Wonach ist dir heute?

Was jetzt folgt, hat wahrscheinlich jede(r) von Euch während der Schulzeit schon mal basteln dürfen (ich war auf einem Mädchengymnasium, ich habe davon MASSEN produzieren müssen..): die Rede ist vom Woll-Pompom. Wie kleine Schneeflöckchen hängen diese Pompons an unserem Weihnachts-Deko-Ast im Wohnzimmer.

Mein Sohn Little H. sah die Pompons und freute sich sofort über die “Pudel”, die aus seiner Sicht einfach Pudel heißen müssen, weil sie wesentlicher Bestandteil von Pudelmützen seien und sich der Zusatz Pudel somit nur auf den Puschel beziehen könne (längere Abhandlung beim Abendbrot, Ihr merkt schon).  Ich finde sie erstens sehr entzückend und zweitens sind sie ein prima Zeitverbringding mit Kindern an kalten Nachmittagen oder alleine am Abend vor dem Fernseher. Eine Form der Meditation, wie Frau Ohhh…Mhhh… immer beschwört, wenn sie zum Strick-Club mit ihren Mädels geht.

Ich kannte Pompons früher immer so, daß man zwei Pappscheiben mit Loch ausschneiden mußte, um dann Wolle um beide Kreise zu wickeln. Feinarbeit mit Zirkel (ein Graus, der Zirkel. Ich hatte ihn fast verdrängt!), Stift und Schere. Und ich weiß auch, es gibt heutzutage ganz praktische Pomponhelfer, im Grunde genommen handelt es sich dabei um zwei Plastik- statt Pappscheiben. Hab ich aber nicht und auf meinem Weihnachtswunschzettel stehen schon andere, wesentlich schönere Dinge. Und stabile Pappe ist auch gerade aus bei den Horstmanns. Noch weniger Zirkel oder Lust besitze ich, Kreise zu zeichnen. Also schwupsi einfach mit den Fingern gewickelt.

Und es funktioniert! Ohne weitere Hilfsmittel. Ihr braucht also nichts außer Wolle (je feiner und dünner, desto “feiner” wird der Puschel), Finger und Schere. Eventuell auch noch eine Person, die Euch zur Not aus der Wollgefangenschaft befreien könnte, wenn Ihr mal zu feste gewickelt hat.
So geht es:
1.) Zeige- und Mittelfinger gleichmäßig mit einem Wollfaden umwickeln. Der Durchmesser des Pompon wird später ungefähr so groß sein, wie Ihr Euren Fingerabstand dabei wählt. Wichtig ist, daß eine kleine Lücke zwischen den beiden Fingern bleibt, damit Ihr später einen Faden durchziehen könnt und wichtig ist auch, daß Ihr nicht so feste wickelt, daß die Finger blau anlaufen und draußen Blaulicht angerollt kommt. Ich habe meine Pompons jeweils ca. 80 mal umwickelt. Je mehr, desto besser. Und wenn Ihr denkt, das reicht jetzt aber, einfach noch 10 mal weiterwickeln. Faden vom Wollknäuel schneiden.

2.) Mit einem weiteren Faden, der zum Aufhänger werden soll und den Pompon gleichzeitig zusammenhält, den Wollwickel so zwischen den beiden Fingern zusammenbinden und verknoten, daß er wirklich hält wie Bombe. Feste also.

3.) Dann von den Fingern ziehen und mit einer scharfen Schere durch alle Schlaufen schneiden (also dort, wo vorher die Finger waren).

4.) Den Wollpuschel noch harmonisch stutzen, bis alle Fäden gleich lang sind und die Bindeschnur verknoten.

5.) Die Pompons eng an ein schönes Stoffband knoten, überstehende Fadenreste kürzen und die entstandene Pomponkette quer durchs Wohnzimmer, über den Esstisch, um den Baum, ans Treppengeländer oder wohin auch immer es beliebt hängen (in bunt sieht das übrigens auch sehr sehr schön auf Kinderfesten auf, einfach quer über den Festtisch hängen).

Euch einen wundervollen vorweihnachtlichen Tag,

Jeanny

  1. Kommentare zu diesem Artikel
  2. Inken 11. Dezember 2010 um 10:38 Uhr

    Diese Methode finde ich auch wesentlich einfacher als die des mühseligen Durchschiebens durch eine Schablone.

    Ich war übrigens auch auf einem Mädchengymnasium;-)

    Liebe Grüße von Inken

    Antworten
  3. marie 11. Dezember 2010 um 11:15 Uhr

    oh die wolle ist aber echt schön!!
    wö hast du die denn her und wie teuer war die, damit die pudelparty bei mir auch bald steigen kann 🙂

    Antworten
  4. alexbaehr 11. Dezember 2010 um 11:24 Uhr

    vielen dank, dass Du die welt an deinen bunten und kreativen ideen teilhaben lässt!
    ich liebe deinen blog schon jetzt, wo ich ihn doch erst gefunden habe 😉

    ganz liebe grüße

    alex b.

    Antworten
  5. Éva Csomós 11. Dezember 2010 um 14:41 Uhr

    Ein toller Blog, komme ich sicherlich öfter vorbei! Éva

    Antworten

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