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Raus mit euch!

Wer Angst vor einem Hauskauf hat, kann sich entspannen, sagt Miriam Jacks und gibt gute Tipps, wie man die Suche angehen kann.

Text – Marie Kahle

Die Stadt wird nicht für immer unser Zuhause bleiben. Diese Erkenntnis ereilt früher oder später viele Familien, die ein Haus kaufen möchten und sich mit den horrenden Immobilienpreisen der deutschen Innenstädte beschäftigten. Auch die Vorstädte sind zum Teil schon vollflächig abgegrast, weshalb immer mehr Familien die Stadtgrenze verlassen und ihr Glück auf dem Land suchen. Der Wunsch, dass die Kinder im eigenen Garten toben können, ohne dass sich ein Nachbar beschwert und man monatliche Mieten nicht an den Vermieter verschenkt, sondern als eigene Kapitalanlage verwendet, kommt vielen bekannt vor.

Auch Steffi und ihre Familie suchen gerade ein Haus und so kamen wir auf die Idee, in den nächsten Monaten hier viele Fragen zum Thema Hauskauf und verschiedenste Wohnmodelle (auch zur Miete) vorzustellen. In der Stadt, auf dem Land, mit Wochenendhaus und und und.

Denn selbst wenn man es gefunden hat – das Haus im Grünen, kommen  Zweifel und Befürchtungen auf. „Besuchen uns dann überhaupt noch Freunde?“, „Kann ich wirklich auf Restaurants, Bars und Kino verzichten?“, „Wird uns die Provinz glücklich machen?“ und „Können wir nachts trotz hoher Verschuldung noch schlafen?“

Den Anfang macht Beauty-Expertin Miriam Jacks. Bekannt wurde sie als Make-up Artist und Shopbesitzerin. Heute arbeitet Miriam als Creative Director, hat eine eigene Agentur namens JACKS beauty department und ist Gründerin der handgefertigten Make-up Pinsel JACKS beauty line  – und eigentlich war Miriam nicht mehr aus dem urbanen Hauptstadtbild Berlins wegzudenken.

Bis vor einem Jahr. Da kaufte sich Miriam gemeinsam mit ihrem Mann Christian ein altes Haus im ca. 15 Kilometer entfernten Köpenick, einem Stadtteil im Osten Berlins, in das sie gemeinsam mit ihrem 3-jährigen Sohn Noah einzogen. Die Familie renovierte das komplette Haus, riss Wände heraus, baute Fenster ein und erschuf sich die Oase, von der sie immer geträumt hat. Miriam ist ein gutes Beispiel dafür, dass es sich lohnt mutig zu sein und dass man sich nicht von hohen Krediten abschrecken lassen darf. Richtig gute Tipps für die Suche, fürs Renovieren und Einrichten hat sie auch noch verraten.

Viel Spaß beim Lesen des Interviews!

Herzlich, Marie

 


Liebe Miriam, ist es dir schwer gefallen Berlin Mitte zu verlassen?

Es war immer mein Traum ein altes Haus zu kaufen und auszubauen. Natürlich mit Garten. Und wo findet man sowas noch in der Stadt? Also wussten wir von vorne herein, dass wir uns außerhalb des Stadtzentrums umschauen müssen. Wir waren für alle Stadtteile offen, doch immer wenn etwas Interessantes reinkam, war es in Köpenick. Gerade als wir eine Pro- und Contraliste für den Stadtteil erstellten, bekamen wir die Zusage für unser jetziges Haus. Das sollte wohl so sein. Unsere größte Sorge war es, dass wir jeden Tag lange mit dem Auto fahren müssen. Heute sehe ich die Autofahrt als Zeit für mich an, in der ich Podcasts höre oder ganz ungestört nachdenken kann. Auf der Heimfahrt entstehen meine besten Businessideen.

Jetzt wollen natürlich alle wissen, wie du dein Haus gefunden hast.

Mein Tipp: Beauftragt so viele Makler wie möglich und schaut jeden Tag – morgens, abends und evtl. noch mittags – bei den Immobilienportalen rein. Auch eine Anzeige bei Ebay Kleinanzeigen zu schalten, kann helfen. Es ist außerdem super wichtig gleich alle Unterlagen beisammen zu haben, denn wenn das richtige Haus gefunden wurde, muss man sich meist innerhalb kürzester Zeit entscheiden. Mein Mann und ich waren für unser Haus nicht die einzigen Bewerber. Insgesamt hatten 6 Familien Interesse und irgendwann wurde das Bieter-Verfahren eröffnet. Unsere oberste Schmerzgrenze lag bei 600.000 Euro, schließlich muss man immer noch ca. 15% Nebenkosten dazurechnen. Also kam mein Mann auf die Idee ein Bewerbungsvideo zu machen. Das kam so gut an, dass wir das Haus bekamen, obwohl wir “nur” 10.000 Euro mehr geboten hatten.

 

Viele hadern vor einem Hauskauf mit der hohen Verschuldung durch einen Kredit. Wie bist du mit der finanziellen Belastung umgegangen?

Wir haben einen Kredit in Höhe von 750.000 Euro aufgenommen, dazu kamen 55.000 Euro Eigenkapital. Da das Haus jedoch schon beim Kauf auf 780.000 Euro geschätzt wurde und damit wertvoller war als der Kaufpreis, fiel uns die Entscheidung leicht. Durch unseren Ausbau ist es nun noch mehr wert und das Geld geht als monatliche Rate vom Konto ab – genau wie eine Miete. Für uns ist es wie eine Geldanlage. Die Summe von 2300 Euro im Monat (mit allem drum und dran) zahle ich nun deutlich lieber als vorher die Miete.

 

Wir fühlen uns nicht verschuldet, obwohl wir das eigentlich sind.

 

Was würdest du anderen raten, die mit dem Gedanken spielen ein Haus zu renovieren?

Unbedingt machen! Mir hat es so viel Spaß bereitet und es wird sicher nicht das letzte Haus gewesen sein, das ich gekauft habe. Bevor man aber den finalen Kaufvertrag unterschreibt, sollte man unbedingt mit einem Bauleiter durch das gesamte Haus gehen und checken lassen, ob die Bausubstanz gut ist. Wasserschäden, ein defektes Dach oder gar Schimmel in den Wänden können hinterher richtig Ärger und enorme Kosten bereiten. Wenn alles in Ordnung ist, rate ich immer sich direkt einen schriftlichen KVA geben zu lassen, in dem man herausfinden kann, ob die Umbau- und Sanierungsarbeiten auch finanziell machbar sind. Ich empfehle immer, dass man mindestens 20-25 % on top kalkuliert, aber diese Summe nicht mit den Dienstleistern kommuniziert. Vieles kann man selber machen. Beispielsweise habe ich alles selber gekauft und nur noch einbauen lassen. Das hat eine Menge Geld gespart. Erfordert jedoch auch Zeit und ein wenig handwerkliches Geschick.

Was war denn eure größte Herausforderung beim Renovieren?

Tatsächlich das Zeitmanagement. Oft hat vieles sehr viel länger gedauert als geplant. Das kann vor allem passieren, wenn es sich um einen Altbau handelt und man vorher nicht zu 100% sagen kann, was sich hinter den Wänden verbirgt. Auch die Lieferung der Möbel kam oft nicht rechtzeitig an oder wurde falsch zugestellt. Bedenkt immer, dass alles länger dauert. Man kann nichts daran ändern, deshalb darf man sich nicht verrückt machen, sondern muss versuchen entspannt zu bleiben. So spart man sich eine Menge Kummer, Tränen und Stress.

Wie bist du bei der Einrichtung des Hauses vorgegangen? 

Ich habe lange über den Stil nachgedacht, den ich mir für mein Eigenheim wünsche. Mein Moodboard ist über viele Monate mit dem Ausbau des Hauses gewachsen. Oft habe ich die Wandfarbe oder die Möbel für die ich mich entschieden habe im Moodboard zusammengebaut und mich dann nochmal umentschieden.

Hat man mit einem Haus auch wirklich mehr Arbeit? 

Auf jeden Fall! Wir haben es ganz schön unterschätzt, was es bedeutet einen so großen Garten zu pflegen. Als wir 9 Tage im Urlaub waren, war das komplette Beet im Eingangsbereich, was wir vorher noch mühevoll bepflanzt haben, zugewuchert mit Unkraut. Das hört sich jetzt vielleicht posh an, aber wir haben seit Neustem einen Gärtner. Er ist nicht günstig, aber es ist mir das Geld wert, damit alles gepflegt aussieht.  Ich komme nicht wirklich zur Ruhe, denn im eigenen Haus gibt es immer etwas zu tun. Wir sind nie zu 100% fertig, was aber auch super viel Spaß macht. Dafür bin ich aber glücklicher, zufriedener und gelassener als vorher.

Kommen euch noch viele Freunde aus der Stadt besuchen?

Freunde ohne Auto kommen selten bis gar nicht mehr vorbei. Zum Glück sind wir auch jederzeit bereit in die Stadt zu fahren. Andere Freunde die mobil sind, kommen dagegen sehr gerne, weil es bei uns ruhig und entspannt ist.

Vermisst du denn manchmal das urbane Leben mit Restaurants, Bars, Shops aus der Innenstadt?

Tatsächlich nicht. Unsere Sorge beim Hauskauf in Köpenick war, dass es vielleicht zu weit außerhalb ist – doch uns stört die Entfernung nicht, ganz im Gegenteil. Die Autofahrt ist wie mein zweites Office und wir wohnen jetzt wie andere Urlaub machen. Wir sagen uns jedes Wochenende, dass wir so dankbar für die Entscheidung sind raus gezogen zu sein. Und wenn wir Lust auf die Stadt haben, sind wir in 30 bis 40 Minuten auch überall.

Viele hadern damit sich auf einen Wohnort für lange Zeit oder sogar für immer festzulegen. Wollt ihr im Haus wohnen bleiben oder nur für eine bestimmte Zeit?

Da mein langfristiger Plan ist Interior Design zu meinem Beruf zu machen, wird das Haus sicher nicht das letzte gewesen sein, welches ich ausgebaut habe. Aktuell bin ich einfach froh, dass wir nach insgesamt vier Umzügen endlich eine Heimat gefunden haben. Das soll sich auch nicht so schnell ändern. Aber ich liebe es auch alten Häusern neuen Glanz zu verleihen.

 

Vielen Dank für das Gespräch, liebe Miriam!

*diese Geschichte ist nicht gesponsert, aber da wir Miriam Jacks Seite verlinken, müssen wir über diesen Beitrag Werbung schreiben.

Text – Marie Kahle

Fotos – Sophia Lukasch

26 Comments

  1. Antworten Wiebke 21. August 2019 um 09:17 Uhr

    Tolle neue Rubrik! Ich freu mich sehr auf die weiteren Artikel. Danke auch an Miriam, dass sie so offen über Preise kommuniziert. Das bringt einem einen realistischen Einblick wenn man sich selbst gerade an das Thema Hauskauf in Metropolnähe herantastet.

    • Antworten Marie 22. August 2019 um 16:01 Uhr

      @Wiebke: Liebe Wiebke,

      wir freuen uns, dass dir die neue Rubrik gefällt und tasten uns jetzt alle gemeinsam an das Thema Hauskauf heran.

      Herzliche Grüße,

      Marie

  2. Antworten Sandra 21. August 2019 um 09:29 Uhr

    Wow, was für ein wunderschönes Haus! Falls wir auch mal ein Haus renovieren sollten, soll es genau so aussehen. 🙂 Und eine super Idee mit der neuen Rubrik, finde ich sehr spannend!

  3. Antworten Annette 21. August 2019 um 10:26 Uhr

    Hallo! Ich habe das Interview mit Miriam Jacks sehr interessiert gelesen; das Haus- bzw. Wohnthema ist in vielen Familien sehr präsent und bestimmt ja nun tatsächlich ganz klar die Frage “Wie wollen wir leben”. So war es bei uns vor drei bis vier Jahren auch, als unsere Mietwohnung durch den Familiennachwuchs zu klein wurde. Wir haben ein kleines altes Haus in Stadtzentrumsnähe gekauft, mit dem wir mittlerweile auch sehr glücklich sind und das gut für unser Familienleben funktioniert. Über die Dramen, die sich bei der Haussanierung abgespielt haben (Dachstuhl marode, Verdacht auf Hausschwamm, Garagenabriss beschädigt Nachbarhaus, Abwassersystem marode, Asbest im Fußboden) könnte ich lange erzählen, vielmehr möchte ich eine allgemeinere Anmerkung zu Hausgeschichten machen, die ich (sehr gern!) auf Blogs wie Eurem lese. So wird gerade aus Frauenperspektive viel über Moodboards, Stil und Möbel gesprochen. Das ist schön und macht Freude; ein Hauskauf – egal ob Neu- oder Altbau – bringt aber nun mal ein großes Investment und damit viel Verantwortung mit sich. Heißt: Es ist weitaus wichtiger, sich zunächst mit anderen Themen zu beschäftigen: Aus welchem Stein ist das Haus gebaut? Wie sieht’s mit den Leitungen aus? Schadstoffe? Wo lauern juristische Fallstricke? Und zum Thema Gutachter: Hier haben wir erfahren, dass dieser keine Garantie darauf gibt, dass er tatsächlich alle Schäden am Haus bemerkt hat. Man kann ihn hierfür nicht einmal haftbar machen. Sprich: Man sollte im eigenen Interesse auch mal vom Worst-Case-Szenario ausgehen (und damit meine ich keine Lieferverzögerungen von Möbeln) und sich selbst in das Thema Haus einarbeiten. Positiv überraschen lassen kann man sich dann immer noch.
    Was ich damit sagen will: Bitte bei Hausgeschichten nicht nur über die soften Themen schreiben! Viele Grüße, Annette

    • Antworten Marie 22. August 2019 um 16:24 Uhr

      @Annette: Liebe Annette,

      Danke für deine Anregungen und dein Feedback. Nehmen wir mit auf die Liste für zukünftige Geschichten.

      Herzliche Grüße,

      Marie

  4. Antworten Katharina 21. August 2019 um 11:15 Uhr

    Liebe Annette,

    Du sprichst mir aus der Seele. Für eine realistische Einschätzung braucht es auch Geschichten von gescheiterten Umzügen aufs Land oder ins eigene Haus, finde ich. Schöne Fotos, Moodboards und Einrichtungstipps finde ich in dieser Rubrik nicht hilfreich. Gefühlt machen Frauen im Internet nichts anderes als gedanklich die Bude hübsch zu machen und nach Inspirationen zu gucken. Männer kommen in vielen Stories gar nicht oder nur am Rande. Wir haben unser Haus nach 5 Jahren Suche gefunden, 2 Jahre saniert und wohnen jetzt seit 7 Jahren drin. Eigentlich im falschen Stadtteil und doch genau richtig, aber frei haben wir hier nie, irgendwas ist immer.

  5. Antworten Simone 21. August 2019 um 11:18 Uhr

    Hallo,
    ich hab mich über diesen Beitrag gefreut und schließe mich der Vorrednerin an (aus eigener Erfahrung). Beim Hauskauf sind bauliche Themen soo viel wichtiger als die Einrichtung. Apropos Einrichtung: Ich finds gut, dass ihr hier einen mal ganz anderen Stil zeigt als sonst. Er entspricht zwar nicht so meinem Geschmack, aber da man in vielen Blogs oder in Heften à la Couch immer sehr “natürlich” oder “skandinavischen” Look findet, ist dieser Look eine erfrischende Abwechslung, mich erinnert das Innere an amerikanische Serien und es ist einfach immer spannend bei anderer Einblick zu haben!

    Um noch einmal auf das Thema Bausubstanz zu kommen. Da wäre es sicher mal spannend, mit einem Experten ein Interview über wichtige Punkte und schwierige Fallstricke zu machen. Worauf wir zB nicht haben gucken lassen ist das Dach. Ein teurer Fehler!
    Liebgruß, Simone

  6. Antworten Stefanie 21. August 2019 um 13:20 Uhr

    Liebe Marie,
    nur eine Kleinigkeit, die auch Steffi immer macht und mich (pedantischerweise) irritiert. Nach „herzlich“ kommt kein Komma, oder?!?
    Lieben Gruß
    Steffi

  7. Antworten Isabell 21. August 2019 um 14:35 Uhr

    Den Traum ein Eigenheim mit grün, haben viele Grossstädter. Ein gutes Thema! In Hamburg ist Bramfeld noch ein sehr unentdeckter Stadtteil der in kommen ist. Wenn erstmal die U Bahn Anbindung vorhanden ist, auch nicht mehr zu finanzieren aber zur Zeit findet dort ein Generationswechsel statt und es dauert nicht mehr lange und die netten Cafés kommen wie in Barmbek! Also Familien auf mach Bramfeld! Uns gefällt es dort sehr gut und die Preise der Häuser sind noch realistisch…

  8. Antworten Lisa 21. August 2019 um 15:09 Uhr

    Danke für den Bericht und den Einblick. Mutig sein lohnt sich, keine Frage. Und ich verstehe total, lieber abzubezahlen, als einen Vermieter zu be-zahlen.
    Aber (!!) ein Eigenheim ist -zumindest nach meiner Info- keine Kapitalanlage wenn man selbst drin wohnt.
    Liebe Grüsse aus Wien.

  9. Antworten Sylvie Friedl 21. August 2019 um 17:35 Uhr

    Liebe Steffi, liebe Miriam,
    schön, dass Ihr hier Miriams Traumhaus vorstellt. Ich habe mit großem Interesse Miriams Stories rund um Renovierung und Einrichtung verfolgt und finde Ihren individuellen und sehr geschmackvollen Stil wunderschön.

    Die Tipps runden das ganze ab.

    Wir haben auch vor dem Kauf eines älteren Hauses (Baujahr 1954, letzte Renovierung 1983) einen Architekten gebeten, das Haus zu prüfen (inkl. Erstellung eines Wertgutachtens), da wir uns bei der Feststellung von Feuchtigkeit im Gemäuer, Keller etc. evtl. gegen den Hauskauf entschieden hätten. Auch haben wir über einen Anbau mit zwei Architekten vor Ort gesprochen und uns nach Nennung konkreter Kosten sowie Begleitmaßnahmen aus monetären Gründen dagegen entschieden. Der Hinweis bei einer geplanten Sanierung, wie auch in unserem Fall, noch zusätzlichen “Puffer” einzurechnen ist Gold wert, da es meist zu ungeplanten “Entdeckungen” kommt.

    Ich freue mich auf weitere Beiträge zum Thema.

    Herzliche Grüße
    Sylvie

  10. Antworten Katja 21. August 2019 um 20:15 Uhr

    Ich fand die Geschichte spannend und Miriam war mutig übers Geld zu sprechen. Aber 2300€ Kreditrate können sich auch nicht alle Paare mit Kindern leisten und ein Haus ist nicht in jedem Fall eine Kapitalanlage. Oft ist es lediglich eine Lifestyle-Entscheidung. Es wäre toll, wenn ihr das in folgenden Geschichten erzählt. LG!

  11. Antworten Kristin 22. August 2019 um 00:03 Uhr

    Ich schließe mich einigen der Vorrednerinnen, vor allem Annette an: mehr als Moodboards und die richtige Couch interessieren mich fragen zu Bausubstanz, wen muss/ sollte ich involvieren und vor allem ehrliches abwägen (s. Livestyle vs ökonomische Entscheidung). Um das richtige Sofa kann man sich dann ja immer noch kümmern…

  12. Antworten Bienchen 22. August 2019 um 16:22 Uhr

    Uiuiui – gerade bei dem Thema, das man sich beim Hauskauf entspannen sollte, wäre es angebracht, mal über die Kreditaufnahme zu schreiben. Wenn da 750.000 Euro an Kredit laufen und nur 2.300 Euro abgezahlt werden, ist man bei einer Tilgung von nur 1,5 % und einer Laufzeit von über 40 Jahren. Das ist irre, jeder Immobilienprofi würde da die Hände überm Kopf zusammenschlagen. Zähenknirschend werden von Investoren derzeit Laufzeiten, bis man seine Investition wieder rein hat, von 30 Jahren akzeptiert. Aber normal wären 15-20 Jahre. Alles darüber hinaus bedeutet einfach ein echtes Risiko. Da darf nichts passieren, keine Arbeitsunfähigkeit, Scheidung, oder – noch viel viel schlimmer – ein Wirtschaftseinbruch mit sinkenden Immobilienpreisen.
    Da bei der Familie nicht mal 10% Eigenkapital da waren, müsste man sich fragen, welche Bank sowas guten Gewissens finanziert. Ich würde da keine Nacht gut schlafen können.
    (Und von den steigenden Kosten, die ein Kind bedeutet, desto älter es wird, mal ganz abgesehen) 😉

  13. Antworten Holly 22. August 2019 um 17:08 Uhr

    Da kann ich mich Bienchen nur anschließen. Ich werde jetzt 30 und taste mich langsam an den Gedanken Hauskauf und Zukunft ran. Ein Blogpost zum Thema Finanzen wäre daher sehr spannend. Was kommt auf einen zu, wie viel muss man monatlich über welchen Zeitraum stemmen können, Anfangsrate etc. und was sind mögliche Risiken?

  14. Antworten Jessica 23. August 2019 um 09:14 Uhr

    zu Bienchen:
    Genau das habe ich beim Lesen auch gedacht! Die Finanzierung klingt nach extrem hohem Risiko und ist von seriösen Geldgebern eigentlich nicht zu verantworten. Aber Miriam macht ja einen sehr entspannten Eindruck…da sie sogar einen Gärtner engagiert, weil sie Sorge hat, dass der Garten nicht gepflegt aussehen könnte. Das ist überhaupt nicht böse gemeint oder gar neidisch, aber ich könnte da nicht (gut) schlafen. Ich wünsche der Familie, dass alles so klappt, wie sie es sich wünscht.
    Lieben Gruß
    Jessica

  15. Antworten Anita Gerster 23. August 2019 um 10:43 Uhr

    Wir sind seit 1.5 Jahren Hausbewohner auf dem Land. Bei uns in der Schweiz ist ja alles viel teurer – und ich bin auch ich leicht erschrocken über die Zahlen, die ihr oben offenlegt.
    Ich denke, ein Punkt, den man beachten könnte ist die ÖV-Anbindung des Ortes. Dann kann man auch noch etwas weiter aufs Land hinaus, von besseren Preisen profitieren und auf dem Arbeitsweg schon die Mails beantworten 🙂
    Ein wichtiger Punkt für mich ist ebenfalls der Freundeskreis: Die Freunde werden nicht sehr weit fahren, für einen Kaffee oder ein Glas Wein. Da muss man umdenken und sich auch unbedingt in der Wahlheimat integrieren, wenn man sich ein stabiles soziales Netz wünscht. Dafür kommen die Freunde ab und zu gleich übers Wochenende – auch schön.

  16. Antworten Manuela 26. August 2019 um 16:05 Uhr

    Hallo,
    wie spannend, dass ihr etwas über das Hauskaufen schreibt. Ich liebe es mir anzusehen, was man aus einem Haus mit Geschmack und Liebe so machen kann. Es ist wunderschön geworden. Dennoch wird für mich und meine Familie ein Hauskauf wohl nie eine Option sein. Trotz genügend Eigenkapital sehe ich zu viele Nachteile (abgesehen davon, dass ich einen Kaufpreis von € 750.000 Wahnsinn finde). Die Immobilienpreise erscheinen mir momentan außerhalb jeglicher Relation und ich zweifele sehr daran, dass das in 20, 30 Jahren noch gerechtfertigt sein wird… (aber da kenne ich mich nicht wirklich aus). Viel wichtiger für mich ist, dass ich nahezu auf dem Land groß geworden bin und gar nicht mehr so weit aus der Stadt hinaus will. Ich habe drei Kinder, das älteste ist 11, und ich glaube so auf dem Land, ist für ältere Kinder eben doch alles “weiter weg”. Und auch, wenn mich die Vorstellung von den eigenen vier oder mehr Wänden mit Garten und Grün darum herum sehr reizt, so sehr mag ich es auch, dass bei uns alles “um die Ecke” ist. Dass ich eben nicht immer etwas zu tun habe im Haus oder Garten, dass ich in nur 20 Minuten zu Fuß in meinem Lieblingskaffee sitze, dass meine Kinder ihre Freunde zu Fuß oder mit dem Rad besuchen können und dass wir auf unserem Balkon auch ohne Gärtner (sorry) alles schaffen…. Aber wer weiß, vielleicht überlegen wir es uns noch einmal anders, oder kaufen uns statt dessen ein Ferienhaus am Meer oder oder oder…. Lieben Gruß, Manuela

  17. Antworten Karolina 28. August 2019 um 22:35 Uhr

    Eine tolle Reihe und auch schon so viele spannende Kommentare. Ich finde es super, dass Moodboards und Einrichtung schon als softe Themen angesprochen wurden, neben denen man genauso die harten Themen wie Finanzen oder Bausubstanz beachten muss. Aber auch wenn man sich durch all das durcharbeitet und der Traum sich endlich erfüllt – dann ist ein Haus nicht nur Freiheit und Spass sondern schafft immer wieder neue Herausforderungen. Steffi hat letztens Hausbesitzerin gespielt – was man beim Spielen aber nicht erfahren kann ist, wie es sich anfühlt, wenn in der ersten Woche nach Schlüsselübergabe 2 von 3 Toiletten kaput gehen, sich das Türschloss nicht mehr öffnen lässt oder plötzlich doch eine feuchte Stelle auftaucht – von wirklich ernsten Dingen mal abgesehen. Plötzlich muss man sich um alles selbst kümmern und da ein Haus oft recht groß ist können auch mehr Dinge kaputt gehen. Hat man sich auch da durchgearbeitet, die ersten Erfahrungen mit verschiedensten Handwerkern gemacht so bleibt das Leben im Eigenheim ein Leben in einer to-do Liste. Hier noch eine Ecke, die man eigentlich umbauen wollte/könnte/müsste, da noch ein Fleckchen, was einen neuen Busch vertragen könnte und überhaupt, dieser Vorgarten… Wo man bei einer Mietwohnung nochmal ein Auge zudrückt, steigen die Ansprüche beim Eigenheim gerne mal steil und steiler. Es soll die paar Glücklichen geben, die das Haus bei Einzug perfekt saniert, renoviert und eingerichtet haben (da wären die Moodboards wieder…), bei den meisten sieht die Realität allerdings so aus, dass einem auch Jahre nach dem Kauf die unfertigen Ecken als offene Punkte auf der To-Do-Liste ein schlechtes Gewissen machen 🙂 Ein Hauskauf bleibt auch nach dem Notartermin und auch bei harten Themen eine emotionale Angelegenheit.

  18. Antworten Kat 30. August 2019 um 09:25 Uhr

    Ein toller Bericht und ein tolles Haus! Was mich aber vertieft interessiert, ist die Möglichkeit von Finanzierung eines Hauses. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Selbstständige/Freiberufler beispielsweise mit einem Eigenkapitalanteil von 50.000,- EUR einen Kredit von über 750.000,- EUR bekommen – trotz Wert des Hauses. Auch Durchschnittsverdiener werden höchstwahrscheinlich bei einer solchen Kreditsumme ins Schwimmen kommen und bei Banken schlechte Konditionen bekommen. Was ist mit den weiteren Kosten? Mir klingt das in diesem Bericht alles etwas zu “weichgespült”. Lasst doch mal eine Bankerin zu Wort kommen, oder eine Finanzexpertin.
    Mein Wunsch für diese Kolumne wäre daher: realistische Berichte von den “Struggles” des Hauskaufs. Schönreden können alle, eine feine Abwägung aller Seiten wäre doch mal was Besonderes.

  19. Antworten Katherine Busse 30. August 2019 um 16:44 Uhr

    Also, was soll ich sagen 🙂 Das Haus sieht wirklich traumhaft aus. Ich denke auch, wenn man ein paar Kilometer entfernt von der Stadt wohnt, hat man nicht alles verloren. Im Gegenteil. Bei der Autofahrt würde ich auch sooo vieles hören, Hörbücher , Podcasts und bestimmt kommen auch so viele Ideen dazu. Ahhh… es hat mich wirklich inspiriert. Vielen Dank!

    So ähnlich wäre auch mein Traumleben 🙂

    Liebe Grüße

    Katty

  20. Antworten Sophie 31. August 2019 um 09:33 Uhr

    Wir haben den ganzen Prozess hinter uns. Haus-Suche, Hoffnung und Wünsche. Pinterest-Boards. Schließlich sind wir fündig geworden: Der 60s Bungalow, den wir kernsaniert haben. Ein Träumchen. Weil man so einen Traum ja eben hat. Oder nicht…? Nach 4 Jahren kamen die Zweifel und die To-Do-Liste wurde immer länger. Das uneinnehmbare 1800m2 Grundstück hat dazu geführt, dass wir gar keine Ausflüge mehr in die Natur machen konnten – was ja eigentlich der Vorteil sein soll, wenn man schon im Grünen wohnt. Einen grünen Daumen habe ich leider nicht, wie ich bemerkt habe, jede Pflanze ist eingegangen. Rasenmähen in den vorgeschriebenen Lärmschutzzeiten, ein Graus – gefesselt an den eigenen Garten. Das Schlimmste war für mich, dass das Träumen abgestellt wurde: “Stell dir mal vor, wir könnten so mal wohnen!” Das hat mir in meinem Kopf umglaublich viel Freiheit geraubt. Also haben wir zum Entsetzen Aller um uns herum den Schritt wieder rückgängig gemacht und wieder (gewinnbringend!) verkauft. Nun wohnen wir wieder zur Miete und LIEBEN es. Und ich liebe es auch wieder bei Immoscout herumzusuchen und zu träumen!

  21. Antworten Janine 10. September 2019 um 09:31 Uhr

    Woher ist denn nur der so schöne Stuhl auf dem ersten Foto vom Wohnzimmer? Der mit dem asymmetrischen Flechtmuster. Dankeschön!

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