Wonach ist dir heute?

Heute hier etwas aus dem Fachbereich: experimentelles Backen mit Frau H. Heute nix von Frau Stewart, das nachfolgende Rezept habe ich mir selbst zusammengestrickt. Hahaaa. Kann die Frau Stewart ja MIR mal nachbacken. Das lohnt sich nämlich. Sehr sogar. Der Plan war schon seit Monaten in meinen Synapsen gefangen und wollte raus, denn niemals wird mich ein Kuchen so sehr beglücken wie die klassische Donauwelle. Ich werde sie nie betrügen. Niemals andere Götter neben ihr haben. Nur spärlich an andere abgeben und donauwellengeizig sein. Jawohl.


Ich meine nicht die aus der Supermarktbäckerei mit Sahne und einem Hauch von Kakao drauf. Nein. Die echten! Mit Buttercreme und Schokoladenguß der knackt, wenn man drauf beißt. Hach. Was habe ich schon an Donauwellen gegessen in meinem Leben. Auf Hochzeiten Donauwellen-(Fr-)Ess-Wettbewerbe mit anderen Kindern veranstaltet (natürlich hatte niemand JE auch nur ein Fünkchen Chance gegen mich, die wie in Notzeiten stets ihre Donauwellentanks auflud als stünde eine Eiszeit oder Weltkuchenkrise vor uns). Ich habe mich jetzt einfach mal getraut, denn es gibt nichts gutes, außer man tut es, gell.

LECKER sind sie geworden, die Wunderteilchen. Wenn verfügbar könnte man der Cupcake-Tradition des hübschen Aufbrezelns optimal nachkommen, die Kirschen in flüssige Schokolade dippen und auf den Cupcake setzen. Perfekt! Der Schokoladenteig in Kombination mit Kirsche und Buttercreme ist ein Gedicht. Dieses Back-Wagnis hat sich in jedem Fall gelohnt. Wird wiederholt, die perfekte Mini-Welle. Und da ich – siehe oben – in den seltensten Fällen bereit bin, von meiner Donauwelle abzugeben, kommt hier das Rezept. Macht es Euch doch selber.
Bitte lasst Euch von der Fülle der Zutaten und Arbeitsschritte nicht abschrecken. Klar, man benutzt mehr Schüsseln (Spülmaschinenerfinder sei an dieser Stelle noch einmal hoch gelobt und geküsst). Und es dauert länger, aber die Mühe lohnt sich und es ist nicht schwierig zuzubereiten. Der kleine Mann durfte wie immer helfen und sagte, der Teig sei der beste, den er jemals probiert habe. Der Gatte genehmigte sich sofort einen Cupcake als er nach Hause kam. Noch bevor er seinen Mantel ausgezogen hatte. Und vergab das gattenhöchste Prädikat “wie GEIL!” (sorry) und das jugendsprachliche Wort habe ich ihn seit ca. 10 Jahren nicht mehr sagen hören. Glaube ich. Aber nicht lang schnacken, hier das Rezept für meine Babes:

JEANNY’S HEAVENLY DONAUWELLEN-CUPCAKES
Zutaten (für ca. 18 Stück):

Rührteig:
1 Glas Sauerkirschen
250g Butter (zimmerwarm)
200g Zucker
Vanillearoma
1 Prise Salz
5 Eier
375g Mehl
1 gestr. TL Backpulver
4 EL Backkakao
1 EL Milch

Buttercreme:
1 Packung Vanillepuddingpulver
100g Zucker
500ml Milch
250g Butter (zimmerwarm)

Schokoladenguss:
200g Zartbitterschokolade
2 EL Pflanzenöl
ODER ALTERNATIV
Schoko-Frosting:
60g Butter (zimmerwarm)
300g Puderzucker gesiebt
Vanillearoma
20g Kakaopulver zum Backen
100g Frischkäse (Doppelrahmstufe)
evtl. Kaffee

1.) Ofen auf 180° (Umluft: 160°) vorheizen. Muffinpapierförmchen in die Muffinbackform setzen.
2.) Für den Rührteig Butter mit dem Mixer weich rühren. Zucker, Vanillearoma und Salz hinzufügen, dann die Eier, peu à peu. Mehl und Backpulver gemeinsams sieben und unterrühren.
3.) 2/3 des Teiges in die Förmchen füllen, und zwar halbvoll (und das ist etwas GANZ anderes als halbleer. Wirklich!)
4.) Den restlichen Teig mit Kakao und Milch verrühren. Je einen Klecks auf den hellen Teig geben (sollte dann insg. 3/4 hoch sein)
5.) Je ca. 3-4 abgetropfte und kurz mit Papiertuch abgetupfte Kirschen auf den Teig legen und leicht in den Teig drücken.
6.) Im unteren Drittel des Backofens ca. 17 Minuten lang backen (same procedure as every week: Stäbchenprobe. Denn: jeder Ofen backt anders. Meiner ist eher ein ganz flotter. Die Cupcakes sollten wirklich nicht zu lange drin bleiben, sonst werden sie zu trocken und es staubt ganz schön beim Essen).
7.) Cupcakes in der Form erkalten lassen.
8.) Für die Buttercreme rufe ich gerne meine Puddingfeenfreundin Frauke um Hilfe. Ich habe nämlich tatsächlich ein Pudding-Gelingproblem. Es gibt keine Probleme, nur Herausforderungen. I know. Aber nach Jahren erbitterten Kampfes gegen Pudding und v.a. ANBRENNEN von Pudding weiß ich: ich brauche Frauke. Pudding ist mein Angstobjekt in Koch-/Backrezepten. Theoretisch geht es so: aus Puddingpulver, 100g Zucker und 1/2 Liter Milch  nach Anleitung des Puddingherstellers einen wunderbar duftenden strahlend gelben Pudding herstellen. Erkalten lassen (nicht im Kühlschrank, der Pudding soll Zimmertemperatur annehmen), dabei am besten eine Frischhaltefolie auf den Pudding legen, damit man nicht ständig rühren muß. Und Puddinghaut ist BÄÄÄÄÄH.


9.) Weiche Butter cremig rühren und den abgekühlten Superpudding esslöffelweise unter die Butter rühren. Wenn Butter und Pudding unterschiedlich warm sind, gibt es eine riesen Sauerei. Buttergerinnung, gegen die auch Dr. Meier oder Dr. Shephard medikamentös nichts mehr reißen könnten. So unnötig wie Puddinghaut, wenn Ihr mich fragt. Daher lieber eine halbe Stunde länger warten, um sicher zu gehen, daß die Temperatur gleich ist.
10.) Cupcakes mit der Buttercreme bestreichen und mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank stellen
11.) Was die Schokodeko angeht, kann man sich ein Frosting gönnen, weil es einfach hübscher und mehr nach Cupcakes aussieht, oder einen einfachen (und für Donauwellen klassischeren) Schokoguß kreieren. Für das Frosting Butter, Puderzucker, Vanille, Kakao und Frischkäse gut verrühren. Evtl. mit Kaffee verfeinern.


Für den easypeasy Schoggiguss Schoggi vom Profiküchenhelfer (in meinem Fall: Little H. mit Hammer bewaffnet) klein hacken lassen und mit dem Öl im Wasserbad und schwacher Hitze schmelzen lassen. Den Guß dann kunstvoll über die Buttercremecupcakes laufen lassen. Dann noch mal in den Kühlschrank und haaaaaaaaaaaaaaaaaach. Alle aufessen. Am besten niemandem verraten, was man da gerade fabriziert hat. Tür abschließen, Musik oder Doctor’s Diary-DVD anschmeißen, alle Cupcakes für sich selbst vereinnahmen. Man muß sich auch mal was gönnen. Gell?

Ich wünsche Euch ein tolles Wochenende.
All the love in the universe,

Jeanny

Und wie immer herzlichen Dank an meine Fotografin Jessica Preuhs, die das entzückende Bild in Schürze von mir gemach hat.


  1. Kommentare zu diesem Artikel
  2. Sophie 1. Oktober 2010 um 09:41 Uhr

    Freitage sind immer wieder geil 🙂

    Antworten
    • Virginia 1. Oktober 2010 um 13:20 Uhr

      :)))) nicht, daß wir das g-wort jetzt wieder in mode bringen 🙂
      dir einen tollen freitag. und einen noch tolleren samstag mit anschließendem oberaffenmegageilem sonntag.

      die j

      Antworten
  3. Hedi 1. Oktober 2010 um 11:43 Uhr

    HUNGERHUNGERHUNGERHUNGER 🙂

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  4. Marco 1. Oktober 2010 um 11:55 Uhr

    Das will ich auch…das reiche ich dirket mal weiter 😉

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  5. raubfisch 1. Oktober 2010 um 12:23 Uhr

    hab ich auch gleich an den zuckerbäcker meines vertrauens weitergeleitet, hoffentlich erhört er mein flehen und geht gleich in die küche!
    sehen traumhaft aus.

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    • Virginia 1. Oktober 2010 um 13:18 Uhr

      ich drücke dir die daumen, daß du den zuckerbäcker erfolgreich in die küche jagen kannst 🙂

      schönes wochenende dir ♡
      j

      Antworten
      • raubfischli 1. Oktober 2010 um 18:11 Uhr

        mission accomplished – ersten cupcake verspeist und für lecker befunden.
        zuckerbäcker hat wie immer zuverlässige dienste geleistet. 🙂
        3 Kirschen waren allerdings nach meinem Geschmack etwas zu wenig, das nächste Mal kommen mehr rein.
        danke für das tolle rezept und ebenfalls ein schönes wochenende!
        stef

  6. Sandra 1. Oktober 2010 um 12:49 Uhr

    ich bewundere dass du dich traust, rezepte einfach abzuwandeln. ich wag mich an an experimente nie ran! meinst du es gehn auch kalter-hund-cupcakes?

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    • Virginia 1. Oktober 2010 um 13:16 Uhr

      kann ja nicht viel passieren (die küche ist mir zumindest bisher nie in die luft gesprungen) :). kalter jund cupcakes gehen so was von. na klar! easy. optimal wäre es, wenn die firma bahlsen mal runde butterkekse erfinden würde, die zufällig genau 4cm durchmesser haben 🙂 es gibt ja auch diese minis – butterkekse. einfach diese mit der schokoladen-zucker-fett-masse abwechselnd stapeln.
      super idee für einen kindergeburtstag <3
      danke und dir das tollste wochenende,

      j

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  7. Anke 1. Oktober 2010 um 15:04 Uhr

    Hört sich alles totaaaaaaaaal lecker an!!!! Allerdings verstehe ich eins nicht: wie kann man denn die oberleckere Puddinghaut nicht mögen??? Bei mir wird der Pudding im Erkaltungsprozess mehrfach zum Selbstverzehr gehäutet! Jammi!

    Und NEIN!!! ich fresse keine kleinen Kinder! 🙂

    Liebe Grüße udn DAnke für das tolle Rezept
    Anke

    Antworten
    • Virginia 2. Oktober 2010 um 08:54 Uhr

      haaaaa, anke. vielen dank für den schmunzler 🙂 nun denn. solche muß es ja auch geben :))))) ich bin für diversity im puddinghautbusiness!

      happy weekend!!!
      ♡♥ j

      Antworten
  8. frollein lena 1. Oktober 2010 um 22:30 Uhr

    das war das das unterhaltsamste rezept seit langem! und auch noch son tolles! ich liebe donauwellen, vor allem die von meiner oma, da knackt die schoki auch ordentlich.

    gleiche oma hat übrigens auch ein puddingproblem und kocht ihn seit jahren in der mikrowelle, soll super klappen. ich streu den zucker immer in die kalte milch im topf, der verteilt sich auf dem boden und so brennt nix an. man darf aber bis zum aufkochen nicht rühren, dann ist der effekt futsch.

    uhund, zu guter letzt: puddingbraut braucht puddinghaut! (hab ich mal irgendwo gelesen)

    schönes wochenende!

    Antworten
    • Virginia 2. Oktober 2010 um 08:46 Uhr

      huhuchen frollein l., wie schön, daß ich nicht die einzige pudding-versagerin der galaxie bin. dankedankedanke.
      mir steht der induktionsherd zusätzlich noch etwas im wege, weil die milch nach 20 sek. zu kochen pflegt und dann quasi sofort bereit ist, sich mit dem topfboden für immer zu verbinden. uaaah. habe es – nach fraukes rat – diesesmal mit topf mit kaltem wasser ausspülen, bevor die milch hineinkommt, versucht und es wirkte. puh. glück gehabt 🙂

      happy shiny samstach für dich,
      jeanny (die anscheinend keine puddingbraut ist) 🙂

      Antworten
  9. Anja 2. Oktober 2010 um 08:38 Uhr

    “(natürlich hatte niemand JE auch nur ein Fünkchen Chance gegen mich…”
    Nunja. Du bist nie gegen meinen Mann angetreten. Der wird nämlich auch ganz narrisch, sobald er Donauwellen riecht. Das geht so weit, dass ER sie sich zum Geburtstag unserer TOCHTER wünscht (die keine Kirschen mag). Nach Deiner Erfindung wird er Dich ab heute vermutlich für immer anbeten. Bin ick froh, dass Du weiiiiiit weg lebst! 😉

    Antworten
    • Virginia 2. Oktober 2010 um 08:43 Uhr

      haaaaaaa 🙂 sehr sympathisch, Dein Gatte :)))) aber ich bin auch ein ganz klein bisschen froh, daß ER so weit weg ist. und mir die Törtchen nicht streitig macht 🙂 danke für den lacher am morgen, anja!

      schönen samstag,
      j

      Antworten
  10. Jasmin 2. Oktober 2010 um 12:22 Uhr

    Die klingen sehr, SEHR verlockend 🙂 Und Mrs Stewart ist auch nicht immer von Nöten, denn wenn man den Bogen erst mal raus hat, kann man super leicht seine eigenen Cupcakes kreieren.. Zumal die Frau es nie schafft eine brauchbare Mengenangabe zu liefern (eine Form hat 12 Mulden, nein Martha´s Rezepte sind immer für 30, 18, 26, usw Cupcakes) Und hinterher kommen statt den angekündigten 30 Cuppies dann doch nur 24 raus… Gnää, bin grad Martha verdrossen, lach..

    Antworten
    • Virginia 2. Oktober 2010 um 14:25 Uhr

      stimmt 🙂 ich bin häufig noch frau stewart-verdrossen, wenn da sachen in die cupcakes geworfen werden sollen, die es hier GARANTIERT nicht gibt. Kürbismus aus der Dose bspw. pöööööö. aber weißt du was? ich bin gerade jasmin-verschossen. klicke mich gleich durch deine wundercupcakes. die snickers teile haben mich sofort angeblinzelt und wollen in meinen mund. jawohl. ♥

      schönen samstag dir,
      j

      Antworten
  11. Jasmin 3. Oktober 2010 um 20:09 Uhr

    Hui, jetzt hab ich rote Wangen 🙂
    Oh yes, die Snickers Teile sind super lecker! Yäääs jemand aus deutschen Gefilden zum Cupcake Rezept Austausch!!! <3

    Antworten
  12. bakingthelaw 5. Oktober 2010 um 15:19 Uhr

    ich wollte mal noch fragen ob sich die Pudding-Buttercreme nicht so leicht aufspritzen lässt? Ist sie zu weich? LG

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  13. Alice 26. Februar 2012 um 17:36 Uhr

    Lange hats gedauert, aber jetzt gibts die Donauwellencupcakes auch bei mir 😉 da mir aber 18 Stück zuviel sind, hab ich spontan aus dem restlichen Teig noch nen Kastenkuchen gebastelt 🙂 der auch superlecker ist.

    http://kulinarischeswunderland.blogspot.com/2012/02/die-neuen-gewander-der-donauwelle.html

    Liebe Grüße und Danke für das Rezept
    Alice

    Antworten

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