Ein Mahl etwas Gutes:

Heute in Lynns Kolumne: Winterlicher Wohlfühleintopf mit Süßkartoffeln, Grünkohl und Granatapfel.

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Hach, kaum knacken die Eicheln nicht mehr unter den Füßen, knirscht der Schnee und läutet die Weihnachtszeit ein. Ich bin große Weihnachtsliebhaberin. Ich weiß, es ist erst November, aber ich habe bereits angefangen meine Lieblings-Weihnachtsfilme wie „The Holidays“ und „Love Actually“ zu gucken.

Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass man als Food Bloggerin die komplette Weihnachtsbäckerei ja bereits in den November legen muss, damit die Rezepte für die Adventszeit rechtzeitig auf den Blog kommen. So laufen bei mir eben bereits im November die Weihnachtsklassiker, um mich dafür in Stimmung zu bringen.

Da wir ja in den nächsten Wochen wirklich täglich von Süßkram verführt werden (und versucht gar nicht erst dagegen anzukämpfen – das macht nur schlechte Laune!), ist dieses Rezept ein gesunder Ausgleich zum sonst sehr süßen Dezember.

Der heutige Wohlfühleintopf ist ein wahrer Genuss, denn er enthält sehr viele verschiedene Geschmacksrichtungen. Die Gewürze sind orientalisch angehaucht, die Birne erinnert an Omas BBS (Birnen, Bohnen, Speck) und die süß-sauren Granatapfelkerne runden das Ganze mit einem Überraschungseffekt ab. Ein himmlischer Geschmack, der einfach nur zum Verweilen und zum Einkuscheln einlädt.

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Das tolle an Eintöpfen ist, dass man wirklich alle Zutaten einfach in einen Topf geben muss: Deckel druff und dann kann es fröhlich vor sich hin köcheln. Außerdem kann man so gut wie jedes Gemüse verwenden, das man im Kühlschrank hat. Deswegen sind meine Eintopf-Kreationen häufig so genannte „Clean The Fridge“-Projekte und entstehen aus der Not heraus, wenn ich welkes Gemüse aufbrauchen muss.

Am besten schnibbelt man die Zutaten bereits am Abend vorher, so dass man, wenn man am nächsten Tag von der Arbeit kommt, nur noch alles „zusammenschmeißen“ muss. So hat man keine Ausreden mehr, beim Lieferservice zu bestellen, denn im Topf gart das Ganze nur für eine halbe Stunde in der man getrost etwas anderes machen kann (wie z.B. The Holidays weitergucken…).

Dieser Eintopf macht euch fit für den Winter

Eine meiner Lieblingszutaten in Eintöpfen sind Süßkartoffeln. Die roten Knollen sind nämlich – Achtung Partywissen! – eine der besten Vitamin A-Quellen, die es auf der Welt gibt. Bereits eine Portion (ca. eine Kartoffel) enthält doppelt so viel Beta-Karotin, wie der Körper täglich braucht. Im Körper wird Beta-Karotin dann zu Vitamin A umgewandelt, das unglaublich wichtig für unsere Sehkraft und ein intaktes Immunsystem ist.

Eine weitere Lieblingszutat im Winter ist der gute alte Grünkohl. Wer noch nie Grünkohl im Eintopf ausprobiert hat, der muss dieses Rezept unbedingt ausprobieren, denn ich wage zu behaupten, dass Grünkohl viel besser zu Eintöpfen passt als zu Kasseler. Außerdem ist er super gesund und enthält sooo viel Vitamin K – das kann man gar nicht in Worte fassen. Naja schon, aber dann klingt es weniger dramatisch. Er enthält auf jeden Fall von allen Lebensmitteln auf der Welt das meiste Vitamin K pro Portion, nämlich 1000% der empfohlenen Tagesmenge (ja, 1000%!). Der Körper braucht dieses Vitamin für die Blutgerinnung, also wenn wir uns beim Schnibbeln mal wieder schneiden. Ebenfalls ist Vitamin K enorm wichtig für gesunde Knochen.

Buchweizen ist komplett glutenfrei und hat nichts mit Weizen am Hut

Neben Süßkartoffeln und Grünkohl steckt in diesem Eintopf eine Zutat, die vielleicht nicht jedem bekannt ist: Buchweizen. Buchweizen ist ein Pseudo-Getreide, das gar nicht mit Weizen, sondern mit – Achtung! – Rhabarber verwandt ist. Es ist komplett glutenfrei und somit super für Menschen mit Gluten-Unverträglichkeiten oder Zöliakie geeignet. Buchweizen liefert hochwertiges pflanzliches Eiweiß sowie Ballaststoffe, deswegen ist er der ideale Sattmacher in warmen Eintöpfen. Solltet ihr keinen vorrätig haben, dann benutzt einfach Naturreis. Diesen solltet ihr aber doch separat kochen (siehe Anmerkungen im  Rezept).

Ich hoffe, ihr habt jetzt total Lust auf diesen winterlichen Wohlfühleintopf bekommen, ansonsten habt ihr wenigstens etwas über Süßkartoffeln, Grünkohl und Buchweizen gelernt. Man braucht ja immer wieder Wissen, mit dem man auf der nächsten Weihnachtsfeier glänzen kann, oder?

Viel Spaß beim Nachkochen und Wissenteilen. Ich wünsche euch eine tolle Vorweihnachtszeit! Und freue mich, wenn ihr mich auch auf meinem Blog Heavenlynnhealthy besuchen kommt!

Lynn

 

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Zutaten

Lasst euch bitte nicht von der langen Zutatenliste abschrecken. Das meiste davon sind Gewürze, die ihr natürlich nach Lust und Laune variieren könnt.

  • 3 EL natives Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 cm frischer Ingwer
  • 2 TL Paprikapulver
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1 TL Koriander
  • 1 TL Kurkuma
  • ½ TL Meersalz
  • ½ TL Pfeffer
  • 2 Süßkartoffeln (ca. 800g)
  • 1 Paprika
  • 1 kleiner Fenchel
  • 2 mittelgroße Birnen
  • 1 Dose Tomaten (stückig) (400g)
  • 1 Liter Wasser
  • 3 EL selbstgemachte Gemüsebrühe
  • 150g Buchweizen
  • 4 große Handvoll Grünkohl (oder Spinat)
  • 1 Granatapfel
  • 1 Zitrone

frische Kräuter zum Garnieren (Minze, Petersilie, Koriander)

 

Ein paar Anmerkungen zum Rezept:

  • Benutzt einfach, was ihr im Kühlschrank habt. Es müssen nicht alle frischen Lebensmittel in diesem Gericht vorhanden sein.
  • Ich habe normale Birnen verwendet und zum Schluss hinein gegeben, weil ich sie gerne noch bissfest mag. Wenn ihr sie lieber weicher mögt, dann könnt ihr sie von Anfang an mit den Zutaten in den Topf geben.
  • Wer keinen Buchweizen vorrätig hat, der nimmt einfach braunen Naturreis. Diesen aber bitte separat kochen und zum Eintopf servieren, da er dem Eintopf sonst zu viel Flüssigkeit entzieht.
  • Wer bei dem Gedanken an Granatapfel die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, für den habe ich einen tollen Tipp: Klopft, bevor ihr den Apfel anschneidet, einmal rund herum mit den Fingerknöcheln auf dessen Haut. Das soll die Kerne schon einmal lockern, damit sie sich leichter lösen lassen. Am besten trennt ihr dann die Kerne dann mit Handschuhen heraus, damit eure Hände sauber bleiben.

 

Anleitung

  1. Die Zwiebel, den Knoblauch und den Ingwer schälen und klein hacken. Die Süßkartoffeln schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Paprika entkernen und würfeln. Die äußeren Blätter und den Kern des Fenchels entfernen und den Rest in kleine Stücke schneiden. Den Grünkohl waschen und die Blätter vom Stängel entfernen. Die Birnen entkernen und würfeln.
  2. Das Olivenöl in einem großem Kochtopf oder Bräter auf hoher Stufe erhitzen. Die Zwiebel und Knoblauch dazugeben und kurz scharf anbraten. Die Hitze reduzieren und alle Gewürze dazugeben und weitere 2 Minuten anbraten. Nun die Süßkartoffeln, Paprika, Fenchel und Buchweizen dazugeben und ca. 2 Minuten bei mittlerer Hitze anbraten.
  3. Das Wasser, die Gemüsebrühe und die Tomaten dazugeben und auf hoher Hitze zum Kochen bringen. Die Hitze reduzieren und ca. 20 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich, aber noch bissfest sind. Nach Bedarf etwas Wasser nachgießen.
  4. Während der Eintopf kocht, die Granatapfelkerne heraustrennen.
  5. Nun die Birnen zum Eintopf dazugeben und weitere 10 Minuten köcheln lassen. Kurz vor dem Servieren den Grünkohl unterrühren. Er fällt meist schnell zusammen, ähnlich wie Spinat. Je nach Geschmack mit etwas mehr Salz würzen.

Mit frischen Kräutern wie Minze, Petersilie oder Koriander, frischem Zitronensaft und einer Handvoll Granatapfelkerne pro Portion garnieren.

 

Text & Bilder – Lynn Hoefer

14 Comments

  1. Antworten Caro 17. November 2016 um 11:40 Uhr

    Das hört sich super lecker an und Buchweizen liegt schon seit einer Ewigkeit im Vorratsschrank. Wann genau gibt man den dazu, ganz am Anfang? Wird gleich ausprobiert!

  2. Antworten Caro 17. November 2016 um 12:06 Uhr

    Danke Lynn für deine köstlichen wöchentlichen Rezepte! Besteht vielleicht sogar technisch die Möglichkeit, einen (pdf)Download- oder eine Drucken-Funktion einzubinden?
    Viele Grüße, Caro

    • Antworten Lynn 17. November 2016 um 14:48 Uhr

      Hallo Caro,
      vielen Dank für das liebe Feedback! Da müsste ich einmal die Steffi fragen, ob das möglich ist. 🙂 Auf meinem Blog gibt es diese Funktion für die meisten Rezepte bereits.
      Liebe Grüße,
      Lynn

  3. Antworten Susanne 17. November 2016 um 12:24 Uhr

    Oooh…hmmm…klingt superSUPER! Deine Kolumne kommt wieder genau richtig zum WE-Großeinkauf. Samstag gibt’s Eintopf! 🙂 Ich bin übrigens schwer begeistert von Deinen Rezepten; die Kürbispasta war ein Traum, und die erste selbst gemachte Gemüsebrühe ist schon aufgebraucht, so viel(seitig) habe ich sie eingesetzt. Und wie anders, wieviel milder, gemüsiger und “glutamatfreier” plötzlich alles schmeckt. (Mannmann, hätte ich auch selber (und früher!) drauf kommen können…) VIELEN DANK für die tollen, gesunden, leckeren Anregungen!

    • Antworten Lynn 18. November 2016 um 10:01 Uhr

      Hallo Susanne,
      na mit solch einem lieben Kommentar lässt es sich doch prima ins Wochenende starten. Vielen Dank für diese super motivierenden Worte.
      Ganz liebe Grüße und viel Spaß beim Nachkochen!
      Lynn

  4. Antworten Marie 18. November 2016 um 14:02 Uhr

    Ich war mir zunächst nicht sicher, ob ich die Mischung mag, habe aber das Gericht mutigerweise heute direkt nachgekocht – wirklich eine tolle Alternative zu den sonst klassischen Eintöpfen. Anstatt Granatapfel werde ich in Zukunft Rosinen kurz vor Schluss reinwerfen. Die Süße wäre eine perfekte Ergänzung gewesen statt der Säure des Granatapfels. Herzlichen Dank für das super Rezept!!!

  5. Antworten Ina Apple 18. November 2016 um 21:22 Uhr

    Also das Gericht sieht einfach unglaublich lecker aus! Und dank deiner Infos zu Buchweizen hab ich beim Lesen des Rezepts auch noch was gelernt 🙂 So solls sein! Einen schönen weihnachtlichen November wünsche ich!
    Liebe Grüße, Ina

  6. Antworten Nina 21. November 2016 um 11:40 Uhr

    Hallo Lynn,

    der Eintopf hört sich aber gut bzw. sieht schon so gut aus. Buchweizen habe ich zwar nicht da aber dann würde ich auf Reis oder Ähnliches ausweichen. Ich liebe ja Granatäpfel und die Kombination mit den Süßkartoffeln passt bestimmt super. Ich hoffe, dass ich bald zum Nachkochen komme. Danke für das tolle Rezept.

    LG
    Nina

  7. Antworten Theresa 23. November 2016 um 20:14 Uhr

    Ooooohh! Die Kürbispasta war schon ein Gedicht und darauf freue ich mich für morgen!

  8. Antworten Sabine 26. November 2016 um 21:25 Uhr

    Wahnsinnig lecker! Vielen Dank für dieses tolle Rezept. Auch mein Freund ist schwer begeistert!!

  9. Antworten Theresa 29. November 2016 um 17:15 Uhr

    So, ich habe es getan! Auch mein Freund und ich fanden es toll und super passend zur Jahreszeit. Bitte weiter viele solcher Rezepte! 🙂

  10. Antworten Cha Nuka 2. Januar 2017 um 09:11 Uhr

    ganz tolles Rezept. Haben es gestern Abend genau nachgekocht und freuen uns heute mittag nochmal was davon zu haben! Habe schon einiges von dir nachgekocht und war bis jetzt immer sehr begeistert!
    Liebe Grüße und weiter so!

  11. Antworten Haakon 13. November 2017 um 09:46 Uhr

    Hallo,

    kleiner Tipp aus Sri Lanka, wie man an die Granatapfelkerne kommt:
    Das Waschbecken mit Wasser füllen, Granatapfel einmal in der Mitte aufschneiden.
    Dann eine Hälfte unter Wasser und den Granatapfel aufbrechen. So kommt man hervorragend an die Kerne und muss nicht befürchten, dass man Flecken macht, welche man schwer wegbekommt.

    Liebe Grüße nach Stade

    Haakon

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