Wonach ist dir heute?

Es ist doch so: Die ersten vier Jahre gedeihen die Kinder so vor sich hin. Haben Interessen. Haben Talente. Werden größer. Manche schneller, manche langsamer. Können dies. Können das. Und haben Zeit.

Ja, ich weiß, dass mittlerweile auch schon früher verglichen wird. Ja, ich weiß, dass auch im Kleinkindalter schon Normtabellen unter Druck setzen. Ja, ich weiß, es herrscht immer früher die Angst, etwas an Entwicklungs- und Förderpotential zu versäumen. Ein Resultat unserer Leistungsgesellschaft. Und trotzdem ist das noch kein Vergleich zu dem, was kommt.

Denn plötzlich macht es rumms und die Tür zur Vorhöl… ähm Vorschule geht auf. Und plötzlich werden alle nervös. Die Eltern, die Kinderärztin/der Kinderarzt, der Kindergarten, die Großeltern, die Nachbarin, der alter Herr auf der Straße, der Postbote und ich könnte schwören, die Frau in der U-Bahn hat auch schon so komisch geguckt.

Plötzlich läuft die Zeit davon. Und plötzlich wird sehr genau geschaut.

Wie hält mein Kind denn da seinen Löffel? Wieso will es eigentlich nie auf Mauern balancieren? Müssten wir mehr malen? Wir schneiden auch irgendwie zu wenig aus. Jetzt noch schnell ein Musikinstrument lernen? Geht mein Kind abends nicht doch zu spät ins Bett? Nicht mal beim Vorlesen sitzt es ruhig. Sollten wir das üben? Und wo bringe ich in den paar verbleibenden Monaten denn noch das Seepferdchen unter?

Wenn es um die Zeit vor der Einschulung und die damit verbundene Vorbereitung geht, dann stehen Eltern ziemlich zwischen den Stühlen. Kinder auch. Dabei sollen sie doch lernen, möglichst lange drauf zu sitzen.

Und nun eine kleine Runde Nähkästchen. Mein Sohn steckt da jetzt auch drin. Plötzlich. Die Kinderärztin, bisher Frau Ruheinperson, wird ungeduldig. Weil mein Kind feinmotorisch, sagen wir mal, wirklich sehr bequem ist. Und das mit der Selbstständigkeit ist ja bei eher vorsichtigen Kindern auch so eine Sache. Und mit Überschreiten der magischen Vorschulgrenze ist da auf einmal kein Abwarten mehr. Keine Geduld, die Dinge von alleine kommen zu lassen. Auf einmal stehen Wörter wie Ergotherapie und Nachkontrolle und „sie müssen zu Hause“ im Raum. Und da schleicht sich dann auch bei gestandenen Pädagoginnen wie mir ein Sorgenfältchen auf die Stirn. Obwohl ich doch weiß, dass die Dinge ihre Entwicklungsreife brauchen. Und vorher da nicht viel hineinzutrainieren ist. 

In all den Forderungen, Tabellen und Erwartungen stellt sich berechtigterweise wirklich die Frage: Wie kann man die eigenen Sprösslinge denn nun gut auf ihre Schullaufbahn vorbereiten?

Erstmal muss man dazu mal unter die Lupe nehmen, was Kinder denn so können sollen, wenn sie die Schultüren als Neulinge durchqueren. „Stift ordentlich halten, Farben korrekt benennen, sicher auf einer Linie schneiden, Formen erkennen, sich konzentrieren können, den eigenen Namen schreiben, bis 20 zählen, gängige Kinderlieder kennen, sicherer Umgang mit Versen und Reimwörtern, Schleife binden.“ Das wäre wohl die Antwort der gängigen Schuleingangstests. Meinetwegen durchaus sinnvolle Fertigkeiten. Die von tausenden Kindern zur gleichen Zeit in möglichst gleicher Qualität erwartet werden.

Darüber ist eigentlich nur müde zu lächeln. Aber mir ist nicht zum Lächeln.

Denn nach wie vor werden Lehrpläne, Vorgaben, Zeitdruck, der Wunsch nach schulischen AlleskönnerInnen und die mangelnde Unterstützung von Lehrkräften den völlig normalen Unterschieden der künftigen ErstklässlerInnen einfach nicht gerecht. Oh, was würde das für Vorbereitungsdruck nehmen. Einfach auf die Interessen und den Entwicklungsstand des eigenen Kindes eingehen. Und es guten Gewissens in die Schule schicken.

Aber keine Sorge, auch im jetzigen System kann man durchaus sinnvoll, individuell und kindgerecht zur kommenden Schulzeit hinführen. Ich werde mal kurz fachlich. Ich weiß, ich weiß, aber ein bisschen Expertise muss schon sein.

Wenn es um die Möglichkeiten der Schulvorbereitung geht, lässt sich das Ganze in etwa so bündeln:

a) Eingewöhnung

b) Ich-Kompetenz

c) Fachliche Vorbereitung (Motorikschulung, Schreib- und Rechenübungen etc.)

Seien wir ehrlich. Im Bereich der Eingewöhnung hat das deutsche Schulsystem noch Nachhilfe nötig. Eltern ist dieser Begriff aus der Tagesmutter-/Kitazeit natürlich bekannt und niemand würde die Notwendigkeit dieser Übergangsphase anzweifeln. Sein Kind in die Obhut anderer Personen zu geben, ist ein großer Schritt. Dazu kommen neue Umgebungen und Abläufe. Das braucht eine behutsame Eingewöhnungszeit. Schließlich haben wir es noch immer mit jungen Kindern zu tun. Mit Beginn der Schulzeit hört die behutsame Eingewöhnung oft auf. Es gibt eventuell Schnuppertage, im besten Fall noch gelegentliche Besuche, aber darüber hinaus findet, bis auf einige beispielhafte Ausnahmen, wenig statt. Dabei wäre auch hier eine Eingewöhnungsphase vor Beginn des täglichen Schullebens sinnvoll. Regelmäßige Besuche der neuen Umgebung, genaueres Kennenlernen der neuen Bezugspersonen, gemeinsame Schnupperstunden mit den aktuellen Erstklässlern etc.

Eltern können in diesem Punkt trotzdem ihren Beitrag leisten:

1.) Positiv über die Schule sprechen (auch wenn es vielen schwerfällt).

2.) Eigene, durchaus berechtigte Sorgen möglichst nicht auf die Kinder übertragen (glaubt mir, die spüren das).

3.) Schulwege regelmäßig ablaufen. Vertrauen schaffen. Anschaffungen für die kommende Schulzeit gemeinsam tätigen. Bilder der eigenen Einschulung rauskramen und gemeinsam anschauen.

All das schafft etwas mehr Ordnung, Sicherheit und Bekanntheit und nimmt dieser neuen Zeit ein klein wenig das Ungewisse.

Ich-Kompetenz. Königsdisziplin. Und doch oft sträflichst vernachlässigt. Werden eben doch oft eher fachliche Kompetenzen bei der Schulvorbereitung in den Fokus gerückt.

Ich-Kompetenz also. Was ist das gleich noch? Es ist ein bunter Strauß aus hochanspruchsvollen Einzelaspekten wie dem Erkennen und Umgehen mit eigenen Gefühlen und denen anderer, wie einer entwicklungsgerechten Selbstständigkeit, wie dem Formulieren eigener Meinungen und Bedürfnisse, wie einem positiven Selbstbild, wie einer reifenden Frustrationstoleranz. Na, sowas eben. Und bevor ihr jetzt hektisch werdet, weil:

„Oh mein Gott, dass soll mein Kind können? Es flippt doch schon aus, wenn der Kakaobecher die falsche Farbe hat“

, dann atmet einmal tief durch. Denn Hand aufs Herz, wer von uns hat eine wirklich gesund ausgeprägte Ich-Kompetenz? Wer von uns kennt seine Bedürfnisse genau und kann sie vor allem auch in Einklang mit anderen für sich einfordern? Also ich persönlich habe da noch argen Förderbedarf. Generationsproblem. Heute wird der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern zum Glück wieder deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Und genau darum geht es. Um den Prozess, nicht den Abschluss.

Kein Mensch hat nach sechs Lebensjahren seine Persönlichkeitsentwicklung abgeschlossen. Aber ich als Familie kann diesen Prozess quasi ab der Geburt anbahnen und positiv begleiten. Schulvorbereitung at its best. Denn ein gestärktes Kind, das, natürlich altersgerecht um seine Wünsche, Bedürfnisse, Fähigkeiten und Interessen weiß, ist gut für den Schulstart gerüstet. Kinder, die in ihrer Entwicklung den Freiraum bekommen haben, ihre eigene Persönlichkeit zu entfalten, Selbstständigkeit zu erlangen, eigene Bedürfnisse klar zu formulieren und die gelernt haben, wie gut es sich anfühlt, wenn diese respektiert werden, sind gut gerüstet für die emotionalen und sozialen Herausforderungen des Schullebens. Natürlich führt dieser Ansatz erst recht zu einer Lerngruppe aus autonomen Individuen, aber eine Schule, so wie ich sie mir wünsche, kann und muss damit umgehen.

Und dann wär da noch das Fachliche. Das, worauf seit vielen, vielen Jahren viel, viel Fokus liegt. Vorbereitung der Kulturtechniken Lesen, Schreiben, Rechnen. Der Lehrplan meines Bundeslandes sieht übrigens an keiner Stelle vor, dass Kinder auch nur eine Zahl oder einen Buchstaben vor Schuleintritt kennen oder schreiben müssen.

Eigentlich dürfen Kinder das alles auch erst in der Schule lernen.

Aber dank unserer schneller-höher-weiter-Gesellschaft ist Zeit geben ein rares Gut.

Aber es gibt dennoch Grundlagen, die den Schriftspracherwerb im Vorfeld erleichtern und die man zu Hause förderlich beeinflussen kann. Besonders hilfreich ist zum Beispiel eine gut entwickelte phonologische Bewusstheit, also das Wissen um die Struktur einer Sprache (Wörter, Silben, Laute, Klänge, Reime etc.) und der sichere Umgang damit. Diese Bewusstheit wird bereits im Babyalter angebahnt. Kinderverse oder auch Kinderbücher in Gedichtform unterstützen diese Entwicklung früh. Und im besten Fall passiert das nicht durch Lernhefte, sondern ungezwungen in der täglichen Umgebung eines Kindes. Durch Hörspiele, durch Vorlesen, durch gewöhnliche Gespräche. Gleiches gilt für den alltäglichen Umgang mit Zahlen.

Und wenn ein Kind nun aber lesen will? Oder rechnen? Ist ein Kind kognitiv so weit und hat ein persönliches Interesse daran, dann macht es absolut Sinn, diesem Interesse entgegenzukommen. Durch Erstlesebücher, Buchstabenmagnete, Apps etc..

Mangelt es noch an der Reife und/oder an Interesse, dann kann man sich auf den Kopf stellen. Die Übungen werden kaum nachhaltig fruchten. Maria Montessori hat dieses Prinzip bereits schon vor vielen Jahren erkannt und spricht von einer vorbereiteten Lernumgebung, in der Kinder sich entsprechend ihrer Motivation und ihren Fähigkeiten, genau das heraussuchen, das ihrer Entwicklung gerade entspricht. Alles andere ist Dressur. Ein Ansatz, von dem ich sehr überzeugt bin.

Aber die Langeweile-Gefahr, was ist damit? Kommen wir mal zu Max und Selenay. “Nein, Max, nicht aufstehen, komm wir krabbeln lieber noch ein bisschen. Oder üben nochmal das Klatschen. Laufenlernen ist erst in 4 Monaten dran. Nicht, dass du dich bei der Tagesmutter langweilst, wenn die anderen Kinder da erst laufen lernen.”

„Huch, Selenay, nein, bitte noch nicht sprechen. Zeig uns doch lieber nochmal, wie du so niedlich brabbelst. Sprechen sollst du doch erst in der Krippe lernen. Ok? Super.“

Klingt absurd? Ist es. Und gilt eben auch für das Lesenlernen.

Ständiges Einbremsen und Zurückhalten von Lerninhalten – das führt langfristig zu mindestes genauso viel Lernunmut wie Langeweile. Und das schon vor Schuleintritt. Das Ziel ist klar. Es sollen möglichst alle Kinder auf einem gewissen Level sein, damit der klassische Unterricht nach dem traditionellen Ablauf klappt. Das ist längst nicht mehr zeitgemäß und meiner Meinung nach auch der völlig verkehrte Ansatz. Nicht die Kinder angleichen, damit sie ins System passen. Lieber ein System schaffen, dass der normalen (!) Individualität grundlegend gerecht wird. Die Realität in Schulen sieht anders oft aus, ich weiß. Aber ich kann nur dazu ermuntern, die Entwicklung des eigenen Kindes nicht schon vor der Schulzeit irgendwo hinzubiegen.

Also, liebe Eltern, habt Vertrauen darin, dass ihr eure Kinder kennt.

Dass ihr wisst, wozu sie bereit sind. Dass ihr wisst, wo ihre Stärken und Interessen liegen. Habt Geduld mit den anderen Dingen. Fragt eure Kinder nach ihrer Meinung. Bezieht sie ein. Macht ihnen Mut. Beantwortet ihre Fragen. Lasst sie klettern, toben, rangeln. Lasst sie lesen, wenn sie wollen. Lasst sie Bastelkleber ignorieren, wenn es nicht passt. Lasst sie (Geschwister-)Streit auch mal selber regeln. Und lasst ihnen den anderen Kakaobecher. Und dann verspreche ich euch, habt ihr euren Teil mit Bravour gemeistert euch und eure Kinder mit allem Herz und Verstand vorbereitet. Und das mit dem offeneren Schulsystem ist dann mein Part.

In diesem Sinne

eure Frau Niechzial

  1. Kommentare zu diesem Artikel
  2. Anna Fröhlich 3. Dezember 2019 um 07:36 Uhr

    Ein wundervoller Text, der beide Seiten gut beleuchtet und Mut für Eltern macht. Nun bräuchte es noch einen Mutmachtext für unsere KollegInnen, die Kids individuell zu fordern und um sie zu bestärken!

    Antworten
  3. Kerstin Furrer 3. Dezember 2019 um 08:49 Uhr

    Danke!!!! Was hatte ich für ein schlechtes Gefühl, als der Sohn (im Gegensatz zu anderen) noch nicht lesen konnte und auch bastelmässig eher so auf Niveau Toastbrot war, als es in die Schule ging. Und dann kam das positive Feedback der Lehrerin, weil er halt andere Dinge gut konnte. Ehrlich sein, sich trauen nachzufragen etc. Und mittlerweile in der vierten Klasse klappt auch Lesen und Basteln 😉 Liebe andere Eltern, das wird alles recht.

    Antworten
  4. Iris 3. Dezember 2019 um 09:35 Uhr

    ❤️lichen Dank für diesen tollen Text!
    Er kommt für uns zu genau dem richtigen Zeitpunkt!
    Alles Liebe, Iris

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  5. Lisa 3. Dezember 2019 um 09:41 Uhr

    Tolle Lehrerinnen sind was tolles!!!

    Wir hatten Glück an einer „bespielhaften“ Schule zu sein:

    Im Halbjahr vor der Einschulung waren die neuen erste Klassen jeden Donnerstag in der ersten Stunde in der Schule. In Kleingruppen haben sie mit den potentiellen Klassenlehrerinnen und OGS Bezugspersonen gebastelt, gesungen, in der Turnhalle gespielt etc.
    Die Eltern haben in der Zeit vom Elternverein einen Kaffee bekommen und konnten sich austauschen.
    Die Kinder (und Eltern!!) haben geübt sich im Gebäude zurecht zu finden. Und es auszuhalten, wenn das Kind nach Aufrufen seines Namens fröhlich abmaschiert – ohne Trennungsschmerz, den aber alle Mütter heftig fühlten.

    Das hat so viel Druck genommen, der Einschulungstag war viel entspannter.

    Und ja: Eine ganz normale Grundschule konnte das leisten. Wir waren so so so dankbar!

    Frau Niechzahl, merci für diesen Text. Wie immer: Das System muss für die Kinder da sein- nicht umgekehrt! Und die Eltern ebenfalls: Kinder unterstützen, nicht dieses seltsame System!

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  6. Irina 3. Dezember 2019 um 10:34 Uhr

    Eigentlich ist heute Deep-Work-Dienstag, aber diesen Artikel musste ich doch noch vorher gelesen. Er hat mir sehr gut gefallen und in vielen Beschreibungen habe ich unsere Tochter wiedererkannt. Bitte mehr davon.

    Schöne Grüße aus NRW
    Irina

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  7. frauantjekrueger@gmail.com 3. Dezember 2019 um 10:56 Uhr

    Tolle Rubrik. Meine Tochter hat ein solches Glück auch eine tolle Lehrerin zu haben. Das ist mir nach diesem Text wieder bewusst geworden. Mein Sohn hatte da leider Pech in seiner Grundschulzeit. Jetzt besucht er die 5. Klasse des Gymnasiums und diese Klassenlehrerin ist ein wahre Offenbarung.

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  8. Nadine 3. Dezember 2019 um 11:18 Uhr

    Hallo,
    lieben Dank für den tollen Text!
    Es ist ein neuer Abschnitt und wenn ich ehrlich bin, habe ich großen Respekt vor dem nächsten Jahr. Ein wenig loslassen und immer das Ohr offen halten….. so versuche ich es.
    Aber wie gehe ich mit Lehrern um, für die alles nur streng in eine Richtung geht???
    Grüße Nadine

    Antworten
  9. Andrea 3. Dezember 2019 um 12:42 Uhr

    Guter Text, der alle Seiten beleuchtet. Mein Sohn ist schon am Gymnasium, aber ich kann mich an all das noch gut erinnern. Er ist ein Träumer, hatte immer Schwierigkeiten mit der Stifthaltung und seiner Schrift (wir haben keine Ergo gemacht) und war insgesamt zu langsam. Konnte sich nie gut lange konzentrieren, was bei HA nicht immer leicht war. “Wir” mussten auch an den Wochenenden oft viel nacharbeiten, weil er manchmal die Wochenaufgaben im Unterricht nicht fertig bekommen hatte.

    Und trotzdem hat uns seine Lehrerin empfohlen den früheren Wechsel aufs Gymnasium schon ab der 5. zu probieren, wenn er denn möchte. In Berlin geht das eig. erst ab der 7. los. Wir waren skeptisch, haben ihn als ziemlich faul empfunden. Seine Lehrerin meinte “er lernt ressourcenschonend und ist manchmal unterfordert.” . Nun haben wir es mit anderen Augen gesehen. Er hatte totale Lust auf den Wechsel und fand den Unterricht oft langweilig und war mit den Gedanken woanders.

    Er hat dann den schriftlichen Aufnahmetest bestanden (waren wir aufgeregt..) und auch das Vorstellungsgespräch mit der Direktorin mit Bavour allein gemeistert. Er hatte einen Durchschnitt von 2,0 und war damit eigentlich “zu schlecht”, 1,7 war gewünscht. Aber die Leute haben immer das Gesamtbild gesehen und das war wirklich zweimal ein Glücksfall. Dieser Wechsel war die beste Entscheidung. Ist eine normale staatliche Schule.

    Lasst die Kinder wachsen und sich entwickeln, Druck erzeugt nur das Gegenteil. Sie haben in dem Alter (noch) Spass am Lernen und brauchen nur eine Begleitung. Mein Sohn überlegt, später Grundschullehrer oder Erzieher in einer Kita zu werden. Das ist doch ein gutes Zeichen!

    Antworten
  10. Steffi 3. Dezember 2019 um 13:29 Uhr

    Hallo! Könnten Sie einmal einen Text über Erfahrungen mit ADS Kindern machen? Ich lasse meine Tochter gerade darauf testen, es würde von der Symptomatik her nämlich vieles passen. Naja, wir werden sehen was dabei herauskommt. Es würde mich interessieren wie viele Kinder davon betroffen sind in der Schule.
    LG Steffi

    Antworten
  11. Annika 3. Dezember 2019 um 14:12 Uhr

    Wieder mal ein ganz toller Text, der mich sowohl als Mutter, als auch als Sonderpädagogin sehr anspricht und Mut macht, einfach mal anders zu sein als das System einen (und die Kinder) gern hätte! ♥️
    Danke dafür, Frau N. ‍

    Antworten
  12. Nine 3. Dezember 2019 um 22:46 Uhr

    Wie wundervoll! Danke für diesen schönen Mutmachtext. Und das System… ja, das System… das ändert sich dann hoffentlich auch, wenn es all unsere Kolleg*innen auch verstanden haben. 🙂
    Danke ♡

    Antworten
  13. Sophia 5. Dezember 2019 um 11:18 Uhr

    Danke für diesen Text! Er kommt gerade richtig in einer Woche mit dem ersten Elternabend für die Schulanfänger im nächsten September, Infos über das Projekt “Schulreifes Kind”, Vorschul-Aktionen im Kindergarten, der Schulanmeldung nächtes Wochenende und meinem leicht panischen Gefühl, dass die Zeit so rast und ich es kaum fassen kann, dass mein gemischtes Doppel nächstes Jahr in die Schule kommen soll.
    Atmen, immer weiteratmen und nicht in Schnappatmung verfallen, danke liebe Frau Niechzial, ich werde mich weiter darin üben, auf meine Kinder und deren Entwicklung zu vertrauen. Das Gras wächst eben nicht schneller wenn man dran zieht.
    Aber es ist manchmal ganz schön schwer seine Ängste, ob die Kinder tatsächlich schon “soweit” sind um einen positiven Start in die ganze Schulkiste zu haben, im Zaum zu halten und zu vertrauen. Mein ganz persönliches Dilemma ist, dass ich nicht weiß, ob ich die beiden in eine Klasse schicken soll ( sie sind im Kindergarten in einer Gruppe) oder getrennt voneinander. Eine sehr persönliche Entscheidung, die mich sehr beschäftigt. Aber: Es wird schon werden!
    In diesem Sinne, danke noch mal für den tollen Text!

    Antworten
  14. Anna 5. Dezember 2019 um 19:12 Uhr

    Ich konnte am ersten Schultag (als doppeltes Lehrerkind) meinen Namen (der wirklich denkbar einfach ist) nicht fehlerfrei schreiben und bin heute Journalistin. Ich hatte vor der Schule einfach überhaupt kein Interesse daran, das Schreiben zu lernen – und meine Eltern haben das zum Glück einfach tiefenentspannt akzeptiert.

    Antworten
  15. Elisabeth 5. Dezember 2019 um 23:04 Uhr

    Vielen Dank für soviel Motivation zum Entspannt bleiben. Und ehrlich gesagt, bin ich nun sehr motiviert, gelassener zu sein und die Ergotherapie unseres vierjährigen zu überdenken. Ich freue mich schon auf den nächsten Beitrag. Schöne Vorweihnachtszeit,
    Elisabeth

    Antworten
  16. Barbara 6. Dezember 2019 um 09:37 Uhr

    Toller Text! Wir haben ein Kind in der zweiten Klasse, dem vieles schwer fällt. Es brauch mehr Zeit. Das Schulsystem in Hamburg ist eine Megabaustelle! Katastrophal wenn man nicht “mitschwimmt”. Der Leistungsdruck ist teilweise in der Grundschule so groß! Manche Kinder verlieren ihr Selbstwertgefühl. Die Lehrer habe keine Möglichkeit auf schwache oder besonders starke Kinder einzugehen. Hat jemand Literatur Empfehlungen zu diesem Thema?

    Antworten
  17. Anja 6. Dezember 2019 um 11:53 Uhr

    Schule ist noch mal eine Veränderung für alle Beteiligten. Dafür sollte sich die Familie auch Zeit nehmen. Wir haben bei unserem Großen, die Anstrengung, die Schule für ihn am Anfang bedeutet unterschätzt und neue Freizeitaktivitäten angefangen. Das war einfach too much.
    leider kann ich der Leserin Steffi nicht antworten: Aber von der Podcast “das gewünschteste Wunschkind” hat in der vorletzten Folge das Thema ADS thematisiert. Für alle anderen kann ich hier auch die anderen Folgen zum Thema Schule sehr empfehlen!
    Das Buch “Topfit für die Schule” finde ich außerdem hilfreich, um im Alltag spielerisch schulische Kompetenzen zu lernen.

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  18. 2xMama 10. Dezember 2019 um 21:30 Uhr

    Schwieriges Thema…reif für die Schule…
    meine Tochter (jetzt 2. Klasse) wollte lesen lernen und war in vielen Bereichen absolut schulreif, aber sie ist und bleibt zurückhaltend und schüchtern, weint schnell. Aber all das wäre sie auch gewesen wenn sie ein Jahr später eingeschult worden wäre.
    Ich habe das Gefühl, dass heute immer früher, immer mehr von den Kindern erwartet wird und sie dann aber gleichzeitig auch wieder unterschätzt und verhätschelt werden.
    Auf der einen Seite die musikalische, sportliche und sonstige Förderung, bei vielen MitschülerInnen meiner Tochter sind 4 Nachmittage die Woche damit belegt – auf der anderen Seite dann 7 jährige, die ein Problem haben, alleine eine wenig befahrene Straße zu überqueren. “Du sollst doch nicht alleine über die Straße” hat heute eine Mama vor der Schule gerufen – und ihrem Kind den Schulranzen zum fetten Auto hinterhergetragen.

    Ich denke, wir kennen unsere Kinder und wissen, was wir ihnen zutrauen können. Und dann müssen wir, auch wenn es schwer fällt, ein Stück loslassen. Wir sind ja trotzdem da und begleiten das Kind. (Es wird ja nicht verkauft, sondern darf in die Schule gehen – war mein “Mantra” der Einschulungszeit)

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