Wonach ist dir heute?

… dann hol ich meine Biene und die sticht, sticht, sticht. Oder so ähnlich. Ein kleiner Ohrwurm, der mich seit Einkauf für dieses kleine Cupcake Schmankerl schonungslos verfolgt. Ich hoffe, ich hatte den nur im Ohr und habe ihn nicht wirklich laut vor mir her gesungen, als ich den Einkaufswagen zielstrebig Richtung Backwarenregal schob. Passiert mir manchmal. Auch gefährlich: mit dem ipod im Ohr in der Straßenbahn sitzen und dann shuffled der einen Herzenssong aus den Tiefen der Musikfülle und man singt mit. Der Jeanny-Klassiker. Aber zurück zu den Backwaren. Bienenstich, wunderbar.

Vanillecreme meets Hefeteig meets Mandelmasse und wenn man Glück hat, ganz viel Vanillecreme. Finde ich. Mehr Mandelcreme als Hefeteig ist meine Traumratio. Wikipedia erkärt die Namensherkunft des Kuchens übrigens wie folgt: “Der Bäckerjungensage nach planten 1474 die Einwohner von Linz am Rhein einen Angriff auf ihre Nachbarstadt Andernach, da der Kaiser den Linzern den Rheinzoll entzogen und den Andernachern zugesprochen hatte. Am besagten Morgen jedoch gingen zwei Andernacher Bäckerlehrlinge die Stadtmauer entlang und naschten aus den dort hängenden Bienennestern. Als sie die Angreifer sahen, warfen sie die Nester nach ihnen, so dass die Linzer – von den Bienen gestochen – flüchten mussten. Zur Feier wurde ein besonderer Kuchen gebacken – der Bienenstich.”

Der Jeanny-Bienenstich-Cupcake-Sage hingegen nach entstammt die Idee, daraus Cupcakes zu kreieren, einem wunderschönen lustigen Familien-Osternachmittag im heimischen Garten meiner Eltern. Mein Bruder David – Kuchenfan übrigens, wie toll! – hatte die Idee und ich hatte sofort viele Bilder, Gerüche, Geschmäcker und Herzchen im Sinn. Mein Bienenstich-Cupcake besteht aus einem leckeren saftigen Rührteig statt des Hefeteiges, gepaart mit einer Vanillepudding-Buttercreme und gepuderzuckerten Mandeln als Topping. Und er ist so köstlich. Aber seht und lest selbst.

Bienenstichcupcake à la Virginia Horstmann

Zutaten (für ca. 12 Cupcakes):

120g Mehl

140g Zucker

1 1/2 TL Backpulver

eine Prise Salz

40g weiche Butter

120ml Milch

1 Ei

ein paar Tropfen Mandelaroma

75g gehobelte blanchierte Mandeln

ca. 4 EL Puderzucker

1 Pck. Vanille-Puddingpulver zum Kochen
100 g Zucker
500 ml Milch
250 g sehr weiche Butter

1.) Backofen auf 175°C Ober- und Unterhitze vorheizen und Muffinform mit Papierbackförmchen auskleiden.

2.) Blanchierte Mandeln mit Puderzucker mischen und beiseite stellen.

3.) Mehl, Zucker, Backpulver und Salz vermengen. Butter hinzufügen und mit dem Mixer mischen. Bis dato noch etwas trocken, sandig würde man wohl behaupten, aber das ist vollkommen in Ordnung. Rettung naht bald.

4.) Milch, Ei und Mandelaroma in einer kleinen Schale vermengen und zur Mehlmischung geben. Ein paar MInuten lang mixen, aber nicht zu lange, sonst werden die Cupcakes trocken und unfluffig.

5.) Teig zu ca. 2/3 in die vorbereiteten Förmchen füllen und ca. 15 Minuten lang im Backofen backen.

6.) Backofen auf und schnell aber vorsichtig (nicht verbrennen, bitte aufpassen) die Mandel-Puderzuckermischung auf die Cupcakes geben. Dann wieder ab in den Ofen und ca. 5-7 Minuten weiterbacken. Aus dem Ofen holen und wer hat und mag, kann das Mandeltopping mit einem Küchenbunsenbrenner schön karamelllisieren. Die Cupcakes dann auskühlen lassen.

7.) Währenddessen das Puddingpulver, Zucker und 6 EL Milch in einer Schale verrühren. 500 ml Milch in einem (vorher kurz mit kaltem Wasser ausgeschwenkten und nur abgetropften, nicht abgetrockneten) Topf zum Kochen bringen, dann schnell vom Herd nehmen. Die Vanillemischung einrühren und das ganze kurz noch mal aufkochen und ca. 1 Minute bei mittlerer Temperatur und unbedingt unter ständigem Rühren köcheln lassen. Dann in eine Schale füllen und ganz schnell Frischhaltefolie direkt auf die Puddingoberfläche legen, denn Puddinghaut ist ein großes No go. Gut auskühlen lassen, aber nicht im Kühlschrank. Der Pudding soll Zimmertemperatur erreichen, sonst gerinnt Euch dide Butter.

8.) Die zimmerwarme weiche Butter ca. 2 Minuten lang mit den Mixer-Rührstäben aufschlagen, dann den erkalteten Pudding Esslöffelweise hinzufügen. Die enstandene Vanillebuttercreme ca. eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen, damit sie fester wird.

9.) Cupcakes mit einem sehr scharfen Messer, einer großen Küchenschere oder einem Zwirn skalpieren und die Vanillecreme auf die untere Hälfte füllen, am besten mit einem Spritzbeutel. Obere Hälfte wieder auflegen, evtl. noch mal mit Puderzucker bestäuben.

Als Dekoalternative habe ich einen Cupcake nicht durchgeschnitten und beim Backen die Mandeln weggelassen. Stattdessen die Vanille-Buttercreme auf den Cupcake als Topping gesprüht und mit Mandelkrokantbruch dekoriert. Mandelkrokant? Easy:

Backblech mit Backpapier auslegen und sehr leicht ölen. In einem Topf 100g Zucker schmelzen und karamelisieren lassen, aber nicht zu lange, sonst wird er zu bitter und hart. Wenn das Karamel beginnt, güldene Farbe anzunehmen, den Topf von der Herdplatte ziehen und 60g gehobelte Mandeln unterheben, damit alle Mandeln von Karamel umhüllt sind. Ganz schnell. Ich scherze nicht. Ich meine: SEHR SEHR ganz schnell, denn die Masse erkaltet und härtet sehr schnell. Also unterheben, die Masse dann flugs mit einem leicht geölten Messer (oder Streichpalette) auf das Backpapier geben, auskühlen lassen. In grobe Stücke brechen und auf den Cupcake geben.

Solltet Ihr es schaffen, nicht alle Cupcakes auf einmal zu essen, was große Disziplin verlangen würde, ab in den Kühlschrank. Dort halten sie sich einen Tag lang und möchten dann aber ca. eine halbe Stunde vor Verzehr wieder aus der Kühlung geholt werden.

Habt ein wunderschönes Wochenende mit ganz viel Ohhh und Mhhh – Momenten. Ohhh, und bald ihr die Bienchen-Schilder nachbasteln möchtet, einfach diese Vorlage ausdrucken, ausschneiden, beidseitig auf einen Zahnstocher kleben, fertig!

All the love in the universe,

Jeanny

P.S.: Übrigens, den entzückenden Mini Cupcake Tortenständer habe ich bei meincupcake.de erstanden?

  1. Kommentare zu diesem Artikel
  2. dunja 23. Mai 2011 um 22:23 Uhr

    …..oohhh man! jedes mal denke: daß ist mein lieblingscupcake….und dann kommt im nächsten post noch ein tollerer….dieser bienenstichcupcake ist ab heute mein liebling m( bis zum nächsten post…) und die bienchenschilder sind der hit! liebte waldgrüße, dunja

    Antworten
  3. bluebirdsandbutterflies 25. Mai 2011 um 08:35 Uhr

    Hi
    Your cupcakes love divine! I would love to have the recipe. I didn’t see a place to translate to English. The cupcakes look delicious! xoxo Kim

    Antworten
  4. miniwoelkchen 25. Mai 2011 um 21:59 Uhr

    danke für die leckere idee! habe das ganze in glutenfrei umgewandelt und habe bei meiner familie einen volltreffer gelandet. mein mann liebt bienenstich und mal wieder hat ihm auch was von den glutenfreien dingen geschmeckt. die creme war allerdings viel zu viel, wir hatten reichlich über. mega lecker, danke schön, fotos blogged…
    miniheju

    Antworten
  5. Nina 3. Juni 2011 um 20:58 Uhr

    wirklich leckeres rezept! wird morgen meine geburtstagsüberraschung!

    leider passten bei mir aber die mengenangaben nicht wirklich. habe nur 10 cupcakes rausbekommen, und die waren auch nicht wirklich groß. von der creme ist noch die hälfte übirg geblieben, obwohl ich schon seeeeehr großzügig damit umgegangen bin… schade!

    lg

    Nina

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  6. sandra wissing 20. Juni 2011 um 10:37 Uhr

    meine Creme wurde etwas zu flüssig (mein Göttergatte hatte zuviel Butter für sein Steak verbraten…)da musste ich improvisieren – ich hab mit nem Apfelentkerne ein Loch in die Muffins gemacht und sie dann mit der Creme gefüllt – das krokant drüber – Läääcker 🙂
    P.S. das Krokant schmeckt auch super mit Kokoschips wenn man keine Mandeln hat.
    Danke für das tolle Rezept Grüße aus München
    von Sandra 🙂

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  7. Kim 10. Juli 2011 um 13:47 Uhr

    Ich habe gestern die Cupcakes gebacken und sie waren so unglaublich lecker!Vielen lieben Dank für das Rezept!Ich ♥ eure Seite!

    Antworten
  8. Mila 4. September 2011 um 21:11 Uhr

    Einfaches Rezept, ein sehr leckerer, schön fluffiger Teig.
    Aber leider ist die Creme viel zu süß so, um sie zu essen. Vermutlich ist das bei original amerikanischen Cupcakes immer der Fall, aber ich fands einfach nicht lecker. Hab das dann mit Frischkäse gestreckt und es ging, aber jetzt ist noch Buttercreme übrig. Schade!

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  9. Katharina 8. April 2012 um 13:55 Uhr

    Leider reicht der Teig nicht für 12 normale Muffins, unsere sind sehr mini geworden, und dann wird es mit dem Durchschneiden sehr sehr schwer 🙁
    Leider hat das mit den Mandeln auch nicht funktioniert, im Backofen alleine sind sie kaum braun geworden. Also besser in der Pfanne karamelisieren und nach dem Backen drauftun, dann wird das mit dem Durchschneiden auch einfacher.
    Aber ne coole Idee ist es, abgewandelt machen wir es bestimmt nochmal.

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  10. Anja 3. Dezember 2012 um 23:13 Uhr

    Toller Blog! Tolle Rezepte!
    Habe am Wochenende diese süßen Cupcakes gebacken und mit den tollen Toppern dekoriert – GöGa und Schwiegereltern waren begeistert!
    Hab auch noch nen Berg Buttercreme übrig – wie lange hält sich denn sowas im Kühlschrank? Kann ich die 7 Tage später noch mal zu Cupcakes verarbeiten?

    Viele Grüße
    Anja

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