Wonach ist dir heute?

Das war so gar nicht geplant. Eigentlich wollten wir über Selbstliebe sprechen. Chris Glass hatte sich bei mir gemeldet und gesagt: Dazu hab ich viel zu erzählen. Wollen wir?

Doch während wir das Interview aufnahmen, kamen wir auch auf die Frage, woher seine fehlende Selbstliebe käme und da erzählte er zum ersten Mal öffentlich davon, dass er als Kind von seinem Vater geschlagen wurde. Wie er der Starke in der Familie sein musste, die jüngeren Geschwister beschützen und warum seine Mutter ihm nicht zur Hilfe kam.

Chris Glass hat aus seiner schwierigen Kindheit etwas Großartiges gemacht: Er hat sich getraut, so zu werden wie er sein möchte. Er hat sich dazu bekannt, homosexuell zu sein. Er ist aus einer kleinen Stadt in Amerika nach Berlin gezogen und weiß mittlerweile damit umzugehen, es als großer, wunderschöner, schwarzer Mann nicht immer leicht zu haben, in Situationen, die ich nicht mal erahnen kann. Er ist 41 und hat beruflich viel erreicht: Das Soho House Berlin hat er mit aufgebaut, so wie weitere weltweite Filialen, er berät viele große Firmen, bringt spannende Menschen zusammen, hat ein sehr, sehr sicheres Gespür für Design und betreibt seine großartig eingerichtete Event-Location aptm.

Zuerst dachte ich: Passt dieses Thema in diesen Podcast? Ist das nicht etwas zu heftig, überfordert das eventuell die HörerInnen in einem Podcast, der sich um gesunde Ernährung, Nachhaltigkeit und Selbstliebe dreht. Doch dann kam ich zu dem Entschluss: Chris Geschichte passt wunderbar da rein. Zum einen, weil es viele Menschen gibt, die schwierige Kindheiten hatten, zum anderen kommen wir im Laufe unseres Lebens alle in herausfordernde Situationen und zu lernen wie andere damit umgehen, finde ich sehr hörenswert. Ich hoffe, ihr auch.

Mich hat unser Gespräch sehr bewegt. Ich habe viel gelernt, mein Horizont hat sich noch ein ordentliches Stück erweitert. Mir ist noch mal bewusst geworden, wie schnell man andere Menschen und die eigenen Gedanken in Schubladen steckt, statt einfach zu sagen, was einem auf dem Herzen liegt. Auch im positiven Sinne.

Besonders gefreut habe ich mich auch darüber, dass Chris am Ende des Interviews noch ein kleines bisschen singt. Er ist unfassbar talentiert, das durfte ich auch schon live auf einer Hochzeit, bei der er in der Kirche mal eben Lieder von Adele gesungen hat, feststellen. Ich hoffe, wir werden ganz bald noch mehr von ihm hören.

Jetzt bin ich sehr gespannt, wie ihr diese Podcastfolge findet. Wie immer findet ihr sie ab heute auf Itunes, Spotify und Soundcloud.

Bitte hinterlasst uns hier, bei Instagram oder wo immer ihr mögt Feedback. Das interessiert mich wirklich sehr.

Herzlich,

Steffi

 

Foto von Chris Glass – Line Klein, Aufmacherfoto – Kristina V/Unsplash

  1. Kommentare zu diesem Artikel
  2. Anja 18. Januar 2019 um 13:44 Uhr

    Liebe Steffi, lieber Chris!
    Toller Podcast mit ganz viel Input und Tiefgang!
    Sehr gerne mehr davon…
    Liebe Grüße nach Hamburg und Berlin vom Chiemsee…

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  3. Christina 18. Januar 2019 um 17:58 Uhr

    Ich fänd es schön, wenn du in deinem Text oben die Beschreibung “wir Weißen” in “ich als weiße Frau” ändern könntest.
    Irgendwie stößt mir das auf…
    Ansonsten: welcome back , podcast!!

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  4. Jana 18. Januar 2019 um 18:04 Uhr

    Liebe Steffi, ich bin ein großer Fan Deines Blogs und Deines Podcasts. Ich finde es super, wie Du Dich Sachen annäherst, sie zu Deinen Themen machst und wie spannend/lehrreich/hochunterhaltsam Du sie präsentierst. Werd mir gleich die neue Folge anhören. Ich hätte einen bzw. 2 Gästevorschläge–/ wünsche, wenn ich darf: einmal Natascha Wegelin aka Madame Moneypenny, weil sie so ambitioniert zum Thema Frauen und Finanzen schreibt und berät, ein Thema, das sooo wichtig, was viele von uns aber sooo ausblenden. Und Christof Ernst vom Blog Einfachbewusst.de, der beste Minimalismus Blog Deutschlads, wie ich finde.
    Einfach mal so ;–) ––– ich freu mich auf alles Weitere, was hier bei Dir passiert, bin unheimlich gern hier! Danke und viele liebe Grüße, Jana

    Antworten
  5. Susanne 20. Januar 2019 um 15:31 Uhr

    Liebe Steffi,
    ich bin eine stille aber begeisterte Leserin Deines Blogs und Hörerin Deines Podcast. Ich freue mich jedes Mal auf eine neue Podcastfolge. Dies hier mit Chris hat mir wieder super gefallen. Denn es hat auch mir verdeutlicht wie oft ich mit Vorurteilen Menschen begegne. Danke, dass Du mir damit nochmal die Augen geöffnet hast.
    Ich lebe genau diesen Ansatz – wie Du in Deinem Podcastintro immer so schön ankündigst – des achtsamen Lebens. Achtsam mit sich und der Umwelt umgehen. Jeden Tag ein wenig mehr. Gesundes Essen, weniger Plastik und sich selbst zu lieben. Das gelingt immer mehr. Und dank Deiner Impulse mit Freude und Leichtigkeit.
    Danke Dir liebe Steffi
    Susanne

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    • Steffi 21. Januar 2019 um 08:56 Uhr

      @Susanne: Guten Morgen Susanne! Das freut mich riesig. Und Chris freut sich auch so sehr über das positive Feedback. Genau, jeden Tag ein wenig mehr. Das ist das Motto. Und das passt auf so viel. Miriam Junge hat mich im Coaching auch daran erinnert. Die Sorgen entstehen erst, wenn wir viel zu weit in die Zukunft schauen. Lieber Tag für Tag kleine Schritte. Übe ich gerade und tut so gut! Freu mich sehr, dass du hier liest und hörst! 🙂 Herzlich, Steffi

      Antworten
      • Susanne 22. Januar 2019 um 12:10 Uhr

        Liebe Steffi,
        es ist total interessant. Ich arbeite auch gerade mit meinem Coach an dem Thema “hier und jetzt”. Viel mehr den Tag wahrnehmen als immer nur in die Zukunft schauen. Viel mehr jetzt anwesend sein und nicht gedanklich schon beim nächsten Tag. Ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deinen Übungen!
        Susanne

  6. Net 20. Januar 2019 um 21:41 Uhr

    Liebe Steffi,
    ich liebe deine Podcasts! Danke dafür! Wie heißt der Film, den Chris empfiehlt und den du kennst…und offensichtlich toll findest? Ich verstehe das nicht richtig! HG von Net

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    • Steffi 21. Januar 2019 um 08:45 Uhr

      @Net: Liebe Net, kann es sein, dass du die Sex & the City-Folge meinst, über die wir sprechen? Die hieß irgendwas wie “He’s just not that into you”. So hieß auch das Buch, dass die Drehbuchautoren geschrieben haben. Hat mir sehr geholfen! 😉 Die Kurzversion ist: Wenn ein Mann nicht alles versucht/gibt, um mir dir zusammen zu sein, dann will er einfach nichts bzw. nicht genügend von dir. Das habe ich mir mantramässig damals vorgesagt, hab zu all den Männern, die nur halbe Sachen wollten Nein gesagt und dann stand mein Mann vor mir. Hilft das? Herzlich, Steffi

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  7. Katharina 22. Januar 2019 um 07:15 Uhr

    Liebe Steffi, ganz lieben Dank für diese spannende Folge. Mir gefällt das Gespräch mit Chris total und ich kann wirklich viele Ansätze und Anregungen mitnehmen. Vielen Dank euch beiden!
    Ich freue mich auf die nächste Folge – bin absoluter Fan deines Podcasts!

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  8. Lena 12. Februar 2019 um 16:43 Uhr

    Hallo Steffi,
    mir hat die Folge mit Chris besonders gut gefallen, auch wenn sie nicht ganz dem üblichen Schema entsprach. Doch das fand ich gerade gut daran, das Gespräch war so echt und persönlich. Weniger werblich und coaching-profi-mäßig, was ich manchmal als etwas anstrengend und dogmatisch empfinde. Er wollte uns nichts verkaufen, sondern ich hab aus seinen Ansichten und Umgangsweisen mit Tiefs und Lebensthemen einfach viel mitgenommen für mich selbst.
    Also gerne mehr solch echter Lebensgeschichten und persönlichen Eindrücken von so spannenden Personen wie Chris!

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