Wonach ist dir heute?
Wenn man Kinder hat, egal wie viele, bedeutet das: Der Hausflur gleicht des öfteren dem einer kleinen Kindertagesstätte, denn es sind oft noch kleine und große Freunde da! Die Anzahl an Jacken, Schuhen, kleinen Kitarucksäcken und Schultaschen ist verrückt. Wie gut, dass wir zwei Flure haben und ich, wenn mir das wilde Durcheinander da draußen gerade nicht ins Blickfeld (und Aufräumen nicht in den Zeitplan) passt, das Chaos einfach aussperren kann. Drinnen sieht unser Flur nach unserem Makeover jetzt nämlich wie eine kleine Oase aus, die meinem nach Ordnung strebenden Kopf ziemlich gut tut. Hier hängt und steht zwar das ein oder andere freche Zootier neben dem Mini-Dschungel, aber die sind wahnsinnig pflegeleicht.
Bisher klappt der Familiendeal super, dass hier nun kein Abwurf für Kinderkleidungsstücke mehr stattfindet. Es hat auch noch keiner versucht die Sprossenwand als Sportgerät auszuprobieren. Obwohl: Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch! Können sie machen: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß! Wie unsere Sprossenwand entstanden ist, welcher Farbton an die Wand kam und woher die hübschen Elemente kommen, die nun an den Sprossen hängen, das erzähle ich euch jetzt im DIY und bin gespannt, ob bei euch vielleicht auch bald Äffchen die Leuchten halten. Los geht‘s!
Den Farbton Calamine, der uns von Farrow & Ball für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt wurde, habe ich schon lange ins Auge gefasst und wusste schnell, dass er für die Wand im Flur eine tolle Wahl ist. Das zarte aber überhaupt nicht niedlich oder gar zuckrig wirkende Rosa harmoniert nämlich perfekt mit dem Farbton Terracotta, den ich erst vor kurzem in Raum nebenan gestrichen habe und der im Flur auch eine Nebenrolle spielt. Ich mag die Modern Emulsion von F&B, die einen leichten Glanz hat. Wie der Name schon sagt, ist der Look moderner, als die für uns Deutschen so beliebten matten Wände, und noch besser: so pflegeleicht, weil sogar abwischbar!
Mein Tipp:
Streicht nicht nur die Wand in eurem Lieblingsfarbton, sondern auch Tür, Türrahmen, Lichtschalter und Türsprechanlage. Das sieht superschick aus und man nimmt diesen sich gerne in den Vordergrund spielenden Elementen die sonst so weiße Strahlkraft. Auch weiße Sicherungskästen, die gerne im Flur hängen, lassen sich so verstecken. Verwendet hierfür immer einen für den Untergrund geeigneten Lack. Gibt’s auch von Farrow & Ball und wurde uns für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt.

Meine Sprossenwand ist ein DIY Projekt für Fortgeschrittene, aber mit ein wenig Handwerkzeug und Lust auf Pinseln, Sägen, Schleifen, Bohren und Schrauben ist sie an einem Wochenende umsetzbar.

 

 

Ihr benötigt:

– gehobelte Unterkonstruktionslatten aus Fichte/Tanne. Ihr bekommt sie im Baumarkt in unterschiedlichen Stärken und Längen. Beispielsweise in 24 x 44 x 2000 mm. Schaut euch die Latten an und achtet darauf, dass sie nicht krumm sind! Im Baummarkt-Zuschnitt könnt ihr sie euch schon auf die richtige Länge schneiden lassen. Habt ihr eine Kappsäge zu Hause, dann könnt ihr selbst sägen. Die Menge der benötigten Latten kommt auf die Größe und die Sprossenabstände eurer Wunsch-Sprossenwand an. Zeichnet sie vorher auf Papier und rechnet die richtige Anzahl aus!

– 120er und 240er Schleifpapier – bestenfalls habt ihr ein Schleifgerät. Per Hand mit Schleifklotz geht‘s aber auch und macht Muckis!

– Akkuschrauber mit Holzbohrer, Bits und Bithalter passend zu euren Schrauben.

– Holzschschrauben, Dübel für die Wand

– Wasserwaage

– Zollstock

– Bleistift

 

So geht‘s:

Schleift alle Kanten und Flächen der Latten mit 120er und anschließend mit 240er Schleifpapier in Faserrichtung. Entstaubt die Latten und streicht nun die später nach vorne zeigenden Flächen mit Holzlack im Farbton eurer Wand. Es müssen keine Kanten abgeklebt werden. Wenn der Lack durchgetrocknet ist, schleift ihr die oberen und unteren Kanten der Latten vorsichtig. So entfernt ihr einfach evtl. heruntergelaufenen Lack.

Je nach Breite eurer Sprossenwand benötigt ihr für die Unterkonstruktion mehrere senkrecht an die Wand geschraubte Latten. Bei einer Breite von 2 m (wie bei uns) empfehlen sich drei Latten. Je eine seitlich und eine mittig, damit die später waagerecht angeschraubten Latten ordentlich Stabilität haben.

Schraubt die drei senkrechten Leisten der Unterkonstruktion fest an die Wand. Verwendet Dübel, die für eure Wandbeschaffenheit geeignet sind. Alle waagerechten Leisten werden später an diese drei Leisten geschraubt und die Schrauben später mit Lack und einem kleinen Pinsel übermalt.
Eine andere Möglichkeit ist es, die Leisten von hinten an die Unterkonstruktion zu schrauben und dann später die fertige Sprossenwand an die Wand. So sieht man nur die wenigen Schrauben an den senkrechten Latten der Unterkonstruktion.

Ist die Unterkonstruktion an der Wand, dann beginnt damit die waagerechten Sprossen festzuschrauben. Markiert euch erst die Position der Schrauben, bohrt die Löcher vor und schraubt die Latten fest. Prüft unbedingt mit der Wasserwaage, ob die erste Latte richtig in der Waage ist. Da alle Sprossen gleiche Abstände haben sollen, verwendet ihr zum Beispiel Abschnitte der Latten als Abstandhalter. Die Sprossenwand kann nun nach euren Wünschen gestyled werden!

Für Ablagefläche sorgen in unserem Flur Regalböden, die zwischen die Latten geklemmt werden, dort stabil sitzen, aber immer wieder den Platz wechseln können. Verliebt hatte ich mich in das hübsche Folded Shelf von Muuto, das wir an die Latten geschraubt haben. Dieses hat sogar praktische Haken für Schlüssel! Der Monkey, der so charmant dafür sorgt, dass das Licht an der richtigen Stelle leuchtet, ist von Kay Bojesen und der tolle Elefant aus Eichenholz von Woud. Den Pflanzkasten hat mein Mann gebaut, verwenden kann man aber beispielsweise auch diese Holzkästen in 9 cm Tiefe. Stellt die Pflanzen dann zusätzlich in Plastikbehälter. Die schmale Sitzbank samt Tisch hat auch mein Tischler-Mann umgesetzt, das Sitzpolster habe ich selbst genäht.

 

Seid ihr inspiriert? Dann ran an die Maschinen, Ladies!

Andrea
  1. Kommentare zu diesem Artikel
  2. Beate 7. September 2017 um 10:34 Uhr

    Liebe Andrea, Kompliment für diese tolle Lösung. Und diese Farbe, einfach herrlich. Könntest du mir verraten, wie du das Sitzkissen genäht hast und insbesondere, womit du es gefüllt hast? Ist es Schaumstoff? Ich habe bisher keinen so hohen Schaumstoff finden können, wobei das ja Sinn macht, damit es nicht so schnell ‘durchgesessen’ ist.
    Liebste Grüße!

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  3. Andrea 8. September 2017 um 09:15 Uhr

    Liebe Beate,
    vielen Dank!
    Der Schaumstoff ist vom Fachhandel (ich gehe zu diesem http://weissbach24.de/ in Berlin. Vielleicht verschicken sie auch?) und ich habe einen 10 cm hohen Kaltschaum gewählt. Der ist zwar etwas teuerer als normaler Polsterschaum, aber fühlt sich schön wertig wie eine Matratze an. Damit er ein bisschen bauchig wirkt, gibt es spezielles Volumenvlies zum Polstern (auch aus dem Fachhandel) mit dem man den Kaltschaum einfasst. Du kannst Sprühkleber (für Schaumstoff muss er geeignet sein) verwenden, um das Vlies an den Schaum zu kleben. Fehlt nur noch der Polsterstoff und ein nach deinen Maßen erstelltes Schnittmuster plus Nähmaschine.
    Ich hoffe,dass ich helfen konnte?!
    Liebste Grüße,
    Andrea

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  4. Julia 8. September 2017 um 20:55 Uhr

    Mist, bevor ich deinen Post zu Ende gelesen habe, musste ich schnell ans Ende scrollen um zu sehen, welche Bezugsquelle die Möbel haben…dein Mann hat nicht zufällig einen Online-Shop 😀 ?!

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