Warum eigentlich nicht?

Carolin Samson war drei Monate auf Weltreise. Wie das war und vor allem wo sie war, erzählt sie hier.

PauloCoelho

Manchmal ergeben sich Chancen im Leben, die man wahrnehmen muss. Ohne groß nachzudenken. Bedingt durch einen Jobwechsel hatten wir plötzlich Zeit. Und da wir das Reisen so lieben, stellte sich nicht die Frage, was wir mit unserer Zeit wohl anfangen sollten.

Für uns war klar, wir machen eine Weltreise.

Wir gaben uns etwa zwei Wochen für die Vorbereitungen. Route festlegen, Visa beantragen, Ticket buchen. Viel mehr war nicht zu tun. Wichtig war uns lediglich, das wir uns in einer Klimazone bewegen, schließlich mussten wir drei Monate lang mit ca. 20 Kilo Gepäck zurecht kommen.

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Wir starteten also Mitte Mai unsere Reise in Peking. Uns lockte die dreitausendjährige Geschichte und die Kultur auf der anderen Seite der Welt. Wir entdeckten, dass die Chinesen keine Sonnenbrillen tragen und diese an uns Europäern witzig finden. In Taxis herrscht grundsätzlich eine Rundumbeschallung. Handynachrichten werden in einer Endlosschleife vorgelesen, nebenbei läuft das Radio. Verstehen konnten wir nichts. Nur wenige Chinesen sprechen Englisch und wenn dann eher schlecht als recht.

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Der Tee ist im übrigen sehr teuer, wird aber von jedem und überall aus einem bestimmten Trinkgefäß getrunken. Das absolute In-Getränk ist hingegen ein Trinkyoghurt in kleinen weißen Porzellangefäßen, die es an vielen Ecken in Peking zu kaufen gibt.

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Wir haben uns in Peking willkommen gefühlt und empfanden die Chinesen als offen, lustig, kontaktfreudig und ausgelassen. Nirgends habe ich bisher so viele tanzende und musizierende Menschen gesehen.

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Unser zweiter Stopp war Tokyo. Hier erwarteten uns sehr disziplinierte, noch freundlichere und unglaublich gutaussehende Menschen und winzig kleine Hotelzimmer.

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Wir waren fasziniert von der Sauberkeit der Stadt, wenn man bedenkt, dass es in Tokyo so gut wie keine Mülleimer gibt. Damit der Verkehr in der Millionenmetropole funktioniert, gelten hier gewisse Regeln, an die sich scheinbar alle halten. Kein Verkehrschaos, kein Drängeln, kein Rempeln, kein unfreundliches Wort. Die Japaner legen Wert auf gutes Essen, jedoch scheint ein Frühstück hier keinen besonderen Stellenwert zu haben. Frühstückslokale – Fehlanzeige.

Ein Erdbeben der Stärke 8,3 schüttelte uns in unserem Hotelzimmer noch einmal richtig durch, bevor es weiter ging nach Hong Kong.

HongKong2

HongKong3

Hier realisierten wir zum ersten mal was alles noch so vor uns liegt. Obwohl es wie ein Kulturschock in Sachen Sauberkeit, unorganisiertem Verkehr, Hitze und Gerüche war, merken wir wie die Entspannung einsetzte. Von dem Stress der letzten Wochen und unserem Leben der letzten Jahre. Hong Kong bedeutet duftender Hafen und es gibt hier mehr Wolkenkratzer als in jeder anderen Stadt der Welt. Beinahe doppelt so viele wie in New York.

HongKong1

Hong Kong

Nach endlos langen Fußmärschen über die Märkte in Kowloon, Treppen auf Hong Kong Island und Hügel zum Peak machten wir uns nach wenigen Tagen auf nach Singapur.

Singapur

Singapur GardensoftheBay

Nach den drei anderen asiatischen Metropolen erschien uns Singapur schon fast langweilig. Der westliche Einfluss ist deutlich erkennbar und zum ersten mal konnten wir uns wieder problemlos verständigen. Zu bestaunen gibt es hier vieles: die Skyline, das berühmte Marina Bay Sands Hotel, Gardens of the Bay und das es Kaugummis nur auf Rezept in Apotheken gibt.

Wenige Tage verbrachten wir in der Finanzmetropole bis wir unseren Flug nach Bali antraten.

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Hier hatten wir ein kleines Jungelhotel namens Nandini Hotel in der Mitte der Insel gebucht. Wir entschieden uns bewusst gegen die Küste, da wir vor den australischen Touristenmassen gewarnt wurden, die sich zum ausgiebigen Feiern auf der Insel treffen. Vorbei scheint es mit der Magie auf Bali zu sein. Unterkunft und Alkohol ist billig, und so wachsen nicht nur die Touristenströme, sondern auch die Müllberge stetig. Wir hatten aber mit unserer Unterkunft großes Glück, was nicht zuletzt auf die fantastische Gästebetreuung durch Iwan zurückzuführen war. Trotzdem war es zu erwarten, dass trotz morgendlicher Yogastunde und ausgiebigen Spaziergängen durch die Reisfelder der Bali Burn einsetzte. Wir wollten das magische Bali entdecken.

GiliAir

Dazu wurde uns GilliAir empfohlen, eine kleine Insel zwischen Bali und Lombock, auf der Nachts der Strom abgestellt wird und zuweilen nur Pferdekarren fahren. Wir wurden nicht enttäuscht, buchten eine kleine, sehr einfache Unterkunft und hatten zum ersten Mal das Urlaubsfeeling mit Strand, Meer und Nichtstun.

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Gut erholt machten wir uns dann auf den Weg nach Australien. Hier wartete ein Apollo Camper und 1700 km Küstenstraße auf uns. Wir landeten in Brisbane und machten uns nach wenigen Tagen auf den Weg Richtung Norden bis nach Cairns, immer dem Bruce Highway entlang.

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Australien zeigte sich von seiner schönsten Seite. Es war Spätherbst und nicht mehr so heiß. Die Tage recht kurz und die Nächte zum Teil kalt. Aber desto weiter wir nach Norden fuhren, umso tropischer wurden die Temperaturen und üppiger die Landschaft. Das Land ist so groß, das wir wahrscheinlich Jahre bräuchten um alles zu sehen. So viel Zeit hatten wir nicht.

Doch Queensland mit dem Barrier Reef, dem Regenwald, endlosen Stränden, Flüssen, Bergen, Wasserfällen und Steinwüsten macht neugierig auf mehr. Anstellen von Hasen und Rehen, sieht man hier Dingos, Kängurus, Strauße, Schlangen und Wildpferde am Rand des Highways. Die Campingplätze sind exzellent, die Australier unkompliziert und entspannt.

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Zweieinhalb Wochen später sollte unser Flug über Neuseeland nach Hawaii gehen. Unser Zwischenstopp in Auckland war nur kurz, weil hier schon richtig Winter war. Bekanntlich stand diese Klimazone kleidungstechnisch nicht bei uns auf dem Programm. Trotzdem hat uns der kurze Zwischenstopp überzeugt hier noch einmal herzukommen.

Neuseeland

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Ein paar Flugstunden über den unendlich erscheinenden Ozean später, landeten wir auf Honolulu. Aloha Paradise! Aloha Traumstrände, Acaibowls, Foodtrucks, Schildkröten, Regenwald. Aloha du schöne Welt! Hier hatten wir die Mission den ganzen Tag zu surfen und mit Wasserschildkröten zu tauchen, einfach abzuhängen und die unglaublich schöne Landschaft zu genießen.

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Obwohl wir unseren Aufenthalt auf Hawaii um fast zehn Tage verlängerten, war ich unendlich traurig die Insel wieder verlassen zu müssen. Auswanderungspläne spukten durch meinen Kopf, das Leben auf dem Wellenreiter war zum Greifen nah.

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Aber auf uns wartete Kalifornien. Da wir Los Angeles kennen und nicht zwei Wochen in der Stadt verbringen wollten, setzten wir uns ins Auto und fuhren ohne richtigen Plan nach San Francisco. Dabei schliefen wir fast jeden Abend in einer anderen Stadt. Zuerst in Ventura, um Autohändler ausfindig zu machen. Dann in Santa Barbara, um den Farmers Market zu testen. In San Luis Obisbo stolperten wir zufällig ins legendäre Madonna Inn und in Pismo Beach über den größten, befahrbaren Strandabschnitt der USA. In Santa Cruz shoppten wir in Skatergeschäften und endlich in San Francisco angekommen, konnten wir unser Glück kaum fassen, die Golden Gate Bridge ohne Nebel zu sehen.

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Nach zwei Tagen ging es zurück über King City, einer recht unspektakulären Stadt, bis wir in Morro Bay im Vintage Paradies landeten. Schließlich durfte Malibu nicht fehlen, bis wir schlussendlich wieder in Los Angeles ankamen. Von hier aus ging es weiter nach MEXICO!!

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Mein Highlight. Da ich hier vor langer Zeit ein Jahr lang gearbeitet hatte, konnte ich den Abflug kaum erwarten. Wir landeten auf der Halbinsel Yukatan und erreichten mit einem Zwischenstopp in Palya del Carmen, Cozumel. Eine im karibischen Meer liegende Insel. Hier machten wir nichts weiter als unermüdlich ins glasklare Wasser zu springen und Ceviche zu essen. Für alles andere war es zu heiß. Ein paar Tage verbrachten wir zwischendurch in Tulum, wo das Baden durch ein großes Algenaufkommen fast unmöglich war, sodass wir wieder zurück nach Cozumel fuhren und einfach wieder ins Nichtstun verfielen.

MexicoPool1 MexicoStühle

TulumMexicoBeach

Eine letzte Destination wartete jetzt noch auf uns. Eigentlich hatten wir einen Flug nach Texas gebucht. Da aber hier bis zu 42 Grad Hitze herrschte, buchten wir kurzerhand einen Flug nach Chicago, was eine großartige Idee war.

Chicago

Chicago1

Die Stadt ist bekannt für ihre Architektur und die Skyline gehört zu einer der schönsten der Welt. Ihr Motto Urbs in Horto – die Stadt im Garten, ist zu einer Lebensart geworden, die das Leben in Chicago lebenswert macht. Ein Must See für alle Kunst- und Kulturinteressierten!

Unsere Reise fand hier einen tollen Abschluss. Chicago fasste alles noch einmal zusammen, was wir an Erfahrungen in den letzten drei Monaten gesammelt hatten. Und die sind durchweg positiv, denn nichts ist einfacher als eine Weltreise!

Habt ihr auch schon mal eine gemacht? Träumt ihr davon? Wohin würdet ihr am liebsten reisen?
Ich bin gespannt!

Carolin

P.S./ Anmerkung von Steffi: Es lohnt sich sehr, Carolin via Instagram (Username “daydate”) auf ihren Reisen zu folgen. Und ich liebe ihre Collagen, bedruckten Teller et cetera, die sie in ihrem Online-Shop anbietet. Weil sie eine fantastische Gastgeberin ist, ist sie auch in meinem neuen Buch Herzlich Willkommen mit ihrer Wohnung und ihren kreativen Ideen zu sehen und was mich sehr freut: ab September schreibt sie hier auf dem Blog eine regelmäßige Reise-Kolumne. Ab Oktober startet sie nämlich ihr eigenes Online-Lifestylemagazin THE WHY NOT. Ich freu mich auf all das sehr!

 

 

 

 

 

4 Comments

  1. Antworten Susa 31. August 2015 um 11:04 Uhr

    Liebe Carolin, Danke für den wunderschönen Einblick in diese Traumreise. Ich bin gespannt, wann euch das Reisefieber wieder packt 😉 Wir sind letztes Jahr als Familie (2 Kinder, damals 3 und 6) ebenfalls 3 Monate dem Alltag entflohen und haben mit dem Camper Neuseeland bereist. Herrlich, wir zehren alle noch davon, auch die kids! Am liebsten würden wir die Taschen gleich wieder packen… Danke für den Instagram Tipp und liebe Steffi, ich bin schon sooo gespannt auf dein neues Buch!! 😉

  2. Antworten Hanne 1. September 2015 um 09:30 Uhr

    Sooo schön! Tolle Fotos, kurzweilig geschrieben. Toll. Und auf BALI war sie auch noch 🙂 Bis vor 3 Tagen war ich auch noch in Indonesien. Auch auf dieser süßen Gili-Insel. Beweisfotos gibt es hier http://www.instagram.com/hanne.beinhofer 🙂

  3. Antworten Teresa 1. September 2015 um 21:54 Uhr

    Liebe Carolin, liebe Steffi,

    Vielen Dank für diesen tollen Post. Ich komme gerade zurück von 5 Monaten Weltreise… Schaut mal hier:
    http://www.mylifeisbetterthanyourholiday.blogspot.de

    Travelling – ist leaves you speechless, then turns you in to a storyteller.

    Viele liebe Grüße,
    Teresa

  4. Antworten Sabine 16. September 2015 um 12:16 Uhr

    Ah, ne Weltreise, das wäre mal was! Richtig tolle Bilder!

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