Wonach ist dir heute?

Vor kurzem hörte ich von einer Freundin per SMS, sie sei mir entfolgt bei Instagram. Sie schrieb mir, es sei ihr nicht gut gegangen. Sie hätte eine wilde Zeit mit ihrer Familie und irgendwie auch sich selbst gehabt. Da hätte sie nicht ertragen, dass ich anscheinend alles im Griff habe. Gleichzeitig habe sie sich aber sehr nach meiner positiven Energie gesehnt.

Hmh.

Das schrieb sie.

Und noch mehr.

Aber nur das blieb irgendwie hängen.

Ich dachte danach lange über zwei Dinge nach. Erstens: Meine Definition von Freundschaft. Und zweitens: Social Media.

Was ich nicht begreifen konnte: Warum rief mich diese Freundin nicht einfach an? Warum sagte sie nicht einfach: Es geht mir nicht gut, du kennst das doch, können wir uns treffen? Ich hätte es sofort möglich gemacht. Warum nahm sie etwas so Absurdes an, wie dass ich alles im Griff habe? Wie kommt man auf sowas?

Vielleicht dank Instagram, Facebook, Pinterest & Co.. Mehr als 200 Mal am Tag checken die meisten von uns ihr Handy. Gleich nach dem Aufwachen, als Letztes vorm Schlafengehen. Frauen sind prozentual viel höher engagiert in Social Media als Männer. Dazu gibt es Studien. Und noch schlimmer: Frauen benutzen Social Media tatsächlich, um soziale Beziehungen zu pflegen. Sie nutzen es nicht nur einfach so zur Unterhaltung, wie die meisten Männer. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Social Media Apps wie Instagram zu Verstimmungen, ja sogar Depressionen führen (können).

Wenn wir nicht aufpassen, ruiniert es unser Leben. So lautet die These der Britin Katherine Ormerod, die gerade ihr Buch Why Social Media Ruins Our Life (*Affiliate Link) veröffentlich hat. Die 35-Jährige hat diese vielen Zahlen und Fakten zusammengetragen. Man hat sie alle schon mal gehört, aber haben wir richtig hingehört?

Während ich ihr Buch las, stellte ich sofort neue Regeln auf, weil auch ich jetzt ganz deutlich meine Abhängigkeiten erkannte. In der Gegenwart unserer Kinder wird die Handynutzung auf das Nötigste reduziert. Auf gar keinen Fall sollen unsere Kinder das Gefühl bekommen, dieses Gerät sei wichtiger als sie, würde es uns mehr Freude bereiten, als Zeit mit ihnen. Diese Droge, die bei Eintreffen von Likes oder auch dem WhatsApp-Klingelgeräusch Dopamin in uns freisetzt und so gute Gefühle erzeugt, wurde von den Machern bewusst eingesetzt, um uns abhängig von ihren Apps zu machen.

Ich beschloss: Ich muss auch mich wie meine Kinder behandeln. Es gibt ab jetzt wohl dosierte Bildschirmzeit, weil es einen sonst viel zu hibbelig macht. Es darf sie geben, weil es Spaß macht, die Lieblings-Apps zu benutzen, Kommentare zu hinterlassen, Kontakte zu pflegen, auf dem Laufenden zu bleiben. Die Sucht muss nur etwas eingedämmt werden, sonst wird sie uferlos.

Schon seit Jahren verabschiede ich mich, bis auf sehr seltene Ausnahmen, Freitags ins Wochenende bei Instagram und kehre erst Montags zurück. Das ist ein sehr gutes Gefühl. Aber auch im Täglichen kann ich da noch mehr Selbstkontrolle gebrauchen, mich nicht zu sehr ablenken zu lassen. Auch wenn es für mich Teil meiner Arbeit und Inspiration ist. Und teilweise auch einfach Belustigung. Wie viele versuche auch ich bei Instagram meiner Followerschaft eine gute Zeit zu bescheren, sie zum Lachen zu bringen, positive, manchmal auch nachdenkliche Emotionen auszulösen.

Wir dürfen darüber nur eben das Offline sein und echte Leben nicht vergessen. Das zur Ruhe kommen, körperlich und geistig, zum Beispiel durch etwas so Simples wie das Lesen eines Buches. So entdeckte ich vergangenes Wochenende ein Zitat in der Autobiografie von Michelle Obama (Becoming, *Affiliate Link), das mich an die oft so geschönte Social Media-Welt und die Situation mit meiner Freundin erinnerte:

“Unsere Eltern erklärten uns, dass jeder Mensch auf der Welt seine unsichtbare Geschichte mit sich herumträgt und allein deshalb etwas an Toleranz verdient.” Ich hatte dieses Satz so ähnlich schon ein paar Mal bei mir auf dem Blog und bei Instagram geschrieben, auch in meinem Podcast verwendet: “Jeder hat sein Drama.” Daran zu denken, macht mich zum einen mir selbst milder gegenüber, aber auch anderen. Ich weiß mittlerweile, dass es kein perfektes Leben gibt und dies auch gar nicht attraktiv wäre. Warum also danach streben? Warum nicht sich auf sich selbst konzentrieren und das für einen selbst Mögliche realisieren in Abstimmung mit dem eigenen guten Gefühl? Statt dem hinterher zu hecheln, was andere angeblich haben?

Ich sehe Freundinnen aufs Land ziehen, die vorher die größten Stadtpflanzen waren und merke, wie sich selbst und ihren Zuschauern erzählen, dass sie ihre Entscheidung lieben. Sie werden Mütter zum ersten, zweiten, dritten Mal. Alles daran sei einfach fantastisch, verkünden sie mit strahlendem Lächeln und gut versteckten Augenringen. Und dennoch weiß ich, dem ist nicht so. Nicht immer. Wie nie immer alles überall rosig ist. Vielleicht sind sie noch nicht bereit, dies zu teilen. Was ja auch völlig okay ist. Jeder hat sein Drama.

Wir müssen nicht alles teilen, wir müssen aber auch nicht alles einfach glauben.

Und auf gar keinen Fall sollten wir uns selbst einreden, bei den Anderen sei alles geiler als bei uns. Die einzig hilfreichen Fragen, wenn man sich schon vergleichen möchte, sind: Warum löst dieses Foto gerade dieses Gefühl in mir aus? Was will es mir damit sagen? Und warum fummel ich hier gerade eigentlich am Handy rum? Gibt es etwas, vor dem ich bewusst Abhauen möchte? Warum ist das so?

Sobald ich merke, Instagram gibt mir ein komisches Gefühl beim Scrollen, schließe ich die App, das ist meine Regel. Darüber habe ich diese Woche auch in diesem Podcast-Interview gesprochen. Ich versuche mich nicht zu vergleichen. Weder mit anderen Müttern, noch anderen Karrieren, noch anderen Ehen. Ich habe das alles Zuhause in echt und wenn ich dafür Rat brauche, kontaktiere ich echte Menschen, die mich kennen. Offline, seit Jahren, die können mir nicht wirklich was vormachen und ich nicht ihnen. Das ist eine sehr hohe Auszeichnung namens Freundschaft. Ich möchte diesen Freunden auch nichts vormachen, weil, wie bekloppt wäre denn das? Wie könnten sie mir denn dann überhaupt weiterhelfen?

Und ich versuche auch meinen Followern bei Instagram nichts vorzumachen und natürlich tue ich es bereits in dem Moment, wo ich ein Bild auswähle, einen Winkel für ein Foto aussuche –  jedes Mal ist da die Wahl: Habe ich den Mut, die Realität zu zeigen oder verstecke ich sie lieber? Die meisten wählen Letzteres. Comedians zeigen sich knallhart ehrlich bei Instagram, erzählt Katherine Ormerod in ihrem Buch. Alle anderen benutzen die Foto-App eher als Fortsetzung ihres pseudoperfekten Lebenslaufes.

Nur, ist es vielleicht nicht auch manchmal ganz angenehm aus der eigenen Realität, gerade wenn sie eher problembeladen ist, in eine etwas geschönte Welt wie Instagram zu flüchten? Daddelt man nicht genau aus dem Grund auch an Computerspielen herum oder geht sich einen Kinofilm anschauen?

Ich finde es absurd, diesen Satz zu schreiben, weil es doch eigentlich jedem klar sein sollte: Instagram ist nur ein Ausschnitt unseres Lebens. Genau wie ein Lebenslauf, den wir zu Bewerbungen einreichen. Wer glaubt uns zu kennen, nur weil er uns irgendwo folgt, irrt. Es sind Sekunden, die wir dort aus unserem Leben teilen. Also die meisten, manche versuchen auch ihre kompletten Tage zu dokumentieren. Aber den Großteil unseres Lebens sind wir doch nach wie vor Offline. Nur die meisten leider nicht mehr im Kopf. Sie nehmen mit, was sie gesehen haben und verknüpfen das mit der Realität. Die Distanz fehlt. Manchmal baut sich auch eine neue auf, sogar Freunden gegenüber.

So ist es bei der kurz beschriebenen Freundschaft passiert. Denn auch ich bin dieser Freundin schon lange entfolgt. Auch bei mir entstand kein gutes Gefühl, wenn ich ihre Bilder sah. Früher wäre so eine Freundschaft einfach ein bisschen auseinander gelaufen, ohne das es dafür große Beweise gegeben hätte. Heute entfolgt man sich. Und manchmal entstehen erst dann die Dramen. Woran sich meine Freundin nicht mehr zu erinnern schien: Sie hatte, als ich ihr damals aufhörte auf Instagram zu folgen, ganz entsetzt einer Freundin davon erzählt. Was denn da los sei mit mir. Ich wusste bis dahin gar nicht, dass man sehen kann, wenn man jemanden entfolgt.

Was mich viel mehr wurmte als die kindische Frage, wer nun wann wem als erstes entfolgt sei, war die Frage: Wie konnte mir eine Freundin mein vermeintliches Glück nicht gönnen? Diese Frage wurmte mich viel mehr als alles andere. Waren wir wirklich Freundinnen, wenn sie nicht aushielt, dass es mir gut ging?

Vielleicht brauchten wir ein bisschen Abstand und würden zu einem späteren Zeitpunkt wieder zueinander finden. Vielleicht war es aber auch nie die Freundschaft, wie ich sie definiere. Ich fragte mich:

Entfernt uns Social Media tatsächlich mehr voneinander, als dass es uns zusammenführt?

Social Media kann auch ganz viel Tolles. Minderheiten zusammenführen, für Themen sensibilisieren und Menschen zueinander bringen. Empathie, ja sogar Gruppenenergie erzeugen – #metoo und so viele internationale Beispiele gibt es mittlerweile. “It helps you to find your People”, schreibt die Autorin weiter.

Auch im Kleinen kann besonders Instagram gut kleine Wunder vollbringen. Spenden zusammentreiben, sich gegenseitig helfen. Nie werde ich vergessen, wie viele mithalfen, als wir für eine an Leukämie erkrankte Freundin Spender suchten und übermannt wurden von Hilfe. Es sind auch kleine Gesten wie Weiterhelfen mit Tipps oder auch Tatkraft – so halfen mir diverse Followerinnen beim Puppenbetttransport quer durch Berlin bis nach Hamburg zu meiner sehr glücklichen Tochter.

Ich empfinde meine Community/Followerschaft bei Instagram als Truppe starker, lustiger, gleichgesinnter Frauen, mit denen ich täglich Spaß haben kann. Wo es auch mal ernster zugehen darf, Fehlschläge, Unperfektion und Emotionen geteilt werden können. Wir kennen uns, alle ein bisschen. Wir teilen uns ein bisschen unser Leben. Und manchmal entstehen auch hier und da Freundschaften.

Nur eins unterscheidet die echten, langjährigen Freunde, denen man niemals etwas vormachen können wird. Die rufen einfach an und sagen, was los ist. Und fragen, wie es einem geht.

Foto – rawpixel via Unsplash

  1. Kommentare zu diesem Artikel
  2. su 12. Dezember 2018 um 08:08 Uhr

    Ich lebe ganz und gar OHNE Facebook, Instagram & Co… (Whats App nur von zu Hause : ) Es geht mir prima und ich vermisse nichts. Beobachte aber meistens amüsiert und manchmal auch ein bisschen besorgt die Entwicklungen um mich herum ( ALEXA im Kinderzimmer von 12 -Jährigen : O usw.)
    Einige meiner Freunde schaffen es, mir ihr ganzes Leben nur über ständig wechselnde Profilbilder bei Whats App unterzujubeln, von dusseligen Statusmeldungen ganz zu schweigen…. Das macht was mit uns. Ob wir wollen oder nicht…..
    LG

    Antworten
    • Steffi 12. Dezember 2018 um 08:57 Uhr

      @su: Liebe Su, das mit WhatsApp hab ich nie so richtig verstanden. Ich wurde auch mal entsetzt gefragt, warum ich so ein komisches Glas als Profilbild habe. Erst da hab ich geschnallt, dass die Profilbilder dort sowas wie ein heimliches Instagram sind. Dass man dort gern neue postet, um Freunde auf dem Laufen zu halten. Ich freu mich auch tatsächlich oft über die Bilder. Ist irgendwie wie Ostern, man muss ein bisschen danach suchen. 😉 Herzlich, Steffi

      Antworten
  3. Svetje 12. Dezember 2018 um 08:44 Uhr

    Wow, super geschrieben. Ich finde, Instagram ist so ein bisschen das Antonym zu den ganzen medizinischen Foren. Dort schreibt jeder nur rein, wenn es ihm besonders schlecht geht. Und wenn man ein Symptom googelt, dann findet man dort garantiert eine tödliche Krankheit. Da ist mir die rosarote Zuckerwatteninstawelt doch lieber. Auch wenn vieles nur rosa angemalt ist.

    Antworten
  4. Natalie 12. Dezember 2018 um 09:38 Uhr

    Vielleicht ging es Deiner Freundin einfach nur, entschuldige den Ausdruck, sauschlecht.
    Und dann ist manchmal selbst das Telefon zu benutzen, um nur anzurufen, schon zu viel. Das hat nun allerdings wieder nichts mit der anderen Person (in diesem Fall du) zu tun.

    Antworten
    • Kathi 12. Dezember 2018 um 18:42 Uhr

      Genau das wollte ich auch gerade schreiben. Es hat wahrscheinlich weniger damit zu tun, dass sie es dir nicht gönnt, sondern einfach mit der eigenen Verzweiflung. Solche Situationen hat man manchmal, da ist einfach alles zu viel.
      Finde ich allerdings auch eher gesund, dass man sich dann mal kurzzeitig von dem abschirmt, was einem ein noch schlechteres Gefühl macht.

      Vielleicht kannst du großzügig sein. 🙂

      Ansonsten ein sehr schön geschriebener Artikel mit vielen Denkanstößen!

      Alles Liebe,
      Kathi

      Antworten
  5. Anna 12. Dezember 2018 um 09:44 Uhr

    Ich finde, das hast Du gut gesagt. Man darf einfach nie vergessen, dass die Benutzung von Social Media ein hohes Maß an Selbstreflektion benötigt, damit man verantwortungsvoll, besonders gegenüber einem selber, damit umgeht. Ist echt nicht immer leicht. Und auch manchmal sehr leicht gesagt: „guck mal bei Dir, wenn es Dich so stört…“
    Gerade DAS ist ja so schwer und gerade DESHALB hängen ja so viele bei IG ab oder setzen alle Energie darein, ihr Leben nach außen hin schöner zu gestalten. Ich finde, dein Blog hat eine super Entwicklung durchgemacht im letzen Jahr. Du hast mir sehr häufig gute Laune beschert, mich inspiriert und deine Podcasts haben mein Leben sogar besser gemacht. Ich folge Dir sehr gern und freue mich auf Deine Pläne im nächsten Jahr!
    Herzlich, Anna

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  6. Judith 12. Dezember 2018 um 10:01 Uhr

    Deine letzten 3 Sätze da oben. Die sagen alles.
    Ich hab grade eine ganz miese Trennung hinter mir. Wie in einem schlechten Witz ging mein Verlobter in der Früh zur Arbeit, Abschiedskuss wie immer, alles wie immer – und kam nicht mehr nachhause. Ließ mich mit zwei Kindern und einer Eigentumswohnung kommentarlos zurück. Ich war 3 Wochen in Schockstarre, parkte die Kinder mit Süßigkeiten vorn TV und war absolut unfähig, auch nur einen Handgriff zu tun. Ich saß auf der Terrasse, rauchte viel zu viel und weinte Sturzbäche.
    Auf Instagram sieht man dann die heile Familienwelt der anderen. Weihnachtsstimmung, Friede, Freude und Lebkuchen. Dazwischen mal ein unaufgeräumtes Kinderzimmer mit dem fürmehrrealität-häshtäg… Und auch mir kam der Gedanke: warum kriegens alle auf die Reihe, nur ich nicht? Warum sind alle außer mir glücklich?
    Aber die ganz richtige Realität sind eine Handvoll Freunde, die sofort da sind, wenns drauf ankommt. Die aufräumen, putzen, waschen und den Kindern was kochen. Die die Kinder einpacken und sie bespassen, die mit mir auf der Terrasse sitzen und mitheulen. Die echten Freunde haben mich die letzten Wochen sowas von großartig durchs Leben getragen. Das kann kein social media.

    Antworten
    • Michelle 12. Dezember 2018 um 11:12 Uhr

      Liebe Judith,

      Ich habe deinen Kommentar gerade gelesen und würde ich nicht gerade Bahn fahren, dann würde ich laut schimpfen.

      Ich schicke dir unbekannterweise viel Kraft, Mut, Zuversicht und Liebe!!

      Antworten
  7. Lara 12. Dezember 2018 um 11:21 Uhr

    Liebe Steffi,
    Danke für den schönen Artikel, der ganz wunderbar geschrieben ist. Ich denke auch die reflektierte Distanz ist sehr wichtig zusammen mit dem Fokus auf dem echten Kontakt. Dann ist Instagram ein ganz wundervolles Tool um sich mit Gleichgesinnten zu verbinden. Ich liebe deinen Block, den ich fast von Anfang an lese und der mich schon so oft inspiriert hat!!!!!
    Und für sozial Media gilt eben so oft, dass es Menschen einen Spiegel der eigenen inneren Welt vorhält, und auch dem Umgang damit.

    Antworten
  8. Lilli 12. Dezember 2018 um 17:15 Uhr

    Liebe Steffi, zum Jahresende vor Deiner Weihnachtspause ( offline;-) ) noch mal so ein schöner Text, der einen sehr zum Nachdenken anregt. Ich muß schon sagen, diese Instawelt kommt auch mir manchmal unrealistisch vor, deshalb folge ich auch nur wenigen. Bei Dir hingegen habe ich das Gefühl, Du machst Pausen, Du sagt auch mal, dass Du krank bist, mal nen Tag nicht so gut aussiehst, weil Du krank bist, Du zeigt uns Deine Kinder nicht ständig und nicht so ganz offen, was ich gut finde. Was Du zeigt ist, dass Du Spaß an dem hast, was Du tust und deshalb folge ich Dir auch, denn das macht auch mir Spaß und ich kann mich immer mega über Deine Erfolge freuen, weil Du Dinge aus Dir heraus machst, Deinem Instinkt folgst. Du stellst Dich auch in Frage. Ich glaube, Dein Leben ist genauso wenig perfekt wie jedes andere ‘unter jedem Dach ein Ach’ würde meine Mutter sagen. ‘Jeder würde sein eigenes Leben gleich viel schöner finden, wenn er aufhörte, es mit dem Leben der Leute von nebenan zu vergleichen’ – ein ganz wahrer Satz finde ich. Bleib also wie Du bist online als auch offline…wünsche Dir und Deinem kleinen Team heute eine zauberhafte Weihnachtsfeier, feiert Euch, aber so was von, Ihr seid Klasse, danke, das es Euch gibt, Eure Lilli

    Antworten
  9. Dorthe 12. Dezember 2018 um 20:24 Uhr

    Liebe Steffi,
    deine Ansichten zu Insta haben mich schon in dem DAK–Podcast sehr beruhigt. Denn aus genau solchen Gründen „pausiere“ ich grad bei Insta. Viele Dinge laufen bei mir grad nicht so gut und ich stelle meinen Wert eh immer unter den der anderen. Wenn ich dann die Erfolge etc. der Menschen sehe, denen ich folge, dann freue ich mich wirklich ehrlich mit … es sticht dennoch immer etwas im Herzen … das tut mir grad nicht gut, daher guck ich lieber etwas weniger hin. Und ich merke zwei Dinge: ich kann mich wieder mehr auf andere Dinge konzentrieren, aber ich bin auch neugierig auf das, was bei Insta wohl passiert. Durch deine Ansichten kann ich aber schon jetzt deutlich lockerer mit Insta und dem ganzen Kram dort umgehen. Danke dafür!
    Liebe Grüße,
    Dorthe

    Antworten
  10. Steffi 12. Dezember 2018 um 20:48 Uhr

    Liebe Steffi,
    Danke, da hast Du wieder einen wirklich tollen Text geschrieben.
    Meistens liebe ich Instagram sehr, ich gucke gerne schöne Bilder und oft ist ein netter Beitrag für mich dann der Anstoß mir trotz eines stressigen Tages doch noch was nettes zu kochen oder in der Wohnung was zu dekorieren. Nicht weil ich denke, ich muss das auch machen für das perfekte Leben, sondern weil ich durch die Bilder Lust bekommen habe, es mir schön zu machen. Und an anderen Tagen nervt es mich und dann mache ich es wie du und die App einfach zu.
    Ganz wichtig finde ich die Frage, die du gestellt hast: was für Gefühle löst etwas in mir aus und warum?
    Ich habe z.B. irgendwann festgestellt, dass ich eigentlich nicht neidisch bin. Mir ist klar, dass sich nicht jeder alles leisten kann und noch wichtiger, dass jeder andere Dinge wichtig findet. Deshalb kann ich meistens jedem gönnen, was er hat und was ihm wichtig ist. Aber trotzdem bin ich natürlich immer mal wieder doch neidisch, habe da aber gelernt mich zu fragen, was ist es wirklich, was da in mir arbeitet? Das ist nicht immer einfach. Ich bin dem Neid aber inzwischen meist dankbar, weil er zu den für mich wirklich wichtigen Dingen führt.
    Nochmal Danke, dass Du auch die nicht so einfachen Themen ansprichst, dass Du die wichtigen Fragen stellst, aber auch, dass Du die tollen und schönen Dinge zeigst, die so oft tatsächlich einfach gute Laune machen!
    Liebe Grüße
    Steffi

    Antworten
  11. Beate Kern 12. Dezember 2018 um 22:13 Uhr

    Liebe Steffi, mir fällt zu Deinen Zeilen eine wunderbare Anekdote ein. Ich hatte das Glück, zu Schulzeiten einige sehr liebe Freunde um mich zu haben. Wir haben uns sozusagen gemeinsam durch die Pubertät getragen. Viele wunderbare Jahre. Einer dieser Freunde ist nach dem Abi in die USA gegangen zum Studieren. Später hat er dort sogar seinen Doktor gemacht. In der Zwischenzeit bereiste er jedoch die Welt. Wirklich die ganze Welt. Lernte zig neue Sprachen (momentan lernt er seit zwei Jahren Chinesisch) und eine Vielzahl an Menschen kennen. Er schickte Bilder, Postkarten & Co. Wir blieben in Kontakt. Einmal im Jahr kam er nach Hause, meistens zu Weihnachten. Und er nahm sich stets einen Nachmittag nur für mich frei. Wir gingen Essen, ins Kino, manchmal Tanzen….und redeten, redeten, redeten. Wir erzählten uns unser Leben. Der eine in der alten Heimat, der andere als Weltenbummler. Doch mit der Zeit stellte ich fest, dass mir diese Treffen nicht gut taten. Ich fühlte mich danach schlecht. Eines Tages erzählte ich meinem Freund davon. Seine Geschichten, seine Abenteuer, seine Erlebnisse – das alles ließ mein eigenes Leben öde und langweilig wirken.

    Und wisst Ihr was er geantwortet hat. Beate, das ist völliger Unsinn. Jeder Lebensentwurf, jede Art zu leben ist erstmal gleichwertig. Nur weil ich momentan in Buenos Aires wohne, ist das nicht besser oder schlechter. Ich muss dort genauso Klopapier einkaufen gehen… Wenn du wirklich ein Weltbummler sein wölltest, dann wärst du einer. Du findest aber für dich das Leben in Deutschland spannender, angenehmer, sinnerfüllter – whatever. Und das ist gut so und genauso viel wert wie mein Leben. Das Gras scheint doch woanders immer grüner…aber dem ist nicht so.

    Danach ging es mir besser.

    Peter, wo auch immer Du gerade bist (ich glaube momentan in Washington D.C.),ich freue mich auf unser nächstes Treffen. …weit weg von Instagramm & Co. In dem Sinne werde ich gleich mal meine Freundin Caren anklingeln. Danke!

    Antworten
  12. Marie 12. Dezember 2018 um 22:13 Uhr

    Liebe Steffi,
    ich finde den Text sehr schwierig. Irgendwie lese ich da zwischen den Zeilen eine Abrechnung mit der Freundin und dann wird in Frage gestellt, ob sie unter den Umständen überhaupt eine Freundin gewesen sein kann. Dann kommen ein paar famous Fazits (ne Handvoll echter Freunde, jeder hat sein Päckchen zu tragen und Insta zeigt nicht die Realität).
    Über deine Freundschaft kann ich nichts sagen, aber auch mir wurde es zu grell-glücklich bei dir, dass ich mal weg musste. Heißt nicht, dass ich es dir nicht gönne. Heißt leider (und dafür schäme ich mich sehr!), dass ich mich frage, wo da der Haken ist. Nenn‘ es Neid oder gib dem Gefühl ein anderes hässliches Wort…es war mir einfach ein bisschen zu viel in-den-Spiegel-lächeln und Gegacker und ein bisschen zu viel no-sugar-high. Das wurde mir vor allem bewusst, als ich ohne sugar (von dir inspiriert) einfach normal gelaunt blieb. Ich finde dich toll und stark und schön und lustig…gerade deshalb brauchst du nichts von dir zur Schau stellen. Du bist doch DIE Schau!
    Lieben Gruß Marie
    P.S. Gib deiner Freundin noch ne Chance – auch die oberflächlicheren Freundschaften sind doch ganz wichtig!

    Antworten
  13. Beate 12. Dezember 2018 um 22:29 Uhr

    Liebe Steffi,
    mir fällt zu Deinen Zeilen eine wunderbare Anekdote ein. Ich hatte das Glück, zu Schulzeiten einige sehr liebe Freunde um mich zu haben. Wir haben uns sozusagen gemeinsam durch die Pubertät getragen. Viele wunderbare Jahre. Einer dieser Freunde ist nach dem Abi in die USA gegangen zum Studieren. Später hat er dort sogar seinen Doktor gemacht. In der Zwischenzeit bereiste er jedoch die Welt. Wirklich die ganze Welt. Lernte zig neue Sprachen (momentan lernt er seit zwei Jahren Chinesisch) und eine Vielzahl an Menschen kennen. Er schickte Bilder, Postkarten & Co. Einmal im Jahr kam er nach Hause, meistens zu Weihnachten. Und er nahm sich stets einen Nachmittag für mich frei. Wir gingen Essen, ins Kino, manchmal Tanzen. …und redeten, redeten, redeten. Wir erzählten uns unser Leben. Der eine in der alten Heimat, der andere als Weltenbummler. Doch mit der Zeit stellte ich fest, dass mir diese Treffen nicht gut taten. Ich fühlte mich danach schlecht. Eines Tages erzählte ich meinem Freund davon. Seine Geschichten, seine Abenteuer, seine Erlebnisse – das alles ließ mein eigenes Leben öde und langweilig wirken.

    Und wisst Ihr was er geantwortet hat. Beate, das ist völliger Unsinn. Jeder Lebensentwurf, jede Art zu leben ist erstmal gleichwertig. Nur weil ich momentan in Buenos Aires wohne, ist das nicht besser oder schlechter. Ich muss dort genauso Klopapier einkaufen gehen… Wenn du wirklich ein Weltenbummler sein wölltest, dann wärst du einer. Du findest aber für dich das Leben in Deutschland spannender, angenehmer, sinnerfüllter – whatever. Und das ist gut so und genauso viel wert wie mein Leben. Das Gras scheint doch woanders immer grüner…aber dem ist nicht so.

    Danach ging es mir etwas besser.

    Peter, wo auch immer Du gerade bist (ich glaube momentan in Washington D.C.), ich freue mich auf unser nächstes Treffen, weit weg von Instagramm & Co. In dem Sinne werde ich gleich mal meine Freundin in der alten Heimat anklingeln. Danke!

    Antworten
  14. Maren 13. Dezember 2018 um 12:05 Uhr

    Liebe Steffi,

    ein toller, ehrlicher Beitrag. Ich bin ganz gerührt!
    Aber bitte nimm es deiner Freundin nicht übel, vielleicht wusste sie es zu diesem Zeitpunkt nicht besser und vielleicht hatte Eure Freundschaft einfach keine Basis mehr. Manchmal ist das einfach so.

    Antworten
  15. Nadine 15. Dezember 2018 um 20:29 Uhr

    Danke für den spannenden und toll geschriebenen Text. Ich denke gerade viel über Freundschaften nach, wie sie sich entwickeln, und irgendwie auch wie sie sich weitertragen oder einschlafen (ohne Social Media), was für Erwartungen ich an Freundschaften in meinen 20er hatte. Wie die Realität jetzt ist. Über das Ende einer Freundschaft, dessen Ende ich noch nicht will, und gleichzeitig will ich keine Zeit und Energie investieren, weil ich das Gefühl habe, dass das Ende sowieso kommt. Dann nur später. Und wie viel Zeit ich manchmal auf Instagram oder Blogs verbringe und gleichzeitig das Gefühl habe, ich habe keine Zeit meine Freundschaften zu pflegen. Bei Instagram und Blogs konsumiere ich einfach, während ich beim selber Nachrichten schreiben, aktiver sein müsste. UNd da fehlt es mir manchmal an Kraft.
    Was mich aufgewegt hat: Ein Bericht in der Brigitte über die hohe, unerkannte Social Media Abhängigkeit von Frauen! Kann ich wirklich ohne, oder kann ich es nicht?
    Viele Grüße aus Bremen
    Nadine

    Antworten
  16. Kathrin 4. Januar 2019 um 12:38 Uhr

    So sehe ich das auch, der Schlusssatz sagt alles. Wenn es eine echte Freundschaft ist, meldet man sich telefonisch oder per Mail und sagt was los ist oder fragt, wenn man lange nichts mehr gehört hat, wie es dem anderen geht. Wenn es einem schlecht geht macht Instagram natürlich irgendwie neidisch und traurig, wenn man das was man sieht momentan nicht erleben oder machen kann. Ein Telefonat mit einer Freundin die dann berichtet was sie alles unternommen hat kann dann aber genauso frustrierend für einen sein, bei Instagram bekommt man halt nur die geballte Ladung. Da muss man dann für sich entscheiden ob man das in diesen Momenten aushält. Wenn es einem schlecht geht müsste ich ja sonst bei Instagram jedem entfolgen.
    Liebe Grüße Kathrin

    Antworten

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