Wonach ist dir heute?

Das vorab: Ich schaffe es ehrlich gesagt gerade auch nicht immer ohne Bestellungen beim großen, bösen A… Aber wenn es irgendwie geht, versuche ich meine Bücher in Buchhandlungen zu kaufen oder zu bestellen. Anfang dieses Jahres hat uns Emilia von Senger im Endlich Ich-Abo-Interview daran erinnert, dass weibliche und queere Schriftsteller*innen nach wie vor unterrepräsentiert sind in der Literaturbranche. So kam sie auf die Idee, genau diese Werke in einem eigenen Buchladen zu verkaufen. Trotz der Schwierigkeiten für den Einzelhandel hat sie ihre Idee tapfer durchgezogen und hat Ende dieser Woche eröffnet: She said heißt ihr Buchladen in Berlin-Neukölln (Kottbusser Damm 79).

 

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Ich freu mich schon sehr darauf, da so bald wie möglich vorbeizuschauen. Es gibt großartige Magazine, eine Caféecke, sehr hübsches Interieur und so viele gute Bücher, die einem ansonsten wahrscheinlich gar nicht auffallen würden im Mainstream-Wahnsinn. Und das Gute ist: Emilia und ihr Team haben auch einen Online-Shop und verschicken die Bücher. So wie es ausschaut, werden sie den Buchladen bald durch die härteren Lockdownmaßnahmen schließen müssen. Deshalb öffnet Emilia nicht nur heute von 10 bis 18 Uhr, sondern auch morgen, am Sonntag, noch mal. Für Updates dazu schaut am besten in ihre Instagram-Storys.

Da ich eh noch vorhatte, euch eine Liste meiner Lieblingsbücher aus 2020 aufzuschreiben, hab ich es jetzt fix noch gemacht. Vielleicht inspiriert euch das ja zu einer Bestellung bei Emilia und ihrem tollen Team. Dazu gehört übrigens auch Linus Giese (links im Bild), der das wunderbare Buch „Ich bin Linus – Wie ich der Mann wurde, der ich schon immer war“ geschrieben hat. Genau, Linus haben wir auch im Endlich Ich-Abo vorgestellt. Wer vielleicht überlegt, einen Literaturblog zu eröffnen – ein paar Leser*innen haben mich mal dazu befragt –, dazu hat Linus ein E-Book geschrieben, findet ihr hier.

Und hier kommen sie, die …

fünf Bücher, die ich 2020 gelesen und geliebt habe und deshalb auch gern verschenke:

 

1. „Ungezähmt“ von Glennon Doyle.

Ich weiß, ich hör ja gleich auf, aber erst, wenn es alle gelesen haben! Wie, du weißt nicht, wovon ich spreche? Bitte hier klicken.

Gibt’s hier via She said

 

2. „Der Untergang des Abendkleides“ von Ella Carina Werner.

Die Titanic-Redakteurin schreibt so humorvoll und pointiert über den Alltag als Frau jenseits der dreißig, dass ich immer wieder wirklich sehr laut lachen musste.

Gibt’s hier via She said

 

3. „Exit Racism“ von Tupoka Ogette. 

Die perfekte Anleitung zum Auszug aus dem Happyland. Fürs Erkennen und Ablegen des eigenen Rassismus.

Gibt’s hier via She said

 

4. „Schreibtisch mit Aussicht“, herausgegeben von Ilka Piepgras.

24 Autorinnen schreiben über ihr Schreiben. Vereinbarkeit, Kreativität auf Knopfdruck, Umgang mit Krisen. Den „Das Problem ist das Problem“-Text von Antonia Baum fand ich so brillant, dass ich 2021 unbedingt mehr von ihr lesen möchte, zusätzlich zu ihrer ebenfalls brillanten Kolumne in der „Zeit“.

Gibt’s hier via She said

 

5. „Das Wunder von R.“ von Francesca Cavallo.

Eine endlich mal andere Weihnachtsgeschichte für Kinder. Das lesbische Mama-Paar wird mit ihren Kindern aus dem eigenen Land vertrieben und zieht nach R… Dort haben die Menschen Angst vor allem Neuen, bis ein Weihnachtswunder geschieht. Habe ich mit meiner sechsjährigen Tochter gelesen und geliebt.

Gibt’s hier via She said

 

Plus natürlich „Sprache & Sein“ von Kübra Gümüsay (gibt’s hier bei She said) und viele andere, die wir dieses Jahr hier und auf unseren anderen Kanälen vorgestellt haben.

Plus: Und das ist von einer Autorin und einem Co-Autor, deshalb setz ich es von den anderen mal etwas ab, weil es nicht ganz zum She said-Konzept passt, aber zu meinen Büchern 2020 gehört: „Stillstandsturm: Briefe aus dem Lockdown!“ von Ursula März und Stephan Lebert. Habe ich irre gern gelesen, um mich daran zu erinnern, was 2020 alles en détail im Lockdown passiert ist, und hebe ich auf als Zeitdokument für mich und meine Kinder.

 

Und welche Bücher gehören in deine Top Five des Jahres?

Herzlich

  1. Kommentare zu diesem Artikel
  2. Eva 15. Dezember 2020 um 17:07 Uhr

    Danke für die Tipps! Sprache und Sein war auch eins meiner Bücher des Jahres, ebenfalls “Unsichtbare Frauen” von Caroline Criado Perez.

    Highlight-Roman ist schwierig, weil es so viele waren, aber zuletzt gelesen und toll gefunden: Pixeltänzer von Berit Glanz.

    Der Buchladen klingt auch toll! Mein allerliebster Laden hier in Hamburg ist der von außen recht unscheinbare “Buchladen Osterstraße” – tollstes Sortiment und beste und netteste Beratung. Gerade jetzt extra unterstützenswert.

    Antworten
  3. Steffi 14. Dezember 2020 um 09:17 Uhr

    Hallo zusammen, wen das Thema “Wechseljahre” beschäftigt:
    “Woman on fire” von Dr. Sheila de Liz und “Wechseljahre? Keine Panik!” von Katja Burkard. Sehr interessant und unterhaltsam geschrieben. Wichtig für alle Frauen da man erfährt, wann und wie früh eigentlich die hormonelle Umstellung beginnt.
    LG Steffi

    Antworten
  4. ANGELA RATEIKE 13. Dezember 2020 um 23:48 Uhr

    Hi Steffi.
    Meine Top 2 in diesem Jahr waren “Der Gesang der Flußkrebse” und ” Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert” – in beide Bücher kann man ganz toll eintauchen.
    Hab eine besinnliche Zeit jetzt in den nächsten Wochen, auf dass 2021 nicht so kacke wird.
    Liebe Grüße Angela

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    • Nicole 18. Dezember 2020 um 13:39 Uhr

      Oh ja, “Der Gesang der Flußkrebse” ist ein wunderschönes Bild. Ich habe mir immer vorgestellt durch das Haus zu spazieren und die ganzen Zeichnungen und Sammlungen zu sehen. Sehr Natur-gewaltig und erdend in dieser Zeit.
      Ein Buchhändler hat mir als Sommerlektüre “Was man von hier aus sehen kann” von Marina Leky empfohlen – “ist gaaanz schön!”. Jedes Kapitel endete (scheinbar) traurig, hat aber die Möglichkeit eines Neuanfangs aufgezeigt. In einem Dorf spielend … genau meines, wirklich empfehlenswert.

      Antworten
      • Andrea 19. Dezember 2020 um 18:19 Uhr

        Ich habe dieses Buch auch sehr geliebt von Marina Leky. Daraufhin habe ich sofort eine weiteres Buch von ihr gelesen ” Die Herrenausstatterin”. Kann ich ebenfalls unbedingt weiter empfehlen. Ansonsten freue ich mich immer sehr, wenn Juli Zeh etwas neues geschrieben hat.

        Antworten
  5. Christiane Hochfilzer 13. Dezember 2020 um 10:07 Uhr

    Mein Lesehighlight dieses Jahr war „Wolfsegg“von Peter Keglevic. Ist ein Roman eines österreichischen Autors und passt insofern nicht ganz zum Ausgangsthema hier. Aber es war so ein beeindruckendes Buch über die Geschichte eines Mädchens, über Missbrauch im Internat, Tod in der Familie und wie sie versucht ihre Geschwister zu retten. Gerade erst meiner Mama empfohlen und die hat es auch verschlungen!

    Antworten
  6. Constanze 13. Dezember 2020 um 10:00 Uhr

    Vielen Dank für die Tipps!Ungezähmt fand ich auch sehr berührend und die Briefe aus dem Lockdown werde ich mir auf jeden Fall bestellen.Mir hat „Die Optimisten“ von Rebecca Makkai sehr gut gefallen.Der Titel ist natürlich anziehend,aber sehr berührend ist das Thema Aids in den 80er in Chicago u.a.beschrieben worden.

    Antworten
    • Steffi 13. Dezember 2020 um 10:33 Uhr

      @Constanze: Liebe Constanze, ja, die Briefe sind toll geschrieben. Und obwohl ich immer denke – ich werde dieses geschichtsträchtige Jahr nicht vergessen, merke mir alle Details, ist doch so vieles schon wieder weg. Dieses Buch erinnert einen an die kleinen, feinen Momente und Gefühle, die es alle gab. “Die Optimisten” klingt auch sehr gut, schau ich mir an. Herzlichen Dank, Steffi

      Antworten
  7. Petra Schulz 12. Dezember 2020 um 18:20 Uhr

    Was mich tatsächlich in den letzten Wochen am meisten bewegt hat, ist das Buch von Linus Giese “Ich bin Linus”. Es nimmt dich mit auf die Reise und macht dir klar, wie schwierig es trans Menschen in unserer Gesellschaft haben und wieviel Bosheit auf der einen Seite und unabsichtliche Verletzungen auf der anderen Seite es gibt. Und noch eins meiner Highlights: “Ich bin Circe” von Madeline Miller. Die griechische Sagenwelt neu erzählt aus einer weiblichen Perspektive – ganz großartig! “Ein wenig Leben” fand ich übrigens auch sehr beeindruckend.

    Antworten
    • Steffi 12. Dezember 2020 um 19:01 Uhr

      @Petra Schulz: Wie toll, dass du es gelesen hast. Von “Ich bin Circe” habe ich noch nichts gehört – schau ich mir an, lieben Dank! Herzlich, Steffi

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      • Anna 18. Dezember 2020 um 12:53 Uhr

        Circe fand ich auch großartig. Hab ich vor dem Lockdown im Februar zufällig in einer kleinen Buchhandlung in Bratislava entdeckt und verschlungen. Man kennt ja die Sage ein wenig, aber diese Perspektive einer Frau in einer Männer-Götter-Welt war toll!

        Viel Spaß beim Lesen und danke für Eure spannenden Buchtipps. Haben mich 2020 sehr bereichert!!

        VG, Anna

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  8. Rike 12. Dezember 2020 um 15:16 Uhr

    Ich lese zwar auch viel mehr Sachbücher als früher, würde aber einen Roman empfehlen.
    …gerade beendet nach fast 1000 Seiten und die Sprache, die Beschreibungen und Charaktere heiß geliebt: „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara! Die Autorin schreibt über jahrzehntelange Freundschaft und Liebe, aber eben auch über Gewalt und was ein Mensch überleben kann. Dieses Buch hat mich vollkommen in den Bann gezogen, aber auch immer wieder völlig zerstört. Ich habe oft und lange geweint beim lesen. Ganz große Bücherliebe!

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    • Steffi 12. Dezember 2020 um 15:17 Uhr

      @Rike: Oh schön, Danke Rike. Romane hab ich dieses Jahr gar nicht viele geschafft und ich meine, dass mir dieses Buch schon mal jemand empfohlen hat. Ich guck’s mir an! Schönen Samstag dir! Herzlich, Steffi

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      • Sophie 12. Dezember 2020 um 20:33 Uhr

        Das ist eines der besten, aber auch krassesten Bücher, die ich gelesen habe. Es gab eine Passage, die ich überspringen musste, weil ich sie einfach nicht lesen konnte. Du brauchst wirklich starke Nerven beim Lesen – nur als Vorwarnung!. Habe auch viel geweint….
        Danke für deine Tipps, da werde ich auch mal ein paar von auf meinem Wunschliste setzen.
        LG

        Antworten

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