Wonach ist dir heute?

Zuerst war da nur die Frage: Wie könnte ich noch nachhaltiger für meine Kinder einkaufen? So wie ich mich das in allen Bereichen unseres Lebens seit zwei Jahren intensiv frage. Ich kaufe unseren Kindern mittlerweile nur noch das, was sie zum Anziehen wirklich brauchen. Ab und zu mal ein besonderes Teil on top, aber wirklich sehr, sehr selten. Wenn ich mal in einem besonderen Kinderladen bin, was wirklich selten vorkommt.

Unsere Kinder erben immer mal wieder Anzieh- und Spielsachen von meinen Schwestern und Freundinnen, nur auf Flohmärkte habe ich es bisher noch nicht geschafft. Wahrscheinlich, weil ich das frühe Aufstehen und das Gekloppe um die besten Teile an den besten Ständen nicht mag. Dafür habe ich jetzt eine neue Leidenschaft: Kinder-Second-Hand-Shops (Trick eins).

Oh boy.

Auf Fux Vintage (Wohlwillstraße 11, 20359 Hamburg) hat mich Trixi, die großartige Frau Sieben, gebracht. Und an Oh Dear fahre ich täglich vorbei. Als ich dann letzten Monat ein Wochenende für mich hatte, bin ich endlich mal hinspaziert. Und war sofort verliebt. In die Frauen, die die Läden betreiben. Mit so viel Liebe werden die gebrauchten Anziehsachen in so schönem Umfeld präsentiert, dass man sich fragt: Warum sollte ich je wieder was Neues kaufen? “Na, das muss ich leider auch manchmal,” erzählte mir Fux Vintage-Besitzerin Chandra Liebetanz. Weil man nicht immer exakt das findet, was man braucht: Schuhe der Größe und Jahreszeit entsprechend. Oder die passende Jeans. Oder was für die schon größeren Kinder. Für Babies/Neugeborene/Kleinkinder hingegen ist es das Paradies.

Bei Fux Vintage fand ich dann aber doch viel. Auch schon auf Vorrat (Trick zwei), zum Reinwachsen. Pullover, Shirts, Strickjacken, Hosen – das Beste: Chandra hat auch Teile, die kleine (sehr unauffällige) Flecken (Trick drei) haben und die sie günstiger verkauft. Davon hab ich auch ein paar Teile mitgenommen, weil bei uns eh noch viel mehr Flecken hinzukommen. Und ich fand Marken, die ich sehr liebe, aber die ich niemals zum Originalpreis kaufen würde. So hat Ruby jetzt ein Long Sleeve von Stella McCartney mit einer Superheldin drauf und einen irre kuscheligen Streifenpulli von Petite Bateau.

Bei so einem Einkauf kommen so viele Glücksgefühle zusammen.

Es ist nachhaltig, es spart Geld, man findet echte Vintage-Perlen und unterstützt damit die Ladenbesitzerinnen. Chandra zum Beispiel ist alleinerziehende Mutter eines achtjährigen Jungen und Nachhaltigkeit liegt ihr sehr am Herzen: „Alles wird heute im Übermaß produziert und besonders Kinder können Ihre Kleidung meist gar nicht auftragen. Sie wachsen schlicht schneller, als die Kleidungsstücke kaputt gehen können. Diese werden also nur ganz kurz gebraucht – aber unter immer schlechteren Bedingungen für Mensch und Natur gefertigt. Mit so einem Konsumverhalten zerstören wir unseren Planeten jeden Tag ein Stückchen mehr. Auch mir gelingt es nicht immer, ausschließlich nachhaltig Produziertes zu kaufen, aber Re- und Upcycling liegen mir sehr am Herzen und so kam mir die Idee zu Fux Vintage.“

Auf ihrem Instaprofil bekommt ihr übrigens schon mal einen Eindruck von dem Laden und der tollen Auswahl. Bitte lasst mir was über, meinem Sohn sind gerade schon wieder alle Shirts zu kurz!

Auf meinem Bummel bin ich dann auch noch bei Oh Dear (Altonaer Straße 5a, 20357 Hamburg) vorbeigekommen. Die drei Besitzerinnen verkaufen Neues und Gebrauchtes. Sie haben nur eine kleine Auswahl an Kinderklamotten, aber ich fand hier sofort das Geburtsgeschenk für Ninas Sohn – einen Onesie von Bobo Choses. Bei Geburtsgeschenken würde ich niemals ans Geld sparen denken, aber da Nina auch so ein Fan von Second Hand-Sachen ist und der einfach perfekt war, hab ich ihn ihr gekauft und sie hat sich sehr gefreut.

 

In München habe ich auch noch zwei schöne Teile (eine Herzchenbluse für Ruby, eine Wollhose für Fitz) im Second-Hand-Shop Romy’s Room (Seitzstraße 13, 80538 München) gefunden. Der Laden ist sehr vollgeproppt, aber die Besitzerin hilft sehr nett beim Suchen der passenden Sachen.

Wenn ihr noch in euren Städten tolle Second-Hand-Shops kennt, hinterlasst sie bitte im Kommentarfeld, finde ich superspannend!

 

Ich habe mich dann auch bei Mamikreisel reingefuchst. Wenn man dort das erste Mal schaut, wird man von vielem erschlagen, vor allem den Sachen, die einem nicht gefallen. Ich kenne aber viele Mütter, die da immer wieder sehr schöne Sachen finden und ich weiß jetzt auch wie.

Hier kommen meine Tricks für Mamikreisel und ähnliche Apps:

1.) Suche nach den Marken, die du liebst. Für mich sind das unter anderem: tiny cottons, bobo choses, gray label und the animals observatory.

2.) So findest du Mütter, die diese Marken verkaufen und sehr wahrscheinlich einen ähnlichen Geschmack wie du haben. Also klickst du einfach in ihrem Profil auf die Frauen, denen sie folgen. Und so baust du dir langsam dein Netzwerk an Verkäuferinnen mit hübschen Sachen auf.

 

Diese zwei Profile kann ich euch sehr empfehlen für den Einstieg:

1.) Bei hejbebje könnte ich alles kaufen. Sie fotografiert das aber auch so schön.

2.) Für alle, die Bobo Choses & Co lieben: miggel. Nicht erschrecken: Die Sachen sind auch gebraucht noch nicht günstig, musste ich auch erst lernen. Aber immer noch nachhaltiger und günstiger als Neuware. Und jeder kann ja nach den Marken suchen, die man gern für seine Kinder hätte.

 

Noch ein weiterer Trick sind die Instagramprofile von Lieblingsmenschen (und Bloggerinnen):

Die bieten, vor allem in den Stories, immer mal wieder Insta-Sales, bei denen man mit ein bißchen Glück ebenfalls richtig tolle Schätze ergattert. Oder sie haben sogar noch ein extra Profil für ihre Verkäufe. Diese Schwedin verkauft auch wunderschöne Kindersachen, klappt auch easy vom Versand, sagen Freundinnen von mir:

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

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Ariane Stippa hat einfach einen sensationell guten Geschmack, auch in Sachen Kids-Klamotten, und verkauft regelmäßig Einiges davon per Insta-Sale in ihrem aristippa-Profil oder auch über ariandthekids:

https://www.instagram.com/p/Bt8Mjz-ndzB/

Und Britta Rabe, die früher den Laden Sprösslinge Design hatte, verkauft die getragenen aber sehr gut erhaltenen Sachen ihres Sohnes Wilm auf Instagram: kleidervonw heißt das Profil.

 

Für alle Schwedenurlauber hat mir eine Leserin noch einen super Tipp gegeben: In den Städten Jönköping, Halmstadt, Kalmar, Motala, Norrköping, Oskarskamn und Västervik kann man bei Busfrö für die ganze Familie Secondhand shoppen!

 

So, das sind meine Tipps bis dato. Ich mache noch fleißig weiter und nehme gern eure besten Adressen noch mit auf. Hinterlasst sie gern im Kommentarfeld!

Herzlich,

Steffi

P.S.: Ich werde von keinem dieser Läden oder Unternehmen für diesen Artikel bezahlt. Habe alles zum vollen Preis selbst gekauft. Trotzdem muss ich Werbung drüber schreiben.

  1. Kommentare zu diesem Artikel
  2. Kathrin 4. April 2019 um 11:46 Uhr

    Noch ein Tip von mir, der Dorftrödel oder auch Garagentrödel, gibt es eher außerhalb der Städte auf dem Land, ein ganzer Ort veranstaltet dann an einem Tag einen Trödelmarkt bei dem alles einfach auf Tischen vor der eigenen Haustür angeboten wird. Also praktisch der drive in Trödelmarkt schlechthin oder wer mag bummelt durch das Dorf. In den Frühlings und Sommermonaten findet man hier in der Region Köln Bonn fast jedes Wochenende ein Trödeldorf.
    VG Kathrin

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  3. Antonia 4. April 2019 um 19:57 Uhr

    Fix Vintage ist der Knüller. Für meine Nichten/Neffen dort schon so so schön geshoppt – gebraucht und neu. Sehr nette Frauen!

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  4. Fra 6. April 2019 um 07:07 Uhr

    Profil auf MK optimiert! Merci

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  5. Anja 12. April 2019 um 21:03 Uhr

    ich bin immer erschrocken über die Massen von Klamotten in den den Läden wie Hase&Mausi und die anderen üblichen verdächtigen. Wer kauft das alles!? Kaufe konsequent für meine Kleine Second Hand. Mein Haus&Hof Laden ist das Engelhaus in München. 1a Auswahl bis Größe 128. Ansonsten Ebay Kleinanzeigen und Ebay.

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  6. Luisa 30. April 2019 um 11:03 Uhr

    In Dresden kann ich Liebling-den Babyladen empfehlen!!!

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  7. Barbara 23. Mai 2019 um 20:49 Uhr

    Ich wohne in DK und hier gibt es eine geniale Kinderflohmarkt-App, die ein paar digitale Papis auf den Weg gebracht haben, um endlich wieder Platz zu haben: Reshopper! Das Ganze basiert auf einem Abholprinzip in einem definierten Umkreis, z.B. 2 km/5km/10 km. Man gibt ein, was man sucht, z.B. Hosen 104, und bekommt alle Angebote zu sehen und kann die Verkäufer einfach kontaktieren und ein Angebot machen. Ggf kann man auch Versand vereinbaren und natürlich kann man auch selbst einen Shop aufmachen und Sachen verkaufen. Supereasy und genial, weil die Sachen nicht nur häufig gut und günstig sind, sondern weil man zudem auch noch nette Kontakte bekommt. Falls es das in DE noch nicht gibt … vielleicht eine gute, kopierbare Idee für ein paar digitalafine Mamis und Papis.

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