Wonach ist dir heute?

Das Podcast machen bringt mir viel bei. Auch über die Verwendung von Sprache. Ich versuche natürlich darüber nachzudenken, was ich sage in den Interviews, aber manchmal rutscht mir auch etwas heraus, das anderen nicht gefällt. Das ist ja bei allem so im Leben, nur möchte ich auf gar keinen Fall jemanden verletzen. Zum Beispiel bei so sensiblen Themen wie Herkunft, Hautfarbe, Körper, Gender und und und.

Als ich Anfang des Jahres für Podcastfolge 12 Chris Glas interviewte, sprach ich im Intro davon, dass Chris farbig sei. Mein Gehirn hatte irgendwie abgespeichert: Schwarz sagt man nicht, man sagt farbig. Politisch korrekt ist es aber genau andersherum. Ein paar HörerInnen wiesen mich darauf hin. Viele fragten aber auch: Was sagt man jetzt eigentlich wie genau korrekt?

Die Frage nahm ich zum Anlass Philosoph Philipp Hübl und die Frage “Wie spricht man achtsam mit anderen und sich selbst?” in meinen Podcast einzuladen. Der 44-Jährige hat vor kurzem das Buch Die aufgeregte Gesellschaft. Wie Emotionen unsere Moral prägen und die Polarisierung verstärken veröffentlicht. Im Interview sprechen wir darüber, woher man weiß, welche Wörter man benutzen sollte und welche nicht. Ob man besser ganz auf das Beschreiben von Äußerlichkeiten verzichtet, um nicht Gefahr zu laufen, jemanden zu diskriminieren. Und ab wann das ganze hypersensibel wird.

Für Philipp Hübl ist es auch wichtig, die Frage zu stellen: Wieviel Absicht gebe ich dem Sprecher und wieviel Robustheit kann ich dem Hörer zumuten? Denn: “Menschen handeln untereinander aus, welche Sprache sie als verletzend empfinden und welche nicht.” erklärt er. Und: Wie sich die Bedeutung von Wörtern im Laufe der Zeit auch verändern kann.

 

 

Wir sprechen in dieser Podcastfolge auch darüber, wie man achtsam mit sich selbst spricht. Wie viele Männer sich oft massiv überschätzen und Frauen dazu tendieren, sich zu unterschätzen. Für Philipp Hübl ist die Zukunft weiblich, das schreibt er in seinem Buch und erklärt es auch im Interview.

Denken ist kategorisieren, sagt er. Und: Mit moralischer Überlegenheit kommt man nicht weit: “Wir alle haben eine Art Fremdenfeindlichkeit in uns. Wir begegnen Dingen, die uns fremd sind zuerst instinktiv mit Scheu. Der Trick ist, dem Instinkt nicht nachzugeben.” Und er kommt zu dem schönen Schluss: Je mehr wir uns als Einwanderungsland sehen, desto normaler wird es zu fragen – woher kommst du?

Ihr könnt euch die Podcastfolge wie immer jetzt über ItunesSpotify und Soundcloud anhören.

Herzlich,

Steffi

Foto – Vonecia Carswell

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