...Das Leben.

Drei Frauen, zwei Flaschen Wein.

„Ganz ehrlich, hätte jeder täglich einen Orgasmus, wären wir dem Weltfrieden schon viel näher.“

„Ich glaub, ich hab mehr Sex mit meinem Vibrator als mit meinem Mann seit Kind zwei.“

„Kris Jenner, sechsfache Mutter und Oberhaupt des Kardashian-Klans, hat mal gesagt: „Ein Kind ist ein Kind. Zwei Kinder sind wie zwanzig…““

„Wollt ihr noch ein drittes?“

„Letztens hat schon wieder eine Mutter gesagt: „Kind Nummer drei hätten wir sein lassen sollen. Das hat alles zum explodieren gebracht.““

„Oh Gott, das höre ich auch ständig.“

„Wir waren drei…“

„Wir auch.“

„Wie sagt mein Frauenarzt immer: „Man wächst mit seinen Aufgaben!““

„In deiner Prada-Praxis läuft in der Telefon-Warteschleife ja auch „get lucky“, die haben doch irgendeinen Deal mit der Bundesregierung die Geburtenrate hochzuschrauben!“

„Habt ihr eigentlich auch eine Midlife Crisis? Es dreht doch gerade ein Ehemann nach dem anderen durch. Klischee olé – rennen zum Sport, lassen sich die Haare schneiden und wenn’s ganz blöd läuft heißt es später, sie konnten der Kollegin leider nicht widerstehen, weil doch Zuhause kaum noch was läuft und sie auch so gern mal wieder bewundert werden wollen…“

„Ich kenne auch Frauen, denen das passiert. Also ich meine, die die Krise kriegen, nicht deren Männer…“

„Ich glaub, ich hab auch so eine Krise. Irgendwie macht’s bei mir langsam Klick, dass die erste Hälfte schon um ist…“

„Du bist doch noch keine 50!“

„Aber es geht stramm auf die 40 zu, auf jeden Fall ist das die nächste große Zahl.“

„Ich merke, dass ich radikaler werde in meinem Denken. Wofür ich meine Zeit hergeben möchte und wofür eben leider nicht mehr. Das hat das Mutter sein mit sich gebracht. Es macht mir alles bewusster, auch dass das Leben endlich ist und da frage ich mich dann manchmal schon: „Ist das alles, was ich vom Leben wollte? Vergesse ich irgendwas? Was möchte ich unbedingt noch erleben?““

„Manchmal frage ich mich, wer ich bin. Beziehungsweise, wer ich wäre, wenn ich keine Kinder hätte. Was von mir übrig geblieben ist.“

„Da hilft nur Zeit für sich, um das herauszufinden.“

„Immer dieses Thema Zeit! Ich hätte nie gedacht, dass sich mal alles darum drehen würde.“

„Freundinnen, die getrennt sind, schwärmen ja davon, dass sie so wenigstens jedes zweite Wochenende ganz viel Zeit für sich haben. Da geht der Trend hin, ha!“

„Seid ihr noch verliebt in eure Männer nach all den Jahren?“

„Verliebt?“

„Es gibt diese tolle „Odd Mom“-Folge, in der sie ihren Mann anschaut und aus dem einen Winkel heraus ist er krass attraktiv und sie so „Ohhh…“ und dann macht er irgendwas und sie so „Puh…“, weil’s leider so gar nicht hübsch ist…“

„Ich möchte gar nicht wissen, wie ich aus so manchem Winkel aussehe…“

„Ich finde, dass er ein toller Vater ist!“

„Aber das ist ja nur die eine Hälfte. Was ist mit der anderen, die nur euch als Paar betrifft? Geht da noch was?“

„Das ist so schwierig zu entwirren. Puh, manchmal fühlt es sich an wie eine Überlebensgemeinschaft, weil man zusammen im Chaos feststeckt und dann gibt es einen Moment, in dem wir – ganz ohne die Kinder – über etwas gemeinsam so doll lachen, dass uns die Tränen kommen, dann geht es nur um uns, dann guck ich ihn an und mein Herz fühlt sich ganz warm an…“

„Du wieder!“

„Ich würde so gern mal wieder erobert werden! Dass sich mein Mann so richtig Mühe gibt, um Aufmerksamkeit von mir zu bekommen…“

„… Du meinst Sex!“

„Nein!!! Ich meine, dass er mir Avancen macht. Komplimente, sich Mühe gibt, mich zu erobern. Dass er spannend findet, was ich zu erzählen habe, mir dabei in die Augen schaut, sich richtig anschaut, was ich anhabe, dass es mal wieder um mich geht und nicht nur um Alltags-Orga.“

„Ich glaub ja fest daran, dass wenn man mit sich selbst im Reinen ist, man die Komplimente und Aufmerksamkeit des anderen gar nicht braucht.“

„Boah, Misses Erleuchtung, greif mal ganz schnell in die Chips-Tüte, bitte!“

„Machst du ihm denn Komplimente?“

„Ja!!!“

„Au backe, pass auf, dass du keine Affäre anfängst!“

„Guckt ihr nicht manchmal in der Kantine oder wenn ihr aus seid und denkt „Okay, was, wenn ich Single wäre, wäre das der Markt? Ist das die zweite Runde oder sind da noch Reste aus der ersten?““

„Wollen wir was spielen? Los, kommt! Wir spielen „Mit wem würdest du eher…?“…“

„Bitte was?“

„Mit wem würdest du eher schlafen: Samu oder Andreas Bourani von The Voice?“

„Samu!!!“

„Wer ist denn Andreas Bourani?“

„Oh man, Sekunde, hier! Das ist Bourani… Und warte, das ist Samu. Und?“

„Puh, wer ist das?“

„Michi Beck von den Fantastischen Vier.“

„Der ist doch ganz süß, hat so was von einem kleinen Jungen…“

„Wie das jetzt klingt!!!“

„Das kannst du als Mutter nicht sagen!!!“

„Der Bourani hat mir zu viel Schmuck, bis der alle Ringe abgelegt hat, bin ich schon eingepennt…“

„Ich glaub, wenn ich mich jetzt trennen würde, würde ich allein bleiben. Da draußen kann es doch nichts brauchbares mehr geben…“

„Ich muss manchmal an Tilda Swinton denken – die hat sich einfach gleich zwei Männer genommen.“

„Das würde mich total kirre machen. Ich kann mich schon so manchmal nicht erinnern, was ich meinem Mann erzählt habe und was nicht.“

„Eigentlich sollte doch das Ziel sein, von der einen Person, mit der man zusammen ist, alles zu bekommen, was man sich wünscht…“

„Au backe, wer soll denn das leisten können?“

„Wollen wir zu viel? Von unseren Männern? Unserem Leben?“

„Man kann niemals zu viel wollen, nur zu wenig!“

Text – Stefanie Luxat

12 Comments

  1. Antworten Steffi 18. Dezember 2016 um 10:04

    Ich lach mich kaputt !!!!!

    „Der Bourani hat mir zu viel Schmuck, bis der alle Ringe abgelegt hat, bin ich schon eingepennt…“

    Danke für einen herrlichen Lachanfall am Sonntag morgen!!!

    Übrigens…
    „Ich glaub, wenn ich mich jetzt trennen würde, würde ich allein bleiben. Da draußen kann es doch nichts brauchbares mehr geben…“

    ….diesen Gedanken kann ich absolut mit euch teilen, genauso wie die meisten anderen….

    Danke fürs teilhaben!

    Schönen 4. Advent

    Steffi

    • Antworten Steffi 18. Dezember 2016 um 10:59

      @Steffi: Vielen Dank für die große Freude am Sonntagmorgen!! Dich zum lachen zu bringen, ist das Größte. Dafür ist der Text gedacht, für ganz viel “Stimm!” und “OMG!” und “Muahhhh!!”. Also Danke für deinen schönen Kommentar und dir auch einen super 4. Advent! Sehr herzliche Grüße!! Steffi

  2. Antworten Mila 18. Dezember 2016 um 10:25

    Sooo lustig! Bitte mehr davon! Und zum Thema Midlifecrisis: Ich persönlich fühle mich mit Kind ja nie meinem Alter entsprechend – an manchen Tagen denke ich, ich habe mindestens hundert Jahre auf dem Buckel, vor allem, wenn ich mich Sätze sagen höre wie „Wer sein Gemüse nicht isst, bekommt keinen Nachtisch!“ und noch vor dem Nachwuchs bei der Gute-Nacht-Geschichte einschlafe. Und dann finde ich mich plötzlich wieder, wie ich mit der Begeisterung einer sechsjährigen die tollsten Legokonstrukte baue, während mein Sohn das Spiel schon längst verlassen hat und sich seinen Hausaufgaben widmet. Und dann bin ich plötzlich wieder Mitte zwanzig, wenn das Kind bei den Großeltern ist und der Mann und ich die Gelegenheit nutzen, um in den alten Stammkneipen zu viel Tequila zu trinken und viel Unsinn zu reden. Aber wer weiß, vielleicht ist ja genau dieses Durcheinander das perfekte Ende-Dreißig-Feeling…

    • Antworten Steffi 18. Dezember 2016 um 10:57

      @Mila: Wie schön!! Das freut mich sehr, habe große Lust alle paar Wochen mal so ein Gespräch aufzuschreiben, es gibt einfach soooo viele lustige Themen aus den Mädelsrunden. Deinen Kommentar finde ich auch grandios. Super zusammengefasst das Feeling der Enddreißiger mit kleinen Kindern! Das klingt nach einem sehr, sehr schönen Durcheinander, als hättet ihr das perfekte Gleichgewicht gefunden. Ich nähere mich meinem Kneipen-Comeback gerade noch ganz vorsichtig mit Champagner und Rotwein und dann gibt es bald total verrückt wieder Kurze. Kommt das Wort Kur eigentlich von Kurze? 😉 Kam mir gerade so in den Sinn! Happy 4. Advent!! Herzliche Grüße, Steffi

      • Mila 18. Dezember 2016 um 11:55

        Hm, wenn Kur von Kurze kommt, sind Mutter-Kind-Kuren ja eine fragwürdige Angelegenheit :-). So oder so wünsche ich viel Erfolg beim Kneipencomeback – das hilft auch ungemein beim füreinander attraktiv bleiben, vor allem die Kurzen :-). Dir ebenfalls einen wunderschönen 4. Advent!

  3. Antworten Lilli 18. Dezember 2016 um 11:30

    Klasse Steffi, ich musste so lachen, na bei der Mädelsrunde möchte man dabei sein. Bourani und der Schmuck…ich habe mich weggekracht. Hab mir heute früh die Haare getönt und gerade vom Liebsten ein Kompliment bekommen: ‘ Du hast ja gar keine grauen Haare mehr’ – Wahnsinns-Kompliment, oder?
    Schönen 4. Advent!

    • Antworten Steffi 18. Dezember 2016 um 12:25

      @Lilli: Hahahahaaaa!! Sie meinen es so gut und landen doch soweit weg vom Ziel mit ihren Komplimenten manchmal!! Immerhin hat er was gesagt! 😉 Euch auch einen tollen 4. Advent!! Steffi

  4. Antworten Meeri 18. Dezember 2016 um 13:12

    Hallo Steffi, das kommt mir alles sehr bekannt vor. Bei mir ist die (Klein)kindphase längst abgeschlossen …. meine beiden pubertieren schon heftig. Was das Mutter(er)leben nicht einfacher macht. Und ich kann euch versichern: Effekte wie “das würde mich total kirre machen. Ich kann mich schon so manchmal nicht erinnern, was ich meinem Mann erzählt habe und was nicht”, verstärken sich eher :-)))) Einen schönen 4. Advent!

  5. Antworten Katrin Riedel 18. Dezember 2016 um 18:08

    Das unterscheidet dich und macht dich besonders, deine Mischung. Einmal Superfrau (Schminkbeitrag) und dann bam, Ehe und Kind ist nicht immer einfach Realität. Deswegen lese ich dich so gerne.

    • Antworten Steffi 19. Dezember 2016 um 10:32

      @Katrin Riedel: Wow, schönstes Kompliment ever! Genau deswegen mache ich den Blog so gern in dieser Mischung: für Frauen wie dich, die verstehen, dass das Leben mal so und dann wieder so ist! Herzliche Grüße!! Steffi

  6. Antworten Alexandra 19. Dezember 2016 um 14:26

    “Ich merke, dass ich radikaler werde in meinem Denken. Wofür ich meine Zeit hergeben möchte und wofür eben leider nicht mehr. Das hat das Mutter sein mit sich gebracht.”
    Danke dafür! Jetzt weiß ich, dass es nicht mir so geht. Und ich bin stolz darauf, denn das heißt, dass ich endlich selbstbewusster bin – mir meines Selbst bewusster bin.

  7. Antworten Susanne 28. Juli 2017 um 10:12

    Hallo.

    Ich habe es zwar nicht schon im Dezember gelesen 😉 , da ich jetzt erst drauf gestoßen bin…. aber in einigen Gedanken kann ich mich wiederfinden.
    So ein Gespräch könnte auch zwischen meinen Freundinnen und mir stattgefunden haben, wo sich unser aller Leben im Moment auch so krass ändert ( Haus, Kind(er?), Ehe…) und man dann manchmal zurückblickt und denkt:” F****, hab ich nicht erst noch vor 1 Woche gedacht, es wäre schön, wenn ich an diesem Punkt in meinem Leben schon angekommen wäre?”

    Vielen lieben Dank fürs Teilen eurer Gedanken.

    Liebe Grüße
    Susanne

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