Aus alt mach mega:

Stylistin Franziska Stremming renoviert ihr neues Haus. Heute zeigt sie uns ihre frisch lackierte Küche und Supertricks. Und sie schwärmt davon, wie stolz es macht, etwas selbst zu tun.

Nachdem ihr ja schon an meinem Esstisch Platz nehmen konntet, dachten wir uns, Ihr könnt auch mal einen Blick in die Küche werfen. Die ist seit 27 Jahren hier in diesem Haus und wurde sehr geliebt von meiner Schwiegermutter. Da wir viel, sehr viel zu tun haben im Haus  und viele Dinge erneuert und gemacht werden müssen, wollten wir der Küche, die von Bulthaupt ist, noch eine zweite Chance geben. Der Lack war ab, aber die Küche sonst in einem guten Zustand.
Ich: “Ich mache das! Ich lackiere das selbst. “
Mein Mann: „Ja, aber lackieren ist eine ernste Angelegenheit!“
Ich: „ Kein Problem!“
Das “kein Problem!” war schon mutig. Es war in der Tat viel Arbeit: abnehmen der Fronten, säubern und entfetten, abkleben, schleifen, abfegen, lackieren, warten und dann entweder nach ein paar Stunden, nass ins Nass lackieren, oder am nächsten Tag noch einmal anschleifen und ein zweites Mal lackieren. Aber da ja zwischen das Lackieren auch noch das echte Leben, wie Kinder, Job und andere Dinge kommen, musste meistens nochmal geschliffen werden.
Das klingt viel und ist auch so! Es braucht auf jeden Fall Zeit und wie mein Mann schon sagte: eine gewisse Ernsthaftigkeit. Sobald man schludert, zu grob schleift oder schlecht entfettet hat, bekommt man gleich beim Lackieren die Quittung.  Zu viel Lack, zu wenig Lack, zu schnell, zu langsam… Das Ergebnis: Streifen und Nasen. Das klingt erstmal abtörnend, aber das kann man aber sehr gut verhindern, wenn man mit Ruhe und Muße alle Arbeitsschritte ordentlich einhält. Dazu gibt es ein paar Bilder und Tipps von mir. Aber Sekunde, erstmal zeige ich euch die Küche wie sie vor dem Makeover aussah:
Und hier kommen meine Tipps zum Lackieren:
1.) ENTFETTEN: mit IPA (Isopropanol bekommt man in de Apotheke) oder Aceton (bekommt man im Baumarkt) entfetten, danach die Oberfläche möglichst nicht mehr mit Fingern berühren.
2.) SCHLEIFEN: Ich habe zwei unterschiedliche Papiere genommen, einmal 120er Schleifpapier und dann Schleifvlies in etwas feiner. Mein Mann meinte das Vlies hätte auch gereicht.
3.) LACKIEREN: die Fläche sollte jetzt staubfrei und fettfrei sein. Dann tragt ihr den Lack satt auf. Bei unseren Küchenfronten habe ich erst den Rand gemacht, da die Profile einen Moment länger gedauert haben und dann die Mitte. Ich habe den Lack einmal längs und dann quer verstrichen. Danach folgt ein weiterer Vorgang: das Verschlichten. Dafür gibt es besonders breite Pinsel mit feinem Pinselhaar, die den Lack noch mal gut verteilen. Dieser Vorgang garantiert eine perfekte Oberfläche. Gute Pinsel sind das A und O. Wir hatten welche da, da mein Mann an seinem Holzboot auch öfter Lackarbeiten hat, ansonsten einfach beim Farbhersteller mitbestellen.
4.) TROCKNEN: Der Lack sollte gut staubfrei trocknen können. Nach ein paar Stunden sind die meisten Lacke schon staubtrocken und können überlackiert werden. Sollten der Lack schon getrocknet sein, nochmal anschleifen für die zweite Lackierung. Bei manchen Flächen reicht auch ein Anstrich, das ist unterschiedlich.
Das Fingerspitzengefühl kommt mit ein wenig Übung und sollte doch mal eine Nase entstehen, dann muss man halt nochmal ran.
Jetzt stehe ich in der Küche und denke, toll, dass ich das selber gemacht habe, toll, dass ich mich für Card Room Green von Farrow & Ball entschieden habe. Auch wenn der Raum dadurch etwas kleiner wirkt. Danke an dieser Stelle auch an Farrow & Ball, dass ihr uns die Farbe für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt habt.
Wie ich auf die Farbe kam? Draussen im Garten steht eine ca. 35-40 m hohe Zeder, die vom ganzen Wohnviertel aus zu sehen ist. Diese ist 55 Jahre alt und wurde vom Grossvater meines Mannes gepflanzt. Ich liebe diesen Baum und ich liebe diese Farbe, wenn gleich die Zeder etwas blauer ist. Ursprünglich wollte ich die Wände dahinter in einem blaugrau streichen, aber weil wir die Fliesen und die Arbeitsplatte in hell erstmal behalten, waren wir in der Farbe etwas eingeschränkt und haben uns für Off White entschieden. Sollte es wieder bunter werden, seid ihr auf jeden Fall dabei!
ACH und ich will ehrlich sein, die eine oder andere Front ist von hinten noch nicht fertig! AHHHH!
Herzlich,
Franziska (im Kittelselfie)

 

Für diesen Beitrag wurden uns die Lacke von Farrow & Ball zur Verfügung gestellt.

Fotos – Franziska von Stremming

15 Comments

  1. Antworten Lilli 27. November 2017 um 09:10 Uhr

    Liebe Franziska, danke für den Einblick. Die Küche schaut super aus – toll, dass Du das selbst gemacht hast, da ist man dann doch immer ganz begeistert von sich selbst 😉 mit RECHT!
    Als wir unsere Wohnung gekauft haben, war eine Küche drin, ich habe alles aus der Küche rausgeholt, aber demnächst muß es ein Makeover oder eine neue Küche sein, ich werde mal überlegen, ob ich mir Deine Aktion wirklich gebe. Genieß Deine neue gemütliche Küche, die Farbe mag ich sehr! All the best, Lilli

  2. Antworten Constanze 27. November 2017 um 10:17 Uhr

    Oh, das sieht so irrsinnig gut aus! Super gemacht! Wir sind gerade in eine Altbauwohnung gezogen, in der keine Küche war und am liebsten hätte ich irgendwo eine alte besorgt, um diesen bestimmten Flair zu haben… Nun ist aber der Bruch zwischen moderner Küche und alten Fliesen auch ganz nett!

  3. Antworten Kathrin 27. November 2017 um 12:14 Uhr

    Ganz toll geworden, sieht aus wie neu. Die Farbe liebe ich auch sehr, dieses blassgrün das ins graue geht, passt super zu den Fronten. Ich streiche auch oft Dinge um die mir einfach von der Farbe nicht mehr gefallen, das ist immer ein wahnsinns Unterschied was man damit erreichen kann.
    Viele Grüße Kathrin

  4. Antworten Flo 27. November 2017 um 15:39 Uhr

    Die Küche ist supertoll geworden. Gute Farbwahl, endlich mal eine Küche, die nicht weiß ist.

    • Antworten franziska 29. November 2017 um 07:35 Uhr

      Hallo Flo,
      genau! Ich mag auch keine weißen Küchen.
      Die alte in der kleinen Wohnung war zum Teil weiss, musste aber dann unbedingt mit gelben Türen aufgemotzt werden. 🙂 Das hat direkt davon abgelenkt, dass die eigentliche Küche recht oll war!
      Lg, franziska

  5. Antworten Katharina 27. November 2017 um 23:51 Uhr

    Die Küche sieht wieder toll aus – und geflieste Arbeitsflächen liebe ich eh, die sind so praktisch!

    • Antworten franziska 29. November 2017 um 07:36 Uhr

      Hello,
      Ja, Fliesen sind praktisch. Und anders. So oft sieht man das ja nicht! Und anders finde ich generell immer erst mal gut!:)
      Lieben Gruß, Franzi

  6. Antworten Kerstin 29. November 2017 um 16:44 Uhr

    Hallo liebe Franziska,
    das sieht ja großartig aus. Wie sehr eine andere Farbe das ganze Zimmer verändert, ich liebe diesen Effekt.
    Ich habe mich diesen Sommer auch an das Lackieren der Küchenfronten gemacht…und ich stelle gerade fest, ich habe ´nur`mit Spüliwasser entfettet, ups (hält aber noch ganz ordentlich) … auch ich habe Farrow and Ball Farben benutzt und war wieder einmal mehr begeistert von der geilen Farbe.
    Ich finde wir können sehr STOLZ auf uns zu sein. Ich hatte ziemlich unterschätzt wieviel Arbeit es ist, bin ich auch ganz froh drum es vorher nicht so genau gewusst zu haben. Also liebe Grüße von Lackierer zu Lackierer 😉

    • Antworten Franziska 30. November 2017 um 00:24 Uhr

      Hi Kerstin, was? Du hast nur mit Spüli entfettet? Schlimm! Kleiner Scherz. Aber wenn man bedenkt, wie so ein Spülitropfen fettige Pfannen entfettet, da soll das wohl für so eine Front auch reichen! 🙂 Der Lack von Farrow and Ball hält wirklich viel besser als der andere Lack, den ich vorher hatte. Das hat sich echt gelohnt. Welche Farbe ist es bei dir geworden?
      Herzlichen Gruß, Franziska

  7. Antworten brita 1. Dezember 2017 um 21:22 Uhr

    liebe franzi herzliche grüsse aus dem card room green flur bester farbton EVER liebst brita

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