Nur mal so gefragt:

Muss man seiner Freundin alles erzählen? Und wie verändern sich Freundschaften, wenn man älter wird?

Früher, so mit 12-18, eigentlich auch noch in den Zwanzigern, wusste meine beste Freundin immer wo ich war und was ich tat. Und das ganz ohne What’sApp. Gab’s noch gar nicht. Wir erzählten uns einfach so, wenn wir abends telefonierten, übers Festnetz, oder uns sahen, was los war, in oft minutiösen Tagesschauen. Wir erzählten uns (oder schrieben uns in Briefen), woran wir dachten, wovon wir träumten, was er gesagt hatte, der Schwarm, was er an hatte, wie er geguckt hatte, was er getan hatte, jedes Details.

Heute ist das anders.

Mit Mitte/Ende zwanzig lernten wir unsere Ehemänner kennen. Natürlich schwörten wir, das würde nichts ändern. Es änderte natürlich alles. Nun wurden die unsere Tagebücher, täglichen Begleiter und obwohl wir weiter telefonierten, uns regelmäßig sahen und es neue technische Verbindungskabel wie What’s App gab, bekam die Leitung Löcher. Wir wussten nicht mehr alles voneinander. Das große Ganze – ja. Die vielen kleinen Details – nein. Es waren zu der besten Freundin noch so viele andere Frauen gekommen: die Kolleginnen, Partnerinnen der Freunde des Mannes, die Mama-Mädels, Nachbarinnen, andere eben. Wir teilten jetzt mit vielen Frauen unser Leben, verteilten eher Häppchen als den ganzen großen Kuchen auf ein Mal. Ich weiß noch wie du, meine beste Freundin, das erste Mal eine noch andere enge Freundin hattest. Was für ein Verrat. Ich kann die Frau bis heute nicht richtig mögen. Ich glaub, sie sah, was wir hatten und wollte es auch. Also nahm sie es sich, als ich nicht da war, uns Kilometer trennten und sie dir einfach nur räumlich nah war. Mit den Jahren lernte ich, dich und mich zu teilen. Darauf zu vertrauen, das mit uns ist für immer. Das ist unkaputtbar, egal wer daran rüttelt, hatten wir selbst oft genug getestet.

Mit dem Begriff “beste Freundin” gehe ich bis heute sparsam um. Der gehörte immer dir. Heute betitel ich andere Freundinnen eher als “eine meiner engsten”. Und die lieb ich, sogar sehr. Nur die beste bleibst irgendwie du, vielleicht auch, weil das eben einmalig war und immer noch ist, das mit uns. Wir sehen uns oft länger nicht, sprechen oft länger nicht und doch ist da diese Verbindung, auch über die Ferne. Wir setzen einfach da an, wo wir beim letzten Mal gemeinsam waren und holen schnell auf. Ich muss auch gar nicht mehr jedes Detail wissen, das große Ganze reicht und doch geht es immer tief rein.

Übers Wetter sprechen wir eigentlich nie.

Dazu, zum Thema Tiefgang, würde ich dich gern etwas fragen, das mich beschäftigt. Wie machst du das mit deinen anderen Freundinnen, die man auch so irre gern hat – erzählst du denen alles? Sagst du denen immer deine ganze Meinung, auch wenn das gefährlich werden könnte? Ich denke gerade so viel darüber nach.

Als du beschlossen hast, dich scheiden zu lassen, hast du es mir erst recht spät erzählt. Du hattest es erst mit dir selbst ausmachen wollen. Mit deinem (Ex-) Mann. Und du gingst abends mit einer Flasche Rotwein zu deiner Nachbarin rüber und besprachst es mit ihr. Das war dein Weg. Manchmal erträgt man die beste Freundin vielleicht auch nicht. Die einen so gut kennt und vor der sich etwas vorzumachen einfach nicht funktioniert. Du dachtest, das Scheidungsthema passe gerade nicht so zu meiner rosa Wolkenwelt mit dem ersten Baby. Dass ich nur eine Woche nach der Geburt eine liebe Freundin an Krebs verlor, habe ich dir, glaub ich, nie erzählt. Auch rosa Wolken haben Löcher.

Als du mir von deiner Entscheidung dann endlich erzähltest, feierte ich dich für deinen Mut und deine Lust auf ein zufriedenes Leben. Ich war immer ehrlich zu dir und erwarte es von dir mir gegenüber. Besonders, wenn ich um Rat frage. Sie funktioniert aber nicht mit allen Freundinnen, diese Ehrlichkeit, das lerne ich immer wieder. Beziehungsweise denke ich viel über die richtige Dosis an Ehrlichkeit nach.

Es gibt so viele Minenfelder, je älter wir werden.

Das Thema Kinder/Männer/Treue (-losigkeit). All die Paare, von denen einer betrügt, die um Rat fragen – wie ehrlich soll man sein? Kommen sie doch so oft wieder zusammen, bleibt man über als Buhmann. Die ungleichen Partnerschaften, in denen der eine denkt, er sei mehr wert als der andere – wie kann man das für sich akzeptieren? Nur, was geht mich das an? Und wie weit gehe ich, wenn ich um Rat gefragt werde?

Taktische Spielchen waren noch nie wirklich meins. Ich bin da einfach nicht gut drin. Ich mag Klarheit, auch wenn die weh tun kann. Und ich mag diesen Schutzraum, den Freundschaften doch eigentlich bieten. Diesen Raum, den man sich gibt, eigentlich alles sagen und laut denken zu dürfen, weil klar ist, man meint es gut miteinander. Ist das nicht gegeben, legen sich Tretminen in Freundschaften und entsteht anstrengendes Drumherumgehüpfe. Weißt du, was ich meine? Wir haben früher nie drumherum geredet. Da gab es aber vielleicht auch noch nicht so viel Zündstoff. Mit (Ende) dreißig geht es plötzlich um so viel. Da geht es ja gleich um ganze Lebensentwürfe, die großen Fragen und plötzlich gibt es so richtig echte Deadlines. Irgendwann war’s das dann mit dem Kinder kriegen. Irgendwann war’s das vielleicht auch mit der Ehe, Treue, dem gemeinsamen Haus, einfach allem.

Den einen schaust du dabei zu, wie sie Mörtel über alles schmieren, die größten Pflaster haben und platzt eine Wunde auf, einfach noch mehr drüber kleben. Aber sagst du das? Und was, wenn nicht? Muss nicht jede Freundschaft zu einhundert Prozent aufrichtig sein im Sinne von sich die ganze Wahrheit sagen, alles was man denkt? Reicht auch die Hälfte? Oder ein Mal sagen, was man denkt und dann die Klappe halten? Nur wenn wir Themen aussparen, wird die Verbindung zueinander dann nicht furchtbar löchrig und reißt irgendwann ganz?

Ich hab mittlerweile mehrere solcher Freundschaften, in denen ich Themen ausspare. Weil ich weiß, da mische ich besser nicht mit. Da signalisiere ich nur: Ich bin für dich da, egal, was passiert. Die haben ihren Weg, und auch wenn ich diese Freundinnen immer wieder stolpern und hinfallen sehe, teile ich meine Gedanken dazu lieber nicht mehr. So schwer es mir fällt. Ein Mal erkläre ich mindestens, was ich über die Situation denke und was ich tun würde, aber ich wiederhole mich nicht ständig. Weil es ihr Ding ist. Weil es mich nichts angeht. Hab ich so beschlossen, um damit klar zu kommen. Selbstschutz ist so ein großes Thema in Freundschaften. Manchmal kann ich die No-Go-Areas dieser Freundschaften vergessen, dann schwebe ich in den Unterhaltungen, fühl mich frei, quatsche ohne groß nachzudenken, bis ich aus Versehen in der falschen Ecke lande und zusehe, dass ich schnell wegkomme. Dann fühle ich mich von diesen Freundinnen irre weit entfernt.

Vielleicht sind Freundschaften, je älter man wird, eben nicht mit allen schön entspannte Langstreckenflüge. Vielleicht sind einfach auch ein paar gute Kurzflüge dabei, bei denen man die Gewitter einfach schlau umfliegt.

Du, es war schön dir dies zu erzählen. Ist es das, was Freundschaften ausmacht? Das Schweigen an den richtigen Stellen, bis man die für einen wichtige Wahrheit einfach selbst erkannt hat?

Ich lieb dich.

Text – Stefanie Luxat

Photo by rawpixel.com on Unsplash

30 Comments

  1. Antworten Lilly // www.stillesbunt.at 3. Mai 2018 um 07:50 Uhr

    Liebe Steffi!

    Ein ganz toller Text und ja, es stimmt, die Zeit verändert Freundschaften schon. Ich finde es aber richtig viel Wert, wenn man auch nach längeren Sendepausen der Freundin alles erzählen kann, sie es aber auch versteht, wenn man es nicht tut.

    Lieben Gruß
    Lilly

  2. Antworten Frau Göllner 3. Mai 2018 um 07:58 Uhr

    Da hast Du irgendwie auch über mich und meine beste Freundin geschrieben 🙂
    Obwohl wir seit ca. 15 Jahren weit entfernt voneinander leben, wird sie wohl immer “meine beste Freundin” bleiben. Auch wir erzählen uns nicht mehr minutiös, was so bei uns passiert ist, aber viel besser: wir brauchen auch nicht mehr viele Worte, um genau zu wissen, was die andere meint 🙂
    Bei mir ist übrigens mittlerweile auch eine weitere Herzensfreundin dazugekommen, allerdings mögen die beiden sich auch sehr. Wir sind uns halt in den wichtigen Dingen alle ähnlich 🙂

  3. Antworten Heide 3. Mai 2018 um 07:59 Uhr

    Es hat mir viel bedeutet, das zu lesen!
    Vielen Dank für diesen Text

  4. Antworten Lilli 3. Mai 2018 um 08:05 Uhr

    Sehr schöner Text Steffi, Freundschaften sind so wichtig, sie tragen uns durchs Leben. Ja und sie verändern sich mit dem Älter werden, dem neuen Partner, dem Umzug usw. Es ist so schön, eine Freundschaft zu haben, bei der man einfach anknüpfen kann und nichts auslassen muß, sich einfach so zeigen kann, wie man ist, aber es ist leider selten, deshalb freue ich mich immer sehr, so etwas zu haben. Das mit dem Themen aussparen und nicht ehrlich sein finde ich auch normal, aber dauerhaft oft schwierig und daher finde ich es manchmal auch wichtig und mutig zu sagen, das passt nicht mehr, ein großer Schritt, aber manchmal hilft er, eben weil man sich verändert auch dadurch.
    Danke für den Denkanstoß über Freundschaft heute morgen und eine schöne Restwoche, lg, Lilli

  5. Antworten Carla 3. Mai 2018 um 08:08 Uhr

    Liebe Steffi,
    ich kann dich sooooo verstehen. Danke, dass du deine Gedanken mit uns teilst.

    Mir geht es ähnlich, was der Spagat zwischen Ehrlichkeit/Nähe und Zurückhaltung/Distanz angeht. Einerseits erhält diese Distanz die Freundschaft, gleichzeitig bin ich nur richtig `Ich´, wenn ich echt sein und frei sprechen darf. Mein Fazit, nach längerem Nachdenken: Man möchte sich doch wohlfühlen bei seinen Freundinnen – daher ist es wohl besser, dass ich und meine Freundinnen, auch mal ein heikles Thema umschiffen, man die Zunge zügelt, etc.

    Ein Punkt zum Thema “beste Freundin”: Zu Schulzeiten war ich noch mit einer einzigen, mir nahestehenden Person überglücklich. Seit einigen Jahren merke ich, dass jede Freundin nur einen Teil meiner Interessen, Einstellungen, Erfahrungen und Wissen teilt, sodass ich unbedingt mehrere (aber nicht zu viele), liebe Frauen nahe an meinem Herzen brauche, mit denen ich in einzelnen Bereichen tiefer verbunden bin.

    Happy Day! Carla

  6. Antworten Lisa 3. Mai 2018 um 08:22 Uhr

    Du sprichst mir aus der Seele, vielen Dank für diesen ehrlichen und Post 🙂

  7. Antworten tina 3. Mai 2018 um 08:29 Uhr

    Sehr schöner Text, aber: “schwörten wir”??? Es heißt “schworen wir”!!!

  8. Antworten Antje 3. Mai 2018 um 08:31 Uhr

    Danke für diesen tollen Text. Mir kullern in der Bahn die Tränen. Du schreibst über mich und meine beste Freundin Daniela, die ich leider vor 20 Jahren durch einen Autounfall verlor und über meine Herzensfreundin Sandra, die zugleich auch meine kleine Schwester ist. Bei ihr/ mit ihr gibt es keine Tabus, keine Löcher, keine Pausen. Auch wenn uns hunderte Kilometer trennen.❤

  9. Antworten Ursula 3. Mai 2018 um 08:47 Uhr

    Liebe Steffi!
    Lange les ich schon still deinen Blog… du sprichst mir mit deinem Text aus dem Herzen! Danke

  10. Antworten Kerstin 3. Mai 2018 um 08:51 Uhr

    Sehr treffender Text! So ehrlich.

  11. Antworten Kerstin 3. Mai 2018 um 08:52 Uhr

    Liebe Steffi,

    vielen Dank für den wertvollen Denkanstoß. Mein Leben lang habe ich mich nach “einer besten Freundin” gesehnt, habe einiges in Kauf genommen, weil ich diese eine dazu auserkoren hatte, sie aber nicht mitspielen wollte.
    Wir sind oft umgezogen in meiner Kindheit und Jugend, da fiel es umso schwerer, so tiefe, für immer unzerrüttbare Verbindungen aufzubauen, meistens waren es gute oder gehtso Zweckgemeinschaften. Zum Glück (;-) hatte ich zwei Schwestern, die mussten herhalten. Aber meine Sehnsucht danach kann ich auch heute noch physisch spüren. Ich habe später Beziehungen gefunden, die eng und nah sind und sogar auch dieses Gefühl, sich nach 1-3 Jahren wiederzusehen und sofort ist diese Verbindung da. Das ist Zauber.
    Heute schätze ich die Vielfalt meiner Bezieungen, denn – wie in einer guten Partnerschaft – kann man nicht alles für einen sein und einer nicht alles für einen selbst.
    Aber die Sehnsucht, die bleibt.

  12. Antworten Deichmädchen 3. Mai 2018 um 08:57 Uhr

    Sehr Wahr und schön geschrieben. Meine beste Freundin weiß auch alles von Mir während andere nur Auszüge aus meinem Leben kennen. Es sind oft Wegbereiter, manche bleiben und manche verschwinden auch wieder. So etwas wie mit meiner besten Freundin habe Ich nur mit Ihr. Seelenverwandtschaft!!! Egal wie lange wir Uns nicht mehr gesehen haben…..Ich bin mir auch sehr bewusst je älter man wird, das es etwas ganz Besonderes ist . Das was wir haben!
    Liebste Grüße.

  13. Antworten Marie 3. Mai 2018 um 08:58 Uhr

    Ach Steffi, toller Text. Darum Liebe ich deinen Blog so: diese Mischung aus purer Lebensfreude, Humor und dann wieder solch nachdenklichen Texten
    Über das Thema denke ich gerade sehr viel nach: Meine älteste Freundin und mich trennen gerade die Lebenswelten ( sie: kinderloser Single und gerade sehr unglücklich mit der Situation, ich mit Mann und 2 Kleinkindern) so sehr und ich merke, dass ich deswegen viele Themen ausspare und mich auch unbewusst zurückziehe
    Gleichzeitig habe ich deswegen ein furchtbar schlechtes Gewissen, da sie mich gerade so sehr braucht, aber ich eben durch Kinder, Beziehung, Job … einfach nur begrenzte Zeit- und Kraftressourcen habe
    Irgendwie ist es genauso geworden, wie sie vor meinem ersten Kind befürchtet hat: die Freundschaft hat sich verändert, ich habe neue Mamafreundinnen mit denen manche Gespräche leichter fallen und das Thema „ Neid“ in Freundschaften belastet mich auch.
    Aber wahrscheinlich hat jede lange Freundschaft solche Phasen und es lohnt sich dran zu bleiben, auch wenn die Freundschaft gerade eher eine schwierige Zeit durchmacht.
    Danke für den morgendlichen Denkanstoss!

  14. Antworten Nina 3. Mai 2018 um 08:58 Uhr

    Danke Steffi.
    Für diese Worte. Deine Gedanken und diesen Text.
    Danke

  15. Antworten Deichmädchen 3. Mai 2018 um 08:59 Uhr

    Liebe Grüße.
    Das Deichmädchen.

  16. Antworten Josefine 3. Mai 2018 um 09:03 Uhr

    Du sprichst mir aus der Seele wunderbarer Text es stimmt Freundschaften verändern sich mit der Zeit aber richtige Freundschaften überstehen alles meine dauert nun schon 35Jahre liebe Grüße aus Österreich

  17. Antworten Stephanie 3. Mai 2018 um 09:04 Uhr

    Ein wirklich guter Artikel zu einem wichtigen Thema! Manchmal trauere ich diesen „alten Zeiten“ hinterher, als es noch diese eine beste Freundin gab, die gefühlt alles umfasste, was wichtig war, alles verstand, was ich fühlte, und ohne die ich ein halber Mensch war. Das alles, obwohl wir schon damals recht unterschiedlich waren. Diese Freundin ist immer noch meine beste Freundin, weil sie mich versteht wie niemand und mir Rat und Kritik gibt wie niemand anderes! Seit vielen Jahren, mittlerweile Jahrzehnten, weilt sie Tausende Kilometer entfernt am anderen Ende der Welt. Ich schreibe aber nur „Hilfe“ und sie ist sofort per Skype bei mir im Wohnzimmer. Hier vor Ort gibt es nicht mehr diese Art von Freundin. Es gibt ein paar wenige, sehr unterschiedliche Frauen, die einen Platz in meinem Herzen einnehmen, jeder für sich jedoch einen anderen nur durch ihn definierten. Und so setzt sich im Gesamten wieder das Bild einer besten Freundin (vor Ort) zusammen, nur dass es sich nun verteilt! Diese eine „alte“ beste Freundin bleibt einzigartig.

  18. Antworten Barbara Ehlert 3. Mai 2018 um 09:14 Uhr

    Guter Text! Ich hatte nie eine beste Freundin. Aber jetzt ist es meine Tochter. Seit dem sie erwachsen ist, sind wir unzertrennlich.

  19. Antworten Stephanie 3. Mai 2018 um 10:12 Uhr

    Die Sehnsucht ist ein so starkes Gefühl. Dieses tiefe Verbundenheit bleibt und man trägt sie immer mit sich.

  20. Antworten Anita 3. Mai 2018 um 11:31 Uhr

    Ich weine. Weiss überhaupt nicht, warum. Ein schöner Text. Ich denke darüber nach, dass man sich als Freundin viel zu viel Verantwortung auflädt, wenn man überall mitmischen und seine Meinung kundtut. Auch, wenn man immer versucht, stark für die andere zu sein. Es geht einfach nicht immer, manchmal leidet man zu sehr mit. So sehr, dass man schweigen soll, sie sich selbst um ihr Problem kümmern lassen muss.
    Ich habe verschiedene Freundinnen für verschiedene Themen/Bereiche meines Lebens. Auch eine empfehlenswerte Variante 😉 Meine beste Freundin ist hauptsächlich für mich da in allen Fällen und dafür, mir zwischendurch mal den Kopf zurechtzurücken 🙂 Ich bin wohl umgekehrt ebenfalls für sie da in allen Fällen und gute Unterhaltung (wir haben in etwa die selbe “Aufgabenteilung” wie ich und mein Mann, hihi).
    Alles liebe, Anita

  21. Antworten Maria 3. Mai 2018 um 13:17 Uhr

    Ich mag es, wie du schreibst! Eigentlich immer direkt aus der Seele! Vielen lieben Dank!

  22. Antworten Me 3. Mai 2018 um 18:00 Uhr

    liebes,
    von herzen danke, auch für die bestätigung, dass dies der lauf des lebens ist, dass weggefährtinnen, ich mag dieses wort lieber als freundinnen, zwar bleiben, aber es sich verändert mit den jahren.
    umso älter ich werde, also 29 oder so, desto lieber ist mir in manchen Situationen die nachbarin, bei der man vielleicht auch mal die fassade behalten darf. glücklicherweise ist die jetzt weggezogen, denn bei ihr hat es auch nicht mehr so gut geklappt 😉
    durch mein leben in vielen städten gleichzeitig, ist es schwer regelmäßig die weggefährtinnen zu pflegen. ich bin froh um viele frauen, die mich nun schon einige zeit begleiten und die tolerant mit mir und meinem nomadenleben sind.
    doch ich habe sie auch, diese eine älteste weggefährtin, die mehr als alle von mir wissen und die einen respektvollen abstand zu mir lässt, wenn ich diesen brauche. wenn wir uns sehen, dann liegt da niemals ein vorwurf und ich muss dir noch erzählen im raum. wir freuen uns einfach über dieses geschenk, dass alles kann, aber nichts muss.
    genau das habe ich zwischen den zeilen in deinen buchstaben gespürt. es hat etwas magisches, dass berührt.
    männer haben beste freunde, mit denen sie um die wette pupsen und so einen kram, vielleicht können sie deshalb lebenslang beste freunde sein? wir frauen haben weggefährtinnen, mit denen man auch schweigen darf und es ok ist, wenn man einfach da weitermacht, wo wir gerade sind. ein kostbareres geschenk!

  23. Antworten Caro 3. Mai 2018 um 21:57 Uhr

    … Danke für diesen Text. Ich habe ihn gleich meiner besten Freundin weitergeschickt, ein paar Stunden später haben wir telefoniert und ein paar Tränchen in den Augen gehabt- vor Freude, Erinnerung und der Freundschaft wegen. Dieser Tag hatte viel Herzenswärme! Danke dafür! Alles Liebe aus dem Süden der Republik! Caro

  24. Antworten Sandra 3. Mai 2018 um 22:26 Uhr

    Sehr schöner Text – und so wahr! Ich mach‘s genau wie du: ich sage 1x meine Meinung, auch wenn sie unbequem ist, aber ich wiederhole mich nicht ständig. Ich glaube, wenn die Freundin meinen Rat wirklich möchte, dann hört sie auch dieses eine Mal.
    Weißt du, was ich an langen Freundschaften auch so schön finde? Sie brauchen keine Einleitung: meine beste Freundin weiß meine Vorgeschichte, weiß warum ich dies so mache und jenes nicht ertrage. Wenn wir uns nach langer Zeit sehen und ich eine Episode aus meinem Lebeb erzähle, dass braucht es keine vorherigen Erklärungen ❤️ Dieses „Gekannt-werden“ ist doch das Schönste!

  25. Antworten Tanja 3. Mai 2018 um 23:49 Uhr

    Ein ganz schöner Text in dem soviel Wahrheit steckt. Es hat alles seines Zeit. Ich denke, dass man, wie du schon sagst, auch Vertraute (Freund ginge zu weit) für bestimmte Lebensbereiche braucht.
    Mit wenigen Menschen geht man den Weg seit man denken kann, viele trifft man, sie gehen eine Zeit lang mit und dann trennt sich die Wegrichtung wieder. Alles hat seine Zeit…

  26. Antworten Natalie 4. Mai 2018 um 16:37 Uhr

    Für mich klingt “ich sage es einmal und dann nicht mehr” irgendwie sehr nach Aufgeben und Bequem werden. Oder nach nicht Ertragen können. Bei mir ist es aktuell gerade ersteres und letzteres. Ich habe mir jahrelang den Mund fusselig geredet. Mit großem Einsatz. Und nichts ist passiert. Jetzt mag ich nicht mehr weil es mir einfach zu viel Kraft raubt.

    Das macht mich wirklich traurig.

  27. Antworten Pusteblume 4. Mai 2018 um 19:32 Uhr

    Hej Steffi!
    Toller Thema, ehrlicher Text.
    Ein Thema, welche mich auch gerade beschäftigt. Aber eher in diese Richtung: wie beendet man eigentlich eine langjährige Freundschaft? Vorallem, wenn dies nur einseitig der Wunsch ist. Auseinander gelebt. Kein Vertrauen mehr. Schwieriges Thema.
    Dein Artikel war auf jeden Fall ein weiterer Denkanstoß. Danke dafür!

  28. Antworten Nina 6. Mai 2018 um 23:20 Uhr

    Ach Steffi, ich hätte DICH so gern als
    Freundin, ich glaub das wäre wunderbar;).

  29. Antworten julia I mintlametta 7. Mai 2018 um 14:16 Uhr

    der text ist wunder-, wunderschön. weise und ehrlich. es treffend auf den punkt bringend, ohne die, eben genau die besonderheiten von freundschaften aussen vor zu lassen. mich juckt es meine eigenen gedanken zu meinen freundschaften hier mit in den kommentar zu packen. aber ich lasse es für heute. lasse einfach deinen text so stehen. er ist wahrlich so schön. liebste grüße!

  30. Antworten fluffylista 25. Mai 2018 um 10:47 Uhr

    Den Text hast du sehr schön geschrieben Steffi, er regt sehr zum Nachdenken an & auch wenn ich erst Ende 20 bin, kann ich vieles von dem Geschriebenen selbst nachempfinden.

Schreibe einen kommentar Pusteblume

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht
* Erforderliche Felder sind markiert


Werbung
  • spoon Werbung
    Mermaid Uhren
    Stoll Werbung
    Nordliebe
  • kemikuroj Werbung
    Minimarkt
    Lillibell
    Lynns Buch

Das könnte dir auch gefallen

Endlich Om:

16. November 2018

Enthält Werbung:

Wie wir das wuppen:

13. November 2018

Enthält Werbung:

Money, Money, Money:

09. November 2018

Alles im Archiv anschauen

Endlich Om:

02. November 2018