Wonach ist dir heute?

Vergangenes Wochenende habe ich dieses Bild bei Instagram gepostet. Ich stand im Pyjama, mit fettigen Haaren, Pandaaugen und ungeputzten Zähnen in der Tür, schaute aufs Wohnzimmer und dachte: Ach guck, es ist Wochenende, wie muckelig. Da liegt noch die Bettwäsche, die wir vom Schlafzimmer mit hergenommen haben, weil es so früh morgens mit den Kindern (so halb sieben, sieben) noch etwas kühl ist. Da stehen die Wäscheständer mit den ersten fleißigen Fuhren. Ich dachte, mal sehen, was passiert, wenn ich jetzt einfach mal so ein unordentliches Bild poste.

Was dann kam, überraschte mich sehr. Fast 2.000 Likes und über 100 Kommentare bekam das Bild. Die meisten schrieben etwas wie “Juhu, das echte Leben!!”, “Endlich zeigt das mal jemand!”, “Oh Gott, du bist ja Gott sei Dank doch normal!!”, “Wie gut das tut!!!” und ganz viel “Danke, Danke, Danke!”

Wie absurd, dachte ich, jetzt bedanken wir uns schon fürs echte Leben?

Ich dachte immer, es sei selbstverständlich, dass es bei allen am Wochenende aussieht wie Sau. Das man montags meist noch vieles im Griff hat, aber sich dann Tag für Tag die Wäscheberge und das Chaos steigern bis zum Samstagmorgen. Manchmal schaffe ich auch Freitags schon etwas Ordnung – herrlich. Das hält dann aber auch nur bis Samstagmorgen. Deshalb setze ich mir keine hohen Ziele mehr. Es sei denn, es kommt Besuch, dann geb ich alles. Kommt aber auch auf den Besuch an. Was habe ich vor kurzem gelesen – woran erkennt man Freundschaft? Wenn sie auch bei Unordnung reinkommen dürfen. Oder so ähnlich.

Vergessen wir durch Erfindungen wie Instagram und Photoshop, dass niemand alles im Griff hat? Die so tun als ob, lass ich eh links liegen. Da ist dann noch mehr in Unordnung als nur die Wohnung.

Oft schaue ich mir aufgeräumte, schön inszenierte Bilder zur Entspannung an, das Chaos kenne ich ja schon von Zuhause. Oder ich inszeniere es für (Makeover-) Geschichten auch so ordentlich, weil dann alles besser zur Geltung kommt und man die Ideen und Veränderungen gut erkennen kann. Eigentlich habe ich bisher immer vermieden, Fotos von unserem Chaos zu zeigen. Aber irgendwie fühlt sich die Zeit dafür gerade sehr reif an. Weil es anscheinend viele brauchen. Vielleicht tut es uns allen gut ohne das wir es bisher wissen.

Also: let’s try! Postet doch am Wochenende (oder wann auch immer) auch mal ein Bild mit dem Hashtag #jetztmalehrlich. Eine Frau mit Humor und dem Usernamen lelaina_pierce hat sich direkt letzte Woche schon getraut und ich hab mich sehr gefreut:


Wer zu schüchtern ist, kann sich den Hashtag ja auch einfach so anschauen oder überwindet sich doch noch. Weil: sein Chaos zu zeigen heißt nicht, keinen Geschmack zu haben. Den sieht man auch unter dem ganzen Spielzeug, herumfliegenden Klamotten und Taschen, ja sogar hinter Wäscheständern. Chaos daheim zu haben, heißt eben nur: das man so viel Wichtigeres zu tun hat, als aufzuräumen. Zum Beispiel zu kuscheln, knutschen, etwas (vor-) zu lesen oder einfach ins Kissen zu pupsen.

In diesem Sinne: Happy ehrliches Wochenende! Ich bin gespannt!

Steffi

  1. Kommentare zu diesem Artikel
  2. Micha 12. Januar 2018 um 14:02 Uhr

    Danke! Schön zu sehen. Und als nächstes die Aktionen

    #schoenstewollmaus #heutebleibtdiekuechekalt #fingerdappereverywhere

    Wunderschönes Wochenende!

    Antworten
  3. Lisa Sedelmayr 28. Januar 2018 um 18:09 Uhr

    Hallo, super cool, dass du den Altag mal zeigst 🙂 mir ist dein hübscher Couchtisch aufgefallen. Kannst du mir sagen, wo ich den bekommen kann? Liebe Grüße, Lisa

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    • Steffi 30. Januar 2018 um 10:40 Uhr

      @Lisa Sedelmayr: Liebe Lisa, der ist von OX Design, leider ein ähm Ferrari preistechnisch, aber sein Geld auch wirklich wert, gibt’s bei Morgenthau z.B.. Herzlich, Steffi

      Antworten
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