Der wahre Luxus:

Saisonal kochen, mit frischen Zutaten vom Markt und diesen vier tollen Rezepten aus dem neuen Kochbuch von Stevan Paul.

Tomaten_klein

Wir haben keine Zeit. Das muss jetzt ganz schnell gehen. Weil: Bald sind sie wieder vom Markt, die großartigen frischen Feigen. Und bunte Tomaten gibt es wahrscheinlich auch nur noch hier und da, deshalb: wer was davon sieht – einpacken! Und schnell diese großartigen Rezepte ausprobieren. Sie sind so gut! Tut mir leid, dass ich so stresse. Das neue Kochbuch von Stevan Paul Heute koch ich, morgen brat ich: Märchenhafte Rezepte (Hölker Verlag, 29,95 Euro, 208 Seiten, Fotos Daniela Haug) ist inklusive dieser Rezepte schon im August erschienen, bereits in der zweiten Auflage gedruckt, aber ich Töffel habe es nicht geschafft vorher darüber zu berichten.

Natürlich sind in dem Kochbuch noch viele andere Rezepte mit saisonalen Zutaten, die man ganz entspannt diesen Herbst nachkochen kann. Aber meine liebsten sind diese vier. Und ich könnte fast schwören: eure werden es auch! Ach, und ehrlich gesagt kann man sie ja auch ganz entspannt abwandeln, mit den Zutaten, die man aufm Markt findet. Nur so sind sie eben besonders toll…

Wer hier schon etwas länger liest, weiß, dass ich Fan von Stevan Paul bin. Er ist sehr erfolgreicher Blogger, mehrfacher Kochbuchautor, aber einer der wenigen mittlerweile, der wirklich weiß, was er tut. Er hat das Kochen und Rezepte schreiben von der Pieke auf gelernt, jahrelang praktiziert, seine Rezepte sitzen, da gibt es nie Frust beim Kochen, nur großen Spaß. Also: Los geht’s!

[herz steffi mitte]

 

Heute koch ich_kl

1.) Bunte Tomaten aus dem Ofen

Sie sehen fantastisch aus, die bunten Tomaten, bereits wenn man sie auf dem Markt kauft. Dank dieses unkomplizierten Rezepts schmecken sie auch noch märchenhaft. Alles, was man dafür braucht ist etwas Olivenöl, ein Hauch Knoblauch, frischen Thymian, Honig und knappes Viertelstündchen im Ofen. So Stevan Paul. Und schon sehen sie gleich noch toller aus, wie oben auf dem Foto und schmecken – köstlich!

Hier das Rezept en detail:

Für 4 Personen: 600 g gemischte Tomaten, 2–3 TL flüssiger Honig, Salz, 2–4 Crottin de Chavignol* à ca. 80 g, 1 Knoblauchzehe, 6 EL Olivenöl, 3–4 Zweige junger Thymian oder Zitronenthymian, schwarzer Pfeffer aus der Mühle, 1–2 EL Rauchmandeln

Den Backofen auf 220 °C vorheizen. Die Tomaten waschen und bis auf die Kirschtomaten halbieren, die Schnittflächen mit Honig beträufeln und mit Salz würzen. Den Ziegenkäse ebenfalls halbieren. Mit den Tomaten in eine feuerfeste Form setzen, alle Schnittflächen sollten nach oben zeigen.

Den Knoblauch schälen, fein würfeln und mit dem Olivenöl verrühren. Thymianblättchen von den Zweigen streifen und ins Öl geben. Das Öl über die Tomaten und den Käse träufeln. Das Gericht pfeffern und im heißen Ofen auf der untersten Schiene 10–12 Min. garen.

Inzwischen die Rauchmandeln grob hacken und vor dem Servieren über das Gericht streuen. Sofort servieren. Dazu passt Bauernbrot.

*Crottin de Chavignol

Der französische Ziegenkäse in praktischer Portionsgröße ist feinwürzig und nussig im Geschmack. Seine kompakte, aber essbare Rinde umhüllt schützend das Innere des Käses, der Crottin ist darum perfekt zum Gratinieren im Ofen geeignet. In Deutschland findet man ihn in beinah jedem Käseladen, auf Wochenmärkten mit Käseständen und in vielen Supermärkten.

 

Feigenbrot_klein

2.) Gewürzfeigen auf Ziegenfrischkäse-Landbrot

Ich könnte gerade alles mit Feigen essen. Egal, ob süß, sauer oder salzig – einfach alles! Deshalb gibt es bei uns diese Woche auch dieses Landbrot à la Stevan Paul. Den Portwein werde ich für mich als Schwangere leider weglassen müssen, aber unsere Gäste werden ihn garantiert sehr genießen.

Hier das Rezept en detail:

Gewürzfeigen auf Ziegenfrischkäse-Landbrot

Feigen kommen ursprünglich aus Asien, dem Orient und vom Mittelmeer. Heute wachsen die süßen Früchte auch in Deutschland überall dort, wo das Klima mild ist und sich auch der Wein wohlfühlt: ganz besonders gut im Breisgau und in der Pfalz. In Portwein gebadet, gepfeffert und mit Thymian gewürzt, verschmelzen die geschmorten Feigen hier auf duftendem Landbrot mit frischem Ziegenkäse.

Für 4 Personen: ½ Bund Rauke, 4 Feigen, 1–2 Zweige junger Thymian oder Zitronenthymian, 4 EL flüssiger Honig (Tannenhonig passt besonders gut), 100 ml roter Portwein, Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle, 4 Scheiben Landbrot, 125 g Ziegenfrischkäse

Rauke putzen, waschen und trocken schleudern. Die Feigen kreuzförmig einschneiden und leicht auseinander drücken. Thymianblättchen von den Zweigen streifen. (Eventuell vorhandene Thymianblüten beiseitelegen.)

Honig mit Portwein und Thymian in einer Pfanne aufkochen und 1 Min. offen kochen. Feigen mit den Schnittflächen nach unten in die Pfanne geben und 1–2 Min. schwenkend schmoren. Einmal wenden und noch 1 Min. schmoren. Leicht salzen und pfeffern und beiseitestellen.

Die Brotscheiben mit Ziegenfrischkäse bestreichen. Die Feigen darauf anrichten und mit dem Sud aus der Pfanne beträufeln. Mit Rauke belegen und eventuell mit Thymianblüten bestreuen bzw. dekorieren. Sofort servieren.

Tipp: Wer keinen Ziegenfrischkäse mag, kann auch einfachen Frischkäse verwenden. Das Gericht schmeckt auch super mit Meerrettich-Frischkäse! Das Brot kann vor dem Bestreichen auch nach Belieben leicht angetoastet werden.

 

schnüsch_klein

3.) Schnüsch

Okay, vielleicht eher etwas für den Sommer, aber weil ich gerade so auf Suppen stehe, muss die hier mit vorgestellt werden. Und wer sich ranhält schafft es auch diesen Monat noch mit frischen Zutaten vom Markt. Auf jeden Fall erzählt Stevan Paul in seinem Buch, dass Schnüsch eine norddeutsche Traditionssuppe ist, in die einfach alles aus dem Garten kommt. Kannte ich so noch gar nicht! Na dann mal los. Ich hätte sie am liebsten jetzt sofort!

Für 4–6 Personen: 300 g Erbsen in der Schote (wahlweise 180 g aufgetaute TK-Erbsen), 200 g Schnippelbohnen, 150 g gelbe und grüne Bohnen, 200 g junge Möhren, 100 g Zucchini, 400 g kleine festkochende Kartoffeln, 1 Zwiebel, 40 g Butter, 1–2 TL Zucker, 2 TL Mehl (Type 405), 250 ml Milch, 300 ml Gemüsebrühe, 250 ml Sahne, Salz, Pfeffer, 1 Spritzer Weißweinessig, 1 Bund gemischte Gartenkräuter (z. B. Petersilie, Kerbel, Dill, Pimpinelle und Bohnenkraut)

Die Erbsen aus den Schoten palen. Schnippelbohnen putzen und schräg in Rauten schneiden. Die Bohnen putzen und dritteln. Möhren schälen und in Scheiben schneiden. Zucchini waschen und längs halbieren, in Scheiben schneiden. Kartoffeln schälen und in Spalten schneiden. Zwiebel fein würfeln.

Kartoffeln und Zwiebeln in schäumender Butter glasig dünsten. Schnippelbohnen und Bohnen zugeben, mit Zucker bestreuen und verrühren. Mit Mehl bestäuben, das Mehl unterrühren. Milch, Brühe und Sahne unterrühren. Offen unter gelegentlichem Rühren 15 Min. kochen.

Erbsen und Zucchini zugeben und weitere 5 Min. kochen. Das Gericht mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Essig würzen. Die Kräuter hacken und unterrühren, einmal aufkochen. In vorgewärmten Tellern servieren.

 

Ofenschlupfer_klein

4.) Aprikosen-Ofenschlupfer mit Heidelbeersauce

Okay, für frische Aprikosen sind wir aktuell zu spät dran. ABER: diesen Ofenschlüpfer, Schlupfer, ihr wisst schon, den kann man ganz einfach mit jedem Obst machen, das einem liegt. Und: es soll ja Menschen geben, die auch schon mal Aprikosen aus der Dose benutzt haben und die für genießbar hielten. Aber das flüster ich jetzt nur ganz, ganz leise. Und für die Heidelbeersauce weiß Stevan sonst auch einen tollen Ersatz, siehe unten.

Für 4 Personen:

Für den Ofenschlupfer: 600 g Aprikosen, 2 EL Öl, 20 g Butter + etwas für die Form, 15–20 g Ingwer, 1 Prise Zimt, 2 EL Weißwein, 3 EL Aprikosenmarmelade, 3 Eier (M), 50 ml Schlagsahne, 300 g Hefezopf in Scheiben (ca. 12 Scheiben), 1 Handvoll Heidelbeeren, 2 EL Haselnussblättchen

Für die Heidelbeersauce:

400 g Heidelbeeren, 1–2 TL Zucker, 1–2 EL Zitronensaft

Für den Ofenschlupfer die Aprikosen waschen und halbieren. Öl und Butter in einer großen Pfanne erhitzen, die Hälften hineingeben und 3 Min. schmoren. Ingwer schälen und fein reiben, mit Zimt, Weißwein und 2 EL Aprikosenmarmelade zu den Früchten geben und unter Rühren nochmals 2 Min. schmoren. Beiseitestellen.

Den Backofen auf 180 °C vorheizen. 1 EL Aprikosenmarmelade mit den Eiern und der Sahne glatt rühren. Eine große Auflaufform dünn mit Butter ausstreichen. Hefezopfscheiben dachziegelartig mit den Aprikosen einschichten und mit der Eiersahne begießen. Eine Handvoll gewaschener Heidelbeeren darüberstreuen. Ofenschlupfer im heißen Ofen 10–12 Min. backen. Haselnussblättchen in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten, beiseitestellen.

Für die Heidelbeersauce zunächst die Heidelbeeren waschen. Die Hälfte der Heidelbeeren in einem hohen Gefäß mit dem Stabmixer pürieren. Die Sauce mit der anderen Hälfte der Heidelbeeren mischen. Mit Zucker und Zitronensaft abschmecken.

Haselnüsse über den fertig gebackenen Ofenschlupfer streuen und mit der Blaubeersauce servieren.

Varianten: Statt der Heidelbeersauce schmecken auch cremig geschlagene Sahne oder eine schnelle Vanillesauce aus Vanillejoghurt mit etwas Milch oder Sahne sehr gut zum Ofenschlupfer. Statt der Haselnüsse können Sie auch Mandelblättchen verwenden.

 

 

 

8 Comments

  1. Antworten Anna von Salon-Stories 7. Oktober 2015 um 14:29 Uhr

    Ich liebe Feigen! Vielen Dank für diesen tollen Buch-Tipp!! Heute gab es bei uns auch saisonale Kost: viele frische Champignons, Birnen und Kürbis geschmort und auf Rucola angerichtet. Die Feigen statt Birne wären auch gegangen.

    Herzliche Grüße aus Frankfurt
    http://salon-stories.de/

  2. Antworten Sina's Welt - modern, kreativ, vital & nachhaltig 7. Oktober 2015 um 15:19 Uhr

    Super Tipp! Ha, ha… ja manchmal schlummern noch so manche Schätzchen im Kochbuchregal. Aber jetzt husch, husch… jetzt muss ich schnell auf den Markt noch die letzten prallen Tomaten ergattern 😉

  3. Antworten Franzy vom Schlüssel zum Glück 7. Oktober 2015 um 16:01 Uhr

    OMG sieht das alles lecker aus!
    Und so frisch!
    Perfekt herbstlich und so… hmmmmmmm!

    Viele liebe Grüße

    Franzy

  4. Antworten Maren 7. Oktober 2015 um 17:14 Uhr

    Wie hübsch das alles aussieht! *.* Und bestimmt ist es auch genauso lecker. 🙂

  5. Antworten Mareike 7. Oktober 2015 um 22:55 Uhr

    Da kann ich mich ja gar nicht entscheiden. Die Rezepte und Bilder sehen alle so großartig aus.

    Hab einen tollen Herbst!

  6. Antworten Emma Martschinke 8. Oktober 2015 um 10:59 Uhr

    Ich studiere selber Fotografie und Design und bin absolut begeistert von den Fotos. Ich freue mich immer, wen ich einen Blog finde, der nicht nur “lecker” ist, sondern auch so qualitativ hochwertig fotografiert 🙂
    Danke für die Tipps! Emmi

  7. Antworten Jonna 8. Oktober 2015 um 20:01 Uhr

    Ja, Schnüsch kommt aus Angeln, ganz oben im Norden!

  8. Antworten Mona - ichliebedeko.de 8. Oktober 2015 um 21:36 Uhr

    Danke für den tollen Buchtipp und die leckeren Rezepte. Muss ich am Wochenende ja gleich mal ausprobieren. Liebe Grüße, Mona

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