Mein Lieblingsessen:

Heute mit der Französin Olivia, die den Online-Shop babyssimo betreibt. Ihr Lieblingsessen: Gegrillte und mit Pastis flambierte Riesengarnelen, dazu ein Dip aus hausgemachter Mayonnaise und ein Sommertomaten-Salat.

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Sie ist in der Provence aufgewachsen. In einem dieser Dörfer, die aussehen wie aus dem “Ein gutes Jahr”-Film mit Russell Crowe – bei dem man neunzig Minuten lang dachte: Kann ich bitte in diesem Film einziehen? Kann ich da bitte wohnen, zwischen Aix-en-Provence und Avignon?

Olivia ist der Liebe wegen nach Bremen gegangen, lebt jetzt dort mit Mann und Sohn und betreibt den schönen Online-Shop babyssimo.

Bremen. Auch schön, keine Frage. Aber die Provence….  Olivia hat ein altes Haus in Luberon gekauft, versucht dort regelmäßig zu sein. Dann gibt es diese Riesengarnelen mit Tomatensalat so oft es geht. Hat ihr Großvater ihr gezeigt wie es besonders gut schmeckt. Manchmal bereitet sie sich das Gericht aber auch hier in Deutschland zu. Wenn das Heimweh so groß und der Sommer eine Zicke ist, statt eine lässige Französin wie Olivia.

[herz steffi mitte]

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Ich lebe schon seit vielen Jahren in Deutschland und obwohl es hier sehr viele Sachen gibt, die mir gefallen und ich mittlerweile mein Leben hier sehe, gibt es ein Paar Dinge, die ich aus meiner Heimat vermisse. Zum Glück ist die Provence nicht so weit weg und wir können jedes Jahr ein paar Wochen dort verbringen.

Der trockene, heiße Sommer des Mittelmeers macht mich glücklich. Wir kommen an, ich hole meine tropéziennes (Sandalen aus der Region) und meinen Panama-Hut aus dem Koffer, höre die Zikaden und bin zu Hause angekommen. Ab dann dreht sich während des ganzen Urlaubs ziemlich viel ums Essen. Es war schon immer so in meiner Familie, dass das gute Essen so etwas wie eine Religion war – man kann sich unheimlich viel damit beschäftigen. Wenn Ferien sind, hat man einfach nur mehr Zeit dazu. Die Wochenmärkte der Region sind eine gute Ausrede für vormittägliche Ausflüge und das dortige Angebot wird mit großer Neugierde entdeckt: Käse, Oliven, Obst und Gemüse, Lammfleisch, Mittelmeerfisch,… Die Vielfalt scheint unendlich. Wir kaufen nicht mit einer Liste ein, sondern mit den Augen, und überlegen dann, was wir aus den Zutaten machen. Die verschiedenen regionalen Produkte passen fast immer hervorragend zusammen – mit guten Zutaten kann man eben auch nur gutes Essen kochen. Und gutes Essen macht glücklich.

Dieses Menü schmeckt an lauen Sommerabenden am Besten. Wenn die Hitze des Tages langsam weniger wird und man „al fresco“ etwas Leckeres, nicht zu Schweres genießen möchte. Die Gambas können auch ohne Pastis zubereitet werden. Mit Pastis schmecken sie noch interessanter; der Alkohol verdampft beim Kochen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Olivia

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Gambas grillées et flambées au Pastis de mon grand-père

(Gegrillte und mit Pastis flambierte Riesengarnelen nach dem Rezept meines Großvaters)

Für 4 Personen.

Zutaten:

–       12 tiefgekühlte, sehr große Riesengarnelen mit Kopf und allem (Tiger Prawns)

–       1 Knoblauchzehe

–       Olivenöl

–       8 Blätter Basilikum

–       1 kleines Glas Pastis (optional)

–       Salz und Pfeffer

Zubereitung:

3 Esslöffel Olivenöl in einem Bräter mit Deckel erhitzen und die bereits aufgetauten Garnelen hineinlegen. Nach ca. 15 Minuten die gehackte Knoblauchzehe und gehackte Basilikumblätter dazugeben. Noch 5 Minuten kochen, dann ausmachen bis die Gäste am Tisch sitzen.

Dann Herd wieder anmachen und Pastis mit in den Bräter geben. Ein angezündetes Streichholz darüber halten und flambieren lassen. Warten bis die Flammen verschwunden sind (wenn der ganze Alkohol evaporiert ist). Danach salzen, pfeffern und servieren.

 

Mayonnaise maison de mon grand-père

(Selbstgemachte Mayonnaise nach dem Rezept meines Großvaters)

Zutaten:

–       2 Eigelb

–       1 Teelöffel Dijon-Senf

–       1 Prise schwarzer Pfeffer

–       1 Prise Meersalz

–       1 Esslöffel Zitronensaft

–       350 ml Olivenöl (kaltgepresst)

Zubereitung:

Ich nutze für die Zubereitung meine Küchenmaschine. Aber mein Großvater nutzt seine Arme und einen Schneebesen, und obwohl er 84 Jahre alt ist, kann er das immer noch sehr gut J.

Eigelb, Zitronensaft, Senf, Pfeffer und Salz in eine Schüssel geben. Mit einem Schneebesen oder dem Mixer auf höchster Stufe verrühren. Das Olivenöl ganz langsam (wirklich gaaaanz langsam) dazugeben und verrühren. Es soll bereits relativ am Anfang eine Emulsion stattfinden. Danach die Mayonnaise bis zum Essen im Kühlschrank aufbewahren.

 

Salade de tomates de mes étés

(Mein Sommer-Tomatensalat)

Zutaten:

–       4 große und reife Tomaten der Sorte „Ochsenherzen“

–       Olivenöl

–       Meersalz

–       Schwarzer Pfeffer frisch von der Mühle

–       5 Blätter Basilikum

Zubereitung:

Mit einem guten Küchenmesser die Tomaten in dünne Scheiben schneiden (ca. 5mm breit) und auf einem großen, hübschen Teller anrichten. Mit Meersalz und Pfeffer bestreuen und mit Olivenöl beträufeln. Basilikum klein schneiden und auf die Tomaten verteilen.

 

 

 

8 Comments

  1. Antworten Barbara 30. Juni 2014 um 08:53 Uhr

    Danke,Danke,Danke!!!! Mein Tag im verregneten, trüben Köln ist gerettet! Ich rieche und höre den Sommer!

  2. Antworten Dorthe 30. Juni 2014 um 09:19 Uhr

    Liebe Steffi, liebe Olivia,
    ich will da jetzt auch hin – sofort! 🙂
    Ich kann dich, Olivia, super verstehen. Obwohl meine Heimat, Helgoland, noch näher dran ist, hab ich oft Heimweh und sobald ich die Insel betrete und die Möwen (anstatt die Zikaden;-)) höre, bin auch ich zu Hause.
    Ich liebe Garnelen – das Rezept ist also genau richtig für mich.
    Danke!
    Viele Grüße,
    Dorthe

  3. Antworten Steffi 30. Juni 2014 um 11:08 Uhr

    Mein Gott, habe ich jetzt Hunger. Wie gerne würde ich jetzt Zikaden hören, statt Regenprasseln auf das Glasdach unseres Gebäudes…
    Danke für den Kurzurlaub im Kopf (und hoffelntlich bald auch im Magen! ;o))

  4. Antworten Beate 30. Juni 2014 um 13:11 Uhr

    Haaach, da kommen Erinnerungen hoch. Nach meinem Abi bin ich mit InterRail Ticket und Rucksack quer durch Europa gezogen u.a. auch in Südfrankreich gewesen. Nimes, Arles, Avignon, Montepellier, Saintes Maries de la Mer…im Fluss der Pont Du Gard gebadet…tolle und verrückte Menschen kennen gelernt, gutes Essen, gute Gespräche. Und das ist nun schon fast 20 Jahre her. OMG!!! Danke für die Sommererinnerungen 1996!!!

  5. Antworten Maria 30. Juni 2014 um 16:58 Uhr

    Ah – Provence und dieses Essen – Perfekt! 🙂

    LG Maria

  6. Antworten Hustelinchen 30. Juni 2014 um 19:36 Uhr

    Ich liebe den Lubéron. Gordes, Roussillon, St. Saturnin-lès-Apt, Bonnieux, Caseneuve…so wunderschön, das alles. Und die Küche ist ein Traum. Danke für dieses wunderbare Rezept.

  7. Antworten MiME 30. Juni 2014 um 20:22 Uhr

    Oh ja!!!! Das wäre auch was für mich. Ganz nach meinem Geschmack. Vielen lieben Dank für das einzigartige Rezept! Schönen Start in die neue Woche… Michaela 🙂

  8. Antworten Coco 30. Juni 2014 um 20:24 Uhr

    Oh sieht das lecker aus! Und in Französisch hört sich das ja auch noch 100mal besser an: Gambas grillées et flambées au Pastis de mon grand-père. Toller Opa!
    Gruß, Coco

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