Wonach ist dir heute?

Muttertag2014OhhhMhhh

… als kleine Überraschung. Du warst der erste Fan meines Blogs. Wenn ich mal länger hier nichts schreibe, rufst du an und fragst: „Alles gut, Schatz?“ Du rückst regelmäßig für ihn deine besten Rezepte raus und treibst mich in den Wahnsinn, wenn du wichtige Zutaten vergisst. Kommt diese Schusseligkeit eigentlich vom Kinder kriegen? Ich hab das Gefühl, seitdem ich schwanger bin, funktioniert mein Hirn nicht mehr zu 100 Prozent. Viele sagen, es wird noch schlimmer. Aber die sagen auch viel, wenn der Tag lang ist.

Ich möchte dir hier heute was erzählen, das ich dir vielleicht viel zu selten sage: Ich liebe dich, ganz schön doll. Ich liebe, wie du immer für mich da bist. Wenn mal alles ganz schlimm ist, so schlimm, dass ich auch nicht weiter weiß, dann kommst du. Egal was du gerade auf dem Zettel hast. Du kochst noch schnell mein Lieblingsessen, deinen köstlichen Curryreis, setzt dich in deinen Smart und kommst angedüst. Und dann schnackst du nicht lang, sondern packst mit an, bis ich wieder Luft bekomme. Meist merken wir es beide daran, dass es mir besser geht, wenn ich ungeduldig mit dir und deinen herrlichen Eigenarten werde. Dein „Mhmhmh, jaja, was hast du gerade gesagt?“. Ich mach das mittlerweile auch, Chrissi findet es gar nicht lustig. Ich muss dann immer lachen und an dich denken. Jetzt, wo ich schwanger bin, denk ich eh viel an dich. Ans Mama sein, wie ich gern sein würde als Mama, wie du warst und bist. Du machst das toll. Hab ich dir das eigentlich schon mal gesagt? Ein paar Sachen hast du mit Karacho versemmelt, aber hey, das werde ich wohl auch. Auch habt ihr als Eltern manchmal ganz schönen Mist gebaut, den ich versuchen werde zu vermeiden, aber ich kann mir ja viel vornehmen, mal schauen, wie das wird, wenn ich wirklich mitreden kann.

Du bist einer der ganz wenigen Menschen, die ich in der Wochenbettzeit neben Chrissi hier haben will. Das war sofort klar, als mich die Hebamme fragte, wer sich um mich kümmern könnte, wenn Chrissi zurück ins Büro muss. Du hast es sofort eingeplant. Du wirst vorkochen und ich werde jedes einzelne Essen lieben. Auch, wie du um mich herum aufräumen wirst ohne dafür Applaus zu verlangen. Wenn ich daran denke, wie du unsere Tochter auf den Arm nehmen wirst, laufen mir Tränen übers Gesicht vor Glück. Wie erleichtert du sein wirst, wenn ich die Geburt hinter mir haben werde. Du wirst vorher nichts sagen, aber ich weiß, wie du bei Inka und Heike schon mitgefiebert und schweißgebadet warst. Du hast drei Kinder, vier Enkel/innen, du weißt, dass das kein Spaziergang wird. Mir sagst du nur, dass ich das schaffe. Mehr brauch ich auch gar nicht zu hören.

Auf Papa freu ich mich auch, sag ihm das, nicht, dass er denkt, er sei ausgeschlossen (Papa, heut ist Muttertag, nicht vergessen!). Das ist für ihn bestimmt nicht einfach, diese Verbindung zwischen Mama und Tochter. Wenn ich an unsere Tochter denke, denk ich immer, dass sie zu Chrissi bestimmt noch eine viel engere Beziehung haben wird. Den muss man einfach über alles lieben, ich tue es ja selbst so sehr. Und er hat so viel Geduld. Ich bin doch oft so ungeduldig. Ob ich wohl jeden Tag genügend Energie für sie haben werde? Ich liebe sie jetzt schon sehr und freu mich so unfassbar auf sie. Ein irres Gefühl. Das Bild von dir als du mit mir schwanger warst, habe ich seitdem ich schwanger bin ständig im Kopf. Dass du auf deinen Bauch eine Teetasse stellen konntest hat mich immer beeindruckt. Langsam kann ich es auch. Es macht so Spaß sich die Bilder jetzt noch mal anzuschauen, irgendwie habe ich das Gefühl, sie erst jetzt richtig zu verstehen, wo ich selbst in der Situation bin. Wie lustig, du hattest in meinem Kinderzimmer auch so ein String-Regal an der Wand, da baumelten viel zu große Turnschuhe für mich dran. Das war Papas Idee, oder? Bei uns warten Baby-Mokassins auf unsere Tochter.

Ich muss auch oft dran denken, was du alles mit mir durchgemacht hast. Was ich alles angestellt habe. Weißt du noch als ich mit H. zusammen war, dessen Mama, meine ehemalige Grundschullehrerin, nur zu ihrem Sohn ganz verzweifelt sagte: „Doch nicht die! Die hat nur Unsinn gemacht in der Schule!“ Wie du ertragen hast, dass mir die dicke T. in der Grundschule immer das Nutella-Brot geklaut hat, obwohl ich durch die Wachstumsschübe nur Haut und Knochen war. Du hättest ihr so gern den Hals umgedreht. Ich frag jetzt schon Chrissi manchmal, wie halten wir das bloß aus, wenn jemand gemein sein wird zu unserer Tochter? Wie du unten in der Küche die Jungs deiner Töchter wieder aufgebaut hast, wenn eine von uns gerade Schluss gemacht hat. Wie du da warst, wenn jemand mit uns Schluss gemacht hat. Wir eingemuckelt in Bettdecken schluchzend bei dir in der Küche saßen und steif und fest behaupteten, das Leben sei jetzt vorbei. Du fragst bis heute den Papa meines ersten Freundes charmant nach ihm aus. Natürlich in meinem Auftrag. Manchmal tun mir die Bewohner unserer Kleinstadt aber auch ein bisschen leid, wenn du (und Papa) voller Stolz seid und jedem ungefragt meine neuesten Projekte präsentiert. Ich muss den Buchverlag, der mein Hochzeitsbuch verlegt, mal fragen, ob die meisten Verkäufe eigentlich in Ostfriesland stattfinden, es würde mich nicht wundern. Ach was soll’s, das ist wahrscheinlich einfach elterlicher Stolz, ich muss mich ja jetzt schon so zusammenreißen nicht überall das T-Shirt hochzureißen und jedem zu zeigen, wie toll meine Tochter durch den Bauch treten kann. Ach Mama, noch dies und dann mach ich auch Schluss: Zur Heldin wurdest du für mich, als ich mit fünfzehn sagte, ich würde bei einer Freundin schlafen, wir würden Nudeln kochen und stattdessen heimlich mit ihr und gefälschtem Ausweis in die Disco abhaute. Und du am nächsten Morgen nur ganz trocken nebenbei sagtest: „Ich wusste gar nicht, dass man jetzt Pasta auf der Tanzfläche kocht…“ Deine Freundin hatte uns gesehen. Und dieser Kommentar war die lässigste Strafe aller Zeiten. Ich hoffe, dass ich den Spagat schaffe, zwischen strenger und lässiger Mama. Hilfst du mir dabei? Dank dir bin ich mir sicher, dass ich eins auf jeden Fall schaffe: Eine Mama zu sein, die ihr Kind sehr, sehr lieben und immer da sein wird, egal was ist.

Bitte bleib schön gesund Mama, pass gut auf dich auf. Ich kann mir ein Leben ohne dich nicht vorstellen. Es gibt noch so viel, was ich mit dir erleben möchte. Ich liebe dich.

Deine

Steffi

  1. Kommentare zu diesem Artikel
  2. Ally 11. Mai 2014 um 08:29 Uhr

    ohh Steffi, dass hast du do schön geschrieben! *schluchtz
    Einen wundervollen Muttertag
    ….nächstes Jahr feiern wir unseren ersten eigenen, wie aufregend. juhuuu

    Antworten
  3. Vanessa 11. Mai 2014 um 08:54 Uhr

    Scheiße man, jetzt heule ich! Gut, dass ich gleich zu Mama fahre;-)

    Antworten
  4. Monika Neufeld 11. Mai 2014 um 08:55 Uhr

    Ich sitze hier und während ich deine Liebeserklärung an deine Mama lese, kullern mir die Tränchen.
    Denn leider ist meine Mama vor zwei Jahren gestorben und ab und zu überkommt es mich dann schon mal.
    Dabei ist Muttertag so gar nicht meins und es war und nicht der einzige Tag, an dem ich mich um meine Mama gekümmert habe, nein das war schon sehr eng bei uns, vor allen Dingen in den letzten Jahren so ab Mitte 80 (Jahre)…
    Bevor ich zu sehr ins Detail gehe, wollte ich eigentlich nur danke für die Tränchen;-) sagen, und dir alles Liebe wünschen.
    LG,
    Monika

    Antworten
  5. Jenny 11. Mai 2014 um 09:10 Uhr

    Steffi, deine Mutter wird sich tierisch freuen! Ich freue mich sehr für dich, dass du so eine tolle Beziehung zu deiner Mutter hast und das auch zu schätzen weißt! Für viele ist es leider selbstverständlich, was unsere Mütter für uns getan haben oder immer noch tun. Du wirst bestimmt eine ganz wundervolle Mutter. Ich wünsche dir, dass deine Tochter irgendwann genau so über dich denkt, wie du über deine. Aber das wird sie, da bin ich mir sicher!

    Herzliche Grüße!

    Antworten
  6. Britta bloggt 11. Mai 2014 um 09:21 Uhr

    Ich muß heulen! Dabei komme ich gerade frisch geschminkt aus’m Bad!! ;-)) Wunderbarer Text, ganz toll…
    Liebe Grüße Britta

    Antworten
  7. Muma 11. Mai 2014 um 09:37 Uhr

    Übrigens hatte ich damals eine Dauerwelle..
    Liebe Steffi, herzlichen Dank für deinen lieben Brief zum Muttertag, damit hast du mir eine große Freude gemacht.
    Bis bald, deine Mutti

    Kommentar

    Antworten
  8. Haydee 11. Mai 2014 um 09:50 Uhr

    Ojeeeee.. wenn ich hier schon sitze und heule, wir deine Mama sich jetzt vermutlich in Tränen auflösen! Einen schönen Muttertag deiner Mum und DIR, du bist ja schließlich jetzt auch eine, gell!
    Haydee

    Antworten
  9. Julie 11. Mai 2014 um 09:51 Uhr

    Wie wunderschön! Da werden in Ostfriesland bestimmt auch einige tränen Kullern. Genau wie hier

    Antworten
  10. Beate 11. Mai 2014 um 10:18 Uhr

    Oh man schon wieder Pippi in de Ooochen…
    Ich habe heute meiner Mama auch schon ein paar Zeilen geschrieben und mich dabei an schöne, lustige und auch traurige Momente mit ihr erinnert. Mamas sind einfach die Besten! Und meine zwei kleinen Rabauken haben mich heute besonders fest umarmt. Einen sonnigen Muttertag für alle Mamas!

    Steffi Du rockst!
    LG aus Berlin

    Antworten
  11. alexandra 11. Mai 2014 um 10:40 Uhr

    Wundervoll

    Antworten
  12. Jule 11. Mai 2014 um 11:45 Uhr

    Ein toller Brief! Mir laufen die Tränen die Wange heruter…

    Antworten
  13. Tina 11. Mai 2014 um 11:55 Uhr

    Wiiiiiie schön! <3

    Antworten
  14. NOMAD 11. Mai 2014 um 11:58 Uhr

    Liebe Steffi, dein Muttertagsbrief ist bezaubernd . MUTTER SEIN ein großes Glück und Geschenk. Ich wünsche dir alles Gute und Liebe für deine eigene Mutterschaft.
    Beste Grüße
    Jutta

    Antworten
  15. Eva 11. Mai 2014 um 13:30 Uhr

    Ich musste gerade wirklich weinen. Und ich wünsche deiner süßen Familie nur das Allerbeste. Die schönen Seiten und Erlebnisse nicht zu vergessen. Und dankbar sein, für die Familie, die man hat.

    Antworten
  16. Henriette von SattUndSelig 11. Mai 2014 um 13:41 Uhr

    Hach, ein toller Brief für eine tolle Frau von einer tollen Frau!
    Liebe Grüße von Henriette

    Antworten
  17. Nicole 11. Mai 2014 um 16:08 Uhr

    Hat mich sehr gerührt. Einfach schön!

    Antworten
  18. Pat 11. Mai 2014 um 17:31 Uhr

    oh mein Gott ist das schön und mit Herz geschrieben. Wirklich fantastisch wenn man so schreiben kann. Du bist echt super Steffi

    Antworten
  19. LiBellein 11. Mai 2014 um 18:19 Uhr

    Was eine wunderbare Liebeserklärung….ich habe auch so eine wundervolle, starke, liebenswürdige, großzügige, schlaue, nachsichtige, strenge Mama. Die leider 600km weit weg wohnt….und mir fehlt, fehlt, fehlt.

    Du wirst bestimmt eine ebenso tolle Mama.
    Eine schöne, runde Schwangerschaft wünsche ich Dir noch und ne nette Geburt 🙂 Alles wird gut!
    LiebenGruß von Sandra

    Antworten
  20. Ramona 11. Mai 2014 um 19:52 Uhr

    Obwohl der brief gar nicht für mich ist, sitze ich hier und heule dicke Rührungstränen. So schön geschrieben!

    Antworten
  21. Katja 11. Mai 2014 um 22:51 Uhr

    Ein toller Brief! Ich hab selber drei Kinder und freu mich über die Kleinigkeiten die in Hort und Schule gebastelt werden, aber am schönsten sind die kleinen Briefchen mit den Liebeserklärungen. Und die gibt es nicht nur am Muttertag. Meine Mama ist leider seit 2 Jahren tot, aber Dein Brief hat viele Erinnerungen, vor allem lustige hervor geholt! Danke! Ich wünsch Dir alles gute fūr Dein Töchterlein, Deinen Mann und Dich!

    Antworten
  22. Patsy 12. Mai 2014 um 10:50 Uhr

    Jetzt hab ich Pipi in den Augen!

    Antworten
  23. Janna 12. Mai 2014 um 11:28 Uhr

    Wie schön!!!
    Jetzt sitz ich hier im Büro und kämpfe mit den Tränchen um die Kollegen nicht zu verwirren…

    Liebste Grüße
    Janna

    Antworten
  24. Nic 12. Mai 2014 um 12:58 Uhr

    KommentarOh Gott, ich heul gleich!! Ich liebe meine Mutter auch über alles! Sehr schöner Brief.

    Antworten
  25. Tanja 12. Mai 2014 um 14:01 Uhr

    Mir laufen die Tränen in Strömen über’s Gesicht, und meine Kollegin im Büro fragt sich wahrscheinlich, ob mein Verlobter das mit seinem Antrag vielleicht doch nicht ernst gemeint hat. Dieser Brief ist so rührend, so gefühlvoll und so herrlich ehrlich – ich wünsche mir, ich würde solche Worte finden!!

    Antworten
  26. MiME 12. Mai 2014 um 19:26 Uhr

    Ohhhhhhh!!!! Wie wunderschön! So rührend! Eine großartige Liebeserklärung an deine Mama! 🙂 Liebe Grüße… Michaela

    Antworten
  27. Maria 12. Mai 2014 um 19:35 Uhr

    Den Muttertag ignoriere ich generell, denn ich bin 365 Tage im Jahr für meine Mutter da. Sie sitzt im Rollstuhl und wohnt bei mir. Das fordert Kraft von mir und ihr. Aber die Liebeserklärung hast du toll geschrieben.

    Antworten
  28. SingSangSuse 13. Mai 2014 um 00:09 Uhr

    Als ich meiner Mama sagte, dass ich sie am Muttertag nicht besuchen könnte, weil ich von früh bis spät auf Arbeit sein muss, sagte sie zu mir:”Macht nichts, ist gar nicht schlimm. Ich bin nächste Woche auch noch Mutter…!” Die beste die ich mir nur wünschen kann, mit all ihren Ecken und Kanten, und seit ich deine Liebeserklärung an deine Mama und deine Familie gelesen habe, weiß ich, dass ich meiner Mama viel zu selten einfach sage wieviel sie mir eigentlich bedeutet…unabhängig von Muttertag, Geburtstag oder irgendeinem der vielen Tage in den rund 30Jahren Nonstop-Mama-sein. Wenn ich sie das nächste Mal sehe, hole ich das nach…Danke Steffi, für diese Inspiration der etwas anderen Art!

    Antworten
  29. Coco 13. Mai 2014 um 21:36 Uhr

    Liebe Steffi,
    schön, wenn Mama und Tochter sich so gerne haben!

    Grüße, Coco

    Antworten
  30. Anja 14. Mai 2014 um 08:59 Uhr

    Oh, Steffi, was für ein toller Brief! Ich habe Tränen in den Augen! Mamas sind die Besten und du wirst das auch super machen!

    Liebste Grüße A*

    Antworten
  31. FunnyValentine 14. Mai 2014 um 09:21 Uhr

    Herrje, zuerst dachte ich, oh nee, lieber nicht lesen. Jetzt denke ich: merci liebe Steffi. Ich habe mir soeben eingestanden, dass ein Danke für meine Ma überfällig ist. Toi toi toi für Dich und alles Gute. Herzliche Grüße von Valentina

    Antworten
  32. Mareice 14. Mai 2014 um 14:20 Uhr

    Was für eine schöne Liebeserklärung.

    Antworten
  33. Marion 18. Mai 2014 um 01:09 Uhr

    Hallo Steffi,
    ich saß heute mit meiner Tochter (sie wohnt übrigens auch in Hamburg und hat mir zum Muttertag ne Liebeserklärung geschickt, weshalb ich schon mehrfach vor Freude geweint habe <3) in Aurich vor der Eisdiele … da lief dort deine Mama mit ihrem Rad vorbei, sah uns, kam -samt Rad- zu uns an den Tisch und erzählte sooo stolz von deinem Brief :)…und nun sitze ich hier und weine schon wieder, weil ichs so rührend finde…ein zuckersüsser Brief <3…ich bin mir sicher, dass auch ihr eine so tolle Beziehung zu eurer Tochter haben werdet , denn schließlich fällt der Apfel ja nicht weit vom Stamm ;):)
    Alles Gute und ganz liebe Grüße
    Marion

    Antworten

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