Nu hört doch mal auf:

Wir sagen: Mittelfinger Morgenroutine! Wie man sich von diesem Trend nicht stressen lässt & warum er nicht immer Sinn macht.

Text – Marie Kahle

Seid ihr schon Mitglied im „5 a.m.“-Club? Gemeint ist keine neue Szene-Disco in Berlin Mitte, die erst nach Sonnenaufgang ihre Türen öffnet, sondern DAS Morgenritual erfolgreicher Menschen. Erst wird meditiert, dann Yoga gemacht (oder Gym oder Joggen oder oder oder), anschließend werden Ziele definiert (kurz-, mittel- und langfristige) und sich am Ende noch weitergebildet, z.B.: eine neue Sprache wie koreanisch gelernt. Das alles um 5 Uhr morgens!

Robin Sharma hat mit seinem Buch „The 5 Am Club: Own Your Morning, Elevate Your Life“ Ende letzten Jahres den Hype in Amerika ausgelöst. Jetzt schwappt die Botschaft auch zu uns immer stärker herüber. Plötzlich reden auch hier alle von ihrem straffen Programm früh am Morgen. Von ihrer Morgenroutine. Im Buch entsteht schnell der Eindruck, dass (fast) alle Probleme gelöst werden können, wenn man nur vor Sonnenaufgang den Sprung aus dem Bett schafft und anschließend an sich zu arbeiten beginnt. Die Stunde am Morgen ist dabei in drei Phasen aufgeteilt: 20 Minuten Bewegung, 20 Minuten Zielsetzung, 20 Minuten Weiterbildung. Auch Michelle Obama und Apple-Boss Tim Cook hüpfen angeblich beide schon gegen 4:30 Uhr für die Selbstoptimierung aus den Federn. Das Buch wirbt damit, dass die Routine fokussierter und produktiver macht – aber macht sie nicht auch viel, viel müder?

In manchen Lebensphasen mag dieses Konzept Spaß machen. Matze Hielscher erzählte zum Beispiel in unserem Endlich Om-Podcast, dass er eine Stunde vor seiner Frau und dem Sohn aufstehe, um Zeit für sich zu haben. Tagebuch zu schreiben, zu meditieren. Leuchtet ein. Das wäre dann ja eher der 6 AM-Club. Von dem erzählte auch Noch-nicht-Mama Natascha Wegelin in unserem Boom!-Podcast, die ebenfalls irre gern früh aufsteht und eine sehr ausgeklügelte Morgenroutine hat (Stichwort Darmfloradrink, Yoga, Dankbarkeitsnotizen, Ziele definieren…).

(Ex-) Langschläfer Luxat klappte in beiden Interviewszenen die Kinnlade runter, sie sagt gern:

“Für mich zählt oft schon als Wellness, alleine kacken zu können.”

Gerade Eltern bekommen richtig schlechte Laune, wenn sie das Wort Morgenroutine nur hören. Denn mit Kindern gilt der Morgen doch bereits als gelungen, wenn alle bis um 6 Uhr (oder verrückter Weise bis um 7 Uhr) geschlafen haben und jeder das Haus mit geputzten Zähnen verlässt. Und ist es nicht auch schon toll, wenn man es abends noch zum Lieblingssport oder auf einen Drink mit einer Freundin schafft? Müssen wir uns wirklich immer noch mehr selbst optimieren? Und birgt so eine Morgenroutine nicht auch viel Potential für ein schlechtes Gewissen, wenn man sie nicht schafft oder noch schlimmer: anderen von seiner ausgeklügelten erzählt?

Dies soll ein Plädoyer für die kleinen Auszeiten im Alltag sein. Für das Leben im Moment. Die zehn Minuten durchgepustet werden auf dem Fahrrad. Das Lieblingsgetränk bei der Arbeit für sich zubereiten und genießen. Der Lachflash mit der Kollegin oder dem Kind. Das Loslassen für einen Moment – zum Beispiel beim Spaziergang in der Mittagspause. Auf dem Nachhauseweg eine Station früher aussteigen und noch ein paar Meter laufen.

Wenn man sich das zur Routine macht – ist dann nicht schon irre viel erreicht? Statt noch toller in was auch immer zu werden? Oder maximal viel zu erledigen? Was wollen wir eigentlich alle noch alles erreichen? Ausser die kleinen Momente des wirklichen Lebens zu verpassen?
Denn auch Lunch-Dates oder Mittagspausenpläne wie „schnell nochmal zum Arzt“, „mal kurz in die Stadt“, oder „eben nochmal zum Sport“ lassen den Puls höher schlagen und werfen uns von einem Hamsterrad ins nächste.

Wir haben Freundinnen, die bekommen morgens einen Kaffee von ihren Männern ans Bett gebracht oder eine Frühstücksbox mit ins Büro. Wie sensationell optimiert klingt denn das bitte? Okay, es gibt auch noch Leute, die haben morgens sogar schon Sex. Da sprechen wir im nächsten Monat ausführlich im Endlich Ich-Abo drüber (also nicht nur über Sex am Morgen).

Ich wollte euch nur vorbereiten auf den Moment, der bestimmt bald kommen wird, wenn eine Kollegin/Freundin/Nachbarin/jemand bei Instagram sagt: “Uuuuuuund? Wie geht deine Morgenroutine?” Dann sag doch einfach: “Mittelfinger!!!” Also innerlich. Ausgesprochen ginge auch ein: “Ach, ich hab da was ganz Tolles entdeckt: Ich dreh mich einfach noch mal um!”

Da machen wir auf jeden Fall mit!

Was meint ihr?

Marie

P.S.: Wer ist eigentlich diese Marie? Hey! Ich bin seit Anfang Juni im OhhhMhhh-Team, 26, verheiratet, Mama einer elfmonatigen Tochter und ihr werdet hier jetzt öfter mal was von mir lesen. Ich freu mich drauf!

 

Text – Marie Kahle

44 Comments

  1. Antworten Mei 27. Juni 2019 um 08:01 Uhr

    Guten Morgen liebe Marie,
    danke für Deinen wunderbaren Text zum Start in diesen Tag.
    Ich drehe mich direkt nochmal um! – nur ein Viertelstündchen…
    Herzlichst
    Mei

  2. Antworten Marion (Unterfreundenblog) 27. Juni 2019 um 08:13 Uhr

    OMG, sie hat “kacken” geschrieben!
    Willkommen an Bord, liebe Marie – das nenne ich mal einen fulminanten Einstieg, herrlich!

  3. Antworten Nina 27. Juni 2019 um 08:19 Uhr

    Großartig! Danke!

  4. Antworten Ann-Cathrin 27. Juni 2019 um 08:21 Uhr

    Liebe Marie,

    schön von dir zu lesen und du holst mich gleich so was von ab mit deinem Text! Ich war noch nie eine Langschläferin und arbeite vormittags am besten, aber ich kann auch nicht verstehen wie man sich zu Gunsten von noch mehr Selbstoptimierung zu so früher Stunde aus dem Bett “quälen” kann. Schlaf tut Foch auch gut! Mir reicht es schon, dass seit diesem Schuljahr mein Wecker um 6 Uhr klingelt weil meine Marie sich um 6.40 Uhr auf den Schulweg machen muss. Ich gebe dann schon alles um Pausenbrote zu schmieren, Gurken & Äpfel zu schneiden und das Kind mehrmals aufzuwecken. Weniger ist manchmal mehr, das gilt in meinem Fall auch für die Selbstoptimierung durch Morgenroutine!

    Herzliche Grüße, Ann-Cathrin

    • Antworten Marie 27. Juni 2019 um 10:14 Uhr

      Liebe Ann-Cathrin,

      ja genauso geht es mir auch. Wenn der Morgen mal super chaotisch ist, versuche ich mir dagegen kleine Pausen in den Alltag einzubauen. Das tut so gut.
      P.S. deine Tochter hat ja einen super coolen Namen 😉

      Liebe Grüße,

      Marie

  5. Antworten Jessica Beutgen 27. Juni 2019 um 08:30 Uhr

    Yeah! Absolut richtig und nach meiner Erfahrung bringen diese kleinen Auszeiten sehr viel. Kleine Anekdote dazu: Meine Freundin und Kollegin und ich haben uns gestern bei der Affenhitze spontan und unverabredet mit den Kindern in der Pausenhalle getroffen und da ein bisschen unterrichtet und geklönt. War super und hat allen Beteiligten gut getan. Danke und weiter genau so…

  6. Antworten Steffi 27. Juni 2019 um 08:33 Uhr

    Großartig geschrieben und hat mich großartig abgeholt!
    So startet es sich gut in den Tag, mit einem Lächeln auf den Lippen und Mittelfinger Selbstoptimierung!

  7. Antworten Sabine 27. Juni 2019 um 08:38 Uhr

    Liebe Marie, wie schön, dich zu lesen. Ich erinnere mich noch gut daran, als unsere 3 Kinder klein waren, die Zwillinge 2 Jahre lang NIE schliefen und ich das Gefühl hatte, ich komme kaum zum atmen. Da bin ich oft aufs Klo gegangen auch wenn ich gar nicht musste. Nur um mal kurz 2 Sekunden alleine zu sein. Wenn es gut lief auch mal 5 Sekunden. Jetzt sind die Kinder groß und ich komme tatsächlich zu ein paar Routinen ganz für mich, wenn ich alle zur Schule rausgeschmissen habe. Alles hat seine Zeit. Einen sonnigen Tag wünscht dir Sabine

  8. Antworten Lilli 27. Juni 2019 um 09:03 Uhr

    Liebe Marie, herzlich Willkommen hier. Diese Selbstoptimierung durch Morgenroutine mag ein Trend sein, aber ich glaube auch nicht jedem der mir erzählt, was er morgens zwischen vier und sechs so alles macht, das er das jeden Morgen schafft. Ich habe einen Arbeitsweg von einer Stunde und gehe jeden Morgen um halb 7 aus dem Haus, entsprechend lang ist mein Tag, denn zurück fahre ich wieder eine Stunde. Diese Woche habe ich meine Morgenroutine selbstoptimiert, bin sozusagen Trendsetter, habe drei Tage Homeoffice gemacht, aufgrund der Hitze und morgens bis halb 8 geschlafen, habe also den Luxat Trend des Umdrehens angewandt – überhaupt setze ich nur Steffis Trends um ;-), was soll ich sagen, ich bin ausgeschlafen und mir geht es ganz prima damit. Lg, Lilli

  9. Antworten Claudia 27. Juni 2019 um 09:22 Uhr

    Jaaaa, genau!! Schließe mich allem an – auch dem herrlichen, gelegentlich alleine kacken dürfen;)

  10. Antworten Annett Meier 27. Juni 2019 um 09:22 Uhr

    Liebe Marie,
    wie schön! Endlich werde ich verstanden. Ich stehe 06:00Uhr auf, damit meine Kinder und ich pünktlich um 7:30Uhr geschniegelt und gefrühstückt das Haus verlassen.
    Ich bin sehr froh (und extrem optimiert), wenn ich es dann noch geschafft habe aufzuräumen, den Hund zu versorgen, mich in einen annehmbaren Zustand gebracht und alle Betten gemacht habe. Wenn ich mir jetzt vorstelle noch eine Stunde früher für meine Selbstoptimierung aufzustehen, hätte ich auf der Arbeit echt ein Problem, weil ich dann die erste Stunde auf meinem Schreibtisch schlafen müsste. Meine Kollegen wären verwirrt. In diesem Sinne…einen wunderschönen Tag.

    • Antworten Marie 27. Juni 2019 um 10:33 Uhr

      Liebe Annett,

      ich fühle mit dir, Steffi würde sich auch wundern, wenn ich auf einmal mit dem Kopf auf der Schreibtischplatte liegen und abschnarchen würde. Da schlafe ich morgens lieber noch ein Stündchen länger.

      Herzliche Grüße,

      Marie

  11. Antworten Almut 27. Juni 2019 um 09:27 Uhr

    Liebe Marie, so sehr ich den Drang nach mehr Schlaf verstehen kann, hilft es mir tatsächlich sehr, vor den anderen wach zu sein. Das ist dann eher so zwischen 5.30 und 6 und ich mache gar keine große Routine, sondern lese mich ein bisschen in den Tag rein, mache Yoga und mich soweit fertig, dass wir den Rest zu dritt stressfreier über die Bühne kriegen. Ich genieße diese Zeit sehr. Wahrscheinlich muss man hier – wie bei so vielen Dingen – sehen, was für einen selbst gut funktioniert. Ziele für den nächsten Tag mache ich z.B. immer am Ende des vorherigen Arbeitstags. Herzliche Grüße!

    • Antworten Marie 27. Juni 2019 um 10:26 Uhr

      Liebe Almut,

      ich bewundere es auch sehr, wenn man morgens Zeit und Ruhe findet um mit einem Ritual in den Tag zu starten. Solange dieses Ritual keinen zusätzlichen Stress und Druck zur Folge hat. Ich sehe das wie du, dass jeder schauen muss, was für den jeweiligen Biorhythmus und für die Lebensphase gut funktioniert.

      Herzliche Grüße,

      Marie

  12. Antworten Anke Pachauer 27. Juni 2019 um 09:47 Uhr

    GENAU SO!

  13. Antworten Anija 27. Juni 2019 um 10:16 Uhr

    Vielen Dank für den witzigen Beitrag!

    Den 5am Club find ich auch ne Nummer zu hart. Aber nachdem ich morgens IMMER gestresst, weil zu viel gesnoozt, war und abgehetzt in den Tag gestartet bin und mir mein Körper irgendwann ein Stop-Schild ins Gesicht geschlagen hat, hab ich mir auch eine Morgenroutine zugelegt. Yoga, Meditation, Tee trinken & Dankbarkeitstagebuch schreiben. Alles ca. 30-40minuten die ich in Ruhe verbracht hab. Und nach 3 Wochen hat mein Körper sich wieder entspannt und mir hat das echt geholfen.

    Insofern, in meinem Fall: Kein Mittelfinger, sondern Dankbarkeit, mit vermeintlichen Kleinigkeiten wieder Ruhe in sich selbst zu kriegen.

    Wie bei allem muss jeder für sich selbst den richtigen Weg finden.

    • Antworten Marie 27. Juni 2019 um 11:56 Uhr

      Liebe Anija,

      chapeau, dass du das alles morgens schaffst. Sich achtsam mit sich zu beschäftigen, kann auch nie verkehrt sein. Aber wie du schon sagst, muss jeder da den Weg finden, der zu seiner Phase, seinem Rhythmus und seinen Schlafzeiten passt. Ich muss leider noch ein wenig weiter snoozen….

      Herzliche Grüße,

      Marie

  14. Antworten Nathalie 27. Juni 2019 um 10:22 Uhr

    Liebe Marie!

    So so gut geschrieben und herzlich willkommen! Ich habe Anfang des Jahres versucht Joga wieder irgendwie in den Alltag einzuführen…und zu allererst natürlich morgens. Was dazu führte, dass ich ständig mitturnende Kinder über und unter mir hatte…egal wie früh ich aufgestanden bin…die haben das gerochen sag ich dir!
    Stichwort Lerchen und Eulen, sage ich diesem Zusammenhang nur. Die amerikanische Körpertherapeutin Amy Cuddly meint, dass Sport für Morgenmuffel kontraproduktiv sei. Lieber im Bett ausgiebig räkeln und strecken und eine sogenannte “Powerpose” üben. Bestimmt helfen den Morgenmuffeln auch Morgenroutinen aber da gehört vermutlich nicht dazu Ziele zu definieren und Dankbarkeitstagebücher zu schreiben. Ja und? Die machen das dann eben abends!
    Aber es ist doch leider oft so, dass es Menschen gibt, bei denen eine gewisse Routine, Ernährungsweise, Entspannungstechnik gut funktioniert und die dann denken sie müssen es über alle Menschen in ihrem Umfeld stülpen. Einfach als Bestätigung ihres eigenen Handelns, nicht weil sie unbedingt denken oder überhaupt so weit gedacht haben, ob es für den anderen Sinn macht. Und es gibt die, die es einfach machen und die anderen damit in Ruhe lassen. Von dem her ist der innerliche Mittelfinger genau der richtige Gedanke!

    Sonnige Grüße
    Nathalie

    • Antworten Marie 27. Juni 2019 um 12:27 Uhr

      Liebe Nathalie,

      Kinder haben da echt einen siebten Sinn, wenn man sich mal für einen ruhigen Moment aus dem Staub machen will. Um 5 Uhr dann im Wohnzimmer zu spielen, statt zu meditieren – alles schon vorgekommen. Daher lieber nochmal schlafend stellen noch ein wenig dösen.

      Herzliche Grüße,

      Marie

  15. Antworten Frauke 27. Juni 2019 um 10:56 Uhr

    “Für mich zählt oft schon als Wellness, alleine kacken zu können.”

    Stefanie, Du bist vulgär!

  16. Antworten ilse 27. Juni 2019 um 11:28 Uhr

    Liebe Marie,
    ich mag dich jetzt schon, Danke für den tollen Beitrag.

  17. Antworten Käthe 27. Juni 2019 um 12:23 Uhr

    Ein toller Einstieg liebe Marie! Und es tut gut zu lesen, dass es auch anderen so geht!

    • Antworten Marie 27. Juni 2019 um 12:33 Uhr

      Danke liebe Käthe,

      eigentlich dachte ich, dass alle morgens meditieren und eine neue Sprache lernen. Wie beruhigend, dass es noch viele viele gibt, die lieber liegen bleiben.

      Herzliche Grüße,

      Marie

  18. Antworten Lissy 27. Juni 2019 um 13:45 Uhr

    Liebe Marie, mit diesem
    Text hast du dich wahrscheinlich direkt in die Herzen aller Leser „geschrieben“ – also in meins auf jeden Fall! So wunderbar geschrieben! Ich freu mich auf mehr von dir zu lesen!

    Herzliche Grüße, Lissy

    PS: Mal ehrlich… Wir Muttis haben unser Ziel der Morgenroutine doch schon alleine dann erfüllt, wenn wir uns einfach mal ungestört für den Tag fertig machen können

  19. Antworten Anna 27. Juni 2019 um 14:04 Uhr

    Herrlich geschrieben! Du sprichst mir aus der Seele. Besonders der Teil mit dem Zähneputzen… neulich hab ich eins der Kinder mit ner Unterhose ins Auto gesetzt ohne es zu merken. Als ich dann zur Kita losfahren wollte, sagte der Große: Äh, Mama, der Max hat noch keine Shorts an.
    Also mit Morgenroutine braucht mir keiner kommen, ich mache immer drei Kreuze, wenn alle drei im Auto sitzen (und vollständig angekleidet sind).
    Herzlichst,
    Anna

  20. Antworten Tiziana 27. Juni 2019 um 16:49 Uhr

    Liebe Marie,

    DANKE! Das kam wie gerufen. Ich muss gestehen, dass ich auf den Zug aufgesprungen war und mich in den letzten 2 Monaten damit gequält habe, weil ich es nahezu nie geschafft habe mich an meinen Plan zu halten. So begann jeder Morgen mit einem schlechten Gewissen… Bescheuert oder?! Ab Morgen packe ich den mentalen Mittelfinger aus 🙂

  21. Antworten Katja 27. Juni 2019 um 20:19 Uhr

    Toller Start, Marie! Und das Thema trifft genau meinen Nerv, denn wie viele andere Mütter auch suche ich ein Zeitfenster am Tag, das nur mir gehört. Da klingt das Konzept der Morgenroutine verlockend. Zugleich weiß ich aber auch, wie sehr ich meinen Schlaf brauche und dass es unmöglich mein Weg in meiner aktuellen Lebenssituation sein kann, nach einer viel zu kurzen und unterbrochenen Nacht um 5 Uhr aus dem Bett zu springen. Es ist so wichtig, bei sich zu bleiben und den eigenen Weg zu finden…

  22. Antworten Birte 27. Juni 2019 um 21:23 Uhr

    Wunderbar und treffend beschrieben. Der Text spricht mir aus der Seele und die Ex-Langschläferin Luxat so richtig. Kacken kann man auf jeden Fall sagen. Man muss dass Kind beim Namen nennen und mal weg vom
    Selbstoptimieren. Das hat bei mir dieses Jahr super viel Stress ausgelöst Daher bin ich zu meinem ursprünglichen Motto zurückgekehrt. Dieses Jahr ist ZweitausendNEINzehn!
    Ich hoffe weiterhin auf ruhige Klominuten. Weiter so!

  23. Antworten Marga 28. Juni 2019 um 08:00 Uhr

    Meeeega! Wirklich super geschrieben, habe sehr gelacht. Freue mich auf mehr von Dir! Liebste Grüße nach HH

  24. Antworten Ulrike 28. Juni 2019 um 09:13 Uhr

    Liebe Marie,

    danke für den Artikel. Und ich gebe zu, dass ich sehr neugierig war – alleine schon wegen dem Zitat als Aufmacher 🙂 Nur irgendwie hinterlässt er – zumindest bei mir – einen schalen Beigeschmack. Warum sollte ich ein schlechtes Gewissen haben? Weil es Menschen gibt die sich eine solche Morgenroutine zu eigen machen, es toll finden und unerhörterweise dies auch noch öffentlich erzählen? Warum wird in dem Artikel explizit darauf hingewiesen, dass Natascha Wegelin ja noch keine Kinder hat und Matze Hilscher ja eher Team 6 am angehört oder generell Eltern schlechte Laune bekommen? Irgendwie habe ich bei solchen Sätzen immer das Gefühl, dass diese als Rechtfertigung für das eigene Nichttun dienen und im Umkehrschluss andere dazu zwingt, sich zu rechtfertigen warum sie es tun und schaffen. Teufelskreis.
    Nein, man muss und soll nicht alles toll finden und jeden Scheiß mitmachen, nur kann man nicht einfach nach dem Motto handeln “jedem das seine”? Denn ehrlich – wenn ich ein schlechtes Gewissen habe nur weil ich keine Morgenroutine haben/ nicht Vegetarier bin / nicht 4 mal die Woche zum Sport gehen oder nicht whatever bin oder tue – was sagt das über mich? Sollte ich dann nicht lieber darüber nachdenken WARUM ich ein schlechtes Gewissen habe?

    • Antworten Marie 1. Juli 2019 um 11:21 Uhr

      Liebe Ulrike,

      genau darum geht es uns. Sich nicht rechtfertigen zu müssen und nur dann Routinen in den Tag einzubauen, wenn es auch wirklich in die jeweilige Lebensphase passt. Als Mutter mit Baby ist schon das Kämmen der Haare an manchen Tagen eine Herausforderung, als Vater eines Schulkindes wie bei Matze Hielscher kann Me-Time um 6 Uhr überlebensnotwendig sein und als Frau ohne Kinder wie Natascha Wegelin wird der Morgen noch ganz nach seinen Wünschen und seinem Biorhythmus gestaltet. Erlaubt ist, was gut tut und eben kein schlechtes Gewissen macht. Sich eben in kein Korsett zwängen, dass gar nicht passt und einmal richtig durchatmen.

      Herzliche Grüße,

      Marie

  25. Antworten Ina Kreft 28. Juni 2019 um 13:46 Uhr

    Ich habs noch gar nicht ganz zu Ende gelesen, dachte aber sofort bei den ersten Sätzen “Jaaaaa”, endlich! Es gibt anscheinend außer mir noch andere, die von dem Morgenroutine-Thema langsam angefressen sind. Der Beitrag entlastet ja total. Ich finde mich mit meinem morgendlichen Zitronenwasser, dem grünen Smoothie und vier Mal Sonnengruß schon mega. Aber es stimmt, Morgenroutinen hängen sehr mit bestimmten Lebens- oder auch Stimmungsphasen zusammen. Neben meiner Trinkroutine 😉 reicht es mir im Moment einfach, morgens zu sagen:”Wie geil, ich lebe.”
    Liebe Grüße Ina

  26. Antworten Kathrin 2. Juli 2019 um 11:48 Uhr

    Also ich bin dabei….also rumdrehen und Mittelfinger. Mich würde mal interessieren wann die Leute mit der tollen Morgenroutine ab 5.00 Uhr dann abends ins Bett gehen. Ich mache diese ganzen Sachen auch aber Abends manchmal noch um 24.00 Uhr, Ziele definiere ich immer Abends für den nächsten Tag schriftlich und weiterbilden kann ich auch Abends am Besten wenn der Sohn im Bett ist. Die Besten Ideen kommen mir Nachts. Ich gründe dann jetzt mal den Mitternachtsclub, wer ist dabei.
    Viele Grüße Kathrin

  27. Antworten Katrin 2. Juli 2019 um 15:54 Uhr

    Super Artikel!
    Morgenroutine ist nett, aber ich frage mich tatsächlich, ob all diese Prediger eigentlich Kinder haben?
    Meins geht zum Beispiel im Moment erst um 11 ins Bett (ich würd ja gern schon um 9 in die Heia), soll ich jetzt wirklich noch um 5, nach nur 6 Stunden Schlaf aufstehen?
    Und, ja, das mit denn kacken, da ist was dran … 😉

  28. Antworten Tanja 11. Juli 2019 um 11:23 Uhr

    Hab sehr gelacht! Danke!
    Ja, dieser ganze Selbstoptimierungskram funktioniert tatsächlich nur, wenn man nicht noch andere zu optimieren, sprich: zu erziehen hat. Und ich habe schon lange eine Morgenroutine, die tatsächlich Zähne putzen für alle beinhaltet. Idealerweise hat dann auch noch jede*r mindestens eine Unterhose an, ehe wir das Haus verlassen. Klappt auch nicht immer…

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    Zuckerschnuerl
    Lillibell
    Nordliebe
  • Wir sagen: Mittelfinger Morgenroutine! Wie man sich von diesem Trend nicht stressen lässt & warum er nicht immer Sinn macht.

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