Kinder kriegen:

Monat 9 als Mama. Ein paar Gedanken, Gefühle und gelegentliche Fragen.

Mutter KinderKriegen OhhhMhhhde

Das hast du schön gesungen, liebe Sarah Connor: “Ich hab das alles so gewollt, den ganzen Terror und das Gold”

Als hätte Hape Kerkeling als Königin Beatrix ihr das Winken beigebracht.

Nein! Neeein! Neeeeeein!! Ach, mach doch was du willst. Ich fang nächste Woche mit dem Erziehen an.

Mein Gehirn ist zurück. Es fühlt sich nicht mehr so an, als müsste ich ihm jedes Mal kräftig in den Hintern treten, damit es in die Gänge kommt.

Das erste Mal Spielplatz – aufgeregt. Ich, nicht das Kind.

Das letzte Mal Baby-Yoga. 90 Minuten versuchen nicht zu heulen. Beim Gedanken, dass dies unser erster Ausflugsort als Mama und Tochter war. Erinnerungen an den Anfang, als wir zwei versuchten, uns nicht anmerken zu lassen, dass wir eigentlich so gar keinen Plan haben. Die Gemeinschaft war wie ein Kokon und jetzt schlüpfen wir zwei raus, ganz allein – puh.

Jetzt ist grad alles gut.

Der 17/18Uhr-Sturz, wenn bei ihr die Kraft und Kondition nachlässt.

Dein Hafen sein zu dürfen, in dem du immer wieder andockst, um kurz Liebe, Mut und Mama aufzutanken – so ein schönes Gefühl.

Wie viel verstehst du eigentlich schon von dem, was wir hier gerade sprechen?

Oh Gott, nein, ihr erstes Wort wird doch wohl nicht “Alder”, oder? Schon wieder. Oh nein!

Früher dachte ich “wie ekelig”, wenn ich die verdreckten Kinderwagen bei anderen sah. Jetzt hab ich auch so einen.

Coffee to go, die Nuckelflasche für Eltern.

Wenn er sagt: “Unsere Tochter.” Hach.

Alle krank, alles durcheinander, aber danach weiß man auch alles wieder zu schätzen: In Ruhe Abendbrot essen, einen ganzen Film ungestört gucken, eine ganze Nacht schlafen.

Es geht doch allen ähnlich, auch wenn manche so tun als wäre es nicht so.

Sie setzt sich alleine hin! Ich hab noch nie etwas so niedliches gesehen!!!

Hab ich dir heute schon gesagt, dass ich dich liebe? Hab ich dir heute schon gesagt wie toll du bist?

Denken, ihr das Gesicht sauber gemacht zu haben. Raus gehen und merken: da hängt noch eine Menge drin herum.

Telefonkonferenz mit Schwiegereltern, Eltern, Ehemann & Babysitter, wer wann wie helfen kann, damit mein Buch fertig wird.

Liebes Beamen-Erfinder-Team, falls ihr euch gerade fragt, was ihr als erstes angehen sollt – ich wäre schwer dafür, dass ihr euch aufs Essen beamen konzentriert. Zum Beispiel, wenn man als Mutter alleine Zuhause ist, das Kind schläft und es nichts, wirklich nichts zu essen gibt. Nicht mal Nudeln. Nur Naturreis ohne alles. Ihbah.

Meine Mutter, anderen Enkel auf dem Schoß, guckt mich an: Kind auf der Hüfte, andere Hand am Handy und Stulle ungegessen auf dem Teller vor mir. Sie fragt: “Warum bekommt man, wenn man ein Kind kriegt, eigentlich keinen dritten Arm dazu?”

Warum leuchten auf 99% der Babykleidung eigentlich Sterne? Hat das was mit den Sternen am Nachthimmel zu tun und dem Wunsch, dass das Kind nachts gut schläft? Oder heißt das, deine Zukunft steht in den Sternen? Du bist unser Stern? Aber das hieße ja, wir sähen dich hauptsächlich nur nachts. Ich nehm das mit dem Durchschlafen.

Sie hat mein Handy auf “Bitte nicht stören” gestellt, ohne das ich es gemerkt habe. Sie verstellt technische Geräte wie wir es nicht mal mit Anleitung können.

Könnte eine lustige Tabu-Spielvariante werden: “Zeigt ohne Worte, nur mit Gesten, was ihr als Eltern niemals tun wolltet, aber heut ständig macht.”

Und plötzlich sitzt man ständig auf dem Spielplatz. Und neben einem dieser Typ, der doch früher in dieser Band gespielt hat. Lustig, du früher da oben auf der Bühne so irre cool, wir davor und jetzt fragst du, ob ich ein Feuchttuch habe.

 

Und über was denkt ihr gerade so nach?

[herz steffi mitte]

17 Comments

  1. Antworten Melanie 11. Juni 2015 um 09:22

    Liebste Steffi
    nun habe ich Tränen in den Augen von den Worten die du geschrieben hast, soviel bedingungslose Liebe steckt in deinen Worten!
    Du fragst, über was ich gerade nachdenke…darüber wie wundervoll es doch ist, Mutter zu sein ❤️ Meine Töchter sind mittlerweile schon 21 und 19 Jahre alt und die “Kleine” bereits ausgezogen aber es ist immernoch und täglich ein Abenteuer und das wunderschönste was mir jeh in meinem Leben geschehen ist! Sie sind einfach ein Wunder. Auch wenn sie einen manches Mal an den Rand der Verzweiflung bringen man liebt sie bedingungslos vom ersten Augenblick an, ja sogar schon dann, wenn man von ihrer Ankunft erfahren hat.
    Genießt die Zeit miteinander, denn sie werden so schnell groß und gehen ihre eigenen Wege…
    Liebste Grüße,
    Melanie

  2. Antworten Franzy vom Schlüssel zum Glück 11. Juni 2015 um 09:51

    Hihi, schöne kleine Gedanken.
    Mit Kind wird alles anders. Aber ich glaube Angst muss ich davor nicht haben 🙂

    Viele liebe Grüße

    Franzy

  3. Antworten Sylvia 11. Juni 2015 um 09:53

    Deine Texte sind so super, obwohl ich selber noch keine Kinder hab liebe es deinen Blo zu verfolgen und die Eltern Texte zu lesen. Das gibt Hoffnung bei all den Erwartungen die man heute so hat.

    Grüsse

  4. Antworten merlanne 11. Juni 2015 um 09:54

    Liebe Steffi,
    Deine Gedanken wecken ein “déjà vu” in mir, das eine oder andere Nicken, “ja, ja, so ist es”. Und das mit dem Essensbeamer unterstütze ich gerne ;-).
    Liebe Grüsse,
    Claudine

  5. Antworten Laura 11. Juni 2015 um 10:08

    Liebe Steffi,

    das hast du wieder so wundervoll formuliert. Ich denke gerade jeden Tag, ob es noch was Niedlicheres geben kann, als die kleinen Trippelschritte die sie macht, die Worte, die aus ihrem Mund kommen (“Alder” ist auch immer dabei ;-)), wie sie uns schon versteht und vor allem wie ich die Zeit anhalten kann.
    Den Essenbeamer solltest du dir als Idee patentieren lassen. 😉
    Liebe Grüße Laura

  6. Antworten LeLo 11. Juni 2015 um 10:20

    «Sie verstellt technische Geräte wie wir es nicht mal mit Anleitung können.» Zucker !!!!! <3

  7. Antworten Dorthe 11. Juni 2015 um 10:48

    Liebe Steffi,
    ich denke gerade, dass ich mein Baby wieder haben will … die Lütte ist jetzt vier und -wie bestimmt jede Mami- hätte ich so vieles gern schon zu Ihrer Baby-Zeit gewusst und anders gehandelt. Das mit dem Erziehen zB … jetzt haben wir den Salat 😉
    Du schreibst das so schön … ich war übrigens beim ersten Mal Spielplatz auch wahnsinnig aufgeregt. Dusseligerweise hatte ich mir einen Vormittag ausgesucht, an dem ein ganzer Kindergarten auch da war … Hinterher hab ich ganz stolz den Papa angerufen und erzählt, was ich GROßARTIGES geleistet hab 🙂
    Liebe Grüße,
    Dorthe

  8. Antworten Nicole 11. Juni 2015 um 12:58

    Ich denke über meine Hochzeit mach, nächstes Jahr im Juni.
    Wie das Kopfkibo und Kopfchaos zu nem schönen Tag wird…und warum es noch so lange dauert bis dahin…

  9. Antworten Michele Decho 11. Juni 2015 um 13:32

    Liebe Steffi, bei deinem Text musste ich an das gestern widerentdeckte (auf der Kassette vom Kleinen Prinzen im Handschuhfach) Zitat denken: “Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.” Antoine de Saint-Exupéry
    Danke die Einblicke in deine Gedankenwelt.

  10. Antworten Sarah 11. Juni 2015 um 20:50

    Alder und Digga(l) sind hier auch “Lieblingsworte”. Ich hoffe sie meint mit Diggal nicht mich 😀

  11. Antworten Natalia | miliaink 11. Juni 2015 um 23:04

    An die langersehnten Sommerferien und die Auszeit mit Emilia! Einfach mal nichts tun, sich treiben lassen, den ganzen Tag “Kaktus” – Eis schlecken, ausschlafen, 6 Wochen an nichts denken… Danke für deine Worte und wie du immer wieder damit ins Schwarze triffst! Und mir einen kleinen Stich versetzt, weil mir immer mehr bewusster wird, wie schnell die Zeit doch mit jedem Jahr zu verfliegen scheint! ❤️ Natalia

  12. Antworten Glücksgenuss 12. Juni 2015 um 06:40

    Liebe Steffi,
    uiiiii, dass mit den technischen Geräten verstellen kennen wir auch nur zu gut. Unser kleiner Mann wird nächste Woche 1 Jahr alt. 1 Jahr!!!! Wo ist die Zeit geblieben? Gerade eben hab ich ihn doch das erste Mal in den Armen gehalten. Und nun spaziert er an einer Hand festhaltend über den Spielplatz als ob er nie zuvor etwas anderes getan hätte!
    Es ist so wunderschön ein Kind aufwachsen zu sehen, in seine eigene kleine Welt einzutauchen.. Manchmal platze ich fast vor Stolz!

    Ich wünsche Euch noch viele wundervolle Momente.
    Ach ja, und das endlich wieder durchschlafen können ist der Knaller, oder?

    Liebste Grüße,
    Daniela von Glücksgenuss

  13. Antworten Steffi 14. Juni 2015 um 22:10

    Liebe Steffi,
    meine kleine Maus ist jetzt schon zweieinhalb. Im Moment spricht sie in ganzen Sätzen, was unglaublich süß ist. Sie sagt auch ständig Schau mal.., dann schmelze ich dahin.
    Wie sie sieht freut, wen ich nach Hause komme und sie mich ganz fest umarmt und feststellt: Mama ist wieder da! Wie sie ihren großen Bruder liebt, ihn tröstet, fast alles mit ihm teilt, sich um andere sorgt…hach, darauf kannst Du Dich freuen. Das ist so ein süßes Alter.
    Liebste Grüße aus Bremen von Steffi

  14. Antworten Christine 15. Juni 2015 um 09:59

    … und wenn man denkt, man ist mit ihnen aus dem gröbsten raus, dann schlafen sie plötzlich nicht mehr um acht, sondern wollen mit dir abends noch auf dem sofa rumhängen, hauen dir gnadenlos um die ihren, du mögest doch bitte “dein leben chillen”, wenn du mal wieder einen anfall bekommen hast und bringen deine playlist ohne dein wissen auf vordermann. und alles hat seine wunderbare zeit. (nur das sofa hätte ich wirklich gerne abends alleine mit meinem mann) #irgendwasistimmer

  15. Antworten Stefanie 15. Juni 2015 um 10:30

    Liebe Steffi,
    ich stehe noch vor der Entscheidung, ob ich Kinder in die Welt setzen soll oder nicht. Deine Posts zum Thema Kind lese ich auf jeden Fall schon einmal sehr gerne. Gibt es irgendwann zum Thema Baby ein ebenfalls so lustiges Buch wie um Thema Heiraten?

  16. Antworten Tania 16. Juni 2015 um 10:53

    Liebe Steffi!
    Ich mag deinen Schreibstil sehr! Alles auf den Punkt gebracht. So viele tolle Gedanken, die du hast. Ich schreibe gerade über 6 Monate, die so schnell vorbeigesaust sind; alles war so niedlich! Jetzt steuern wir Richtung euer Alter und ich freue mich darauf. Bei elektronischen Geräten muss man echt aufpassen. Mein Sohn hat mir das Bildschirmbild verkehrt rum “programmiert”, da musste ich zeitlang die Tastatur verkehrt rum benutzen-das war lustig!
    Viel Kraft und Zeit dir noch für den Endspurt!
    Tania.

  17. Antworten Jana 5. Juli 2015 um 22:47

    Ich habe diesen Monat auf dem Familienkalender ein Foto von der “Großen” vom Juli letzten Jahres. Da war die 1 Jahr und 10 Monate. Und ich war der Meinung, sie wäre schon ein großes Kind. Jetzt, ein Jahr später, erkenne ich, wie klein sie eigentlich noch war. Ich hoffe, diese Erkenntnis für die Kleine (jetzt 8 Monate) mitnehmen zu können und auch bei der Großen öfter dran zu denken. Auch wenn ich mich über jeden Entwicklungsschritt freue und ganz stolz auf sie bin, sind es kleine Kinder.

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