Endlich Om:

Mein Jahr des Aufräumens. Plus eine neue Podcast-Folge mit Meike Winnemuth und der Frage: Wie entrümpelt man sein Leben?

Es fing mit der Ernährungsumstellung an. Als ich im Dezember 2017 beschloss, auf Zucker zu verzichten, löste diese Entscheidung eine unbewusste Kettenreaktion aus. Ich schmiss den Industriezucker aus meinem Leben und holte viel Gesundes dafür rein. Durch das mich beschäftigen mit gesunder Ernährung, dachte ich auch mehr über Nachhaltigkeit nach. Während ich dazu viel las und mir Dokumentationen anschaute, erfuhr ich, dass zum sich nachhaltiger aufstellen auch eine Inventur des eigenen Lebens gehört. Zu schauen: Was hab ich eigentlich alles. Und es in Frage zu stellen. Was habe ich warum? Was davon benutze ich? Was müllt mich nur zu und könnte gehen? Was möchte ich in Zukunft noch in mein Leben lassen?

So wurde und ist es immer noch 2018 für mich das Jahr des Aufräumens. Um mich herum und in meinem Kopf. Ich begann im Keller. An einem der heißesten Tage im Sommer nahmen mein Mann und ich unseren zugemüllten Kellerraum in Angriff. Gleich danach die Garage, die so voll gestellt war, dass kein Auto mehr reinpasste. Das alles störte mich seit Jahren, jetzt gingen wir es endlich an. Wir gingen immer nach dem gleichen Prinzip vor: Alles wurde in drei Haufen sortiert – 1.) bleibt, 2.) wird verkauft oder gespendet, 3.) Entsorgungshof.

Wie befreiend sich das anfühlte, wie irre gut, wieder den Überblick zu haben.

Zu wissen, was man hat und wo alles ist- und vor allem das Auto parken zu können – unbezahlbar!

Und so ging ich jeden Raum in unserer Wohnung Stück für Stück durch. Jeden Schrank, jede Schublade. Bei manchem fiel es mir irre leicht, an anderen Stellen musste ich kämpfen. Weil es auch immer darum geht, von gewissen Dingen Abschied zu nehmen. Was man zur Sicherheit lieber noch mal aufbewahrt hat, gehen zu lassen. Auf die wirklichen Lieblingssachen zu setzen und ansonsten Platz zu schaffen für Neues. Darüber spreche ich auch mit Meike Winnemuth in der heutigen Podast-Folge.

Die 58-Jährige Journalistin und Buchautorin (u.a. Das große Los, Über das unverschämte Glück, auf der Welt zu sein *Affiliate Link)  ist für mich eine Vorreiterin in der Weniger-ist-mehr-Bewegung. Schon vor Jahren beschloss sie, ein ganzes Jahr nur ein einziges Kleid zu tragen. Nachdem sie bei Günther Jauch eine halbe Million Euro gewann, ging sie auf Weltreise, lebte aus einem kleinen Koffer, kam zurück und beschloss ihre 200 Quadratmeter Wohnung gegen ein Ein-Zimmer-Apartment zu tauschen.

Darüber sprechen wir in der Podcast-Folge. Wie man durch weniger Zeug, mehr Zeit bekommt und, so nennt es Meike, „weniger erpressbar wird“. Sie selbst hat sich ihr Leben mittlerweile so aufgestellt, dass sie weniger Kosten hat und dadurch weniger arbeiten muss und mehr Zeit hat für die Dinge, die ihr wirklich wichtig sind. Dazu musste sie die halbe Million Euro Spielshow-Gewinn übrigens gar nicht anrühren. Auch darüber sprechen wir, wie man sich mehr Freizeit leisten kann.

Es geht nicht darum, nichts mehr zu besitzen. Sondern, lieber weniger, aber dafür bessere Dinge. Es geht darum, den Kopf zu entrümpeln, auch von den Erwartungen anderer. Und, das wusste schon Meikes Mama, einen Fluchtgroschen zu haben, kann auch nicht schaden. Über all das sprechen wir heute in der Podcast-Folge: „Wie entrümpelt man sein Leben?“. Wie immer könnt ihr den Podcast auf Itunes, Soundcloud und Spotify hören.

Viel Spaß dabei! Ich bin gespannt, wie euch das Gespräch gefällt!

Herzlich,

Steffi

Text – Stefanie Luxat

Foto – Pan Xiaozhen

14 Comments

  1. Antworten Martina 2. November 2018 um 07:38 Uhr

    Liebe Steffi,
    ich habe die neue Folge gerade im Bett gehört, als ich – leider – trotz freiem Tag heute nicht mehr schlafen konnte.
    Ich mag Meike Weinnemuth‘s Denkanstöße eh sehr und habe auch ihr Buch damals verschlungen. Dabei geht‘s mir gar nicht um „das musst Du jetzt auch so machen“, sondern es sind die kleinen Denk-Anstöße, die helfen. Generell in deinem Podcast. Daher vielen lieben Dank für die immer wieder neue Inspiration und die Möglichkeit des kurzen Innehaltens und Nachdenkens. Freue mich jetzt schon auf die nächste Folge!
    Liebe Grüße
    Martina
    P.S.: ich geh dann jetzt mal ans Bücherregal und schaue, was bleiben darf und was raus kann ;-)….

    • Antworten Steffi 4. November 2018 um 08:51 Uhr

      @Martina: Liebe Martina, wie schön, genau so sind sie gedacht: als entspannte (entspannende) Unterhaltung und wer mag kann ja was verändern, muss aber nicht. Druck haben wir alle doch eh schon genug. Für die nächste Folge kämpf ich gerade mit einem irre viel beschäftigen Mann um ein Date. Ich hoffe so, dass es klappt. Der hat so viel Spannendes zu erzählen. Drück die Daumen! Herzlich, Steffi

  2. Antworten Elsa 2. November 2018 um 09:21 Uhr

    Ganz tolle Folge! Es wird immer besser! Ich liiiebe Deinen Podcast. Mit weniger Kram leben, mehr Zeit haben, sich nicht im Hamsterrad für vermeintlich wichtige Dinge abstrampeln – das alles ist so richtig (und wird im Übrigen auch von Madame Moneypenny gelebt – durch Dein Interview mit ihr bin ich jetzt auch finanziell auf einem viel besseren Weg) . Ich entrümpele schon seit Jahren immer wieder und es tut einfach gut. Platz machen für Neues. Macht auch den Kopf frei.

    Lieben Dank für den schönen Start in den Freitag!
    Elsa

    • Antworten Steffi 4. November 2018 um 08:52 Uhr

      @Elsa: Ah super, ich dachte schon, nach der ersten Folge mit Gabi nach dem irre guten Feedback – wie lässt sich das noch steigern, aber schön, dass die anderen auch so gut ankommen! Und ja, Ausmisten ist ein Knaller-Wellness, wer hätte das gedacht! 😉 Herzlich, Steffi

  3. Antworten Dorthe 2. November 2018 um 09:56 Uhr

    Liebe Steffi,
    schon wieder so eine tolle Folge und mega Frau … trifft wieder sehr auf mich zu und ich fühle mich gleich ein Stück wohler in unserer 62qm–Wohnung. Im Gegensatz zu meinem Mann und der Lütten holt mich nämlich doch immer mal wieder der Gedanke ein, dass wir ein Haus bräuchten. Zb wenn mir mal wieder alles aus den Küchenschränken entgegenfällt oder in unserem winzigen Badschränkchen noch nicht mal Platz für ne neue Packung Tampons ist … oder wenn ich das Zimmer der Lütten betrete … dabei haben wir drei schon vor einer Weile beschlossen, es wie Jochen Schweizer zu sehen:“ Notierst du alles, was du hast, hast du eine Liste. Notierst du alles, was du erlebst, hast du eine Geschichte.“ Ich hab damals die Lütte und den Mann gefragt, ob sie (wenn wir etwas mehr Geld zur Verfügung hätten), lieber in einer größeren Wohnung leben würden oder lieber Erlebnisse sammeln. Beide waren sich sofort einig. Mein Mann hat übrigens genau das gleiche gesagt wie Meikes Freundin: „Ich bin den ganzen Tag arbeiten, für die paar Stunden abends brauche ich keine größere Wohnung.“
    Einen Schrebergarten haben wir seit der Geburt der Lütten … als Ausgleich zur Wohnung an der Straße…und es ist wirklich wundertoll. Meist merke ich dann sofort wieder, dass ich ihn gegen kein Haus tauschen würde (wenn ich könnte). Und zu Weihnachten gibt’s für die Lütte Erlebniss–Gutscheine (nicht von Jochen Schweizer;–)) … weniger Zeug, mehr Zeit … ganz lieben Dank, Steffi und Meike, für die Erinnerung und das neue Mantra!
    Liebe Grüße,
    Dorthe

  4. Antworten carla 2. November 2018 um 11:39 Uhr

    Ich hab die Folge noch nicht gehört, aber ich freue mich gerade , dass ich die Folge hören werde und mich ohne viele To do’s vielleicht einfach mal selbst loben kann. Soll man ja zwischendurch auch mal machen.

    Im Entrümpeln bin ich nämlich wirklich gut. Durch mein Pendeln zwischen München und Hamburg wohne ich in zwei Städten gleichzeitig, aber dafür in beiden auf sehr wenig Quadratmetern.
    Und wenig Quadratmeter bedeutet auch wenig Zeug und vor allem nur das, was man wirklich liebt und braucht. Aber dafür hab ich noch die Finanzbaustelle offen – da greife ich noch mal an.

    • Antworten Steffi 2. November 2018 um 12:29 Uhr

      @carla: Unbedingt!! Das klingt doch mega mit deinem Orgasystem. Und Finanzen, yes, da schreibe ich gerade an dem Vortrag, den ich nächste Woche mit Edition F bei einem Sparkassen-Event halte. So ein wichtiges Thema! Unbedingt loslegen! Herzlich, Steffi

  5. Antworten Melanie 2. November 2018 um 20:47 Uhr

    Liebe Steffi,
    ich wollte dir gestern nachm Yoga schon DANKE sagen für deine tollen Podcasts! Ich liebe sie sehr und gönne mir damit und dadurch immer eine besondere Pause! Die erste Folge mit Gabi war ganz Beonders, weil mein dreijähriger Sohn (mit dem ich auch die Rückbildung bei Gabi gemacht habe) während der Mediation am Ende des Podcasts aufgewacht war, ins Wohnzimmer rüber kam, sich auf meinen Bauch legte und dort ganz ruhig liegen blieb (was sonst nicht so seine Art ist). In dem Moment sagte Gabi „und jetzt denkt an jemanden, für den ihr unendlich dankbar seid“ und bei mir kullerten nur noch die Tränen. Danke dafür und ich freue mich schon auf die Folge mit Meike Winnemuth.

    • Antworten Steffi 4. November 2018 um 08:37 Uhr

      @Melanie: Oh wie schön und wie lustig, dass du auch beim Yoga warst. Wo hast du denn gelegen bzw. geturnt? Sag doch nächstes Mal Hallo, dann weiß ich auch wer du bist! 🙂 Herzlich, Steffi

  6. Antworten Katja 3. November 2018 um 19:33 Uhr

    Liebe Steffi, habe gerade die neue Folge mit Meike Winnemuth angehört und fühlte mich gut unterhalten. Das Thema sich selbst zu entschleunigen, sich weniger abzulenken, weniger an Oberflächlichem festzuhalten beschäftigt mich nicht “sehr” – aber “auch”. Es klingt eben alles immer so leicht. Frau Winnemuth erzählt ja nur, wie sie es macht, sie möchte ja niemanden belehren. Aber verdammt, man fühlt sich dann eben doch schlecht, weil man selbst nicht so die Power hat, weil man selbst eben auch geil auf scheiß Konsum ist irgendwie. Weil man viel zu viel wenig Sinnhaftes macht und sein Leben irgendwie in warmer Lähmung verharrend auch vergeudet. Weil man nichts lebensveränderndes wagt. Nicht mal im Ansatz! Oh Gott. Es ist nicht leicht, auch wenn einem alle Propheten sagen und vorleben, wie geil es “danach” ist ohne Alkohol und ohne Zucker und ohne Geld dafür mit Pflanzen. Aber natürlich gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass je mehr ich mich beschäftige und reflektiere, ich auch ein bißchen mehr Erleuchtung durch das Leuchten anderer erfahre. Alles Quatsch. Auch wenn ich mich damit als komischen Miesepeter hier bloßstelle, mir ging diese Folge einfach schrecklich auf die Nerven. Ich hab mich an den Film mit Julia Roberts erinnert, wie diese unglückliche Frau auf Reisen ging, in ihrer pittoresken Wohnung in Rom im Seiden-Neglige auf dem Boden sitzend und Antipasti essend eine Sinnkrise nach der anderen geschoben hat..und ich mir die ganze Zeit nur dachte, was ein Luxus es ist “so” in seinem Leid baden zu dürfen. Manch einem – vielen! ist es doch schlicht und ergreifend nicht möglich aus dem Hamsterrad zu steigen, Dinge zu ändern, sich selbst zu verwirklichen, selbst wenn sie es wollten. Es müssen so viele Dinge im Leben schon mal generell stimmen, angefangen bei einem ordentlichen Job und einem ordentlichen Einkommen. Vielen stellt sich die “problematische” Frage erst gar nicht sich von 100 m2 auf 40 m2 zu “verkleinern” und sich damit so viel befreiter zu fühlen. Ich durfte mich in meinem Leben auch schon von Ballast befreien, weil ich mir einen Umzug meiner Habseligkeiten nach meiner Scheidung nicht leisten konnte, war ich mehr oder weniger gezwungen das meiste auf den Entsorgungshof zu karren oder auf die Schnelle bei ebay zu verhökern. Sehr befreiend. Nicht. Bei mir bleibt nach dieser Folge leider nichts besonders erbauliches hängen. Vielleicht weil es dann doch viel zu weit von meiner Realität entfernt ist. Genau so wie Designer-Klamotten und schnieke Altbauwohnungen. Auch wenn ganz viel Verbitterung hier mit klingt, ich weiß dieses Format, den Blog und den Podcast und deine Arbeit sehr zu schätzen.

  7. Antworten k a t r i n 4. November 2018 um 19:31 Uhr

    Hallo Steffi,
    Glückwunsch zu diesem schönen Podcast.
    Meike Winnemuth finde ich generell klasse und ihr beide passt gut zusammen.
    Dennoch bleibt mir ein Knirschen im Kopf….wie genießen & freuen uns auf deine Tipps hier auf dem Blog (Vasen, Teppiche, Geschirr, Poster, Beatuy-Produkte uvm.) und versuchen dennoch uns zu “entrümpeln” nach der Maxime “weniger ist mehr”? Wie geht das zusammen?
    Ich privat bekomm das unter einen Hut, aber ehrlich mir gegenüber ist das nicht… wie gehts euch? *

    • Antworten Steffi 4. November 2018 um 20:22 Uhr

      @katrin: Liebe Katrin, Meike hat es in ihrem Stern-Artikel zu dem Thema super beschrieben. Sie schreibt etwas in der Art wie: Ich habe zwar weniger, aber das was ich habe, ist das Beste. Natürlich schaffen wir alle weiterhin Dinge an, verschenke Sachen, haben Wünsche. Es geht nur darum, nicht (mehr) wahllos zu konsumieren. Wenn man aussortiert hat, weiß man wieder, was man alles hat. Aber auch, was einem fehlt. Und dann schaut man sich um und sieht u.a. bei mir aufm Blog Tipps, was einem gefallen könnte oder man gut verschenken kann. Man denkt nur etwas mehr darüber nach, was doch gut ist. Und hier gibt es ja auch nicht nur Kauf-Tipps, es gibt ja auch noch Geschichten ganz ohne Kaufanreize. Soweit von mir, herzliche Grüße & schönen Abend dir, Steffi

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