Wonach ist dir heute?
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„Das kann ich jetzt echt nicht machen.“
„Aber du brauchst einen Arbeitsplatz.“
„Ist es nicht ein wenig verrückt, in diesem Jahr so viel Geld in die Hand zu nehmen? Wer weiß, wie es 2021 weitergeht …“
„Aber du brauchst einen Arbeitsplatz.“
„Ich könnte doch etwas Günstigeres finden.“
„Was dir dann nicht wirklich gefällt, sodass du weiter am Esstisch hockst.“
„Oder warten, bis auf Kleinanzeigen ein schönes Vintage-Modell auftaucht.“
„Du wartest jetzt schon seit vier Jahren.“
„Aber, aber, aber …“
„Aber du brauchst einen Arbeitsplatz.“

So in etwa klang das Gespräch, das ich vor gut einem Monat mit mir selbst führte. Am Ende hat sich das „Aber“ durchgesetzt und nun schreibe ich diesen Text an meinem neuen Arbeitsplatz, der Shelf Library aus Eichenholz mit Schreibtischplatte von Frama – ein Gefühl, als sei ich nach Jahren im Großraum ins Eckbüro eingezogen.

Zur Erklärung, warum ich mir das geleistet habe, und auch, warum ich die Entscheidung nicht bereue, sollte ich erwähnen, dass ich seit knapp zwölf Jahren im Homeoffice arbeite. Vier davon in unserem nun nicht mehr ganz so neuen Zuhause, in denen ich an einer Ecke des Esstisches im offenen Familienzimmer saß, das Wohn- und Esszimmer plus Küche ist und bis vor kurzem eben mein Büro war.

So war das nicht geplant. Die Abmachung mit meinem Mann, der nämlich auch bei uns zuhause arbeitet, war: Wir sparen uns nach dem Umzug ein Jahr lang das Geld, das ein Atelier kosten würde, dann ziehe ich in das Zimmer, in dem er sitzt (Im gleichen Zimmer können wir nicht arbeiten. Erstens: Er braucht Platz für seine Schnittmuster, sitzt zudem an einer Nähmaschine und hört darüber hinaus am liebsten Cricket Live im Radio. Es mag Schreiber geben, die unter diesen Bedingungen brillante Texte verfassen können. Ich kann es nicht. Zweitens:

Ich würde gerne mit meinem Mann zusammenbleiben. Säßen wir im gleichen Raum, wäre das bald ein Trennungsgrund.

Aus diesem ersten Jahr wurde dann ein zweites, weil sich nicht das passende Atelier fand, das von den Fahrtwegen in unsere Familienrouten gepasst hätte. Ein drittes – durch finanzielle Engpässe. Jahr vier brachte: Corona.

Ich habe also, wenn ich mich hier mal kurz als Top-Teamplayer loben darf, sehr lange Geduld gehabt und mir immer wieder gut zugeredet, noch ein wenig durchzuhalten – obwohl es mich seit Jahren nervt, dass ich nie die Möglichkeit hatte, mich abzugrenzen, und immer inmitten des Familienlebens saß. Denn mein Vorhaben, stets mein Arbeitsgerät zu verstauen, damit wir idyllisch um den Abendbrottisch zusammenkommen konnten, gelang auch vor Lockdowns und Quarantäne so gut wie nie. Stattdessen: meist zwei aufgeklappte Laptops, Unterlagenstapel, Kabelsalat.

„Wenigstens mag ich meine Arbeit“, sagte ich mir.

„Ein Ende des Esstisches reicht doch für uns drei“, sagte ich mir.

„Geht schon“, sagte ich mir.

Bis es dann plötzlich nicht mehr ging.

Vor gut einem Monat hatte ich meine erste Panikattacke. Ich habe mich gefragt, und frage mich auch jetzt noch, ob ich das hier aufschreiben soll. Nicht weil es mir unangenehm wäre, sondern weil ich nicht den Eindruck erwecken möchte, dass dieser komplexe und komplizierte Moment in meinem Leben mit der banalen Anschaffung eines Schreibtisches zu lösen war. So einfach ist das nicht. Es hat schließlich mehr zu diesem Moment geführt als der bloße Mangel eines vernünftigen Arbeitsplatzes. Ich erzähle es euch jetzt aber trotzdem, denn der Beschluss, in mein persönliches Eckbüro zu ziehen, war der erste Punkt auf meinem Plan, wie ich mit der großen Überwältigung fertigwerde, die ich immer wieder spüre. Und dadurch nämlich doch mehr als ein Schreibtisch, sondern ein Symbol dafür, mir den Platz einzuräumen, den ich brauche.

Ich hatte dann schon diverse Kleinanzeigen-Alerts für dänische Vintage-Schreibtische aktiviert und mich gleichzeitig nach günstigeren Ideen umgeschaut, als nicht nur meine innere Stimme, sondern auch Steffi fragte: „Aber was willst du denn wirklich?“

Frama war die Antwort – und Xenia von Minimarkt hat sich dann so toll und schnell um die Bestellung in Dänemark gekümmert, dass ich’s mir nicht noch mal anders überlegen konnte.

 

Hätte ich auch nicht, wenn’s ein paar Tage länger gedauert hätte. Denn er passt perfekt in die Ecke des Schlafzimmers, wo bisher ein Spiegel stand, der einfach an die gegenüberliegende Wand gezogen ist.

(Nebenbei: Würde ich mich mit Feng-Shui auskennen, wüsste ich vermutlich, dass es eine absolute Katastrophe ist, in Bettnähe zu arbeiten. Kenne ich mich aber nicht. Und bisher hatte ich auch kein Bedürfnis nach ständigen Nickerchen.)

(Ach, und falls sich jemand fragt, warum auf diesen Fotos nicht das ganze Zimmer zu sehen ist: Der Grund ist selbstverständlich, dass ich den Schlafbereich bei der Arbeit mental komplett ausblende, und nicht etwa, dass das Bett an dem Tag mit Rücksendungen aus der Dezember-Kolumne und allerlei anderer Unordnung bedeckt war, nein, nein, auf keinen Fall.)

 

Vom Bett als Paketablage mal abgesehen: Um den Schreibtisch herum habe ich es mir so eingerichtet, dass ich selbst für möglichst wenig Chaos sorgen kann. Im Zeitschriftenhalter, der nicht an der Wand, sondern so am Kleiderschrank montiert ist, dass er vom Rest des Zimmers kaum sichtbar ist, verschwinden Ladekabel und anderer technischer Kleinkram. Er ist auch meine Postablage, Aufbewahrungsplatz für den Kalender und Sammelstelle für alles, was unter „Muss abgeheftet werden“ fällt. Die Fächer sind so schmal, dass ich mir einbilde: Das zwingt mich dazu, öfter die Ablage zu machen und damit den wandernden Papierstapel des Grauens zu minimieren (sämtliche Ordner sind in zwei Sideboards im Familienzimmer untergebracht).

 

 

Da es in dieser Ecke des Zimmers keine leicht zugängliche Steckdose gibt und ich verhindern wollte, Kabel plus Mehrfachstecker durchs halbe Zimmer zu legen, hat mein Mann James ein Loch in die Schrankrückwand gebohrt – den Zugang zur Steckdose (James hat auch die Lampe neu verkabelt, die Wand frisch gestrichen und den Schreibtisch montiert. Hätte ich vielleicht selbst gekonnt, aber sicher nicht so präzise, denn für so was fehlt mir die Geduld. Und wisst ihr was? Es hilft, wenn auch der andere ein Top-Teamplayer ist).

James hat mir auch den Mehrfachstecker geschenkt, der, nun ja, ganz schön sexy ist. Gerade gedacht:

Sollte man Partnerschaften statt in Jahren in Geschenken rechnen?

Wir sind definitiv in den durchaus glücklichen Mehrfachsteckerjahren unserer Beziehung. Zu dem noch mal zurück: Drei Ausgänge, zwei USB-Ports und ein Magnet, sodass man ihn auch an der Wand anbringen könnte. Bei mir liegt der Würfel einfach auf dem Boden. Darüber: die Lampe, die als Lichtquelle den Schreibtisch optisch vom übrigen Zimmer trennt.

Was mir noch fehlt: ein paar Magnetstreifen über dem Zeitschriftenhalter. Wir haben zwar eine große Notizwand in der Küche für alle Terminzettel und Telefonnummern, aber ich hätte gerne meine private Erinnerungswand. Ich brauche auch einen Schreibtischstuhl, viel mehr aber nicht.

 

Und viel mehr, als auf diesen Fotos auf meinem Schreibtisch steht, soll hier auch gar nicht hin. An der Schreibtischplatte ist nicht furchtbar viel Platz, doch gerade das gefällt mir: Rechner, ein paar schöne Notizblöcke und mich, mehr braucht’s hier nicht. Weniger Fläche, weniger Kram, weniger Unordnung. Alles, was in den Regalen darüber stattfindet, soll keine weitere Funktion erfüllen, außer der, mir Freude zu machen. Es ist eine Sammlung schöner Dinge mit Bedeutung: Bücher, die ich gerade lese oder an die ich einfach oft denken will, mein Lieblingsduft, Familienfotos, ein Print, den James mir zum 40. Geburtstag gemacht hat, eine Nymphenburg-Tasse, die mal ein überraschendes Geschenk war, oder eine kleine Box von Hermès für meine Stifte. Weil die Frau, die an diesem Schreibtisch sitzt, selbstverständlich ihre Stifte in einer Hermès-Box aufbewahrt.

Und die jetzt den Rechner zuklappt, um schlafen zu gehen. Ich hab’s ja nicht weit.

Wenn ihr gern noch mehr von der wunderbaren Marlene Sørensen lesen würdet – in unserem Endlich Ich-Abo (mehr Infos und Anmeldung dazu hier) schreibt sie eine monatliche, großartige Modekolumne. Werdet ihr lieben!

  1. Kommentare zu diesem Artikel
  2. Almut 8. Dezember 2020 um 08:10 Uhr

    🙂
    Ich mag diese neue Reihe furchtbar gern!
    (Vom winzigen Schreibtisch im Schlafzimmer aus gesendet…)

    Antworten
    • Marlene Sørensen 8. Dezember 2020 um 09:43 Uhr

      Liebe Almut, ich mag die Reihe auch sehr. Und nicht nur, weil ich teilnehmen durfte. Ganz liebe Grüße von meinem Mini-Büro in Deins

      Antworten
  3. Annika Schrader 8. Dezember 2020 um 09:05 Uhr

    Deine Texte sind der Knüller. Bewegend und cool und lustig. So möchte ich auch schreiben können!
    Achso, und: Echt schöne Schreibecke!

    Antworten
    • Marlene Sørensen 8. Dezember 2020 um 09:42 Uhr

      Danke, liebe Annika! Ein so schönes Kompliment – für mich und für die Schreibecke. Liebst, Marlene

      Antworten
    • Pauline 8. Dezember 2020 um 12:50 Uhr

      Liebe Marlene,
      Ein so schöner, vielschichtiger Text. Vielen Dank dafür.
      Bitte mehr davon – gerne auch als Audio, da Du eine wunderbare und beruhigende Stimme hast.
      Liebe Grüße Pauline

      Antworten
  4. Birte 8. Dezember 2020 um 09:40 Uhr

    Wie wunderbar ehrlich und auf den Punkt gebracht. Ich liebe die neue Reihe. Danke für den Einblick!

    Antworten
  5. Meike 8. Dezember 2020 um 09:48 Uhr

    Oh, wie zauberhaft …. mal davon abgesehen, dass das Ergebnis wunderschön ist, brauchen wir doch alle viel mehr Geschichten wie diese.

    Die Message ist nämlich nicht „ich hatte Bock auf was Neues und natürlich grenzenlosen Budget und hab es mir jetzt schön gemacht“, wie einige Instagram-Blogger es gern suggerieren. Es keimt Neid auf. Aber hier lesen wir deine Hintergrundgeschichte, die berührt und ein wohliges Gefühl aufkommen lässt, nämlich „oh, wie schön! Ich freue mich für dich, dass du dir dieses Reich geschaffen hast und dieser geordnete Raum auch Platz für geordnete Gedanken = Stabilität/Sicherheit schaffen kann“.

    Alles Liebe und DANKE für deine Offenheit, solch private Themen zu teilen.

    Antworten
    • Marlene Sørensen 8. Dezember 2020 um 11:23 Uhr

      Danke Dir, Meike. Zu spüren, dass die Texte angenommen werden, macht es leichter, so offen zu sein. Und weil es mir oft so geht, dass mich die Texte anderer berühren, wenn ich merke „Aha, bin also nicht allein mit meinen Gefühlen/Herausforderungen/Gedanken“, war gerade bei diesem Text klar: Jetzt musste ehrlich sein. Gibt ja auch wirklich keinen Grund, es nicht zu sein. Alles Liebe, Marlene

      Antworten
  6. Ilka Arndt 8. Dezember 2020 um 10:18 Uhr

    A Room of One’s Own

    Mehr ist dazu nicht zu sagen. Vielleicht noch, dass der Mehrfachsteckdosenwürfel wahrscheinlich hier auch einziehen wird. Das Magnetregal ist nämlich schon an die Wand gedübelt, weil ich da ne Lampe dran magnetet habe.

    Sei dir das wert! Bleib gesund und pass unbedingt gut auf dich auf. Dich gibt es nur einmal.

    Herzlichst! Ilka

    Antworten
    • Marlene Sørensen 8. Dezember 2020 um 11:26 Uhr

      Und Du auf Dich, Ilka. Ich sag’s dir: Der Würfel ist lebensverändernd (was leicht übertrieben sein mag, aber meine Güte, ich verbringe halt gerade sehr viel Zeit zuhause). Alles Liebe

      Antworten
  7. Sarah 8. Dezember 2020 um 11:11 Uhr

    Alleine dieses Zitat „ICH WÜRDE GERNE MIT MEINEM MANN ZUSAMMENBLEIBEN. SÄSSEN WIR IM GLEICHEN RAUM, WÄRE DAS BALD EIN TRENNUNGSGRUND“ hat meinen heutigen Tag schon um 100% besser gemacht! Gerade heute noch gedacht: ich ertrag es grad nicht mehr, dass wir jeden Tag 24 Stunden aufeinander hängen wie Sardinen! Möglicherweise ist die Lösung auch bei uns ein Schreibtisch im Schlafzimmer ;)! So ein großartiger Artikel, vielen Dank!

    Antworten
    • Marlene Sørensen 8. Dezember 2020 um 11:28 Uhr

      Danke, Sarah! Neben einem eigenen Schreibtisch kann ich auch empfehlen: Laufen. Mache ich gerade einige Male die Woche, abends, allein, einfach um den Block spazieren, einen Podcast hören und für niemanden ansprechbar sein, auch nicht für den Kerl. Das rettet gerade sehr. Liebst, Marlene

      Antworten
  8. Annette 8. Dezember 2020 um 11:48 Uhr

    Wunderschöne, schlichte Arbeitsecke, die zum Verweilen – und Arbeiten! 🙂 – einlädt. Danke für diesen tollen Eindruck!!! Ich habe das Glück, einen eigenen Raum als Büro nutzen zu dürfen – allerdings dient dieser auch viel zu oft als schneller “Ablade-Ort”, was die Arbeitsleistung nicht unbedingt steigert. Stark verbesserungswürdig ;-)). Wenn Du soweit bist würde mich noch sehr interessieren, für welchen Bürostuhl Du Dich entschieden hast. Optisch finde ich die aktuelle Kombination nömlich schon wunderbar. Liebe Grüße!! A.

    Antworten
  9. Heike Hartig 8. Dezember 2020 um 12:05 Uhr

    Liebe Marlene,
    Dies ist natürlich nicht der erste Text, den ich von dir gelesen habe, aber der erste Text EVER, den ich mir angeHÖRT habe, weil ich unbedingt wissen wollte, wie er in deinem Kopf klingt. Ich liebe beide Versionen, und ich liebe dein Eckbüro! Ich hoffe, du hast es gut da. Freu mich sehr auf deine weiteren Artikel und werde beim lesen jetzt immer diese schöne Bild von deinem Schreibtisch vor Augen haben.

    Herzliche Grüße aus dem Homeoffice,
    Heike

    Antworten
    • Marlene Sørensen 8. Dezember 2020 um 12:42 Uhr

      Liebe Heike, kleines Geheimnis: ich lese mir meine Texte immer selbst vor. Nicht weil ich sie so sensationell finde, dass ich sie laut hören muss, sondern weil mir beim Vorlesen immer auffällt, was ich noch umschreiben möchte und sollte. Dieses Mal warst Du beim Live Editing quasi dabei. Allerdings: Der Text war dann tatsächlich schon fertig. Freut mich, dass er Dir in jeder Form gefällt und ganz liebe Grüße zurück, Marlene

      Antworten
  10. Katrin Rubenthaler 8. Dezember 2020 um 12:32 Uhr

    Ich kenn das Esstisch-Schreibtisch Dilemma sehr gut. Ich hab‘ mir gerade daneben im Sideboard Platz geschaffen für eine „Bürokiste“. Die kann ich darin einfach abends komplett verstauen, dann ist der Tisch wieder frei.
    Wenn du noch schöne Blöcke und Stifte benötigst, sag‘ Bescheid. Kann dir gerne was aus unserem typopoetry shop senden ☺️
    Einen schönen Tag wünsche ich dir, Katrin

    Antworten
    • Marlene Sørensen 8. Dezember 2020 um 12:44 Uhr

      Oh ja, die Kiste kenne ich auch. Ich nenne sie: Die Schatztruhe für den Steuerberater – lauter tolle Überraschungen drin! Liebst, Marlene PS: Ein liebes Angebot, aber bis ich die Blöcke aufgebraucht habe, die sich hier stapeln, ist sicher 2022. Und da ich gerade alles reduzieren möchte… Danke Dir dennoch!

      Antworten
      • Marta Duncker 11. Dezember 2020 um 11:03 Uhr

        Wow, ich hätte nicht gedacht, dass mich ein Text über einen Arbeitsplatz so berühren kann. Danke fürs Teilen! “Mir für mich selbst einen Platz einräumen“ so ein schöner und wichtiger Satz, der, wenn man ihn lebt, so viel Kraft bedeutet.
        Ich hab mir meinen Schreibtisch neben unserem Bett auch Stück für Stück schön gemacht & Liebe die Ecke für mich jetzt sehr.
        Liebe Grüße

      • Marlene Sørensen 11. Dezember 2020 um 13:21 Uhr

        Danke Dir! Deine kleine Ecke klingt aber auch toll, liebe Marta (und nebenbei: Was für ein wundervoller Name). Alles Liebe, Marlene

  11. Verena 8. Dezember 2020 um 14:10 Uhr

    Liebe Marlene
    Du hast es dir so schön gemacht und hast es mehr als verdient! Und es tut gut zu lesen, dass auch andere nicht einen Extraraum zum Arbeiten haben, sondern halt nutzen, was da ist. In letzter Zeit haben mich die ganzen Zoom-Sitzungen mit Blick in die Heimbüros echt melancholisch (=wütend, wenn ich ehrlich bin) gemacht. Mein Mann sitzt gerade am Schreibtischchen im halboffenen Fernsehzimmerchen (wird mal unser Schlafzimmerchen, wenn die Kinder zu gross sind, sich ihr Zimmer zu teilen) und ich sitze … am Esstisch im offenen Ess-/Wohn-/Klavierzimmer/Küche. Und ich fühle mich eigentlich schon sehr priviligiert. Jedenfalls hat dein Text richtig gut getan und ich überlege jetzt auch, wie ich meine Arbeitssituation verbessern kann. So chic wird die Lösung wohl nicht, weil ich ja doch auch noch ein richtiges externes Büro habe (theoretisch),aber verbessern muss ich hier was…
    Danke für die Inspiration!
    Verena

    Antworten
    • Marlene Sørensen 9. Dezember 2020 um 11:04 Uhr

      Liebe Verena, es freut mich sehr, dass ich einen Anstoß geben konnte. Denn, klar, da ist auch bei mir viel Dankbarkeit, dass ich gerade nach diesem Jahr überhaupt so viel Arbeit habe, dass sie einen eigenen Platz braucht und es ist ein Privileg, dass ich mir meinen Traum-Schreibtisch kaufen konnte. Und trotzdem kann man das Bedürfnis haben, eine nervige Situation lösen zu wollen. Ich drück die Daumen für Deinen neuen Arbeitsplatz! Alles Liebe, Marlene

      Antworten
  12. Jessica Beutgen 8. Dezember 2020 um 16:34 Uhr

    Deine Schreibplatz-Geschichte erinnert mich entfernt an meine eigene. Nach dem endgültigen Auszug des erwachsenen Stiefsohnes durfte ich in sein Zimmer ziehen. Hurra, ein eigenes Zimmer für mich ganz alleine, ist ja wie früher in meinem Elternhaus, dachte ich. Das wird ein Entspannungs- und Kreativ- Raum ohne Berufkram (bin Lehrerin). So nach und nach zogen dann doch Schreibkram und ein -tisch ein, was ich inzwischen gar nicht mehr schlimm finde. Im Gegenteil: Ich genieße es, diesen Rückzugsort zu haben und in Ruhe und besonders schön gestalteter Umgebung zu arbeiten. Kann es mir gar nicht mehr anders vorstellen.
    Viel Spaß und Kreativität am neuen Lieblingsort!

    Antworten
  13. Heike 8. Dezember 2020 um 17:52 Uhr

    Liebe Marlene, ich liebe deine Offenheit so sehr! Deine 2 Bücher stehen neben meinem Bett und weil da kein Platz für ein S chränkchen war, hat mir mein Mann eines gebaut- wenig Platz, grad so für ein paar Dinge, die ich gerne hab. Schöne Vorweihnachtszeit und ich freue mich auf viele weitere Texte!
    Alles Liebe Heike!

    Antworten
  14. Stefanie Beier 8. Dezember 2020 um 19:02 Uhr

    Wow, du schreibst mir aus der Seele! Seit ein paar Tagen traue ich mich dieses Bedürfnis in meiner Familie zu platzieren und beim ersten Mal kam ganz viel Verzweiflung mit hoch, die mich und meinen Mann überrascht hat. Ab jetzt kann es nur besser werden! Ich drücke dir alle Daumen für vor allem glückliche Momente in deinem Eckbüro…alles Liebe, Steffi

    Antworten
    • Marlene Sørensen 9. Dezember 2020 um 10:03 Uhr

      Ja, ich war auch ganz verblüfft, wie groß mein Bedürfnis nach Raum für mich war als ich es endlich ausgesprochen hatte. Was für mich, aber auch für die anderen in meiner Familie, genau so wichtig war wie diese Erkenntnis: Nur weil man vielleicht mehr Zeit/Abstand/Raum braucht als die anderen, heißt das ja nicht, dass man sie nicht mag. Man mag sie sogar noch ein wenig mehr, wenn man sich Platz schafft. Ich drück auch Dir die Daumen. Alles Liebe, Marlene

      Antworten
  15. Renate 9. Dezember 2020 um 09:05 Uhr

    Ja, genauso gehts mir auch, ich sitze am Küchentisch und ärgere mich, dass ständig mein Zeugs als Unterlage für Teller und Geschirr herhalten muss.
    Dein Artikel inspiriert mich endlich einen Platz in unserem Haus für einen eigenen Arbeitsplatz zu suchen.
    Vielen Dank! Alles Liebe Renate

    Antworten
  16. Ulrike 9. Dezember 2020 um 12:49 Uhr

    Danke für die Inspiration, liebe Marlene. Die Arbeitsecke sieht wirklich klasse aus! Auch ich arbeite am Esstisch und bin schon länger am Überlegen, mir vielleicht doch mal eine extra Ecke zum Arbeiten einzurichten. Und die Mehrfachsteckdose ist der Knaller, die werde ich mir auch bestellen 🙂 Liebe Grüße, Ulrike

    Antworten
  17. Mareike Burghardt 10. Dezember 2020 um 11:56 Uhr

    Danke liebe Marlene für das Teilen deiner Panik-Attacken! Ich hatte dieses Jahr auch eine und ich finde den offenen Umgang damit sehr heilsam! Für uns alle!
    Und wunderschön hast du´s natürlich auch! 🙂
    Alles Liebe, Mareike

    Antworten
    • Marlene Sørensen 10. Dezember 2020 um 16:28 Uhr

      Danke Dir, liebe Mareike, dass Du Deine auch mit mir (und allen anderen hier) geteilt hast. Ich wünsch Dir, dass Du Dich wieder erholt hast oder auch: immer noch erholst. Ist ja keine kleine Sache, wie ich selbst erfahren habe. Alles Liebe und Gute für Dich, Marlene

      Antworten
  18. Anna Rosener 11. Dezember 2020 um 12:41 Uhr

    Danke fuer den Text und den Einblick. Gibt mir Anregung, den kleinen Schreibtisch zu besoregen und weg vom Familienesstisch. Wo gibt es denn diesen stylischen Würfel? Kann die Marke nirgendwo finden…. Danke

    Antworten
    • Marlene Sørensen 11. Dezember 2020 um 13:23 Uhr

      Danke Dir. Der Würfel ist von Avolt. Liebst, Marlene

      Antworten
      • Nadine 12. Dezember 2020 um 10:30 Uhr

        Liebe Marlene,
        bevor ich mir deinen Beitrag anhöre, habe ich mir erstmal nur die Bilder angeschaut. Und dann….ich habe das rosane Steckendosenmultiteil bestellt, 2x! Eines für meine Mutter (auch sie liebt schöne Dinge) und eines für mich. Ewig schon hatte ich es im Auge und jetzt spontan bestellt.

        Ich freue mich jetzt darauf, Dich bei einem Kaffee zu hören. Und auf nächste Woche, wenn mein rosa Kabel kommt.

        Sei von Herzen gegrüßt
        Nadine

      • Marlene Sørensen 13. Dezember 2020 um 16:03 Uhr

        Liebe Nadine, hach, das freut mich! Es ist ja immer eine gute Idee, sich etwas Gutes zu tun (ohne allzu lange darüber nachzudenken), aber in diesen Tagen doch besonders. Alles Liebe für Dich, Deine Mama und den Ausklang dieses Jahres, Marlene

  19. Valerie 21. Dezember 2020 um 12:16 Uhr

    Liebe Marlene, ein wunderbarer Text, den ich gerade in einem kleinen Häuschen an der Ostsee gelesen habe. Darf ich fragen, woher diese wunderschöne Skulptur in Denkerpose ist? Wundervoll! Herzliche Grüße! Valerie

    Antworten
    • Marlene Sørensen 5. Januar 2021 um 14:59 Uhr

      Liebe Valerie, danke! Entschuldige bitte, dass ich erst jetzt antworte. Ging schlicht unter im Jahreswechsel. Und leider kann ich bei der Skulptur auch nicht groß weiterhelfen. War mal ein Geschenk und hat keine Signatur o.ä. drunter/dran. Ich hab aber gerade „Denker“, „Figur“ und „Speckstein“ bei Google eingegeben und da kamen ganz vielversprechende Resultate. Vielleicht wirst Du so ja fündig! Alles Liebe, und Dir ein gutes und gesundes neues Jahr, Marlene

      Antworten

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