Wonach ist dir heute?

Neulich sprachen meine Schwester und ich über das Thema Suizid. Eine befreundete Ärztin hatte erzählt, dass die Fälle bei ihr in der Notaufnahme ansteigen würden. Darunter mehrere Kleinunternehmer, die versuchen, sich das Leben zu nehmen. Weil sie das Gegenteil nicht ertragen können: das Weiterleben mit der Scham darüber, ihr Unternehmen nicht retten zu können. Mitarbeiter entlassen zu müssen, nicht mehr der Held zu sein, für den einen die Nachbarschaft hielt, die eigene Familie.

Diese schreckliche Scham.

Wahrscheinlich verehre ich deshalb die US-Soziologin Brené Brown so sehr. Sie hat es zu ihrer Mission gemacht, andere von ihrer Scham zu befreien. Scham, das sind eigentlich „nur“ negative Gedanken, die wir uns machen. Fiktive Geschehnisse, die wir farbenfroh ausschmücken, obwohl sie sehr wahrscheinlich niemals so eintreten werden. Und eigentlich müsste es doch genauso leicht sein, das, was wir in unseren Köpfen aufbauen, auch wieder einzureißen. Ist es aber oft nicht.

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