Wonach ist dir heute?

1.) Orgasmen lassen sich multiplizieren.

Haha. I know. Alte Journalistenregel: Beginne einen Text mit einem Erdbeben und dann langsam steigern. Apropos Erdbeben: Mein Gerät 2018 ist der Satisfyer. Das habe ich in der Goodie Bag zum Female Future Force Day von Edition F geschenkt bekommen. Das Ding kann ALLES. Das Ding wird auch Klitorissauger genannt. Das Ding multipliziert Orgasmen, ernsthaft. Das Ding ist besonders toll im Zusammenspiel mit seinem Ding.

So. Alle wach? Sehr gut!

 

2.)  Hinter Ängsten verstecken sich Superkräfte.

Ich dachte lange, über meine Panikattacken zu sprechen, würde mir schaden. Ich würde von Geschäftspartnern weniger respektiert, für meine LeserInnen weniger Vorbild sein, ich hatte da viele komische Gedanken. Genau das Gegenteil trat ein. Als ich dieses Jahr in einem Vortrag zum ersten Mal darüber sprach, sah ich schon während des Sprechens Frauen im Publikum wissend nicken und mich erleichtert anschauen.

Und ich merkte:

So verjagt man die Angst. Sie anzusprechen macht sie sprachlos.

In mir entstand dafür Platz für Neues: Mut zum Beispiel. So verkündete ich in dem besagten Vortrag einfach, ich würde bald einen Podcast veröffentlichen. Dabei googelte ich noch, wie man das überhaupt macht.

 

3.) Über Geld zu sprechen ist eine gute Idee.

Wenn ich mich über eine Sache dieses Jahr geärgert habe, dann die Erkenntnis: Ich hätte viel früher anfangen sollen über Geld zu sprechen. Es gibt nämlich Menschen, mit denen man das super kann. Die auch gern darüber sprechen. Ich hatte lange so ein “Das tut man nicht” in mir. Keine Ahnung, woher das kam. Ich tue es jetzt öfter und es tut gut. So lerne ich ganz viel über meinen eigenen Wert, die Preise am Markt und meine Vorsorge. Mit der simplen Frage: Wie machst du das eigentlich?

 

4.) Bei mir bleiben ist die Lösung.

Ich habe mir dieses Jahr einen Erste-Hilfe-Koffer für mich selbst zusammengestellt. Ich beobachtete genau, was mir gut tut, wenn ich mich mal wieder verrannte. Zu viel arbeitete, es zu vielen Menschen recht machen wollte, statt mir selbst. Ich merkte, wie nur eine einzige Yogastunde meinen Kopf wieder gerade rückt, innerlich und äußerlich. Wie schon zehn Minuten Meditation mich daran erinnern, was wirklich wichtig ist und wie wenig ich brauche. Dass ich schon alles habe, was ich immer wollte. Ich lernte, dass ein Notizheft, in dem steht, auf was ich stolz bin, wofür ich mich feiere und wo ich noch hin will, ein Anker sein kann, wenn das PMS-Luder mir das Gefühl gibt, mein Boot würde sinken. Der Erste-Hilfe-Koffer ist ganz klein. Aber ein Griff da rein, vollbringt Wunder.

 

5.) Dass mit der gesunden Ernährung war eine gute Entscheidung.

Vor genau einem Jahr habe ich den Entschluss gefasst, mich gesünder zu ernähren. Habe mich Smarties-Snickers-Zucker-Junkie radikal in den Entzug geschickt. Dabei habe ich auch gleich aufgehört, Alkohol und Kaffee zu trinken. Hab Inventur gemacht, was mir wirklich gut tut und von was ich es einfach nur fälschlicher Weise annahm. Belohnt wurde ich mit mehr Energie, einem viel besseren Gefühl für meinen Körper und der Erkenntnis, was das richtige Essen alles Tolles für uns tun kann. Doch dabei blieb es nicht. Ich fing dadurch auch an, mir mehr Gedanken über Nachhaltigkeit und Selbstliebe zu machen. So entstand mein Podcast Endlich Om, der diese Reise dokumentiert. Und der meine Lieblingsüberraschung aus 2018 ist.

 

 

6.) Nein sagen schafft Platz für gute Jas.

Dieses Jahr hat sich mein vieles Nein sagen zu Projektanfragen, Dingen, die mir nicht gut tun, ausgezahlt. Es hat Platz geschaffen für Jas. Zum Beispiel fürs Ausprobieren von Dingen, bei denen mir früher mulmig wurde. Tanzen zum Beispiel. Über Sex sprechen. Über Sex schreiben. Ein eigenes Büro eröffnen. Neues ausprobieren, bei dem ich früher eher die Nase gerümpft hätte. Yolates zum Beispiel. Eine Yogaform, die eine Mischung aus Yoga, Pilates, Tanz , Selbstliebe und Empowerment ist. Beim Selfloveclub von Navucko habe ich es zum ersten Mal ausprobiert. Heute fahre ich extra für einen dreistündigen Workshop dazu nach Kopenhagen. Mal sehen, wohin (mich) das noch führt.

 

7.) Wir sind mehr.

Eine Einsicht aus 2018 ist auch: Es gibt immer Leute, die einfach keine Lust haben, nett zu sein, einem unbedingt ins Becken pinkeln wollen. Doch es gibt immer mehr, die einem Gutes wollen. Einem die Hand reichen oder auch einfach nur aufmunternd zulächeln, wenn man droht unter zu gehen. Die wissen: We’re in this together. Und:

Wir sind mehr.

Mehr Mütter, die darüber lachen können, dass es Zuhause aussieht wie Sau.

Mehr Mütter, die sich trauen zu sagen, dass sie auch Zeit für sich brauchen.

Mehr Mütter, die nicht alles schaffen.

Mehr Mütter, die auch mal verzweifeln.

Mehr Mütter, die sich Sorgen machen, was passiert, wenn sie mal nicht mehr da sind.

Mehr Eltern, denen auch mal Pannen passieren.

Mehr Frauen, die auch mal popeln, pupsen und Pornos gucken.

Mehr Frauen, die wissen, wie hart es sein kann, Single zu sein.

Mehr Freundinnen, die aufeinander aufpassen.

Mehr Freundinnen, die einfach mal zusammen abhauen.

Mehr gute Menschen als schlechte.

 

 

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8.)  Meine kleine Familie ist mein großes Glück.

Die Zeit rennt tatsächlich. Da haben all die “Genießt es, sie sind so schnell groß”-Rufe recht. Also genieße ich noch bewusster die Zeit mit meiner kleinen Familie und habe eins dieses Jahr noch deutlicher erkannt als vorher:

Wenn sie um mich sind, bin ich am besten.

Die Einsicht kam, als sie weg waren. Eine Woche bei ihren Großeltern. Der Traum vieler Eltern. Endlich mal alles schaffen, was man sonst nicht schafft. Oder auch einfach mal abhängen, nichts tun. Ich merkte dieses Mal: Ich bin so viel besser drauf und im Job, wenn sie da sind. Wenn wir wir sind. Dann ist alles gut.

 

9.) Wofür will ich stehen?

Wofür meine Stimme nutzen? Darüber habe ich dieses Jahr viel nachgedacht. Der Film A Star is born stellt die Frage indirekt, genau wie das Älter werden an sich. Oder auch die Verantwortung, wenn man eine gewisse Reichweite erlangt. Wofür will man die nutzen? Wofür möchte auch ich irgendwann stehen, wenn meine Kinder sich dieses Blog-Magazin anschauen?

Die ersten kleinen Erkenntnisse und Schritte habe ich schon umgesetzt: Jetzt wird es jährlich zum Super-Rabatt-Sonntag auch einen Super-Spenden-Sonntag geben. Das ist schon mal was. Es kommt aber noch mehr.

 

10.) 40 werden ist nicht das Ende.

Es ist ein Anfang. Einer von vielen in unserem Leben. Das schreibt auch Michelle Obama in ihrer sensationellen Autobiografie Becoming. Wir hören nie auf zu werden. Wir sind eigentlich ununterbrochen im Umbruch. Wir werden nicht etwas, um es dann für immer zu sein. Ich habe mir dieses Jahr viele Gedanken über das Leben gemacht. Das kann man Midlifecrisis nennen oder einfach: Das Leben (besser) verstehen.

Und wie sagte vor kurzem Maybrit Illner so schön zu Verena Pausder, die wie ich im Februar 40 wird: Jetzt kommen eure 15 besten Jahre, das wird der Hit! Und dann kommen die nächsten 15 besten Jahre unseres Lebens. Und die nächsten und nächsten. Weil, was gibt es Tolleres als am Leben zu sein?

Amen.

Fröhliche Weihnachten!

Wir lesen uns hier am 14.1.2019 wieder. Ich wünsche euch von Herzen ein großartiges Fest und einen guten Rutsch. Und ich würde mich sehr freuen, zu lesen, was ihr dieses Jahr gelernt habt. Vielleicht habt ihr ja Lust, eure Liste hier ebenfalls zu hinterlassen.

Ich freue mich darauf, 2019 auch ganz viele eurer Themenideen und Wünsche, die ihr mir bei InstaStories verraten habt, hier umzusetzen.

Danke für eure Treue, Inspiration, euer Mitmachen und Anfeuern, einfach alles!

Danke, Danke, Danke!

Herzlich,

Steffi

  1. Kommentare zu diesem Artikel
  2. M i MA 21. Dezember 2018 um 17:03 Uhr

    Liebe Steffi,

    in diesem Jahr hast du mich zu deinem “Fan” gemacht. Mehr noch als das, WAS du gemacht hast, war es das WIE du es gemacht hast (“souverän” fällt mir dazu spontan ein).

    Ich bin gespannt auf 2019 und wünsche dir ‘ne schöne Pause.

    LG I.

    Antworten
  3. Kerstin 23. Dezember 2018 um 14:00 Uhr

    Liebe Steffi,
    Es stehen schon so viele tolle Sachen in den Kommentaren, dass kann ich eh nicht mehr toppen. Deshalb schlicht und ergreifend DANKE!!!! Es war so großartig mit Dir das Jahr zu verbringen und Dich zu „beobachten“ wie mutig Du so viel neues ausprobiert hast. Das war soo unglaublich inspirierend. Der Knaller, was das mit mir gemacht hat. Ich bin noch konsequenter bei dem Nachhaltigkeitsthema geworden ich (bislang hab ich das alleine gemacht und jetzt bestehe ich drauf, das der Mann auch mit zieht und hab Yoga intensiviert und mit der von Dir vorgeschlagenen App CALM das meditieren angefangen. Mein festes Morgenritual, ist es geworden, auch wenn meine Kopf / Gedanken immernoch hin und her hüpfen wie eine wilde gewordene Herde Flöhe macht es was mit mir.
    DANKE!!
    Macht es Euch hübsch (ich liebe diesen letzten Satz aus Deinem Podcast) und genießt die freie Zeit miteinander .
    Ich drück Dich aus der Ferne, liebste Grüße aus Bayern, Kerstin

    Antworten
  4. Jana 28. Dezember 2018 um 23:44 Uhr

    Liebe Steffi!
    Ich liebe Deinen Blog und Deinen Podcast und Dich und überhaupt..
    Das alles hat mir soo viel gegeben dieses Jahr.
    Ich werde im Juli 2019 40, komm wir rocken das gemeinsam!

    Happy New Year und alles Liebe
    Jana

    Antworten
  5. Meike 30. Dezember 2018 um 21:19 Uhr

    2018 war eine grandiose Reise zu mir selbst. Konflikte habe ich nicht “weggeputzt” sondern erstmals in mein Bewusstsein gelassen. Da hingeschaut wo es weh tut. Und dann das kleine Mädchen in mir getröstet und wieder nach vorne geschaut. Ich habe mich fallen gelassen und wurde aufgefangen. Ein neues klares Gefühl durch intensive Retrospektive.
    Vielen Dank für deinen Input!

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  6. Vivien 2. Januar 2019 um 07:54 Uhr

    Also wenn ich das so lese liebe Steffi, kann ich es gar nicht abwarten in die „Hilfe ich werde 40 und ziehe Bilanz“- Crisis zu kommen. Ich bin 35 durch private Unstände von all dem was du so schreibst gerade wahrscheinlich weiter entfernt als noch in meinen späten Zwanzigern. Ich habe mich aber dieses Jahr sehr durch dich inspiriert gefühlt wenigstens ein paar Punkte anzugehen. Vielen Dank dafür. Du hast dieses Jahr ein paar Chancen für dich gesehen und bist sie mit viel Mut und deiner ganz eigenen Art angegangen. Den Erfolg dafür gönne ich dir von Herzen, denn die Mutigen gehören belohnt!! Was dich und deine Arbeit für mich ganz klar von vielen anderen unterscheidet ist die Tatsache, dass du dein Handwerk verstehst und als Journalistin und nicht als Influenzer Themen angehst. Die Qualität die du mit deiner Arbeit lieferst ist weit entfernt von vielen anderen da draußen, womit man dir Themen wie Vorsorge ect. auch tatsächlich abnimmt. Du hast es daher gar nicht nötig tägliche Outfits (nicht das ich deine Outfits nicht auch mögen würde ;))oder deine Familie in den Fokus zu stellen. Keep up the good work! Ein gesundes Neues!!! Ich bin gespannt auf das was kommt!

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