Wonach ist dir heute?

Es gibt Urlaube, in denen fängt man morgens am Strand einen 500-Seitenwälzer an, denkt mittags “huch, schon halb durch” und abends war’s das. In solchen Urlauben kann man ein Buch nach dem anderen inhalieren. Großartig.

Dann gibt es aber Urlaube, da hat man vielleicht Kinder dabei oder einen Mann, der ständig was will, ein Taschentuch, eingecremt werden, Federball spielen, essen gehen… Sprich man schafft nur Häppchenlesen. Und vielleicht muss man abends sogar noch Häppchen auf den Tisch stellen, weil man in einem Appartment mit Küche urlaubt.

Tja, und nun gibt es ein Buch, das für beide Situationen ein Kracher ist. Das so lecker geschrieben ist, dass man reinbeißen möchte. Und das auch noch nach jedem kurzen, knackigen Kapitel (so vergisst man trotz Lesepausen nicht, wer mit wem und so weiter) ein ebenso inspirierendes, italienisches Rezept zeigt. Das Wunderwerk heißt “Pasta per due – so schmeckt die Liebe” (Knaur, 8,95 Euro) von der wunderbaren Autorin Simone Buchholz.

Simone Buchholz ist nicht nur Buch- sondern auch Zeitschriftenautorin und hat einen wunderbar leichten, lustigen Schreibstil. Sie macht sich nicht lustig über andere, sondern kitzelt ganz wundervoll die Besonderheiten der Menschen heraus ohne sie dabei bloß zu stellen. Und so macht es großen Spaß zu erfahren, wie sie ihren italienischen Ehemann kennengelernt hat, Signor Bruno und dessen lustige und liebenswerte Verwandtschaft.

Kleine Leseprobe aus dem Kapitel, als sie Signor Brunos Familie zum ersten Mal trifft. Plus Carmela und Pasquale, “eine Art Onkel und Tante”:

“Sie saßen da und warteten, steif wie Brocolli. Es war egal, dass der Zug Verspätung hatte, und dass dann der Anschlusszug weg war. Dass wir insgesamt drei Stunden zu spät kamen, und dass es dann schon kurz vor Mitternacht war. Dass alle völlig durchgenudelt waren, Signor Bruno und ich von der Fahrt, alle anderen vom Warten. Es war egal. Die Catalanos warteten. Ich kam also in ziemlich verknitterter Stimmung zum ersten Mal in die Wohnung der Brunos, und so wie zusätzliche Möbel saßen da die Catalanos auf zwei Stühlen und kuckten und sagten nichts. Dann sagten sie doch was. Sie sagten “ecco” und “buono sera” und dann standen sie auf und gingen nach Hause. “Die wollten dich gern mal sehen, sagte Signor Bruno. “Aha”, sagte ich. “Und warum sind sie so schnell gegangen?” “Sie wollten dich nur mal sehen.””

Und jedem dieser amüsanten kurzen Kapitel folgt ein fantastisches italienisches Rezept: beispielsweise für Miesmuschelsuppe, Lamm-Ragout, Pizza a la Fritze, plus diverse Pasta- und Kartoffel-Gerichte und ein Panettone-Tiramisu.

Als Mozarellasüchtige gefiel mir vor allem dieses, aber die anderen sind auch alle nachkochenswert!

Mozarella marinata (per due):

Kuhmilchmozarella ist meistens enttäuschend. Aber Büffelmozzarella ist leider meistens erschütternd teuer. Man muss als Mozarellasüchtiger also eine Möglichkeit finden, Kuhmilchmozarella aufregender zu machen, und das geht so.

Zwei Kugeln Mozarella abtropfen lassen, in dünne Scheiben schneiden und auf einem Teller auslegen. Zwei Esslöffel Crème fraiche mit dem Saft einer halben unbehandelten Zitrone vermischen. Die Crème auf dem Mozarella verteilen, so dass er komplett bedeckt ist. Mit frisch geriebenem Meersalz und abgeriebener Zitronenschale bestreuen, mit Olivenöl beträufeln. Eine milde rote Peperoni waschen, in sehr feine Ringe schneiden und auch über den Mozzarella streuen. Das Ganze noch 10 bis 15 Minuten im Kühlschrank ziehen lassen und mit hauchdünn geschnittenem Parmaschinken und geröstetem Weißbrot servieren.

  1. Kommentare zu diesem Artikel
  2. signorina 8. Juli 2010 um 09:36 Uhr

    Danke für die Buchempfehlung! Das Buch habe ich gleich auf meine Amazon-Wunschliste gesetzt… 😉

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  3. Rita 8. Juli 2010 um 11:50 Uhr

    hmm und ich weiß was ich heut abend essen werde

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  4. Silvia 12. Oktober 2010 um 22:19 Uhr

    Eine Woche Urlaub in Sardinien: die Kombination: Liebe, Essen, Sonne, Meer und dieses Buch – ich liebe es, von ganzem Herzen!

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