Wonach ist dir heute?

“Wie in Frankreich” – so hatte unser Briefing glaskar gelautet, als wir im letzten Jahr eine nahe Baumschule betraten. Große Pläne, großer Einkaufswagen, großes zufriedenes Grinsen in den Gesichtern der gesamten kleinen Horstmann-Familie, als wir die viel zu große Menge an Lavendelpflanzen jeglicher Gattung, Salbei, Rosmarin und Stauden in ein viel zu kleines Auto packten. Lavendel überall. Neben dem Gaspedal, zwischen den Knien des Kindes (das selbstverständlich noch eine Staude in die Hand gedrückt bekam), im Handgepäckfach und im Kofferraum, alles voller Lavendel. Das roch noch sehr lange sehr sehr schön.

Wir pflanzten uns Klein-Frankreich in den Garten und dann kam der Regen. Viel Regen, der nicht wegkonnte. “Staunässe” sagte der beorderte Gartenbauer, als wir in im Frühjahr diesen Jahres zu Hilfe holen mußten, weil keines unserer wunderschön lilafarbenen Blümchen den Winter überstanden hatte. Vertrocknet, holzig, braun. “Staunässe, dann erfroren”. Aber ein Garten ohne Lavendel? Wie soll das gehen? Und was sagen die Rosen dazu, die doch den Lavendel als Türsteher und Rausschmeißer für ungeliebtes Lausvolk benötigen? Geht gar nicht. Also in diesem Jahr ein weiterer Versuch, andere Stelle, Daumen hinterm Rücken überkreuzt beim Einpflanzen, morgendliches Lavendelbesprechen und und und.

Wäre sonst schade, nicht nur visuell unseren Garten betreffend sondern auch unseren sommerlichen Speiseplan. Ich koche und backe sehr gerne mit Lavendel. Das geht im Zweifel ganz ganz einfach, wenn man einfach frische saubere Lavendelblüten ein paar Tage in Zucker liegen lässt und somit seinen eigenen Lavendelzucker kreiert hat. Damit kann man dann Kekse backen, Crème Brulee bestreuen oder ganz besondere Geschmacksnoten in den faden Tee zaubern. Eines meiner Lieblingsdesserts ist die italienische Panna Cotta, gekochte Sahne also. Das einfachste Dessert der Welt, eine Art Pudding (jedoch ohne Eigelbe oder Stärke), den man nach Herzenslust aromatisieren kann. Wir sollten mal eine Panna Cotta-Sommerparty feiern. Was bringt Ihr dann mit? Waldmeister Panna Cotta? Panna Cotta mit Minze? Orangenzesten? Pistazien? Rosmarin? Zitronenthymian? Rhabarbersirup? Gestürzt oder im kleinen Förmchen serviert? Mit oder ohne Erdbeerpüree? Ihr seht, in meinem Kopf und in meinem kulinarischen Seelchen steckt viel Amore für dieses Dessert. Für das man garantiert nicht länger als fünf Minuten Zubereitungszeit benötigt, das schon Stunden vor Verzehr vorbereitet werden kann und dann im Kühlschrank auf seinen süßen Auftritt wartet, ohne daß man in der Küche noch Töpfe schwingen muß. Hier meine Variante mit Lavendel.

Jeanny’s Lavendel-Panna Cotta

Zutaten (für ca. 6 kleine Portionen)

500ml Sahne

2 EL frische Lavendelblüten oder 1,5 TL getrocknete (gibt es in der Apotheke oder beim Kräuterstand auf dem Markt)

60g Zucker

ausgekratztes Mark einer Vanilleschote

4 1/2 Blatt Gelatine

1.) Gelatine in kaltem Wasser einweichen.

2.) Sahne, Lavendel, Zucker, Mark sowie die ausgekratzte Vanilleschote in einem Topf erhitzen. Kurz vor dem Siedepunkt Topf vom Herd nehmen und die Milch durch ein feines Sieb gießen, damit Lavendelblüten und Vanilleschote ausgesiebt werden.

3.) Gelatine ausdrücken und in der heißen Sahne auflösen. In kleine Schälchen füllen und ca. 5 Stunden im Kühlschrank erstarren lassen.

Wer mag, stürzt die Panna Cotta und serviert dazu Fruchtpüree oder Beeren. Man kann sie jedoch auch hübsch direkt aus dem Gläschen essen.

Habt eine wunderschöne Woche,

all the love in the universe,

Jeanny

 

  1. Kommentare zu diesem Artikel
  2. Stephie 11. Juli 2011 um 08:12 Uhr

    Ohhhh, auf so ein Lavendel-Rezept hab ich ja schon die ganze Zeit gewartet 🙂 Dann werde ich mal die Woche (wenn es nicht mehr so sehr regnet) in unseren Garten stapfen und Lavendel “ernten” *hurra*

    Vielen Dank für den schönen Wochenstart 🙂

    Liebe Grüße,
    Stephie mit zwei Mädels

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  3. AnjaPiranja 11. Juli 2011 um 08:24 Uhr

    Oh mit Lavendel, wie mutig.
    Habe dieses Wochenende endlich die Marmelade gekocht, letzte Woche kam mir ein Eimer Stachelbeeren dazwischen.
    Und bei dem Rezept habe ich extra den Lavendel weggelassen, aus Angst vor Verseifung 🙂
    Aber das hier klingt wirklich lecker.
    Eine schöne Woche, Anja

    Antworten
    • Virginia 11. Juli 2011 um 16:25 Uhr

      Hallo Anja, der Lavendel ist hier wirklich nur ganz ganz fein heraus zu schmecken. Die Vanille ist irgendwie immer stärker, oder? Man kann Vanille natürlich weglassen. Oder Zitronenthymian statt Lavendel nehmen. Panna Cotta ist vielfältig ohne Ende und immer lecker.

      Dir auch eine sonnige Woche!
      J

      Antworten
  4. Hedi 11. Juli 2011 um 08:58 Uhr

    Oh und wie schön Du das wieder dekoriert hast. Deine Familie muß eine sehr glückliche sein.
    Toll!

    Hedwig

    Antworten
  5. nike75 11. Juli 2011 um 09:05 Uhr

    lovely pics! ♥

    Antworten
  6. Chrissi 11. Juli 2011 um 09:27 Uhr

    Ich habe mal etwas ähnliches in einem Restaurant gegessen. Da war dann noch Rosmarin untergemischt, also ein Lavendel-Rosmarin Panna Cotta. War auch sehr gut. Aber daß es so einfach ist, Panna Cotta zu machen, hätte ich nicht gedacht. Danke!

    C. aus B.

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  7. Alex 11. Juli 2011 um 10:56 Uhr

    Wow! Einfach nur Wow. Ich komme ja nur alle paar Tage hier vorbei… Aber die Fotos, Jeanny, sind einfach der Wahnsinn! Alleine dadurch bekommt ja schon Lust aufs Nachkochen/-backen.

    Danke dafür, Alex

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  8. Sabine 11. Juli 2011 um 12:00 Uhr

    wunderschöne Fotos – ich bin begeistert, auch wenn ich Lavendel (außer als Deko) in der Küche nicht so mag

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  9. elbkind 11. Juli 2011 um 12:23 Uhr

    Ich könnte gerade Lavendel an fast alles machen. Hier also in den letzten Wochen: Weißbrotstangen mit Oliven, Parmesan und Lavendel. Olivenmarmelade mit Lavendel. Lavendelzucker (räubert der Mann gerne für Tomatensaucen und Lammgerichte, daher in absehbarer zeit auch Lavendelsalz) und Demnächst auch ganz sicher Lavendelkekse.

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    • Virginia 11. Juli 2011 um 16:22 Uhr

      Wir zwei, wa? Ich bin gespannt auf alles, was Du gezaubert hast und was in Deiner TKT wartet. Ein Hoch auf TKT. Ich habe keine. Das ist MÜST 🙂

      Knötscher, Jeanny

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      • elbkind 11. Juli 2011 um 20:25 Uhr

        Ohhhnbedingt! Die Olivenmarmelade haben wir gesternübrigens zusammen mit einem Manchego mit Rosmarinkruste einem extended Qualitycheck unterzogen. Und sie hat bestanden. Kommt am 30. definitiv mit auf den Tisch. Die Weißbrotstangen auch. Aber das nur nebenbei.

        (Was ist mit Lavendel-Cheesecake? Siehst Du da eine Möglichkeit?)

  10. Steffi 11. Juli 2011 um 12:50 Uhr

    Oh Jeanny, ich könnt dich knutschen. Panna Cotta liebe ich und Lavendel ist meine absolute Lieblingsblume. Die riecht einfach so herrlich. Hier bei uns im Cafe gibt es immer ein selbstgemachtes Lavendeleis, da könnt ich mich reinlegen!

    Antworten

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