Ein Podcast für alle Fälle:

Spannende Menschen erzählen, welche Podcasts sie wann und warum hören. Heute verrät meine Freundin Marlene Sørensen ihre liebsten.

Für mich ist sie die Podcast-Pionierin: Meine Freundin Marlene Sørensen schwärmt mir schon seit Jahren von Podcasts vor. Aber wie das so ist. Wenn man es für sich noch nicht selbst entdeckt hat, hört man nicht richtig zu. Sagt jajajaja und lächelt freundlich. Ich Töffel. Jetzt, wo ich um den Genuss von Podcast weiß, finde ich es superspannend zu hören, wer was hört. Natürlich hört sie das coolste Zeug, alles auf Englisch, is ja klar. Einen aus ihrer Liste kannte ich aber schon, immerhin: Den GOOP-Podcast mit Dr. Lucy Kalanathi. Den habe ich vergangene Woche zufällig gehört und endlich setzte sich ein Puzzle in meinem Kopf zusammen. Über Lucys Geschichte beziehungsweise die ihres Mannes, der mit Ende dreißig Krebs bekam und über seinen Wandel vom Arzt zum Patienten ein sehr bewegendes Buch geschrieben hat: When Breath becomes Air (gibt es auch auf Deutsch, *Affiliate Link). Darüber hatte ich bei Lucys Zwillingsschwester und A Cup of Jo-Bloggerin Joanna Goddard schon gelesen. Auch, wie Lucy jetzt in einer hollywoodreifen Geschichte sich neu verliebte.

Ebenfalls sehr empfehlenswert ist Marlenes neues Buch, ihr zweites Modewerk namens Woher hat sie das? Lieblinge für jeden Anlass (*Affiliate Link). Ich bin drin, aber vor allem war ich nah dran, als Marlene mal wieder alles gegeben hat. Sie hat jedes einzelne Bild selbst fotografiert (und das so hübsch), sich wochenlang überlegt, welche Tipps Frauen wie uns gefallen könnten, worüber wir gern mehr wüssten und dann hat sie es in ihrer humorvollen, schlauen Art und Weise knackig aufgeschrieben. Ich kann es euch wirklich sehr empfehlen.

Genau wie ihre liebsten Podcasts. Aber das war ja eh klar.

Viel Freude damit,

Steffi

 

Hier kommen Marlenes Empfehlungen:

Wenn alles doof ist – 

Desert Island Discs. In dem Programm der BBC, das es tatsächlich schon seit 1942 gibt, verrät jede Woche ein Prominenter, welche acht Musikstücke, welches Buch und welchen Luxusgegenstand er auf eine einsame Insel mitnehmen würde – und erzählt darüber die Geschichte seines Lebens. Unter den mehr als 3000 Interviewten waren u.a. schon Sir David Attenborough, Stephen Hawking, James Corden, David Beckham, Anya Hindmarch oder Zadie Smith. Viele der Gespräche sind online archiviert und abrufbar. Seit 2006 moderiert Kirsty Young das Programm, die eine so beruhigende Stimme hat wie ein leichtes Meeresrauschen.

 

Wenn ich was dazulernen möchte –

Über das große Ganze: The biggest story in the world. Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger hat sein Team herausgefordert, so über den Klimawandel zu berichten, dass Leser/Hörer sich mehr engagieren. Packend und aufrüttelnd.

 

Über den alltäglichen Irrsinn: The Daily von der New York Times bietet Nachrichten Kompakt (oft mit amerikanischem Dreh, aber die 20 Minuten sind so gut und informativ, dass ich’s dennoch empfehlenswert finde) und Das Thema der Süddeutschen Zeitung liefert die Hintergrundberichte zu großen Zeitungsgeschichten.

 

Über Popkultur und News: The High Low. Wenn in der gleichen Woche Sex and the City 20. Geburtstag feiert und die feministische Ikone Germaine Greer zweifelhafte Statements über #MeToo abgibt, dann diskutieren Pandora Sykes und Dolly Alderton beides gleichermaßen mit Elan, Witz und Smartness.

 

 

Wenn ich laut lachen möchte –

My Dad wrote a Porno. Drinsteckt (!), was draufsteht. Jede Woche liest Jamie Morton aus den erotischen Büchern vor, die sein eigener Vater unter dem Pseudonym Rocky Flintstone geschrieben hat. Mit dabei sind seine Co-Moderatoren James Cooper und Alice Levine, die Flintstones zweifelhaftes Œuvre analysieren. Sensationell.

 

Wenn die Kinder mithören –

Guardian Football Weekly. Eigentlich ist mein Sohn mit vier Jahren noch zu klein dafür, aber manchmal lasse ich die Fußballshow laufen, wenn Arlo in der Badewanne sitzt. Ich stelle mir vor, dass er das mild bis schwer fanatische Fandasein seiner Eltern so in sich aufsaugt. Geht wahrscheinlich voll nach hinten los und das Kind wird… Handballfan!

 

Wenn die Kinder nicht mithören, aber der Mann –

Friday Night Comedy. Dass es auf der Welt einen besseren Radiosender gibt als BBC Radio 4, glaub ich keinem. Was man mit Rundfunkgebühren Gutes anstellen kann, zeigt z.B. Friday Night Comedy, wo in wechselnden satirischen Shows das wöchentliche Weltgeschehen mit dieser unnachahmlich britischen Mischung aus großer Fassung und tiefschwarzem Humor kommentiert wird. Das Hören erheitert, wenn man ein gewisses Interesse für den politischen Betrieb auf der Insel hat. Oder mit einem Briten zusammen ist.

 

Wenn ich Motivation für den Job brauche –

Second Life. Hilary Kerr, Mitgründerin on Who What Wear und MyDomaine, interviewt Frauen, die erst über Karriere-Umwege zu denen wurden, die sie heute sind, darunter Jessica Alba, Mandy Moore oder Jen Gotch.

 

Wenn ich so richtig viel Zeit habe –

30 by 30. Die Macher dieser Dokumentarserie erzählen in 30 Minuten Sportgeschichten, wie sie sonst selten berichtet werden. Die fünfteilige Reportage über die Abgründe von Bikram Choudhury, Gründer von Bikram Yoga, ist unglaublich gründlich recherchiert, extrem spannend aufbereitet und ganz einfach sehr imponierender Journalismus.

 

Wenn ich emotional so richtig berührt werden möchte –

Dear Sugars. Steve Almond und Cheryl Strayed geben radikal ehrlichen Rat in fast allen Lebensfragen. Gleichermaßen umwerfend und emotional erschütternd. P.S. Der Podcast hat seinen Ursprung in der Dear Sugar-Kolumne, die Schriftstellerin Cheryl Strayed früher auf The Rumpus schrieb. Die gesammelten Kolumnen gibt es als Buch Tiny Beautiful Things. Und das reißt einem das Herz auf.

 

Zum runterkommen –

Here’s the thing with Alec Baldwin. Genau, DER Alec Baldwin. Dieser Alec Baldwin findet sich selbst schon wahnsinnig gut. Das Tolle ist: Er findet andere auch andere Leute ganz schön gut und kriegt’s durch seinen direkten und schlawinerhaften Fragestil hin, dass sie ihm Dinge erzählen, die sie sonst wohl nicht verraten würden. Zu meinen Lieblingsfolgen gehören die mit Sarah Jessica Parker, Vogue-Stylistin Grace Coddington und New Yorker-Chefredakteur David Remnick.

 

Passt in keine Kategorie, ist aber geil –

The Goop Podcast. Mit Gwyneth Paltrow und mir ist es so: Ich weiß von dem Schwachsinn, der über ihre Webseite Goop verbreitet wird – Stichwort: Jade-Eier –, ich weiß von ihren gelegentlich seltsamen Essgewohnheiten und ich weiß, dass sie durchaus so weltfremd ist, dass ihr gar nicht in den Sinn kam, jemand könne sich über ihr conscious uncoupling von Chris Martin lustig machen. Ich weiß das alles und dennoch: Verdammt, ich mag sie. Mag sie seit Emma und werde sie immer mögen. Noch einmal mehr für ihre ehrlichen, interessierten und warmen Gespräche mit Frauen wie Oprah, Sarah Jessica Parker und ihrer eigenen Mama Blythe Danner. Neben ihr führt Goop-CCO Elise Loehnen viele der Gespräche. Unbedingt anhören: Ihr Interview mit Dr. Lucy Kalanathi, die ihren Mann jung an Krebs verlor. So bewegend, so herzzerbrechend, so ermutigend.

 

8 Comments

  1. Antworten Lilli 17. August 2018 um 08:31 Uhr

    Liebe Steffi, danke Dir und der lieben Marlene für die vielen tollen Tipps, werde ich ausprobieren. Ganz besonders freue ich mich aber auf das Neue Buch von Marlene, sie ist selbst schon so stilvoll, da muß das Buch klasse sein, kommt schwupps auf meine Geburtstagswunschliste. Schönes We, falls mir mal langweilig wird und es hier bei mir jemals noch einmal regnen sollte, habe ich ja jetzt genug Anregungen für den Zeitvertreib. Alles Liebe, Lilli

  2. Antworten Lea 17. August 2018 um 10:08 Uhr

    Wie toll, richtig gute Sachen! Ich kenne kaum was. Danke!!

  3. Antworten Uli 17. August 2018 um 10:18 Uhr

    Vielen Dank! Aber bitte, ich brauche einen Tipp, kann mir hier jemand helfen vielleicht? Habe statt meines schönen iphones seit ein paar Wochen ein Samsung Handy und finde überhaupt keine gute app, um meine podcasts zu organisieren (am besten so ähnlich wie auf der apple-podcast-app). Weiß jemand weiter?? Dafür verrate ich auch meinen podcast-Liebling: die Programme des amerikanischen Senders npr. Tolle Formate, richtig guter Journalismus!

  4. Antworten Judy Hasak 17. August 2018 um 11:16 Uhr

    Hallo Steffi,
    ich bin da ganz Marlenes Meinung GOOPD & Gwyneth sind einfach mega und bieten sehr viele tolle Themen in ihrem Podcast an. Ich sag nur…
    ‘Super Women Syndrome’ oder ‘Creating Secual Tension’
    …mal ehrlich Ladys das betrifft uns alle 😉
    Love
    Judy

  5. Antworten Anna 17. August 2018 um 18:13 Uhr

    So: Ich mag Dich, Steffi, dafür, dass Du einfach tolle Ideen hast, Du ein unwahrscheinlich lustigen und erfrischenden Schreibstil hast, und nicht zuletzt, weil Du mit Marlene befreundet bist, die ich einfach mal mega, mega, mega finde. Schon lange wegen ihres Blogs Spruced, ihrem Style und ihrer unglaublich direkten Art, die mich immer wieder auf dem richtigen Fuß erwischt. Und ich nicke laut zum Goop Podcast. Hab auch das Interview über GP im NY Times Magazin gelesen und möchte jetzt eigentlich die ganze Zeit über sie reden, weil ich sie auch( heimlich) unglaublich cool finde.
    Und ich mag diese Rubrik so sehr. Bitte frag das nächste Mal Okka Rohd, was sie so hört. Die lieb ich nämlich auch:-)
    Happy Weekend!

  6. Antworten Andrea 19. August 2018 um 19:17 Uhr

    Die love story von Lucy war leider nur fuer kurze Zeit, es ist gegangen auseinander schon vor einer Weile, soweit ich weiss. Das ist traurig aber vielleicht auch gesunder, dinge wie diese brauchen Zeit zu heilen… :-((

    Goop hat manche grossartige content, andere finde ich BS. Ich liebe das Podcast von Ann Friedman und ihre Freundin!

    Cheers!

    • Antworten Steffi 20. August 2018 um 10:34 Uhr

      @Andrea: Oh was echt? Wo hast du das gelesen mit Lucy? Wie schade! Ich dachte, die seien schon zusammen gezogen etc.. War aber auch überrascht, wie schnell das ging. Und sag mal, was ist denn BS? Ach, so! Beschissen? Wieder was gelernt! Herzlich, Steffi

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