Wonach ist dir heute?

Im Herbst fällt mir die Essensplanung immer am leichtesten. Da gibt es bei uns jede Woche mindestens einen Eintopf, von dem wir dann zwei Tage lang essen. Meistens ist dieser dann pickepackevoll mit Gemüse, sodass ich für ein paar Tage einen Haken an die mentale Notiz „Iss etwas Gesundes“ machen kann.

Natürlich gibt es auch bei mir Tage, an denen ich mich nur von Brot ernähre. Am Abend freue ich mich dann aber besonders auf etwas Wohltuendes, wie Gemüsesuppen oder eben Eintöpfe. Da merkt man mit jedem Bissen, wie sich der Körper über die Nährstoffe freut und wie gut eine warme Brühe tut.

Spätestens seit Eintöpfe mit „One-Pot“ einen neuen Namen bekommen haben, hat sich ja auch ihr Image verbessert. Beim Gedanken an One-Pots haben wir nicht mehr Omas Steckrübeneintopf im Kopf, sondern bunte, aromatische Gerichte mit Quinoa, Süßkartoffeln, Grünkohl (aber bitte nicht komplett zerkocht) oder Kürbis. Zumindest hoffe ich, dass die langjährigen Leser*innen dieser Kolumne dieses Bild vor Augen haben. Seit Beginn dieser Kolumne gab es nämlich bereits einige Eintopfrezepte: Zum Beispiel den Ich-hab-mich-lieb-Eintopf, den Wirsingeintopf, das 5-Zutaten-Curry, den Winterlichen Wohlfühleintopf und natürlich die Anti-Erkältungssuppe, die aber auch als One-Pot durchgeht.

Übrigens: Bei One-Pot-Gerichten braucht ihr keine Angst vor langen Zutatenlisten zu haben. Meistens braucht ihr nicht alle Gewürze, die vorgegeben werden und auch wenn ihr nicht alle Gemüsesorten da habt, ist dies kein Beinbruch. Rezepte in Töpfen laden zum Improvisieren ein und gelingen auch mit weniger Zutaten. Wenn ich Eintöpfe oder Suppen koche, achte ich aber grob an die englische “Five-a-day”-Regel. Die besagt, dass man pro Tag mindestens fünf Portionen verschiedener Obst und Gemüsesorten essen sollte. Mit One-Pots kann man diese Vorgabe leicht erfüllen. Im heutigen Rezept habe ich mich für Kürbis, Fenchel, Kartoffeln, Lauch und Mangold entschieden. Zwei Teller davon und ihr könnt euch an dem Tag selbst auf die Schulter klopfen, weil ihr eure Gesundheit priorisiert habt. Klingt vielleicht überspitzt, aber zwischen Arbeit, Haushalt, Kindern und anderem Alltagsstress kann man sich dafür auch mal selbst feiern.

Zum Schluss möchte ich euch noch von einer Zutat berichten, die diesem Gericht noch mal einen kleinen besonderen Touch verleiht. Bei Alnatura (keine bezahlte Werbung) habe ich nämlich Kichererbsenreis gefunden. Keine Sorge, der ist nicht vergleichbar mit Linsen- oder Kichererbsenpasta (von der weiß ich, dass viele sie nicht mögen). Der Kichererbsenreis erinnert mich von der Konsistenz her eher an Orzo, also an reisförmige Pasta. Er besteht aber eben komplett aus Kichererbsen und ist so eine coole und vor allem gesunde Ergänzung dieses One-Pots. Man bekommt ihn in Norddeutschland bei Budni und deutschlandweit bei Alnatura.

Solltet ihr den Kichererbsenreis nicht finden, könnt ihr natürlich auch jegliche andere Stärkebeilage verwenden. Kleine Vollkornnudeln, Quinoa oder Linsen machen den Eintopf ebenso vollwertig. Und da ihr bereits so viel Gemüse im Topf habt, ist es auch völlig in Ordnung, helle Buchstabennudeln dazuzugeben. Vielleicht kommt er dann bei den Jüngsten auch noch besser an.

Ich wünsche euch viel Freude beim Ausprobieren und Genießen.

Eure

Kürbis-Fenchel-Eintopf

Vorbereitungszeit 30 Min.
Zubereitungszeit 30 Min.
Portionen 6 Portionen

Zutaten
  

  • 600 g Hokkaidokürbis
  • 300 g Fenchel
  • 1 großer Lauch
  • 250 g mehlig kochende Kartoffeln
  • 250 g Mangold
  • 1 Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • 3 TL Kräuter der Provence
  • 2 Nelken
  • 1 TL Zimt
  • 1 EL Fenchelsamen
  • 3 EL Kokosöl oder Öl nach Wahl
  • 2 Lorbeerblätter
  • 2 Liter Gemüsebrühe
  • 150 g Kichererbsenreis alternativ 1 Glas Kichererbsen
  • ½ Bund Petersilie

Zum Abschmecken

  • Meer- oder Steinsalz
  • Schwarzer Pfeffer
  • 1 Zitrone

Anleitungen
 

  • Das Gemüse gut waschen. Die Kartoffeln schälen. Den Kürbis entkernen und die Kartoffeln und den Kürbis in mundgerechte Würfel schneiden. Den Fenchel in mundgerechte Stücke und den Lauch in Ringe schneiden. Den Mangold klein schneiden und zur Seite legen.
  • Die Zwiebel und Knoblauchzehen fein hacken. Alle Gewürze in eine kleine Schüssel geben.
  • Das Öl in einem großen Topf erhitzen und Zwiebel und Knoblauch darin kurz anbraten. Die Gewürze und Lorbeerblätter dazugeben und kurz mit anschwitzen. Das Gemüse (außer Mangold) in den Topf geben und ca. 2–3 Minuten anbraten. Alles mit der Gemüsebrühe ablöschen und einmal aufkochen. Die Hitze reduzieren und ca. 30 Minuten köcheln lassen.
  • Nach ca. 25 Minuten den Mangold und den Kichererbsenreis oder die Kichererbsen dazugeben und die restlichen 5 Minuten mitkochen. Bei Kichererbsenreis konstant umrühren, damit nichts ansetzt. Ggf. braucht der Reis und Mangold etwas länger, am besten nach 5 Minuten die Kostprobe machen und eventuell ein paar Minuten länger köcheln lassen.
  • Die Petersilie hacken und die Hälfte in den Topf geben. Den Eintopf mit Salz, Pfeffer und ordentlich Zitronensaft abschmecken. Die Lorbeerblätter entfernen und den Eintopf mit Petersilie garniert servieren.

Notizen

  • Bitte nicht von der langen Gewürzliste abschrecken lassen. Wenn ihr z. B. keine Fenchelsamen vorrätig habt, braucht ihr sie nicht extra zu kaufen.
  • Kichererbsenreis ist ein recht neues Produkt auf dem Markt und fürs Gelingen dieses Rezeptes definitiv nicht wichtig. Alternativen sind normale Kichererbsen, Buchstabennudeln, Quinoa, Linsen oder Buchweizen. Letztere haben natürlich eine längere Kochzeit, das solltet ihr entsprechend einplanen.

Fotos: Lynn Hoefer

  1. Kommentare zu diesem Artikel
  2. Anna 23. November 2021 um 13:31 Uhr

    Gestern gekocht und heute wieder auf dem Teller! Unglaublich gut! Vielen Dank für das tolle Rezept!

    Antworten
  3. Heike Kaul 8. November 2021 um 11:10 Uhr

    Super, super leckerer Eintopf! Vielen Dank dafür!

    Antworten
  4. Isabel 30. Oktober 2021 um 21:29 Uhr

    Vielen Dank für den leckeren Eintopf! Er ist wirklich überraschend lecker. Und meine Tochter hat sogar eine 2. Portion gegessen Das passiert selten bei den richtig gesunden Mahlzeiten, die ich so liebe.

    Antworten
  5. Petra Schulz 27. Oktober 2021 um 10:29 Uhr

    Sooooo lecker! Vielen Dank für das tolle Rezept!

    Liebe Grüße, Petra

    Antworten
  6. Beate 22. Oktober 2021 um 17:26 Uhr

    Klingt sehr lecker!
    Was ist das für ein wunderschöner Kochtopf?
    Liebe Grüße, Beate

    Antworten
  7. Anke Ulrich 22. Oktober 2021 um 10:31 Uhr

    kommt genau richtig, probier ich heute gleich mal aus 🙂

    Antworten
  8. Michaela 22. Oktober 2021 um 09:43 Uhr

    Das ist so überraschend lecker! Vielen Dank! Tatsächlich dachte ich was eine wilde Kombination – aber es war alles im Kühlschrank – also los! Statt Kartoffeln habe ich Süsskartoffeln genommen.
    Ich freue mich schon auf das nächste Rezept

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    • Lynn Hoefer 25. Oktober 2021 um 11:43 Uhr

      Liebe Michaela, wie schön, dass es dich so überzeugen konnte. Mit Süßkartoffeln stelle ich es mir auch sehr lecker vor. Da haste gleich die doppelte Menge an Betacarotin (gut fürs Immunsystem und das Augenlicht). Liebste Grüße, Lynn

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  9. Heinke 19. Oktober 2021 um 20:53 Uhr

    Hallo, ich bin nicht der große Fenchel/Sellerie/Kerbel/Dill Fan. Gibt es eine Alternative? LG

    Antworten
    • Lynn Hoefer 20. Oktober 2021 um 07:30 Uhr

      Fenchel kannst du einfach weglassen und/oder mit etwas ersetzen, wovon du Fan bist. Wie ich oben auch geschrieben habe: Die Zutaten für Eintöpfe sind nie in Stein gemeißelt. Man kann da einfach nutzen, was vorrätig ist oder aufgebraucht werden muss. Liebe Grüße, Lynn

      Antworten
    • Bellinda 20. Oktober 2021 um 13:20 Uhr

      @Heinke: Ich habe auch Fenchel-Gegner in der Familie 🙂 Habe dafür Karotten genommen und Grünkohl – war super!

      Antworten
  10. Bellinda 19. Oktober 2021 um 11:29 Uhr

    Liebe Lynn, machst Du die Gemüsebrühe selber oder hast Du eine gute (gekaufte) Alternative? Für mich ist es nämlich immer eine Hürde, wenn ich erst noch die Brühe machen muss 🙂

    Ganz liebe Grüße und danke für dieses Knaller-Rezept!
    Bellinda

    Antworten
    • Steffi 19. Oktober 2021 um 11:33 Uhr

      @Bellinda: Liebe Bellinda, Lynn meldet sich gleich auch noch: Vorweg von mir – ich hab eine von Allnatura gekauft, die Brühwürfel. Hat ganz großartig funktioniert. Herzlich, Steffi

      Antworten
    • Lynn Hoefer 19. Oktober 2021 um 11:51 Uhr

      Liebe Bellinda,
      ich schreibe es sonst immer extra dazu, aber wollte hier die Zutatenliste kurz und knapp halten. Ich mache meine Gemüsebrühe nach diesem Rezept selbst: https://de.heavenlynnhealthy.com/selbstgemachte-gemuesebruehe/
      Funktioniert prima, ist günstig, einfach und viel gesünder als gekaufte Brühwürfel oder gekörnte Brühe (davon habe ich aber zur Sicherheit aber auch immer etwas vorrätig, aber dann gerne in Bio-Qualität).
      Ganz liebe Grüße,
      Lynn

      Antworten
      • Bellinda 20. Oktober 2021 um 13:18 Uhr

        @Steffi und @Lynn: Vielen Dank! Ich hab dann Bio-Brühe gekauft und es hat gigantisch geschmeckt – die Familie war sehr begeistert 🙂
        Werde für das nächste Mal Dein Brühe-Rezept ausprobieren liebe Lynn!

        Antworten
  11. Josefine Proll 19. Oktober 2021 um 09:13 Uhr

    Uhhhhh ein neues Rezept von Lynn! Ich habe grad vorgestern mal wieder den Wirsing-Kürbis-Eintopf gemacht, der ja auch ein totaler Knaller ist, und diesen hier probiere ich bestimmt auch, klingt ja schon super lecker. Vielen lieben Dank!!

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