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Nach dem Weg gefragt:

Wie ist es eigentlich, alleinerziehend zu sein? Helene Stolzenberg ist es und erzählt, wie tough das sein kann. Aber auch, wie man daraus etwas Gutes macht.

Eigentlich suche ich mir als Journalistin immer die Frauen und Themen aus, über die ich gern berichten würde. Bei dieser Geschichte war es anders: “Können wir bitte mal darüber sprechen, wie es ist, alleinerziehend zu sein?” schrieb mir Helene Stolzenberg, Mutter einer achtjährigen Tochter und selbstständig mit dem Interiorgeschäft Nordliebe in Berlin.

“Es ist so anders als alle denken”, schrieb Helene weiter. “Es ist das Härteste, was ich je in meinem Leben gemacht habe, aber man schafft es, sogar viel mehr als das ist möglich. Ich baue parallel erfolgreich mein eigenes Unternehmen auf. Solche Vorbilder brauchen wir doch, oder? Weil: Zu denken, das Thema würde einen nichts angehen, ist so irre naiv.”

Das klang sehr, sehr spannend, also besuchte ich die 40-Jährige in Berlin zum Interview und wir drehten für die She’s Mercedes-Kampagne, die von Frauen handelt, die ihren eigenen Weg gehen, auch noch gleich einen Film über Helenes Alltag mit.

 

 

Liebe Helene, erzähl, was liegt dir auf dem Herzen?

Mir ist es wichtig, Frauen einen Weg aufzuzeigen. Wie es auch sein könnte als Alleinerziehende, abgesehen von den Horrorstories, die man auf RTL II oft sieht. Es ist ohne Frage das Härteste, was ich je in meinem Leben bewerkstelligt habe, aber es hat mich auch dahin gebracht, wo ich heute stehe. Ich habe mein eigenes Unternehmen. Darauf bin ich sehr stolz.

Du hast also nicht geplant, alleinerziehend zu werden.

Nein. Ich war kurz nach der Geburt meiner Tochter gezwungen, mich von meinem Mann zu trennen. Ich war darauf nicht vorbereitet. Mich hat das eiskalt erwischt. Ich glaube, man kann sehr gut ein Kind alleine groß ziehen, man braucht nur eine gewisse Vorbereitung und ein sehr gutes Netzwerk, das hatte ich damals alles nicht. Für mich ist die Welt zusammen gebrochen. Die Hälfte der Freunde waren weg. Die Hälfte der Familie –auch weg. Und ich stand ganz alleine da, mit einem Baby.

Wie hast du weitergemacht?

Ich fand keine neue Wohnung, weil ich in Elternzeit war und Alleinerziehende nicht sonderlich attraktiv sind für Vermieter. Irgendwann gab mir mein Scheidungsanwalt den Tipp, dass man einfach etwas tricksen muss: So tun soll, als würde das Einkommen vor der Elternzeit auch dem nach der Elternzeit entsprechen. Hat dann funktioniert.

Wie hast du euch finanziell aufgestellt?

Ich habe ganz schnell wieder angefangen zu arbeiten, weil ich dachte, jetzt muss ich schnell zurück auf den Arbeitsmarkt, darf auf gar keinen Fall Pause machen, meine Karriere gefährden. Mir war klar, dass ich schnell Geld verdienen musste.

Wo hast du deine Tochter untergebracht, wenn du gearbeitet hast?

Ich habe sie mit einem Jahr in die Kita gegeben. Ich war im totalen Überlebensmodus. Das hat alles gar nicht funktioniert. Ich bin bei der Arbeit regelmäßig eingeschlafen, weil ich so harte Nächte mit meiner Tochter hatte. Ich musste sie ständig aus der Kita holen, weil sie krank war, uns flog das Leben um die Ohren. Ich fand mich als Mutter schlecht, ich fand mich in meinem Job schlecht, war einfach irre unglücklich.

Wie bist du da rausgekommen?

Ich hab mir gedacht: Wenn jetzt eh schon alles Scheiße ist, kannst du auch komplett neu anfangen. Ein Mal radikal alles ändern. Fängst wirklich bei Null an. Ich habe meinen Job gekündigt, was niemand in meinem Umfeld verstanden hat. Wie ich das als Alleinerziehende wagen könnte, das sei doch verrückt! Alle fragten mich nach meinem Plan, aber den hatte ich nicht. Ich wusste nur: so kann es nicht weitergehen.

Hattest du was angespart oder etwas Geld für den Notfall?

Nein, nichts, mein Leidensdruck war aber einfach zu hoch. Ich bekam auch Jobangebote von PR-Agenturen, für die ich im Bereich politische Kommunikation gearbeitet hatte. Aber ich wollte nicht wieder dahin zurück. Ich hatte aber große Lust, etwas Online zu machen, wusste nur, ohne Erfahrung in dem Bereich wird mich niemand nehmen. Also beschloss ich, mir meinen Job eben selber zu basteln. Deshalb habe ich meinen Online-Shop Nordliebe gegründet und mich in das Thema eingefummelt.

Klingt toll. Nur, wie hast du dich in der Zeit finanziert?

Ich habe als freie Beraterin parallel gearbeitet. Das ging sehr gut. Ich hatte viele Anfragen. Als wollte mich jemand für meinen Mut belohnen. Ich habe lange beides gemacht: Tagsüber Beratung und abends den Online-Shop. Ich brauchte Kinderbetreuung, brauchte Geld, ich habe keine Großeltern in der Stadt, also musste ich mir die Hilfe kaufen. Das viele Arbeiten war körperlich hart. Nachts packte ich die Päckchen selbst bei mir im Wohnzimmer, morgens musste ich wieder fit sein für mein Kind und den nächsten Job.

Fühlte es sich trotzdem gut an, weil es endlich deins war?

Ja, total. Ich hatte in meinem Leben schon zwei Nahtoderfahrungen, weiß daher das Leben sehr zu schätzen. Ich bin sehr hart im Nehmen. Das einzig Schlimme ist, dass es jetzt nur noch mich und meine Tochter gibt und ich mich in den Momenten fragte: Was passiert mit ihr, wenn ich sterbe? Die Frage war und ist immer noch sehr erdrückend.

Jetzt sind ein paar Jahre vergangen. Mit Nordliebe hast du dir ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut, wie sieht euer Mutter-Tochter-Alltag mittlerweile aus?

Ich fange morgens um acht an zu arbeiten und arbeite bis 15 Uhr, dann hole ich meine Tochter ab und unsere Zeit beginnt, da mache ich auch nichts anderes parallel. Wenn sie dann abends schläft, beginnt meine zweite Schicht. Ich arbeite am Ende des Tages also locker mindestens Vollzeit, aber anders verteilt. So könnte ich das in keinem meiner früheren Festangestelltenjobs machen, aber so geht es. Und so biete ich es auch meinen Mitarbeiterinnen an, von denen viele Mütter sind.

Hattest du nie die Sorge, dass du am Ende des Monats zu wenig Geld hast?

Ich habe großes Vertrauen in mich selbst. Ich weiß, ich kann mich auf mich selbst verlassen. Mein Bruder, der einen schlimmen Unfall hatte und nun querschnittsgelähmt ist, sagte zu mir den schönen Satz: „Ich weiß nach alledem, dass ich alles kann.“ Und so ist es, das weiß ich auch, auch, weil ich bis hierhin schon so viel gewuppt habe. Natürlich war es auch hart. Wenig Schlaf, keine Freizeit, wenig Geld… In meiner Firma stecken auch viele Tränen, viel Lehrgeld, aber ich bin irre stolz darauf.

Aktuell ist das Thema alleinerziehend für mich selbst nicht akut, ich denke nur: Eigentlich müssten wir es alle im Hinterkopf haben. Es kann uns ja allen passieren. Anders zu denken ist völlig naiv, oder?

Genau das ist der Punkt. Ich hätte meine Hand dafür ins Feuer gelegt, dass mir das niemals passiert. Genau wie bei all den anderen Frauen. Ich bin ja kein Einzelfall, im Gegenteil, es gibt so irre viele Alleinerziehende, es werden ja auch immer mehr Ehen geschieden. Deshalb ist es gut, so aufgestellt zu sein, dass man gehen kann, falls etwas in der Ehe passiert, das man nicht tolerieren möchte. Oder man verlassen wird. Ich kenne auch Frauen, die können es sich nicht leisten, zu gehen.

Die haben vielleicht nicht den Mut. Weil gehen kann ja eigentlich jede.

Sagen wir so: Sie möchten nicht gehen, weil sie den Lebensstandard nicht aufgeben wollen. Zu gehen, bedeutet Abstriche zu machen. Vielleicht auch im Wohnzimmer zu schlafen, weil man sich erst mal kein eigenes Schlafzimmer neben dem fürs Kind leisten kann. Dafür ist man dann aber frei im Kopf und Herzen. Muss aber jeder für sich wissen. Es kann natürlich auch passieren, dass der Partner stirbt. Da ist man auch nur für eine gewisse Zeit finanziell abgesichert. Wenn man vorgesorgt hat.

Gibt es Situationen, die man nur kennt, wenn man alleinerziehend ist?

Klar, ich kann zum Beispiel nicht krank werden. Weil ich keine Alternative habe. Wenn ich ausfalle, liegt alles flach. Mein Kind muss aber in die Schule, mein Kind braucht Essen, mein Geschäft braucht Führung… Ein Mal bin ich so schlimm krank geworden, dass einfach nichts mehr ging. Da bin ich zu meinem Nachbarn, auf allen Vieren, den ich damals überhaupt nicht kannte, und hab gefragt, ob er mir und meiner Tochter bitte etwas zu essen einkauft und daraus für uns eine Suppe kocht.

Und?

Hat er sofort gemacht. Es gibt wahnsinnige viele nette Menschen, man muss manchmal einfach nur fragen oder sagen, wie einem geholfen werden könnte. Die wenigsten sagen dann wirklich nein. Das viel Schwierigere ist, um Hilfe zu bitten.

Wie hast du denn auf dich selbst aufgepasst in der wilden Zeit?

Das musste ich wirklich lernen. Ich habe gelernt, auf meinen Bauch zu hören. Das klingt immer so platt. Aber alles, was ich nicht von dort aus entschieden habe, so dass es sich für mich gut anfühlte, hat sich als Fehler herausgestellt. Ich habe gelernt, mir selbst zu vertrauen und für mich zu sorgen.

Bleibt denn überhaupt noch Zeit für einen selbst, wenn man alleinerziehend ist?

Das kommt auf das Betreuungsmodell an. Ich habe sehr wenig freie Zeit: zwei Sonntage im Monat. An den Samstagen arbeite ich. Das ist nicht viel Freizeit. Umso wichtiger ist es, diese Zeit gut zu nutzen: Sauna, Yoga, Freunde treffen…

An solchen Wochenenden sagt die ein oder andere Freundin bestimmt im Spaß: Ich werd’ auch alleinerziehend!

(lacht) Ja! Das ist ein Running Gag bei uns! Die sind natürlich neidisch auf die freien Wochenenden. Und, dass ich manchmal alleine Urlaub machen kann. Viele Freundinnen sagen: “Ich bin nie ohne die Kinder!” Aber das kann man sich natürlich mit seinem Mann auch so basteln, dass es auch in der Beziehung möglich wird. Ich würde mich dafür jetzt nicht gleich scheiden lassen.

Was nervt dich daran, wenn andere übers Alleinerziehend sein sprechen? Der Spruch: „Mein Mann ist dieses Wochenende nicht da, ich bin alleinerziehend!“?

Das Jammern. Das kann ich nicht hören. Wenn etwas doof ist: Ändere es. Wenn jemand abgesichert ist, berufstätig ist oder der Mann für alles sorgt und der dann mal weg ist und sie stöhnt, sie sei alleinerziehend, dann finde ich das nicht angemessen. Weil: Sie ist ja trotzdem nicht alleinerziehend! Da geht es nicht nur darum, mal ein paar Tage allein auf die Kinder aufzupassen. Da geht es darum, komplett allein zu sein mit der gesamten Verantwortung. Mit dem Druck, genügend Geld nach Hause zu bringen. Allein zu sein mit Krankheiten, Sorgen in der Schule, mit allen wichtigen Entscheidungen. Und auch in den schönen Momenten ist man allein. Ich kann abends mit niemanden die stolzen Momente teilen. Das ist schon auch hart.

Störst du dich eigentlich an Begrifflichkeiten? Möchtest du zum Beispiel lieber Single Mom genannt werden? 

Das ist mir so schnurz. Für mich ist das mittlerweile auch gar nicht mehr der erste Titel, den ich nenne, wenn ich jemanden kennenlerne. In erster Linie bin ich Unternehmerin, Frau und Mutter. Und wenn dann jemand genauer nachfragt, sage ich auch mittlerweile mit großem Stolz alleinerziehend. Aber es ist nicht mehr mein großes Thema. Ich habe für mich einen Weg gefunden, dass ich mein Leben trotzdem so leben kann, wie ich glücklich bin und eine gute Mutter sein kann. Hoffentlich macht das anderen Frauen Mut.

Triffst du dich mittlerweile wieder mit Männern?

Na klar. Aber auweia, da gibt es so viele Klischees! Dass man als Alleinerziehende auf der Resterampe ist und einen die Männer nicht wollen. Dem ist Gott sei Dank nicht so! Wobei – eine Freundin hat das bei einem Date tatsächlich mal gehört: „Du bist ja jetzt hier zweite Wahl, du kannst dich doch glücklich schätzen, wenn du noch einen findest!“ So richtig schön 60er-Jahre-Denken. Ich habe das nie so erfahren, im Gegenteil: Ich hatte sogar das Gefühl, dass es mich noch attraktiver gemacht hat. Viele Männer wünschen sich ja eine Familie oder sind auch schon geschieden und kennen sich aus mit dem Hustle.

Was würdest du einer Frau raten, die sich trennen will, aber zu viel Angst davor hat, alleinerziehend zu werden? 

Egal was passiert: Du hast immer dich selbst. Du bist auch in einer Partnerschaft am Ende des Tages alleine, aber du hast den wertvollsten Menschen, den du haben kannst: Dich selbst. Du bist zu so vielem in der Lage und wenn du das willst, dann schaffst du das. Du bist klug, dir wird genügend einfallen, um Geld zu verdienen, du wirst immer einen Weg finden. Du wächst da rein, wir wachsen alle mit unseren Aufgaben.

Herzlichen Dank für deine Offenheit, liebe Helene.

 

Diese Geschichte wurde unterstützt von She’s Mercedes. Wenn ihr Lust habt, weitere starke Frauen kennenzulernen, meldet euch für den She’s Mercedes-Newsletter an unter newsletter.shesmercedes.de. Ich gehöre zu den Autorinnen des Newsletters, genau wie Jessica von Journelles, Nora und Susann von Edition F und Julia von Wanderlust. Wir schreiben in dem Newsletter über Themen, die uns bewegen. Treffen starke Frauen, fragen sie, was sie antreibt, was Empowerment für sie bedeutet, welche Karrieretipps sie gerne früher bekommen hätten und vieles mehr. Darüber hinaus gibt es tolle Goodies exklusiv für alle Abonnentinnen. Registrieren kann man sich unter: newsletter.shesmercedes.de

Text & Scrip Film – Stefanie Luxat, Fotos & Film – Dennis Dirksen

21 Comments

  1. Antworten Charlotte 21. November 2018 um 07:44 Uhr

    Liebe Steffi, danke für das tolle Interview. Ich hab tränen in den Augen, weil ich so gerührt bin von dieser starken Frau! Eine Freundin von mir ist auch Alleinerziehende und ich hab ihr schon so oft gesagt, wie stark sie ist und wie sehr ich sie bewundere…Das sollten wir alle viel öfters tun!

  2. Antworten Denise 21. November 2018 um 07:52 Uhr

    Was für ein schönes Interview. Vielen Dank dafür! Ich bin auch alleinerziehend mit drei Kindern (12, 14 und 18) und finde, dass es viel mehr solche Mut-mach-Geschichten geben sollte!

  3. Antworten Verena 21. November 2018 um 08:02 Uhr

    Liebe Helene,

    Danke für deine Stärke, mit der du anderen Frauen mutmachst! Ich finde das Interview toll und kaufe jetzt noch lieber bei dir ein Ich bin selber alleinerziehend, wir führen hier ein tolles Leben, ich habe zwei Jobs, die ich beide liebe und ich bin ganz stolz darauf, was man alles schaffen kann. Aber das Thema Familie bzw. Alleinsein ist immer hart, denn am Ende des Tages lebt man eben nicht so, wie man es schöner fände.. denn alles hat man ja nicht in der Hand…
    Liebe Grüße

  4. Antworten Ada 21. November 2018 um 08:04 Uhr

    Liebe Steffi, liebe Helene,

    ich danke Euch von ganzem Herzen für dieses schöne und mutmachende Interview! Es tut so gut, auch mal etwas Positives übers Alleinerziehen zu hören! Obwohl ich weiß, wie viele Alleinerziehende es gibt, bin ich in unserer Kleinstadt gefühlt die einzige ;-).

    Ich kann Helenes Aussagen so gut verstehen und musste einiges auch am eigenen Leib erfahren.

    Ich bin mit drei Kindern seit der Geburt des dritten alleinerziehend und wir sind durch schlimme Zeiten gegangen. Eines meiner Kinder leidet unter einem Syndrom und braucht deshalb besondere Aufmerksamkeit und viele ärztliche Behandlungen.

    Als die Kinder noch im Kindergarten waren, wurde ich sehr krank. Ich hatte Krebs und furchtbare Angst, diesen nicht zu überleben. Ich wusste nicht, was aus meinen Kindern werden würde, wenn ich sterbe, denn ich war tatsächlich ganz allein mit ihnen.
    Um Geld zu verdienen, stecke ich leider gerade in einem ungeliebten Job und habe nicht den Mut, diesen wieder zu kündigen. Die finanzielle Situation ist schon so verheerend genug, da der Vater keinen Unterhalt zahlt.
    Helenes Beispiel macht aber großen Mut, etwas Neues zu wagen. Ich bin ganz begeistert von Helenes Sicht auf die Dinge.

    Meine Erfahrung mit anderen Männern sieht leider auch anders aus als bei Helene, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass es hier gleich drei Kinder gibt, die außerdem gar keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater haben, so dass ich wirklich nie freie Zeit für mich habe.

    Aber meine Kinder und ich – wie halten zusammen und haben schon so viel geschafft.

    Danke für diesen aufbauenden Artikel am frühen Morgen.

    Liebe Grüße
    Ada

  5. Antworten Anna 21. November 2018 um 08:57 Uhr

    Vielen Dank für dieses tolle Interview! Das Härteste für mich ist es, den Traum von der Familie und der Partnerschaft (vorerst) aufgeben zu müssen! Aber es tut gut zu hören, dass man doch nicht auf der “Resterampe” landen muss:-)!!

  6. Antworten Lisa 21. November 2018 um 09:10 Uhr

    Guten Morgen Helene & Steffi,
    vielen Dank für das offene Gespräch. Ich fände ergänzend tatsächlich sehr interessant, zu erfahren, welche Gründe es für eine Trennung gab. Auch bei den anderen Leserinnen, die hier kommentiert haben. Weshalb tritt der Vater ev. gar nicht mehr in Erscheinung, wieso wird kein Unterhalt für das gemeinsame Kind oder die Kinder gezahlt? Welche (gemeinsamen) Fehler wurden rückblickend gemacht?
    Herzliche Grüße,
    Lisa

    • Antworten Steffi 21. November 2018 um 09:21 Uhr

      @Lisa: Liebe Lisa, oft gibt es Sorgerechtsstreitigkeiten, die es den Müttern nicht möglich machen, über solche Details öffentlich zu sprechen. Das könnte sonst negative Folgen für sie haben. Es gibt bestimmt auch Väter, denen es so geht. Es gibt viele verschiedene Modelle in diesem Bereich. Viele Paare schaffen eine gute Trennung, bei dem beide Elternteile sich liebevoll und finanziell ums Kind kümmern. Andere leider nicht. Liebe Grüße, Steffi

  7. Antworten sabine 21. November 2018 um 09:27 Uhr

    mich hat das interview vieles wieder zurückerinnern lassen. ich bin nicht verlassen worden, sondern mein mann ist gestorben. da waren die kinder 9 und 13 jahre alt. man denkt, das schafft man nicht. aber man schafft das. und es zu schaffen lässt einen so sehr wachsen, wie ich es früher nie geglaubt hätte. und es gibt sie auch als alleinerziehende, die schönen und innigen momente. und man fühlt sich abends allein auf der couch trotzdem dankbar und erfüllt. es ist glaube ich einer der wichtigsten erfahrungen, die ich gemacht habe. danke für das tolle interview und das mutmachen für viele andere frauen, sich selbst auch wieder wichtig zu nehmen und sich etwas zuzutrauen. liebe grüsse, sabine

  8. Antworten Greta 21. November 2018 um 09:55 Uhr

    Ihr lieben starken Löwenmütter! Danke für das Interview. Ich bin seit knapp sechs Monaten “alleinerziehend”. Mein Sohn ist zwei. Ich habe mich getrennt und fühle jeden Tag, dass diese Entscheidung die absolut richtige war! Was man allerdings erst spürt, wenn man es dann auch lebt: Eine Trennung vom Partner heißt immer auch, das Kind ein Stück weit los zu lassen. Das ist einem natürlich klar, aber fühlen tust Du es eben erst, wenn es soweit ist. Und ja, es ist ein unglaublich tiefer Schmerz.
    Was ich erschreckend finde: Wie sehr Behörden und Gerichte (höre ich aus vielen Erzählungen) gar nicht auf die individuelle Familie und somit nicht nach dem “Wohl des Kindes” gucken, sondern gerade stark dem Trend erliegen, die Rechte der Väter zu stärken. Dies zu tun ist absolut richtig, weil es nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten der Väter sind. Kinder brauchen ihre Papas! Und nur so werden Mütter unterstützt und entlasstet. Der Fokus scheint sich von den Bedürfnissen des Kindes auf die des Vaters zu verschieben. Und als Mutter stehst Du gefühlt in einigen Situationen ganz hinten an…das tut weh. Es ist nur irre wie häufig Dir als Mutter das Gefühl vermittelt wird, wie selbstverständlich Du und Dein Einsatz für alles ist. Und wie wenig es zählt, was Du bisher alles getan hast.
    Aber: Das alles ist ein Lernprozess und man wächst daran! Ich tue das. Es braucht Mut und Stärke und Ruhe und Liebe. Von all dem habe ich ganz viel. Auch weil ich so ein unglaublich tolles Umfeld habe.
    Ein unglückliches Elternpaar ist sicherlich die schlechtere Alterative zu getrennten Eltern, die dann – wenn auch jeder für sich – wieder glücklich werden. <3

  9. Antworten dani 21. November 2018 um 10:00 Uhr

    Wow. Nicht nur eine starke Frau – sondern gleich zwei. Und was für welche! Was für ein starker Zug, die Kraft aufzubringen sich hier her zu stellen um seine Erfahrungen zu teilen. Um anderen Frauen Mut zu machen. Nur als Vorbild, ohne return. Meinen großen, großen Respekt davor!
    Ich selbst bin von dieser Situation nicht betroffen. Ganz weit weg um ehrlich zu sein. Aber natürlich kenne auch ich Frauen in diesen Situationen, die sich dies nie haben vorstellen können. Und die kämpfen. Ich werde jeder davon diesen Artikel mit dem Video empfehlen. Ihr seid eine Wucht!

    Liebe Helene, ich folge deinem Account schon lange. Wann immer ich etwas von diesen Produkten kaufen werde, es wird bei dir sein. So viel Kraft und Mut möchte ich unterstützen. Keep going :-*

  10. Antworten Heike 21. November 2018 um 10:05 Uhr

    Ein tolles, beeindruckendes Interview! Vielen Dank an euch beide! Ich bin unglaublich beeindruckt von Helenes Geschichte, und sehr demütig und dankbar, was meine eigene angeht. Auf jeden Fall ein wichtiger Reminder, sich immer wieder auf seine eigenen Kräfte zu besinnen, egal wie die jeweilige Lebenssituation gerade aussieht. Alles Liebe, Heike! (ich schau jetzt mal bei Nordliebe vorbei 😉 )

  11. Antworten silviii 21. November 2018 um 10:54 Uhr

    Vielen Dank – ein tolles Interview mit einer wirklich starken Frau. Ich habe den allergrößten Respekt. Da trau’ ich mich ja fast nicht mehr, meine Nordliebe-Retourensendung abzuschicken… 😀

  12. Antworten Angela - designhaus no.9 21. November 2018 um 11:10 Uhr

    Ein sehr bewegendes Interview. Helene’s Denkweise und Kraft ist bewundernswert und ich bin da ganz bei ihr. Diese Einstellung hilft nicht nur Alleinerziehenden, sondern jedem in jeder Situation. Besonders den Punkt “Verändere es, wenn es nicht funktioniert” kenne ich selbst. Es ist nicht leicht, doch es führt zum Erfolg. Ganz liebe Grüße!

  13. Antworten Ulrike 21. November 2018 um 11:15 Uhr

    Liebe Steffi, ich kann vor Tränen in den Augen fast nichts mehr sehen…. was für ein schönes Interview! Was für eine Frau! Vielen Dank dafür! Das hier ist übrigens mein erster Kommentar, obwohl ich Deinen Blog schon eeeeeewig lese….

  14. Antworten Julia Powalla 21. November 2018 um 13:02 Uhr

    Liebe Steffi, ich bin wirklich happy, dass du dieses Thema angegangen bist. Liebe Helene, ich bin froh, dass du über deinen Weg sprichst! Ich bin selbst alleinerziehend von zwei kleinen Mädels (2, 4) und weiß, was es an Orga, Stress, aber eben auch Liebe bedeutet. Es macht stark und am Ende des Tages habe ich durch diese ungeplante Situation so viel über mich gelernt.
    Ein wirklich tolles Interview!!

  15. Antworten Nadine 21. November 2018 um 14:10 Uhr

    Helene ist eine tolle Frau! Ich habe sie schon öfter in ihrem Laden angetroffen und bin dankbar für diese mutmachende geschichte. Alles gute für euch…

  16. Antworten Susanne 21. November 2018 um 15:13 Uhr

    Danke für dieses tolle Interview!♡
    Als meine Tochter 4 wurde habe ich mich von ihren Vater getrennt. Es war die absolut richtige Entscheidung und doch habe ich zwischendurch immer Momente gehabt, in denen ich sehr traurig war und mir unheimliche Sorgen gemacht habe. Aber irgendwie ist es immer weiter gegangen und alles hat sich gefügt. Zum Thema “Resterampe” kann ich nur sagen, daß ich trotz allem ein zweites Mal geheiratet habe und nicht das Gefühl hatte, daß man irgendwie abgestempelt wird…

  17. Antworten Marlene 21. November 2018 um 15:30 Uhr

    Danke!!! Solche offenen Worte – mir laufen die Tränen und ich denke einfach nur “wow” wie toll Helene das geschafft hat ist so wundervoll. Einfach neu anzufangen wenn man merkt es läuft gerde schief ist glaube ich so wichtig, sonst verliert man sich. Ich musste an die Stelle in Steffis Podcast denken, dass sich der Weg manchmal erst formt wenn man ihn geht – wie bei Indianer Jones 🙂

  18. Antworten su 21. November 2018 um 15:37 Uhr

    …komlexes Thema… es gibt keine Schublade, in die alle alleinerziehenden Mütter (+Väter – kenne jetzt grad keine persönlich ; ) ‘reinpassen. Es gibt Vor- und Nachteile – wie überall. In meinem Umfeld gibt es viele “komische”, “klassische” Familien (Vater, Mutter, 2 Kinder), mit denen ich nicht tauschen möchte, oft Zweckgemeinschaften. – Gut, dass Oma noch fit ist! Gut, dass mein Kind jetzt “aus dem Gröbsten raus ist”… (Das bisschen Pubertät kriegen wir auch noch gewuppt!), gut, dass die Wochenenden alle zwei Wochen bei Papa + neuer Familie ENDLICH verlässlich klappen!!!! DIE GROSSE NEUE GEFÜHLTE FREIHEIT FÜR MAMA. Das Leben ist bunt! SiCh SElbsT TReu BLeiBEN und das beste daraus machen. Und das Wichtigste: Kinder brauchen MAMA+PAPA -ob getrennt oder zusammen : )

  19. Antworten su 21. November 2018 um 16:25 Uhr

    …meinte natürlich: komplexes Thema… ; )

  20. Antworten Chrissyvictor 22. November 2018 um 12:07 Uhr

    Großartige Einstellung, Helene! Ich bewundere Dich für Deinen Mut und die positive Herangehensweise, die Dich das alles hat bewerkstelligen lassen. Toll, dass Ihr das Thema so sichtbar macht. Ich nehm ein paar Gedankenhausaufgaben mit!

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