Dies ist eins dieser Rezepte, mit dem man seine Gäste und vor allem sich selbst schwer begeistern kann. Los geht’s schon beim Aussprechen des Namens: Mohn-Sesam-Weichkäse-Himbeercoulis – mhhh, so müsste...

Mhhhontags-Rezept: Salat mit gebackenen Mohn-Sesam-Weichkäse-Himbeercoulis – ein Rezept aus dem wunderbaren, neuen Foodblog la petite cuisine von Susanne Schanz-Kropp – ein Interview und tolle Tipps zum Thema Food-Fotografie

Dies ist eins dieser Rezepte, mit dem man seine Gäste und vor allem sich selbst schwer begeistern kann. Los geht’s schon beim Aussprechen des Namens: Mohn-Sesam-Weichkäse-Himbeercoulis – mhhh, so müsste eine Marc Jacobs Handtasche schmecken, könnte man sie essen. Vor zwei Wochen habe ich das erste Rezept auf dem wunderbaren, neuen Foodblog la petite cuisine entdeckt und sofort nachgemacht, köstlich. Susanne Schanz-Kropp, zu der la petite cuisine gehört, ist (Food-) Fotografin und erinnert mich mit ihrem Stil ab und zu an die auch so tolle Foodfotografin – und Bloggerin Katie von What katie ate, wahrscheinlich mochte ich deswegen ihren Blog gleich so gern. Und deshalb wollte ich auch wissen, wie sie das hinbekommt: so tolle Fotos und auch noch so leckere Rezepte…

Liebe Susanne, du bist Food- und Interiorfotografin – der Traumberuf vieler Frauen. Lebt es sich wirklich so schön mit dem Job?

Ach, das wußte ich gar nicht. Ich war immer der Meinung die meisten möchten Mode- oder Porträtfotografin werden. Wenn ich auf einer Party gefragt werde, was ich denn beruflich mache und ich sage: „Foodfotografin“, schauen mich die Leute irritiert und fragend an: „Füße ?!“. Also, jeder Beruf hat schöne und weniger schöne Seiten. Aber zunächst zu den schönen Seiten des Fotografendaseins: Jeder Tag ist anders. Jeder Job ist anders. Langweilig wird es nie und wenn kein Fototermin ansteht, kann ich mir meinen Tag selbst einteilen. Zeit für Muse muß sein. Außerdem liebe ich die Abwechslung zwischen Food- und Interiorfotografie, zwischen Werbefotografie, redaktioneller Fotografie, also für Zeitschriften, und Stockfotografie. Bei großen Food-Produktionen ist manchmal ein Koch dabei und/oder ein Foodstylist und ein Assistent. Kleine Produktionen und Interiorshootings organisiere ich selbst, d.h. Einkauf von Lebensmitteln und Requisiten. Jeder Auftrag fordert Kreativität, mal mehr mal weniger und am Ende eines Shootingtages wartet die Arbeit am Bildschirm – mit einem (!) Gläschen Wein. Zu den weniger schönen Seiten, dass muß einfach auch gesagt sein, gehört, wie bei allen Selbstständigen, der immerwährende Gedanke nach neuen Kunden und Aufträgen.

Aber zu den Vorteilen deines Jobs zählt doch auch, dass du ständig gut essen darfst, oder?

Essen spielt während einer Food-Produktion zwangsläufig eine große Rolle. Da ja viel auf Vorrat eingekauft wird, bleibt auch viel übrig. Das wird dann entweder nach dem Shooting aufgegessen, wenn’s nicht stundenlang der Fisch auf dem Fototisch war. Oder die frischen Zutaten werden untereinander aufgeteilt: Fotograf, Assistent, Stylist etc. Da kam ich schon mal mit 20 Brezen heim, die ich dann in der Nachbarschaft aufgeteilt habe. Also ehrlich gesagt, wird schon viel zwischendurch genascht – kommt halt auf die Produkte an.

Seit Anfang des Jahres betreibst du den entzückenden Foodblog la petite cuisine. Heißt das, da lebst du deine eigene Kochleidenschaft aus, nicht nur die, die du beruflich immer fotografieren musst?

Es freut mich sehr, dass der Blog schon den ein oder anderen Leser gefunden hat! Die Idee für den Blog entstand aus dem Wunsch was Dynamisches zum machen. Eine Website ist sehr statisch und  hauptsächlich für Kunden und Interessierte gedacht. Ein Blog dagegen ist aktuell und der Austausch und das Feedback von Lesern ist unglaublich bereichernd. Hier kann ich kochen, schreiben und fotografieren was mir gefällt. Ich kann entscheiden wann und was ich koche und fotografiere; mit welchem Licht ich arbeite und wie ich alles gestalte. Insofern lebe ich meine Koch- und Fotoleidenschaft voll aus. Dass nun neben den Rezepten und den Fotos das Schreiben solch eine Freude macht, hatte ich gar nicht erwartet. Es gibt immer wieder Überraschungen. Das Tolle ist, dass ich mit dem Blog zwei Fliegen mit einer Klappe schlage: Ich habe Material für den Blog und biete diese Fotos gleichzeitig meiner Stockagentur an.

Die Fotos auf deiner Website und deinem Blog sind großartig. Verrätst du uns ein paar deiner Tricks, wie du so unglaublich schöne Fotos machst? Gerade Foodfotografie erfordert ja sehr viel Geschick…

Vielen Dank, liebe Steffi! Nun,

1.) das Licht ist das A und O beim Fotografieren. Entweder arbeitet man mit Kunstlicht (was der Hobbyfotograf selten hat) oder mit vorhandenem Licht, d.h. Tageslicht. Das geht gut bei einem Fenster oder bei schönem Wetter sogar draußen. Mit Tageslicht ist man natürlich sehr an die Tageszeit gebunden, obwohl ich diese Art von Licht bevorzuge, vor allem für Stock- und Blogfotos. Mit Kunstlicht von Blitzgeneratoren ist man hingegen völlig unabhängig und kann viel mehr mit dem Licht spielen und es dirigieren.

2.)  Bei den Requisiten bewährt es sich möglichst neutrales weißes Geschirr zu haben und mit nur einigen besonderen Stücken zu mischen. Nur ausgefallene und/oder bunte Dekoration und Geschirr überfordert das Auge und lenkt vom Essen ab. Aber die Mischung macht’s. Zum Thema Foodstyling: Gut geplant, ist halb fotografiert, oder so. Vor dem Fotografien sollte man sich klar machen, was man will: helle oder dunkle Stimmung, moderne oder nostalgische(s) Geschirr oder Requisiten, Licht von oben oder von der Seite, usw. Skizzen zu machen kann auch helfen, auch wenn’s beim Fotografien dann anders kommt. Aber das macht ja nichts. Zu steif soll’s ja nicht werden.

3.)  Dann ist es gut ein paar Testaufnahmen zu machen, ohne Essen. Denn: Erstens soll der Salat nicht welk sein, wenn der Fotograf endlich den Auslöser gefunden hat und zweitens will ja der  Foodblooger das Gericht ja noch möglichst warm oder frisch essen. Und mein letzter Tipp: Üben, üben, üben. Ja, ja, ich weiß…

Von wem hast du denn eigentlich die Leidenschaft fürs Kochen?

Sicherlich zunächst von meiner Mutter. Sie kocht sehr gerne und probiert immer wieder Neues aus. Die Lust am Kochen hat sie an meine älteren Geschwister und mich weitergegeben. Meine Schwester und mein Bruder kochen beide wahnsinnig gerne und vorzüglich. Von denen lerne ich auch immer wieder etwas dazu. In meiner ersten eigenen Wohnung habe ich schon viel gekocht, sogar für mich ganz alleine. Die große Leidenschaft kam aber erst als ich mit der Foodfotografie begann. Mit dem Start des Blogs hat sich das dann nochmal intensiviert. Vor zwei Jahren hätte ich nicht im Traum daran gedacht, dass ich mal Rezepte schreiben würde.

Mir liegt es sehr am Herzen mit guten Produkten zu kochen, denn das, was ich fotografiere soll schließlich nicht nur schön aussehen, sondern auch gut schmecken. Das ist in der Foodfotografie nicht immer so üblich gewesen. Auch heute läßt sich das im Job nur bedingt umsetzen, aber für Stock- oder Blogfotos lebe ich dieses Kredo zu 150 %.

Woher bekommst du Ideen für deine Rezepte?

Ideen für Rezepte finde ich in Zeitschriften (essen & trinken, Living at home, lecker, Lust auf Genuss, delicious) und Kochbüchern (Donna Hay, Jamie Oliver). Allerdings war ich schon immer schlecht im Nachkochen, meist war mir das Abmessen zu umständlich oder ich hab zuhause den Einkaufszettel vergessen und mußte improvisieren. So sind dann irgendwelche eigenen Kreationen entstanden. Im Backen war ich als 20jährige ganz schlecht – weil man einfach viel abwiegen muß und irgendwie habe ich das nie hingekriegt und Geduld ist auch nicht gerade meine Stärke. Auch heute noch koche ich – wenn ich ehrlich bin – lieber als ich backe. Was mich bei meinen Kochexperimenten inspiriert ist der Gang über den Wochenmarkt. Dort sehe ich was Saison hat, kaufe das, was schön aussieht und wonach mir gerade der Sinn steht. Meist habe ich dann auch schon eine Idee, was ich damit machen werde. Weitere Eingebungen finde ich auf Foodfotos meiner Lieblingsfotografen (Geoff Lung, Con Poulos, Peter Bagi, Raymond Hom, Andrew Purcel, Janne Peters, Wolfgang Kowall, Katie Quinn Davis u.a.). Das ist dann mehr die visuelle Herangehensweise. Da gibt’s ja auch kein Rezept dazu. Macht ja nichts. Sicherlich ist da schon Erfahrung dabei, was geschmacklich zusammen passt und was nicht, was optisch gut aussieht und was eben nicht. Aber ich probiere auch viel aus und manchmal hat’s halt auch nicht geklappt – entweder schmeckt das Essen dann gut und sieht bescheiden aus oder anders herum. Solche Tage gibt’s.

Woher hattest du zum Beispiel das tolle Rezept für die Mohn-Sesam-Weichkäse-Himbeer-Coulis (siehe oben)?

Es gibt Rezepte, die entstehen durch Zufall oder es ist so was wie Eingebung im Spiel. Im Supermarkt sah ich diese kleinen hübschen Weichkäsedinger. Schon lange wollte ich mal den Salat-Klassiker mit gebackenen Ziegenkäse und Honig machen. Da ich nun aber Weichkäse im Einkaufwagen hatte, mußte ich umdenken. Da kam irgendwo die Idee des Panierens her – mit Sesam und warum nicht auch mit Mohn, das knackt so schön. Sieht auf dem Fotos sicher hübsch aus – so mit dem grünen Salat und so. Dann habe ich noch ein paar schöne Salatsorten ausgesucht und auf dem Weg nach Hause dachte ich an eine Alternative zum Honig. Optisch mußte da etwas kräftigeres her und was süßlich-säuerliches: Himbeeren. Das Rezept für die Coulis entstand dann beim Kochen selbst. Voilá!

Und wenn du haha auf eine einsame Insel, die natürlich eine Profiküche und einen super Supermarkt hätte, nur ein einziges Kochbuch mitnehmen dürftest, welches wäre es?

Ich glaub ich würd’ keine Kochbuch mitnehmen. Och… Aber wenn ich’s mir doch noch anders überlegen würde, dann käme Donna Hays “Schnelle Küche für Gäste” mit. Die Auswahl reicht von Vorspeisen, Fingerfood und Suppen bis Fleisch, Fisch, Pasta und Asiatisches und endet mit Desserts und Süßes. Und darin sind auch Hays typische Ideen und Tipps für Brunchs, Cocktailspartys, Büffets, Lunchs und Grillabende enthalten. Die lichtdurchfluteten und schlichten Fotos von Con Poulos passen rein optisch hervorragend auf eine einsame sonnenverwöhnte Insel, auch wenn ich da wohl kaum Gäste haben würde und eilig hätte ich’s auch nicht… lach!

Liebe Susanne, herzlichen Dank für das Gespräch und deine tollen Tipps! Alles Liebe, Steffi
Fotos: le petite cuisine

 

10 Comments

  1. Antworten Nadine 11. April 2011 um 08:10 Uhr

    Also das Rezept mit den Himbeer Coulis werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren. Beim Lesen läuft mir schon das Wasser im Mund zusammen!!! LECKER!!!

    Ich liebe deinen Blog! Nur nicht, wenn ich noch nicht gefrühstückt habe! 😉

    LG
    Nadine

  2. Antworten Marlene 11. April 2011 um 08:10 Uhr

    Mmmmh da läuft mir das Wasser im Munde zusammen… Wie diese Coulis-Dinger auf dem Foto zerlaufen… Sehr lecker! Ich werde definitiv mal bei Susanne vorbeischnuppern.
    Den Spinat-Linsen-Salat hab ich auch vor einiger Zeit gemacht (sieh Blog). Allerdings nicht mit annähernd so gutem Foto 😉 Er ist jedenfalls DER HAMMER und jedem wärmstens ans Herz zu legen!

  3. Antworten Romy 11. April 2011 um 08:38 Uhr

    hmmm….die coulis….die fotos…..das interview…..einfach klasse! so geht die woche gleich gut los 😉
    danke dir,
    lg und einen sonnigen montag <3

  4. Antworten Anni 11. April 2011 um 10:35 Uhr

    Mmmh, leicht und lecker! Genau richtig für den Frühling!
    Und danke für das tolle Interview. Ich finde es immer wieder inspirierend, wenn Leute ihrem Traumberuf nachgehen und dabei erfolgreich und glücklich sind.
    Liebste Grüße,
    Anni

  5. Antworten Lena 11. April 2011 um 12:12 Uhr

    Toller Foodblog! Ist gleich in meinem Blogroll gelandet. Ich möchte jetzt gleich in so einen Käse beißen, der sieht so lecker aus, wie er schon auf den Teller läuft, mjam.

  6. Antworten Dani 11. April 2011 um 13:55 Uhr

    Ja Mensch, das Interview und der Blog von Susanne lassen mein Herzchen aber hüpfen.

    Ich stehe ja TOTAL auf schöne Bilder, vorallendingen auf schöne Food-Bilder. Perfektes Licht, perfekte Gerichte, perfekt in Szene gesetzt.
    Ich würde schon sagen, daß es ein Traumjob ist…nun ja, wahrscheinlich nicht immer. 😉 Wenn mein Mann für meinen Blog die Bilder macht, dann kann ich manchmal ganz schön anstrengend sein. “Mach’ mal von hier!” und “Nochmal bitte von da!” das kennt Susanne bestimmt auch von Ihren Auftraggebern. Den Blog habe ich sofort gespeichert und würde mich natürlich RIEESIG freuen, wenn Susanne auch mal bei uns voreischaut und Kritik übt.

    Liebste Grüße,
    Dani

  7. Antworten Manu 11. April 2011 um 14:33 Uhr

    Ui, was für ein tolles Rezept und vielen Dank für die zwei Links zu den Foodblogs. Die sind ja Hammer!!

    LG

  8. Antworten nina 11. April 2011 um 16:44 Uhr

    wie schön! ich habe susanne letzte woche über einen kommentar bei dir entdeckt und bin auch schwer begeistert. toll – sie nun hier mit “mehr” zu sehen und zu lesen 🙂 danke + supersonnengrüße gen norden!

  9. Antworten Susanne 12. April 2011 um 14:14 Uhr

    Ich möchte mich mal hier ganz herzlich für diesen tollen Kommentare bedanken, die mein Herz hüpfen haben lassen!! Wunderschöne Dienstagsgrüße Susanne von la-petite-cuisine

Schreibe einen kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht
* Erforderliche Felder sind markiert


Werbung
  • spoon Werbung
    Zuckerschnuerl
    Lillibell
    Nordliebe
  • Mhhhontags-Rezept: Salat mit gebackenen Mohn-Sesam-Weichkäse-Himbeercoulis – ein Rezept aus dem wunderbaren, neuen Foodblog la petite cuisine von Susanne Schanz-Kropp – ein Interview und tolle Tipps zum Thema Food-Fotografie