Mann, daher ist das schwierig bei uns…”

    Ich kann das mittlerweile sehr gut verstehen. Ich bin knapp 32 und habe keinen Partner. Auch so eine Sache, die mein Umfeld zunehmend als sehr schwierig empfindet.

  15. Antworten Sophia 19. August 2019 um 11:41 Uhr

    Vielen Dank für diesen Text, Anna.

    Das, was du schreibst (so traurig es ist) schockt mich schon fast gar nicht mehr. Da merkt man erst einmal an was man sich in der Zeit des unerfüllten Kinderwunsches so gewöhnt und eigentlich dann doch nicht, betroffen machte es einen in diesen Situationen immer wieder und leider fehlt mir die Schlagfertigkeit.
    Ich wurde mit jeder Behandlung sensibler und wir haben 2018 (auch aus Selbstschutz) eine Pause von einem Jahr eingelegt, da ich wirklich ein Wrack war. Unsere Beziehung wäre fast am Kinderwunsch zerbrochen, weil wir nur noch in der Maschinerie steckten und nichts mehr für uns getan haben.

    Highlights an Sprüchen bei uns waren:
    – nach Fehlgeburt nach 1. ICSI: Immerhin weißt du jetzt schon einmal wie sich eine Schwangerschaft anfühlt.
    – die eigene Mutter, die einem in fast jedem Telefonat in den Ohren lag, dass sie nie Oma werden wird und das so traurig ist (und ja, sie kannte die ganze Geschichte, wusste von den ICSIs, Untersuchungen etc. pp.).
    – Du konzentrierst dich ja nur auf deine Karriere, früher hatte man in eurem Alter schon ein Haus und Kinder …
    – unsere Hausärztin: Fahrt mal in den Urlaub und entspannt euch, dann klappt das schon. Und dass wo sie bei meinem Mann nach der Tese die Nachsorge gemacht hat und alle Befunde kannte. Ein Urlaub hätte da nix gebracht.

    Da wirdie doofen Fragen leid waren, sind wir sehr offen mit dem Thema umgegangen. Das heißt unsere Freunde und engsten Verwandten waren von Anfang an im Bild. Auch, damit sie wussten warum man sich zurückzieht, wenn irgendwer wieder mit einer Schwangerschaft um die Ecke kommt.
    Bei Bekannten bin ich irgendwann auch dazu übergegangen auf die Fragen sehr ehrlich zu antworten. Ich habe selten solch sprachlose Gesichter gesehen. Danach war dann wenigstens Ruhe.

    Man muss lernen sich selber zu schützen und nur das zu machen was einem gut tut. Und Freunde verstehen in dem Moment auch warum man sich zurückzieht.
    Unsere 3. ICSI war ein Erfolg und ich bin überglücklich dass wir hierfür die Klinik gewechselt haben. Die erste war mehr an unserem Geld und weniger der Ursachenforschung interessiert…

  16. Antworten Regula 19. August 2019 um 12:02 Uhr

    Danke für Aufnehmen der Thematik!
    Super, dass Kinderlosigkeit in all ihren Facetten immer mehr Fokus bekommt. Nur durch Öffentlichkeitssarbeit werden diese Fragen irgendwann immer weniger, bzw. die harmloseren nur noch aus echtem Interesse in einem vertrauensvollen Gespräch gestellt. Mit der Seite kinderfreilos.ch leiste ich dazu (Aufklärungsarbeit, aber auch Vernetzung Kinderloser) einen kleinen Beitrag.
    Mit der Zeit kann man sich evtl. etwas Schlagfertigkeit im Umgang mit den üblen Fragen aneignen. Und die fragenden Person darf ruhig erleben, wie unangenehm ihre Frage ist, indem man sich nicht an die üblichen Umgangsformen hält und z.B. eine Gegenfrage stellt ohne sich um eine Antwort zu bemühen. Wer fragt: “Warum hast du keine Kinder?”, darf auch mit der Gegenfrage: “Warum hast du welche?” konfrontiert werden.
    Eine Entgegnung, die sich bei allen unangenehmen Fragen anwenden lässt, ist: “Wozu möchtest du das wissen?”

  17. Antworten Jana 19. August 2019 um 12:14 Uhr

    Danke für das Buch und danke für den Artikel! Ich habe unsere ungewollte Kinderlosigkeit als einen Trauerprozess empfunden, mit dem das Umfeld einfach nicht umzugehen wusste. Das erschwert die eh schon sehr einsame Situation ungemein und umso wichtiger ist es, dass das Thema mehr Öffentlichkeit bekommt. Die völlig unangebrachten Ratschläge und Fragen kann ich mir nur mit einem kompletten Mangel an Empathie erklären und das habe ich dritten gegenüber auch häufig schon deutlich geäußert. Alles, alles nur erdenklich Gute wünsche ich dir, Anna.

  18. Antworten Julia 19. August 2019 um 12:16 Uhr

    Liebe Steffi,

    ich freue mich, dass Ihr dieses hoch sensible Thema hier aufgreift und Anna zu Wort kommen darf. Alles, was Du schreibst, liebe Anna, kommt mir nur bekannt vor. 10 Jahre+ hoffen, bangen, hinfallen, jedes Mal wieder aufstehen …plus die Neugier und der gefühlte Druck von außen. Einladungen werden manchmal abgesagt, weil man schon merkt, dass man danach eine Woche nur traurig sein wird. Klar könnte man in meinem Fall sagen, wieso, was stellst Du Dich so an, Du hast doch ein Kind – inzwischen geht es Müttern mit Einzelkind (was ganz oft nicht ursprünglich so „geplant“ war) in unserer Gesellschaft nahezu genauso. Ein Kind ist kein Kind, und die unsensiblen Fragen sind eigentlich dieselben. Wollt Ihr kein zweites? Der Abstand sollte aber nicht so groß sein, sonst können die Kids doch gar nicht miteinander spielen?! Gehst Du lieber wieder arbeiten, dabei ist es doch soo schön daheim mit den Kleinen? Die Liste lässt sich endlos fortführen… Ich wünsche Dir alles Liebe und jegliches erdenkliche Glück, und vor allem dass es Dir gut geht!

  19. Antworten Janine 19. August 2019 um 12:42 Uhr

    Liebe Anna! Danke, für deine so offenen und so ehrlichen Worte! Diese berühren mich sehr, du berührst mich sehr! Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles Liebe! Janine

  20. Antworten Chrissi 19. August 2019 um 12:46 Uhr

    Liebe Anna, vielen Dank für den Text.
    Wir versuchen es seit drei Jahren und sind leider immer noch ungewollt kinderlos. In der Zeit sind so viele in meiner Familie, im Bekannten- und Kollegenkreis schwanger geworden (teilweise haben sie sogar schon das Zweite bekommen), das ist wirklich wirklich schwer. Gerade am Wochenende hatte ich wieder einen seelischen “Zusammenbruch” weil Freunde ihre Tochter bekommen haben. Ich gebe mir große Mühe mich für sie zu freuen, aber ich bin einfach auch neidisch. .. 🙁
    Auch ich habe schon viele Sprüche und Fragen gehört, die mich wirklich schockiert haben. Niemals würde ich anderen Leuten so intime Fragen stellen. Meistens kommen die Fragen von Müttern. Das macht mich dann immer traurig, weil es wird ja nicht bei allen sofort geklappt haben, und vielleicht haben sie früher auch darunter gelitten – sobald das Kind da ist scheint das aber vergessen zu sein und indiskrete Fragen scheinen erlaubt…
    Danke auch an Dich Steffi, dass Du dem Thema eine Plattform gibst.

    Liebe Grüße
    Chrissi

  21. Antworten Thurid 19. August 2019 um 13:00 Uhr

    Liebe Anna,

    danke für den schönen Text. Dem gibt es nichts hinzuzufügen.

    Ich wünsche Dir und deinem Freund das Beste und vor allem, dass Du glücklich bist.

  22. Antworten Sandra 19. August 2019 um 13:12 Uhr

    Super Text, vielen Dank dafür!

    Ich kann dich 100% verstehen, mir ging es auch so…
    Was die Rechtfertigung angeht, die geht auch danach nicht vorbei. Ich muss mich immer wieder erklären warum wir „nur“ ein Kind haben. Dass dies so für uns absolut stimmt und gewollt ist, entspricht einfach nicht der Gesellschaftsnorm. So oder so geht auch das niemanden was an!

  23. Antworten Yvi 19. August 2019 um 13:23 Uhr

    Oh man, ich erinnere mich gerade schmerzhaft und was habe ich für dämliche Ratschläge bekommen. Ich habe mich -am Rande des Durchdrehens- irgendwann von einer Psychologin durch die kräftezehrende Kinderwunschzeit begleiten lassen. Das war mit die beste Entscheidung meines Lebens! Die danach ging ins Ausland! Anna, alles Liebe für dich!

  24. Antworten Ulrike 19. August 2019 um 13:41 Uhr

    Ich freue mich sehr, dass über dieses Thema in letzter Zeit so viel mehr geschrieben und gesprochen wird – herzlichen Dank für den Text!
    Ich hatte über viele Jahre hinweg vier Fehlgeburten bis ich dann mit 37 unser erstes Kind bekam. Obwohl ich jetzt mit 40 zum dritten Mal schwanger bin, gehöre ich von meinem Gefühl immer noch eher zum Club der Frauen mit unerfüllten Kinderwunsch als zu denjenigen, bei den es scheinbar so easy klappt mit dem schwanger werden (nach meiner Erfahrung gibt es davon nicht wirklich viele). Direkte Fragen nach unseren Kindern empfinde ich immer noch als eher intim und sensibel und meistens erzähle ich dann auch die ganze Geschichte, die alles andere als einfach war. Meine größte Angst war es immer, dass mich dieser unerfüllte Kinderwunsch ganz alt, mürbe und unglücklich macht. Ich liebe meine Kinder und ich wollte sie nicht missen, aber heute weiß ich, dass ich das Glück und die Zufriedenheit, die ich mir immer vorgestellt habe, auch ohne Kinder hätte finden können. Das nimmt für mich den Druck raus auf das superduper Familienglück zu warten- denn erstmal ist da für mich ganz viel normales Leben und Alltag, in dem man die kleinen schönen Momente suchen muss um sie dann ganz kurz zu genießen.

  25. Antworten Hannah 19. August 2019 um 14:20 Uhr

    Ich habe mindestens schon dreimal völlig ohne nachzudenken Sätze gesagt wie”und jetzt
    noch ein Kind dazu, das wäre doch was!” oder eben auch das berühmt-berüchtigte “und wann gibts Nachwuchs ???” . Zu Leuten, die ich nicht so gut kannte, als das ich mir irgendeinen Kommentar in irgendeine Richtung hätte erlauben dürfen bzw. die mit mir zuvor nicht privat geredet haben etc.

    Das werde ich mir in Zukunft so was von verkneifen.

    Das ist -für mich- einer besten Texte, der hier jemals veröffentlicht wurde. Weil er tiefer geht
    und Augen öffnet. Danke dafür. Ich habe etwas gelernt.

    LG Hannah

  26. Antworten Ute 19. August 2019 um 14:58 Uhr

    Liebe Anna,
    vielen Dank fuer Deinen Text. Ich druecke alle Daumen und Zehen, dass es noch klappt.
    Ich hatte insgesamt vier Inseminationen und 29 IVFs in drei verschiedenen Kinderwunschzentren und bin kein einziges Mal schwanger geworden. Mit 44 haben wir dann die Versuche aufgegeben, die Ergebnisse wurden immer schlechter und der letzte Versuch war eine Nullbefruchtung. Ich bin jetzt 49 und weiss, dass es nicht mehr klappen wird.
    Mittlerweile habe ich gelernt, die Kinderlosigkeit zu akzeptieren und sehe auch die Vorteile, die es ja durchaus gibt. Haette ich waehlen koennen, haette ich aber immer Kinder haben gewaehlt.
    Auch heute noch gibt es Reaktionen auf die Kinderlosigkeit, die mir wehtun, auch wenn ich mittlerweile ein ziemlich dickes Fell habe. Unser Bekanntenkreis hat sich sehr veraendert. Bei Eltern-/Erziehungsthemen kommt oft “Naja, Ihr habt ja keine Kinder…”, als ob wir nicht auch eine Meinung zu dem Thema haben koennten. Sobald Kindergarten und Schule bei den Kindern unser Freunde losging, waren wir oft einfach komplett aussen vor. Das war nicht boese gemeint, aber wir waren/sind einfach nicht Teil der gemeinsamen Elternschaft. Wir werden auch spaeter bei den Enkelthemen nicht mitreden koennen… Ganz vorbei geht es also nie. Vielleicht stoesst Dein Buch bei Muettern/Eltern ja etwas an, ich hoffe es jedenfalls sehr!
    Liebe Gruesse
    Ute

  27. Antworten Iris 19. August 2019 um 15:00 Uhr

    Liebe Anna, liebe Steffi,
    zweiter Anlauf…die erste Kommentierung hat es “verrissen” …
    danke für diesen Text. So sensibel, so intim, aber so wichtig, dass darüber gesprochen wird. Und ich sehe, er trifft den Nerv vieler Leser hier. Traurige Tatsache, dass sich doch so viele darin wiederfinden.
    Ich selbst bin 43 Jahre alt, ungewollt kinderlos und nach wie vor sehr traurig über diese Tatsache. Zwischenzeitlich kann ich damit aus meiner Haut und einigermaßen offen damit umgehen. Auch auf die Frage “Hast Du Kinder” kann ich heute sehr offen mit “Leider nein” antworten.
    Das war und ist ein Weg, ein Prozeß, begleitet von Traurigkeit, von Tränen, einer Vielzahl von Fragezeichen und WARUM. Ich habe meinen Frieden damit gemacht. Irgendwann war der Punkt da, da war dieser Wille größer es anzunehmen, als die Kraft auf das Warten und Bibbern, die Enttäuschungen, die Verluste der Babys. Wenn man wie ich bereits in jungen Jahren sein Drehbuch fürs Leben parat hat, die Regie dann aber fremdbestimmt anders läuft, dann ist das ganz schön harte Arbeit seinen Blick auf all das zu richten, was da alles gut läuft – trotz ausbleibendem Herzenswunsch. Das ist schon eine ganze Menge, auch wenn so ein Zwerg das alles noch abrunden würde.
    Liebe Anna, ich wünsche Dir von Herzen, dass sich Dein Wunsch noch erfüllt und Du Mama werden wirst. Ich wünsche Dir auch, dass es Dir gelingen mag, all die guten Dinge drumherum zu sehen UND zu spüren, sollte der Klapperstorch ausbleiben.
    Und an die Mama-Community da draussen: Bitte gebt uns nicht das Gefühl, dass Euer Leben ohne Eure Kinder nicht lebenswert ist und Euer Leben ohne sie keinen Sinn hätte. Das trifft mich heute noch ins Herz. ICH LIEBE KINDER-und ja! sie machen unser Leben bunter und schöner. Aber auch Euer Leben wäre ohne Eure Kinder lebenswert und schön.
    Lasst uns feiner im Umgang miteinander werden, ohne Mitleid, aber mit Respekt!
    Herzlichst an alle Mamas und Nicht-Mamas von Iris

  28. Antworten Anna Schatz 19. August 2019 um 15:27 Uhr

    Ihr Lieben – ich bin ganz überwältigt!
    Vielen vielen Dank für die vielen berührenden Worte und aufmunternden Gedanken!
    Das ist toll von euch!
    DANKE:-)

  29. Antworten Katharina Daubner 19. August 2019 um 17:06 Uhr

    Liebe Anna,
    herzlichen Dank für Deinen Text und die offenen Worte! Die Reduzierung von Frauen aufs Mutter sein oder eben nicht ist gesellschaftlich leider immer noch für viele ein Kriterium, fragt sich nur für was und wozu. Wir sind alle Frauen und sollten uns unterstützen und liebevoller miteinander sein. Es gibt mehr als eine (die eigene) Art ein gutes Leben zu führen. Ich bin Mutter und wenn ich in einer dieser Small-Talk Runden höre, was so manche Frau (Männer aber auch…) von sich gibt, frage ich gern überrascht wie lange man sich denn schon kennen würde. Meist kommt dann die Antwort gar nicht oder flüchtig. Ein guter Moment, um freundlich zu sagen, dass diese Art von Fragen doch ganz schön privat sei oder um es ländlich auszudrücken, ans Eingemachte geht. Frauen seid lieb zueinander, wir sind alle so viel mehr als Mütter und Nicht-Mütter!

  30. Antworten Nana 19. August 2019 um 18:20 Uhr

    Es wird sich ja immer mal wieder über die unsensible Art von Ärzten beschwert. Ich kann dazu nur sagen, Patienten können genauso unsensibel sein. Ich arbeite in der Gynäkologie als Ärztin und was ich mir schon für tolle Tips von Patienten anhören durfte (als Frau wird man doch regelmäßig gefragt, ob man Kinder hätte), wenn man sagt, daß dies nicht der Fall sei.
    Auch Ärzte sind Menschen, die unter unerfülltem Kinderwunsch leiden, Fehlgeburten oder Todgeburten, verstorbene Kinder haben…

  31. Antworten Elaine 19. August 2019 um 19:27 Uhr

    Hallo liebe Anna

    DANKE, danke, danke, für diesen Text!

    Ich bin 40 und mittlerweile meistens recht glücklich kinderlos. Mein Mann und ich haben lange versucht Kinder zu bekommen, auch mit Hilfe der Reproduktionsmedizin. Das war schwer. Noch schwieriger war die Trauerphase nach dem “Schlussstrich” unter die Behandlungen, als wir unsere Grenzen erreicht hatten. Denn wir alle haben ja begrenzte Ressourcen, und die Vorstellungen der meisten Menschen von der Reproduktionsmedizin sind leider ziemlich unrealistisch. Einerseits, was die Erfolgsraten angeht, andererseits, was die Belastung für das Paar betrifft.
    Es hat ein paar Jahre gebraucht, ich habe viel über mich selbst gelernt, mich beruflich und auch gesellschaftlich neu orientiert, aber heute geht es mir wieder richtig gut. Mittlerweile bin ich so “gemein”, den Leuten, die unangebrachte Fragen stellen, auch die unangebrachten ehrlichen Antworten ins Gesicht zu klatschen. Denn sonst lernen sie es ja nie oder?

    Alles, alles Gute für Dich!

    Herzlich,
    Elaine

  32. Antworten Stefanie 19. August 2019 um 19:47 Uhr

    Ich freue mich über den Artikel hier auf dem Blog. Ein sehr wichtiges Thema, dass vielleicht den ein oder anderen zum Nachdenken bringt. Ich habe (nach langer Kinderwunschzeit) mittlerweile selbst ein Kind – aber ich werde noch heute wütend, wenn jemand in meinem Umfeld das Wort “FamilienPLANUNG” benutzt. Ich hatte einen kurz nach unserer Hochzeit, und jedes unbedachte “Wollt ihr jetzt auch Kinder?” “Und geht’ jetzt los mit der Familienplanung?”, war wie ein Schlag ins Gesicht. Nichts hat mir bisher so weh getan, wie dieses Kind zu verlieren.
    Nein, man darf NIE einfach so fragen, “wie es mit Kindern so aussieht”. Es gibt so viele, bei denen das Leben anders “plant” als man selbst.
    Ich habe allein in meinem engsten Umfeld drei Frauen, eine davon meine Schwester, die sich sehnlichst ein Kind gewünscht haben, und die mittlerweile damit leben müssen, das sich dieser Wunsch nicht mehr erfüllen wird. Alles, was das Bewusstsein dafür stärkt, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, ein Kind zu haben ist sehr wichtig.

  33. Antworten Steffi 19. August 2019 um 20:10 Uhr

    Liebe Anna, auch von mir noch vielen Dank für Deinen Text. Nachdem ich bei den Themen Geschlecht, Stillen, Fehlgeburt und gleichgeschlechtliche Elternschaft jeweils mal in für meinen Gegenüber unangenehme Fettnäpfchen getreten bin weil ich in einer spontanen Mischung aus Empathie und Neugierde/Interesse für den Gegenüber unangenehme Fragen/Annahmen geäußert habe, habe ich mir mittlerweile abgewöhnt, immer alles durchdringen zu müssen und spreche z.B. über ein Kind anstatt Mädchen oder Junge und den “den Erwachsenen mit dem das Kind auf dem Spielplatz ist” wenn ich nicht weiß in welchem Familienverhältnis sie zueinander stehen. Auch wenn es mir immer noch schwerfällt, ich muss nicht alles wissen und kann trotzdem offen und zugewandt sein!

  34. Antworten Ariane 19. August 2019 um 20:43 Uhr

    Danke, liebe Anna, für diesen wichtigen Beitrag, der Kinderlosen – gewollt oder ungewollt – endlich eine Stimme gibt und die Nicht-Empathie von vielen Eltern aufzeigt!
    Ich kenne so vieles aus eigenen Erfahrungen. Wie oft kam gerade von Frauen, die ich eben auf bei einer Abendgesellschaft/Abendessen/Party kennengelernt hatte, gleich zu Anfang die Frage: Haben Sie Kinder? Ein intelligenterer Gesprächseinstieg fiel denen oft nicht ein. Ich antworte meist mit einem knappen “Nein”, und viele wechseln dann auch das Thema.
    In der Familie meines Mannes, in der zwei Geschwister Kinder haben, wird man sowieso nicht ernst genommen (zumindest fühlt sich das oft so an). Ich kann mich noch an Familientreffen erinnern. Großartig wurden Hotels gebucht (kinderfreundlich natürlich) für den Geburtstag der Schwiegermutter, aber über Kompromisse, wo das Ganze dann stattzufinden hatte, wurde hinweg gesehen. Also nahmen wir Anreisen von über 1000 Kilometer in Kauf (wir leben und arbeiten im Ausland), während der Rest der Familie sich gemütlich auf die Reise machen konnte – und dann lästerte man, weil wir nicht pünktlich zu Kaffee und Kuchen da waren, weil wir unterwegs in Unwetter gerieten. Auf die Frage bei der Planung, ob man nicht über günstigere Orte nachdenken könne, damit die Anreise etwas gerechter verteilt werden könnte, meinte meine Schwiegermutter nur: Ein kinderloses Paar wird sich wohl organisieren können! Im Sinne von: egal, wie lange ihr doch im Auto sitzt, ihr habt Rücksicht auf die mit Kindern zu nehmen!

    Ganz liebe Grüße
    Ariane

  35. Antworten Petra Richter 19. August 2019 um 21:28 Uhr

    Liebe Anna!
    Das ist ein sehr schöner Text und ich kann mir ein klein wenig vorstellen, wie es Dir manchmal ergeht. Aber nur ein klein wenig, denn ich habe drei Kinder. Die letzten zwei sind nur 16 Monate auseinander und ich werde nie vergessen wie es mich getroffen hat als eine Bekannte laut tönte, dann kann die Kleine ja nur ein Unfall sein. So in etwa muss das Gefühl wohl bei Dir sein wenn Du mit Kinderwunsch-Aussagen konfrontiert wirst. Das tut mir sehr leid und wünsche ich niemanden. Es ist ein Gefühl als würde jemand mit seinen Worten es schaffen in meine persönliche Hülle einzudringen und Chaos und Zerstörung hinterlassen. Und danach muss man mühevoll aufräumen und alles wieder neu aufbauen. Für sich. Bei mir war es in diesem Zusammenhang nur einmal der Fall und trotzdem kann ich das nicht vergessen. Ich wünsche Dir alles Gute!

  36. Antworten Sara 19. August 2019 um 22:31 Uhr

    Liebe Anna, liebe Steffi,

    über diesen Text bin ich zutiefst dankbar. Weil (Reihenfolge so, wie es mir gerade einfällt):

    1. ein unerfüllter Kinderwunsch ziemlich einsam macht. Selbst für den Mann ist nicht alles, was man als Frau gerade auch körperlich durchmacht, komplett zu verstehen.
    2. es nur wenige Menschen gibt, zumindest bei mir, denen ich von unserem unerfüllten Kinderwunsch erzählen kann. Selbst den besten Freundinnen möchte man ja nicht ständig mit dem Thema in den Ohren liegen. Zumal alle von ihnen Mütter sind. Hinzu kommt, dass man weder Mitleid noch andauernd über das Thema reden möchte.
    3. der Kinderwunsch auch im Freundeskreis einsam macht. Ohne Kind bist du bei vielen Themen oder Treffen raus.
    4. ich mich oft schäme, dass ich vom Anblick Schwangerer genervt oder getroffen bin und jede Mutter um ihr Glück beneide.
    5. man das Vertrauen in seinen Körper verliert. Ich frage mich, was sich das Universum dabei gedacht hat, dass ausgerechnet mein Körper total versagt und das, wofür er da ist, nicht packt.
    6. jede Familienfeier bei mir Panik auslöst. Was, wenn jemand fragt?!
    7. es schwierig ist, Niederlagen einzustecken, Kräfte für die weitere Kinderwunschbehandlung zu mobilisieren, sich im Job und auch sonst nix anmerken zu lassen – während man Arztbesuche einschiebt, sich auf der Toilette Spritzen setzt oder den Allerwertesten mit Hormonpflastern beklebt. Und der ganze Aufwand, die unzähligen Arztbesuche am Zyklusende umsonst waren.
    8. man seinen Körper strapaziert, an Gewicht, aber nichts anderem gewinnt.
    9. man tief fällt, wenn man merkt, dass Kinderkriegen nichts mit Fleiß, Disziplin oder Wünschen zutun hat.
    10. man sich fragt, ob es jemals gut enden wird. Oder man für immer zu zweit bleibt. Und wie es dann wohl ist, ob es je OK sein wird.

    Was ich noch gerne loswerden möchte, ohne Mütter mit einem Kind anzugreifen: Natürlich hat auch euer Kummer, euer Schmerz eine absolute Daseinsberechtigung. Nur ist das ein Thema für sich. Bitte nicht gleichsetzen. Denn jede Frau, die seit Jahren erfolglos versucht, ein Kind zu bekommen, würde sofort mit euch tauschen. Und würde sich auch mit einem Kind zufrieden geben. Bitte nicht falsch verstehen, das soll kein Angriff sein. Nur ein Hinweis, dass solche Aussagen für manche ungewollt Kinderlose schwierig zu ertragen sind.

    Alles Liebe an alle Frauen!!
    Sara

  37. Antworten LuC 20. August 2019 um 01:16 Uhr

    Anna, deine Geschichte ist ergreifend und danke dafür, dass du sie teilst! Das hilft anderen, die in der gleichen/ähnlichen Situation sind, und kann dabei helfen, dass manche vielleicht besser damit umgehen. Ich denke mir das bei vielen Hochzeiten/Traditionen… was, wenn die Leute gerne Kinder bekommen wollen, aber es nicht klappt, bzw. Fehlgeburten passiert sind, was, wenn sie sich gegen Kinder entscheiden?! Storch, Reis streuen, hoho, wie heißen denn die Kinder mal, naaaa, wann ist es denn soweit,…zum Würgen und Schämen.

  38. Antworten SU 20. August 2019 um 07:44 Uhr

    Liebe Anna!

    Wow! Dein Text ist sehr mutig und stimmt nachdenklich. Das Thema ist heikel und vielschichtig, wie alle diese sensiblen Themen….

    Ich mache mich manchmal unbeliebt mit meinem ganz anderen Blick auf diese Fragen. Aus schmerzlicher eigener Erfahrung habe ich gelernt, dass bei all diesen existenziellen Dingen am Ende nur EINES zählt: DEINE eigene Haltung zu dem Thema, DEINE Aussöhnung mit deinem “Schicksal”, wenn du versuchst ganz bei dir selbst zu bleiben, kann dich keiner mehr wirklich erreichen und verletzten mit diesen abscheulichen Kommentaren. Sie werden an dir abprallen. Diese Auseinandersetzung mit sich selbst ist ein langer Prozess, der nicht leicht ist, aber sich lohnt ! (Ich bin schon 54…)
    Vor einigen Jahren ist mir bei der Arbeit mit meinen geflüchteten und zum Teil schwer traumatisierten Schülerinnen und Schülern aus aller Welt Folgendes eingefallen:

    KEIN MENSCH DER WELT KANN DICH DAVON ABHALTEN, GLÜCKLICH ZU SEIN.

    Da kommt natürlich sofort ein großes Fragezeichen und viele “ABER”. Nein, wenn dies konsequent gelebt wird, geht es. Söhne dich mit dir und deinem Leben aus.

    Ganz herzliche Grüße

  39. Antworten thea 20. August 2019 um 10:51 Uhr

    Was für ein offener Text, der hier vielen aus der Seele zu sprechen scheint. Man spürt richtig die Gefühle, die die ganzen Fragen und Ratschläge in dir auslösen, Anna.

    Ich habe beim Lesen gemerkt, wieviel Glück ich doch mit meinem Umfeld und Verwandschaft habe. Mit dem Unterschied, dass ich mit fast 38 (immernoch) keinen Kinderwunsch habe. Ich werde selten gefragt ob und warum ich keine Kinder habe – obwohl fast alle meine Freundinnen mittlerweile Mama sind. Die Fragen die du geschildert hast, gehen wirklich ins Unverschämte, dreiste über. Da es sich bei mir ja um eine selbstgewählte Situation handelt, macht es mir aber auch nichts aus, darauf zu antworten. Erst wenn das nicht akzeptiert werden würde, fände ich es schlimm.

    Ich wünsche dir alles gute! LG thea

  40. Antworten Tina 20. August 2019 um 10:55 Uhr

    Liebe Anna!
    Vielen Dank für diesen unglaublich ehrlichen Text! Ich kann es sehr gut nachfühlen und bin froh, dass Du das Buch geschrieben hast!!! Es wird Zeit, dass dieses Thema mehr Gehör bekommt, es gibt viel mehr Frauen, die in dieser Situation sind, als man denkt. Das merkt man selber erst, wenn man selbst betroffen ist und sich anderen öffnet, da sind so viele in einer ähnlichen Lage…
    Mein “Kinderwunsch-Weg” ist zum Glück positiv ausgegangen, doch hätte ich vor 6 Jahren auf den ersten Arzt in der ersten Kinderwunschklinik gehört, dann wäre ich vielleicht heute keine Mutter.
    Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und Glück für deinen weiteren Weg – wohin er auch immer führen mag.
    Alles Liebe, Tina

  41. Antworten Christina 20. August 2019 um 13:16 Uhr

    Dein Text versetzt mich zurück in meine Gefühlswelt vor zwei Jahren. Ich wünsche dir, dass dein Herzenswunsch in Erfüllung geht.
    In meiner alten Kinderwunschklinik hing ein Plakat auf dem Stand:
    „Man verliert nicht seine Stärke, oft vergisst man nur, dass man sie hat.“

  42. Antworten Kathi 20. August 2019 um 18:27 Uhr

    Oh so so gut geschrieben.
    Vor allem den Teil, des nicht ALLES versuchen wollens kann ich so so gut nachvollziehen.
    Bestimmte Behandlungen standen für mich einfach nie zur Debatte, aus welchen Gründen darf da jedem außer mir und meinem Mann doch völlig egal sein.
    Wir haben relativ kurz nach der Diagnose den Weg als Pflegeeltern eingeschlagen, auch nicht einfach aber eben unser Weg. Im Moment grübeln wir über eine Adoption nach.
    Wer den Weg und weitere Wege mit uns gehen will ohne fiese Nachfragen ist herzlich Willkommen, wer nur neugierig und “sensationsgeil” sein möchte, kann das einfach wo anders tun.
    Dein Buch Anna steht schon auf meiner Wunschliste!
    Danke dafür, dass du dem Thema Raum gibst!

  43. Antworten Heidi 20. August 2019 um 18:47 Uhr

    Hallo Anna,
    groß und großartig dein Artikel. Vielen, vielen Dank dafür. Es wurde wirklich Zeit, dass sich mal jemand traut, diese Worte offen auszusprechen. Überhaupt finde ich, dass Diskretion innerhalb der Gesellschaft so langsam auf der Strecke bleibt. Und die persönlichsten aller persönlichen Dinge gehen wirklich nur Menschen etwas an, die man sehr gut kennt und denen man vertraut. Du hast ein sehr sensibles Thema wundervoll auf den Punkt gebracht, bravo. Ich hoffe ebenfalls, dass die richtigen Damen und Herren es lesen. Für dich alles Liebe und Gute und die Daumen sind gedrückt! Liebe Grüße, Heidi

  44. Antworten Maja 20. August 2019 um 20:18 Uhr

    Ich habe mir extra nicht die Kommentare der anderen Frauen hier durchgelesen.
    Endlich lese ich auch mal über eine Frau, die es eigentlich nicht geben „darf“. Manchmal ist mir die Mütterthemenpräsenz (selbst bei Ohhhmhhh) zu viel, weil ich auch keine Kinder habe trotz Kinderwunsch (aufgrund von schwerer Krankheit). Und natürlich kann ich es auch verstehen, dass es mehr Mütter als Kinderlose gibt, aber ich freue mich, dass dieses Thema auch mal zur Sprache kommt. Und die 3. Gruppe gibt es auch: Kinderlose Frauen, die es auch nicht wollen, aus welchen persönlichen und legitimen Gründen. Warum nicht in friedlicher Koexistenz zusammen leben.
    Danke für den Artikel. Bitte mehr davon.

  45. Antworten Julia Albutashvili 20. August 2019 um 20:31 Uhr

    Schön, dass du dich getraut hast, diesen Text bzw. dein Buch zu dieser Thematik zu veröffentlichen-es wird so vielen Frauen (und auch Männern!-denn die leiden oftmals genauso wie ihre Frauen) helfen!
    Empathie und Feinfühligkeit ist so vielen Menschen leider ein Fremdbegriff. Und was das Thema Kinder angeht, wird sowieso zu viel geurteilt und gefragt: hast du ein Kind, wird gefragt wann Nummer 2 folgt, hast du 2, ist erstmal „Ruhe“ (zumindest wenn es ein Mädchen und ein Junge ist). Hast du nämlich zwei von einer Sorte, wirst du bemitleidet, vor allem bei zwei Jungs. Und bei drei wird’s dann manchen schon zu viel-schließlich soll man seinen Kindern ja auch was bieten können.
    Alles Liebe für dich!

  46. Antworten LivA 21. August 2019 um 09:44 Uhr

    Liebe Anna!

    Ich danke dir für diesen Beitrag.
    Ich habe diesen und auch die Kommentare bereits vor 2 Tagen gelesen und habe sehr viel darüber nachgedacht! Du sprichst mir von der Seele.
    Auch mich und meinen Partner betrifft die ungewollte Kinderlosigkeit und ich bin manchmal richtig fassungslos wie sich manche unserer Bekannten und Verwandten uns gegenüber äußern.
    Unangebrachte Fragen und Bermerkungen wie:
    … Wann ist’s denn bei euch eeeendlich soweit?…
    …Dein/e Bruder/Schwester hat auch gerade Nachwuchs bekommen, ihr seid sicher die nächsten…
    …Wie weit willst du denn noch die Karriereleiter hochklettern, damit du dich den WICHTIGEN Dingen im Leben widmen möchtest?…
    sind nur ein kleiner Auszug, die (vor allem ich als Frau) mir anhören muss. Diese sehr schmerzlichen und absolut unpassenden Kommentare nehmen einem wirklich die Luft zum Atmen.

    Noch dazu steht man unter ständiger Beobachtung. Durch eine Hormonbehandlung habe ich im Sommer einige Kilos zugelegt. Da hat es natürlich nicht lang gedauert, dass ich darauf angesprochen wurde ob der Storch den auch eeeeendlich bei uns landen wird.
    Beispielsweise auf Familienfeiern werde ich extra gefragt ob ich lieber ein Glas Wein oder doch lieber ein Glas Wasser trinken möchte – nur um meine Reaktion zu testen. Ist doch vollkommen logisch, dass ich in anderen Umständen sein muss, wenn ich etwas ohne Alkohol trinken möchte, oder?!

    Mittlerweile haben wir unseren engsten Familien- und Freundeskreis eingeweiht und ich kann sagen, dass uns dadurch einige Last von den Schultern genommen wurde. Jedoch bin ich auch zur Erkenntnis gekommen, dass niemand auf der Welt nachvollziehen kann, welches emotionale Gefühlschaos man durchlebt, wenn man nicht in der selben Situation ist bzw. war.

    Liebe Anna, ich hoffe sehr dein Beitrag erreicht auch diejenigen, die oft so unsensibel kinderlose Paare vor den Kopf stoßen. Vielleicht regt er ja den einen oder anderen zum Nachdenken an!

    Ich wünsche dir und all den anderen ungewollt kinderlosen Paaren da draußen alles Gute und vor allem viel Kraft!

    Ich habe übrigens gestern gleich dein Buch bestellt…

  47. Antworten Daniela 21. August 2019 um 12:43 Uhr

    Liebe Anna,
    es tut mir leid, was Du durchmachst und kann es sehr gut nachvollziehen, da wir in ähnlicher Situation waren. Wir haben uns nach langem Leidensweg für eine Auslandsadoption entschieden, weil mir und meinem Mann nicht wichtig war, ob das Kind ein leibliches ist oder nicht. Wir sind Eltern eines wunderbaren Jungen aus Äthiopien geworden. Man muss Geduld haben, auf jeden Fall . Aber es ist eine aufregende Reise und man ist mit Mitte / Ende 30 auf jeden Fall noch nicht zu alt. 🙂 Ich wünsche Dir, dass Du einen Weg findest, bei dem es Dir gut geht. Ganz liebe Grüße Dani

  48. Antworten Anja 22. August 2019 um 10:29 Uhr

    Liebe Anna,

    es gibt viele Frauen, die deine Situation nachvollziehen können und deine Ansicht teilen. Ich muss ehrlich sagen, ich weiß nicht wie sich Kinderlosigkeit anfühlt. Ich möchte dich daher auch nicht kritisieren oder deinen Text. Er regt auf jeden Fall dazu an, in Gesprächen die Fragen, die man stellt, oder Antworten, die man gibt, zu überdenken.
    jetzt kommt mein Aber: ich merke, dass ich auch aufgrund andere persönlicher Themen zunehmend verunsichert bin darüber, was ich überhaupt noch fragen darf. Worüber darf ich noch sprechen? Was darf ich fragen? Wo ist das Fettnäpfchen?
    Bei mir ist es nicht das Thema Kinder, dass mich emotional überwältigt. Bei mir ist es ein viel zu früh gestorbener Vater und eine dadurch depressive Mutter. Es hilft mir aber nicht, jedesmal in Vorwürfe zu verfallen, wenn selbstverständlich nach dem Opa gefragt wird oder ob wir zur “Familie” fahren. Für meine Traurigkeit kann niemand etwas. Ich glaube, es ist für das eigenen Seelenheil wichtig, entweder gefasst aufzuklären und den Anderen freundlich zu erklären, dass weder Kinderhaben noch eine glückliche Familie selbstverständlich ist. Manchmal öffnen sich durch Gespräche aber auch Türen zu Gleichgesinnten und man merkt, dass man nicht alleine ist. So wie hier auf dem Blog. Ich wünsche dir alles Gute.

  49. Antworten Claudia 23. August 2019 um 08:39 Uhr

    Liebe Anna,
    dein Text hat mich sehr berührt.
    Gerade letzte Woche habe ich beim Durchsehen meiner Notizen einen Text gefunden, den ich vor einiger Zeit geschrieben habe:

    An meine ungeborenes Kind,

    du warst nur ein Gedanke in meinem Kopf
    eine Brise die durch mein Herz zieht.
    Jetzt ist mein Körper zu alt um dich auszutragen,
    ein Mädchen hättest du werden sollen,
    Charlotte sollte dein Name sein
    wie der meiner heißgeliebten Oma.

    Mit dir wäre immer ein Teil meines Herzens
    außerhalb meines Körpers herumgelaufen.
    Ich hätte mir große Sorgen gemacht,
    wäre erschöpft gewesen bis zu einem Grad,
    den ich mir gar nicht vorstellen kann.
    Und doch hätte ich nie bereut dich bekommen zu haben.
    Weil ich mit dir eine Liebe entdeckt hätte,
    die man nur seinem eigenen Kind gegenüber fühlen kann.

    Ich hätte mich ständig hinterfragt,
    mache ich alles richtig,
    sage ich die richtigen Dinge ?
    Biete ich dir die richtige Umgebung,
    damit du dein volles Potential entfalten kannst ?

    Krank vor Sorge wäre ich bei deinen ersten Gehversuchen gewesen,
    und beim ersten mal bei dem ich von dir getrennt gewesen wäre.
    Und dann hätte ich dich irgendwann für immer raus in die Welt entlassen,
    immer noch voller Sorgen,
    ob ich deinen „Lebensrucksack“ mit den richtigen Dingen gefüllt habe.

    So viele Dinge,
    die mein Leben mit Sorgen und Gedanken über dich gefüllt hätten
    und dennoch was hätte ich darum gegeben dich kennen zu lernen,
    dich zu lieben
    und dich zu begleiten bei deinen ersten Lebenschritten.

    Ich werde mein Leben ohne dich gehen,
    und versuche nicht allzu traurig darüber zu sein
    Ich werde mir eine Umgebung suchen,
    wo ich MEIN volles Potential entfallen kann,
    um dem Ziel näher zu kommen, dem jeder
    näher kommen sollte, Mutter oder nicht-Mutter,:
    Selbst-Akzeptanz und Selbstliebe

  50. Antworten daria 23. August 2019 um 10:18 Uhr

    Auf die Frage, warum man keine Kinder hat, würde ich zurückfragen: “Warum willst/ wollen du/sie das wissen?”. Jeder Mensch kann fragen was er möchte und ich kann antworten, was auch immer ich will. Zudem sehe ich noch viele Möglichkeiten, der Frage nach unerwünschter Kinderlosigkeit außerhalb von Ohnmacht und Wut zu begegnen. Von daher möchte ich hier Empfehlungen hinzufügen. Wenn eine unerlöster seelischer Konflikt eine Schwangerschaft verhindert, der unter anderen auch epigenetischer Natur sein kann, also von den Vorfahren übernommen wurde, dann würde ich einen ThetaHealing Practioner aufuschen, um dem auf den Grund zu gehen. Dann gibt es umweltbezogene Faktoren, die man nach der Therapie von Dietrich Klinghardt eruieren könnte. Nichts ist wie es scheint, grabe tiefer und schau Dir Frauen an, die in einer ähnlichen Situation waren und Mutter geworden sind. Gabrielle Bernstein ist z.B so eine. Love and Bliss, Daria

  51. Antworten Dörte 24. August 2019 um 12:41 Uhr

    Liebe Anna,

    endlich findet jemand die richtigen Worte und gibt betroffenen Frauen eine Stimme ! Es ist oft grausam, wie mit ungewollt kinderlosen Frauen umgegangen wird. Ich bin Hypnosetherapeutin und habe viel Erfahrung in der Behandlung von Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch. Das Unbewusste kann hierbei eine riesengroße Rolle spielen, häufig wird das unterschätzt – auch von Ärzten, leider. Vielleicht kann das nochmal ein Weg für dich sein… Ich wünsche dir von Herzen alles Gute !

  52. Antworten Andrea 5. September 2019 um 14:15 Uhr

    Oh Mann. Ich habe mir sowohl den Text als auch alle Kommentare durchgelesen, und am liebsten würde ich alle Schreiber*innen hier zu einem Teefest in meinem Hinterhof einladen und wir könnten alle miteinander sprechen, wenn wir wollen, oder gemeinsam schweigen oder lachen oder wonach auch immer uns ist.

    Alles, was hier geschrieben wurde, berührt mich sehr, da der überwiegende Teil sich mit meinen eigenen Erfahrungen überschneidet. Schmerzhafte Erfahrungen, überwiegend, mit der eigenen Kinderlosigkeit. Und invasive Fragen zu allen möglichen sehr privaten Themen. Und gut gemeinte, trotzdem schmerzhafte Kommentare, Ratschläge, Tipps zu eigenen Problemen. Ich habe mittlerweile verstanden, dass die meisten Menschen mit “Problemen” oder auch nur “sogenannten negativen” Gefühlen nicht umgehen können und diese so schnell wie möglich wegmachen wollen aus Gesprächen, am besten durch “gute Ratschläge” oder Sprüche. Manchmal passiert mir das ja sogar selbst. Was ich immer als hilfreicher empfunden habe, ist, wenn mir Menschen zuhören, wenn sie sich dafür öffnen, mich zu verstehen und meine Gefühle so stehenlassen, wie sie sind, und sie mit mir gemeinsam aushalten. Ich bemühe mich daher, anderen eben so eine Reaktion anzubieten und zu gucken was passiert. Das gelingt mir auch nicht immer, aber immer öfter.

    Worum es auch immer geht, es gilt, gesellschaftliche Ideale und Wunschvorstellungen mal zu vergessen und die Menschen so zu nehmen, wie sie sind. Kinderlosigkeit kann einen unträglichen Schmerz erzeugen -den muss man nicht auch noch von Außen verstärken.

    Ich wünsche allen Frauen hier viel Kraft für Ihren Weg und danke Euch für das Teilen Eurer Erfahrungen und Gefühle.

  53. Antworten Susi 11. September 2019 um 16:34 Uhr

    Liebe Anna,

    danke für Deinen Text und Dein Buch! Ich habe auch alle Kommentare gelesen und fühle mich sehr umarmt und verstanden. Ich bin mittlerweile 40 Jahre jung und weiß schon seit 23 Jahren, dass ich keine Kinder bekommen kann. Mit der Frage nach Kindern kann ich mittlerweile gut umgehen und ich bin in der Vergangenheit auch schon sehr direkt und gemein geworden … aber nur wenn das Gegenüber sehr übergriffig geworden war.
    In meiner jetzigen Lebensphase – nachdem ich meinen Weg ohne Kinder gefunden habe – nervt mich am meisten, dass ich immer wieder das Gefühl habe, mich dafür entschuldigen zu müssen, dass ich die Vorteile eines kinderlosen Leben in vollen Zügen genieße. Ist dann auch wieder nicht richtig …
    Der Schmerz verändert sich – es sind immer Wellen – aber mal ist es stürmische und mal ruhige See.
    Ich wünsche allen nur das Beste für ihre Wege. Schwierigkeiten gibt es in jedem Leben und meiner Erfahrung nach hilft liebevolles Wohlwollen allen. Auch wenn mich viele Menschen verletzt haben, bin ich mir sicher, dass die Allerwenigsten diese Absicht hatten. Selten konnte ich gleich reagieren aber häufig später in ruhigem Umfeld etwas klären.

Schreibe einen kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht
* Erforderliche Felder sind markiert


Werbung
  • spoon Werbung
    Zuckerschnuerl
    Lillibell
    Nordliebe
  • Der Klapperstorch hat Flugverbot – Anna Schatz schreibt über ihren unerfüllten Kinderwunsch und was sie sich von Müttern wünscht.

Das könnte dir auch gefallen

Werbung

Lernen von den Best(i)en:

16. September 2019

Werbung

Abgesagt!

13. September 2019

Werbung

Alter Schwede!

09. September 2019

Alles im Archiv anschauen

Werbung

LOVE SHUI:

04. September 2019

Ach, guck an:

03. September 2019

Werbung

ENDLICH ICH:

01. September 2019