Ach, guck an:

Meine Beispielwoche. Heute mit Zweifachmama Ines Burkhardt, die Vollzeit arbeitet – mit flexiblen Arbeitszeiten & einem guten Ausgleichsprogramm.

Wie wuppt man den Alltag, wenn beide Partner in Vollzeit festangestellt arbeiten und man keine Familie als Unterstützung vor Ort hat? Ines Burkhardt ist vor elf Jahren mit ihrem Freund nach Kopenhagen gezogen. Beide arbeiten als Architekten. Haushalt, Kinder und alles drumherum teilen sie 50/50. Wie sie das mit simplen Tricks hinbekommen und dabei auch noch Zeit für sich als Paar einplanen, das erzählt Ines in ihrer Beispielwoche.

Herzlich,

Steffi

P.S.: Das da oben ist nur ein Stockfoto zur Illustration des Themas. Nicht, dass das zur Verwirrung führt. Das da unten ist Ines!

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Hallo, ich bin Ines und lebe mit meinen beiden Söhnen (6 und 3) und meinem Mann in Kopenhagen. Obwohl wir in Dänemark keine Familie haben, die uns unterstützt, gelingt es uns eigentlich ganz gut, alles unter einen Hut zu bekommen. Nicht zuletzt, weil unsere Arbeitgeber uns die Möglichkeit geben, flexibel zu arbeiten – auch mal im Home-Office und mit anpassungsfähigen Arbeitszeiten. Aber klar, müde und geschafft sind wir am Abend natürlich auch. Trotzdem nehmen wir uns einmal die Woche einen “analogen Abend” nur für uns als Paar. Daraus ziehen wir viel neue Energie.

Montag.

Wie jeden Wochentag klingelt der Wecker um 6.00 Uhr morgens. Einmal stelle ich noch auf Snooze, dann aber bin ich die Erste, die aufsteht – wie immer. Heute bringt mein Mann die Kinder – daher mache ich mich schon früher auf ins Büro. Bis alle angezogen sind und am Frühstückstisch sitzen ist es 7.15 Uhr, und ich muss leider los. An guten Tagen sitzen wir um 7.00 Uhr schon alle und essen zusammen unser Müsli. Wie viele in Kopenhagen nutze ich für die meisten Fahrten das Fahrrad, auch für die sechs Kilometer zur Arbeit, das ist mein Sport jeden Tag. Heute schüttet es, also rein in die Regenhose, Regenjacke und Gummistiefel.

Um halb acht bin ich im Büro und die Woche fängt sehr gut an: Wenige Meetings und kaum Termine außer Haus. Ich kann am Schreibtisch sitzen, Emails schreiben und mit Kollegen quatschen.

Am Nachmittag fahre ich los, um die Kinder abzuholen. Besonders schön nach dem ersten Arbeitstag der Woche: Trotz Montags-Müdigkeit sind alle entspannt und wir verbringen den Nachmittag mit Lego spielen, Musik hören und Bilder malen. Ich liebe es, wenn wir uns Hyggen. Um kurz vor sechs ist mein Mann auch wieder zu Hause und wie üblich essen wir alle zusammen um 18.00 Uhr Abendbrot. Nach dem Essen läuft es meistens so: Der eine macht die Küche sauber, der andere spielt mit den Kindern und beginnt, sie bettfertig zu machen. 19.00 Uhr Vorlesen, eine knappe Stunde später schlafen die Kinder.

Heute ist unser analoger Abend. Das heißt: am iPad daddeln oder vor dem Fernseher abhängen ist streng verboten! Wir wollten etwas machen, bei dem wir Zeit miteinander verbringen, wofür wir keinen Babysitter brauchen und was uns guttut. So entstand die Idee zum Yogaabend. Mein liebster Programmpunkt der Woche.

Der Mann bringt die Kinder ins Bett, ich rolle die Matten aus und suche ein Mady-Morrison-Yoga-Video raus. Je nach Tageslaune dynamisch oder eher ruhig. Meistens bin ich am Anfang der Session mega müde vom Tag und würde mich am liebsten aufs Sofa legen, aber ich merke immer, welchen Schub mir die Yogaeinheit gibt: danach habe ich wirklich neue Energie, um noch mehr mit dem Abend anzufangen. Heute klebe ich Fotoalben für die Kinder, während mein Mann im Wohnzimmer Klavier spielt.

Dienstag.

Am Dienstag bringe ich die Kinder in den Kindergarten und mein Mann holt sie ab. Damit wir pünktlich aus dem Haus kommen, lege ich am Abend vorher immer meine Klamotten und die der Kinder raus. Da gibt es zum Glück bei uns kein Geschrei, kein Genöle: mit den zwei Jungs ist das unkompliziert, die ziehen einfach an, was da liegt.

Heute läuft alles nach Plan. Ich setze mich noch ein paar Minuten in die Kindergartengruppe und spreche mit Kindern und Pädagogen. Auch der Tag bei der Arbeit läuft super – um 17.00 Uhr fahre ich den Computer runter, schwinge mich aufs Fahrrad durch den Regen (mal wieder) und bin um halb sechs Zuhause. Wir essen zusammen zu Abend und eigentlich ist der Plan, dass mein Mann mit unserem ältesten Sohn dann noch zum Schwimmen geht, aber in den letzten Wochen ist das irgendwie etwas eingeschlafen. Während ich die Kids ins Bett bringe, geht mein Mann einkaufen.

Oft erledigen wir den Einkauf bequem per App und alles wird nach Hause geliefert.

Sehr entspannend.

Mit zwei kleinen Jungs am Wochenende einkaufen zu gehen ist bei uns nämlich oft so, als wären sie das erste Mal nach einer Woche aus einem dunklen Keller gekommen. Alles sehr wild und ich vergesse vor lauter Hektik die Hälfte.

Mittwoch.

Oder wie ich ihn auch nenne: Nasty Wednesday – auf den freue ich mich immer sehr! Der Ausdruck stammt aus der Zeit, als mein Mann alle zwei Wochen für einen Tag verreist und ich mit Kind alleine Zuhause war. Um nicht den Druck zu haben, aufwändig kochen zu müssen, gibt es dann abends einfach “schnell & schmutzig” Pommes, Tiefkühlerbsen und Veggie-Schnitzel.

Dieser Mittwoch ist dazu auch noch doppelt toll, denn ich arbeite heute von zu Hause aus. Kinder in den Kindergarten, danach Ruhe Zuhause. Keiner kann mich stören. Für mich ist es der pure Luxus in aller Ruhe in meinen eigenen vier Wänden an meinen Projekten zu arbeiten.

Am Nachmittag steige ich ins Auto und hole meinen Mann von der Arbeit ab, heute ist unser Nachmittag. Unser Babysitter Super-Arthur holt die Kinder ab und verbringt den Nachmittag und Abend mit ihnen. Mein Mann und ich düsen zum Kunstmuseum Louisana und wir gucken uns in Ruhe eine Ausstellung von Pipilotti Ritz an. Wir genießen die Zeit sehr und wissen, dass es wichtig für uns als Paar ist, diese Auszeit zu haben, wach und nicht am Abend kurz vor dem Einschlafen, sondern mit klarem Gehirn. Solche Tage fühlen sich schon fast wie ein Urlaubstag an und sind so viel wert.

Als wir um 20.00 Uhr nach Hause kommen, liegen die Kinder glücklich und müde im Bett. Sie hatten einen tollen Nachmittag mit Arthur und wir mit uns.

Donnerstag.

Man merkt, dass sich die Woche dem Ende neigt: Ich habe ein paar Mal auf Snooze gedrückt und ich habe fast verschlafen. Auch der Rest des Morgens zieht sich irgendwie hin und wir sind plötzlich so spät dran, dass es ohne Frühstück aus dem Haus geht. Das hole ich aber im Büro nach: Wir haben zum Glück jeden Morgen frische, selbstgebackene Brötchen, Skyr mit Müsli und Smoothies. Ich habe nur zwei Meetings und keine Termine außer Haus, so dass ich viel schaffe und dabei Musik hören kann.

Eigentlich ist Donnerstag immer mein heiliger Tag, an dem ich mich nach der Arbeit mit meiner Freundin Sonja treffe und wir zusammen zum Sport gehen. Mein Mann ist in der Zeit mit den Jungs beim Fußball und ich kann in aller Ruhe nach Hause und habe da noch eine Stunde für mich allein. Das genieße ich sehr. Heute aber hat mein Mann eine Deadline bei der Arbeit, daher tauschen wir spontan und ich übernehme den Nachmittag.

Auf dem Nachhauseweg dann eine Krise beim Kleinen: Er möchte gerne ein Fellstirnband haben. Ich hab noch Fell, allerdings ist es die falsche Farbe. Er steigert sich rein, wird kreuzunglücklich und weint. Ein Keks hilft schließlich und wir basteln was zusammen. Es ist so gemütlich – am liebsten würde ich einfach sitzen bleiben und den gemütlichen Nachmittag mit meinen Jungs genießen. Daher überlasse ich meinem Sohn die Entscheidung, in der Hoffnung, dass er keine Lust hat. Hat er doch. Also ab in die Sporthalle.

Um 19.30 Uhr sind alle müde und ausgepowert Zuhause. Das Abendbrot wurde im Auto gegessen, nun schnell in den Schlafanzug, Zähne putzen – Geschichte lesen und Gute Nacht.

Ich bereite mich dann noch auf meine Gehaltsverhandlung am nächsten Tag vor und dann geht es auch bei mir um 22.30 Uhr ins Bett. Tak for idag.

Freitag.

Heute stehen alle gutgelaunt und sogar pünktlich auf. Wir frühstücken zusammen, dann düse ich zur Arbeit. Als Ausgleich für gestern bringt und holt mein Mann heute die Kinder. Um 7.45 Uhr bin ich schon im Büro und bereite mich noch auf mein Gespräch vor – das gut läuft.

Bis um 14.30 Uhr habe ich einen Termin mit einem Kunden, dann fahre ich um 15.00 Uhr nach Hause, mit einem kleinen Umweg beim Supermarkt um ein paar Leckereien einzukaufen. In Dänemark gibt es Fredagsslik, das heißt am Freitag gibt es Süßes. Eigentlich gilt das nur für die Kinder, aber ich versuche mich seit Kurzem selbst auch an diese Regel zu halten, klappt eher semi gut. Ich rede mir ein, dass mein Körper am Tag zu viele Kalorien verbraucht.

Als ich um 16.00 Uhr nach Hause komme, sind meine Jungs im Garten und buddeln an einem Loch rum. Sie suchen eine riesengroße Teichfolie unseres Vorbesitzers um sie zu entfernen. Mir ist es draußen zu windig und möchte es mir drinnen gemütlich machen. Die Kinder kommen mit rein – sie sind genauso müde wie ich, kaputt von der Woche und freuen sich auf ihr wöchentliches Fernsehgucken. Während die Kinder Paw Patrol gucken, lege ich die Wochenwäsche zusammen.

Mein Mann kocht, während ich mit den Kindern spiele, um 18 Uhr essen wir und ich merke, wie müde ich von der Woche bin und mich auf zwei freie Tage freue. Die Kinder sind auch müde, der Kleine bekommt eine Krise beim Essen – nach dem Essen machen wir ihn direkt bettfertig, der Große darf noch ein Bild für seinen Patenonkel malen.

Um 19.00 Uhr liege ich mit dem Großen im Bett und lese Der Wunschpunsch – eine Geschichte aus meiner Kindheit. Nebenan liegt der Mann mit dem Jüngsten.

Plötzlich großes Geschrei von nebenan: Papa ist beim Lesen der Geschichte eingeschlafen.

Die Woche zollt ihren Tribut. Also lese ich für beide noch die Geschichte, dann wird gesungen und geschlafen. Auch wenn ich müde bin: jetzt beginnt einer meiner liebsten Abende – nichts muss, alles kann. Ich lege mich aufs Sofa, stricke, esse Chips und gucke eine Doku. Der Mann liegt oben im Kinderbett und ist nicht ansprechbar. Der Abend gehört ganz mir, tut auch mal gut.

Nach der Doku klebe ich noch Fotos in die Fotoalben der Kinder und gehe dann um 23.00 Uhr selber schlafen.

Samstag.

Die Kinder wachen um 7.00 Uhr auf – ich bleibe liegen. Der Mann übernimmt. Nach 12 Stunden Schlaf sollte er auch mehr als ausgeschlafen sein. Meine liebe Familie bewegt sich leise durchs Haus – damit ich ungestört weiterschlafen kann. Keine Selbstverständlichkeit, nicht selten bin ich am Wochenende schlecht gelaunt aufgewacht, weil ich von Geschrei oder Streitigkeiten geweckt wurde. Heute ist ein guter Start.

Der Frühstückstisch ist gedeckt und der erste Kaffee der Woche wartet auf mich. Seit einiger Zeit trinke ich nur noch am Wochenende Kaffee. Mein Mann hat auch schon die erste Wäsche des Wochenende angeschmissen – nicht das Mitte der Woche eines der Kinder sagt, dass es keine Unterhosen mehr hat.

Mein Sohn hat eine Verabredung mit einem Kindergartenfreund, und sobald der da ist, verschwinden die Kinder oben im Kinderzimmer und es wird Lego gespielt, statt drei Stunden bleibt der Besuch bis zum Abendessen, herrlich!

Das liebe ich am Wochenende: Wir haben keine weiteren Pläne heute, sondern leben einfach so in den Tag hinein. Es ist für uns alle wichtig genau diese Spontaneität zu haben, denn unsere Woche ist schon so Arbeit, Kindern, Sport und anderen Verpflichtungen so durchgetaktet.

Sonntag.

Unser Großer ist heute selbst aufgestanden und hat sich schon Haferflocken gemacht, während der Kleine noch neben mir geschlafen hat. Heute darf mein Mann etwas länger schlafen. Wir malen und basteln und ich trinke dabei in Ruhe meinen Kaffee. Herrlich diese Ruhe an einem Wochenendmorgen, wenn einen nichts drängt. Danach mache ich das Familienfrühstück fertig und der Mann wird geweckt.

Ich liebe es, wenn man noch keine Pläne hat und jeder sagen kann, worauf er Lust hat. Dieses Wochenende scheint keiner große Lust auf Ausflüge zu haben. Wir bleiben einfach hier und gehen etwas in den Garten.

Mange hilsner,

Ines

50 Comments

  1. Antworten Susanne 11. April 2019 um 07:49 Uhr

    Das klingt alles großartig und wirklich gut geplant, aber das kann doch unmöglich eine 40-Stunden-Arbeitswoche sein ….Lg Susanne

  2. Antworten Clarissa 11. April 2019 um 08:59 Uhr

    Super auch mal einen Artikel über Vollzeit arbeitende Mamas zu lesen. Mich würde interessieren wieviel Stunden eigentlich Vollzeit in Dänemark sind. Spielen am Nachmittag klingt nach weniger als 40 Stunden in der Woche ?
    Finde die Arbeitsaufteilung super !

  3. Antworten Catharina 11. April 2019 um 10:02 Uhr

    Liebe Susanne, die durchschnittliche Wochenarbeitszeit liegt in Dänemark bei 37 Stunden. Ines wird dazu bestimmt auch noch was schreiben in den Kommentaren!

  4. Antworten Ines 11. April 2019 um 10:21 Uhr

    Hallo Susanne.
    Es ist eine 37std Woche-damit aber eine Vollzeitstelle hier in Dänemark. Die Mittagspause von 30min ist in der Arbeitszeit beinhaltet. Wenn ich die Kinder hole starte ich um 7.30h im Büro und bin spätestens um 15.30h “fertig”.
    Lg aus Kopenhagen. Ines

  5. Antworten Ines 11. April 2019 um 10:24 Uhr

    Hallo Clarissa.
    Eine Vollzeitstelle hat 37Std. und wenn wir um 16.00h zu Hause sind ist immer noch Zeit zum spielen, bevor das Abendbrot losgeht 🙂 und danach natürlich auch noch, da mein Mann dann auch zu Hause ist und wir uns dann aufteilen können.

  6. Antworten Lisa Ha 11. April 2019 um 10:43 Uhr

    Das ist mal ein toller Beitrag, da man es nicht soo häufig hört das beide Vollzeit arbeiten.
    Ich lese oft das die Leute Babysitter haben. Wir haben auch keine Verwandtschaft in der Nähe und haben auch schon drüber nachgedacht. Allerdings bin ich mir unsicher, jemand fremden in meine Wohnung und alleine mit meiner Tochter zu lassen.
    Wie habt ihr den richtigen gefunden?
    Hattet ihr vorher auch gemischte Gefühle?
    Viele Grüße
    Lisa

  7. Antworten Ines 11. April 2019 um 11:10 Uhr

    Hallo Lisa.
    Wir sind so glücklich, dass wir unseren Arthur haben. Arthur hatte erst in der Krippe und später dann im Kindergarten als “Mithelfer” gearbeitet, daher kannten unsere Kinder ihn und wir ihn somit auch. Haben selber erlebt, dass er unglaublich liebevoll und kreativ mit den Kindern umgeht. Daher war es für uns überhaupt nicht schwer Vertrauen aufzubauen und ihn mit unseren Kindern allein zu lassen. Ich würde immer empfehlen nach einem Babysitter im Kindergarten zu gucken- Macht vieles leichter 🙂

  8. Antworten Sammi 11. April 2019 um 12:30 Uhr

    Boah, Märchenstunde? Das macht einfach nur wütend. Alles harmonisch, alles toll, ein schöner Einzelfall, sei ihr absolut gegönnt. Natürlich klappt das unter solchen Bedingungen. Mit dem echten Leben in Deutschland hat das aber NICHTS zu tun. Weiß ich als wirklich vollarbeitende Mutter zweier Kinder sehr genau. Liebe Nicht-Mamas, bloß nicht glauben, dass das Mutter-Job-Leben hier so funktioniert.

    • Antworten Steffi 11. April 2019 um 14:35 Uhr

      @Sammi: Liebe Sammi, ich schalte mich da mal kurz aus Japan ein, weil ich möchte, dass hier nett und vor allem mit Respekt miteinander umgegangen wird. Ich freue mich, dass Ines uns einen Einblick in ihr Leben gibt, weil es genau solche Vorbilder braucht, um etwas zu verändern. Ich weiß, auch als arbeitende Mama, dass es hart ist und vieles noch besser sein könnte und auch werden muss. Nur hilft es meiner Meinung nach nicht, andere zu entmutigen. Lasst uns lieber mithelfen, dass sich etwas verändert. Zum Beispiel durch das Aufzeigen von Ideen und Modellen. Es muss dann eh jeder entscheiden, wie er gern leben möchte bzw. kann, nur braucht es dafür Inspiration. Und Ines ist genau das Inspiration, wie es entspannter funktionieren könnte. Ich schaue mir zum Beispiel ihren Analog-Abend ab, das ist doch auch schon mal was. Herzliche Grüße aus Japan, wo ich, obwohl ich zwei Kinder habe und Vollzeit arbeite, auch mal sein darf. Weil ich einen großartigen Ehemann habe, der das Papa sein ebenfalls mit mir zu 50/50 teilt und eine Mama, die extra angereist ist. Ein großes Geschenk, ich weiß, auch das erzähle ich nur als Idee, falls sich jemand fragt, wie man das hinbekommen kann.

  9. Antworten Heike 11. April 2019 um 12:36 Uhr

    Hallo Ines,

    Danke für den tollen Beitrag! Mich würde interessieren, von wann bis wann eure Jungs in der Kita sind und was dabei in DK generell so als „normal“ gilt? Und wir macht ihr das, wenn mal ein Kind krank ist?
    Liebe Grüße, Heike

  10. Antworten Vanessa 11. April 2019 um 12:44 Uhr

    Liebe Ines, würdest du verraten, ob du eine Putzhilfe hast? Denn wer räumt den Frühstückstisch ab, wenn ihr geht, wer putzt das Bad, macht die Betten, Gartenarbeit, Fenster putzen, du weißt schon, alles, was dazu gehört. Das raubt doch wahnsinnig viel Zeit, wenn man alles alleine macht. Wenn du jetzt antwortest, dass ihr alles alleine macht, muss ich mich WIRKLICH neu organisieren!! Viele liebe Grüße!

  11. Antworten Ines 11. April 2019 um 13:30 Uhr

    Hallo Heike.
    Unsere Jungs sind ca. von 8.30 – 15.30 im Kindergarten und das ist total normal. Ich würde sagen, dass die meisten um ca. 16.00 h abgeholt werden. Wenn ein Kind krank ist, dann gibt es hier einen sogenannten “ersten Kinderkrankentag”- da darf man dann einfach zu Hause bleiben- bezahlt. Ich hab einen und mein Mann hat einen, da hat man schonmal zwei Tage am Stück-damit bekommt man das meistens gut hin. Wir hatten aber auch schonmal den Fall, dass meine Mutter einfliegen musste, als einer der Jungs Windpocken hatte. Mit kranken Kinder ist es immer eine Herausforderung seine Arbeit zu machen- aber dann muss man sich halt abends nochmal hinsetzen, wenn der Mann nach Hause kommt.
    Lg, Ines

  12. Antworten Ines 11. April 2019 um 13:36 Uhr

    Hallo Vanessa.

    Wir haben eine Putzhilfe, die alle zwei Woche vorbei kommt und eine Grundordnung reinbringt – momentan probieren wir es aber ohne aus- das klappt, auch wenn unserer analoger Abend dafür manchmal herhalten muss 🙂 Geht aber.
    Garten, Fenster, alltägliche Ordnung und putzen machen wir selber – ich spanne dafür auch manchmal den Ältesten mit ein- der liebt Staubsaugen 🙂
    Lg, Ines

  13. Antworten Hanna 11. April 2019 um 14:17 Uhr

    Ein sehr inspirierender Alltag, Ines. Mich würde noch interessieren, ob dein Mann ebenfalls eine 37 h Woche hat und flexibel arbeiten kann?

  14. Antworten Lena 11. April 2019 um 14:50 Uhr

    Danke für den interessanten Beitrag und dass du, liebe Ines, deine private Woche mit uns geteilt hast. Wirklich schön zu lesen!

  15. Antworten Ines 11. April 2019 um 15:06 Uhr

    Liebe Hanna.
    Mein Mann hat auch eine 37Std. Woche. Grundsätzlich ist er auch flexible, dh. wenn wir morgens mal zu Hause sein müssen weil Handwerker vorbei kommen oder weil wir mit den Kindern zum Arzt müssen- er macht aber eher selten Homeoffice, da er als Projektleiter bei seinem Team arbeiten möchte- das macht mehr Sinn für ihn.
    Es ist einfach normal hier, dass beide Elternteile zum Familenablauf beitragen- auch ausserhalb der normalen Arbeitszeiten. Wenn nötig muss man abends zu Hause nochmal den Computer aufklappen.
    Lg, Ines

  16. Antworten Ines 11. April 2019 um 15:08 Uhr

    Danke liebe Lena.

  17. Antworten Sina 11. April 2019 um 15:37 Uhr

    Witzig von deiner Woche zu lesen! Meine sieht fast genau so aus 🙂 Wir wohnen etwas noerdlich von Kopenhagen, auch 2 kids und 2 Vollzeit-jobs. Kh Sina

  18. Antworten Miri 11. April 2019 um 16:21 Uhr

    Da kann sich Deutschland wirklich noch eine Scheibe abschneiden- von 7.30-15.30Uhr als Vollzeitstelle kann man hier nur träumen

  19. Antworten Sabine 11. April 2019 um 17:21 Uhr

    Toller Beitrag! Gerne würde ich mehr Beispiele solcher „Modelle“ lesen. Ich finde das auch sehr inspirierend, als Mama und als Geschäftsführerin. Sabine

  20. Antworten Anja 11. April 2019 um 18:09 Uhr

    Sehr sehr sympathisch und gute Ideen zum Nachmachen – der freie Nachmittag und das Nicht-verplant-sein am Wochenende.
    Alles Gute für euch!

  21. Antworten Ines 11. April 2019 um 18:36 Uhr

    Hej Sina,

    Das ist ja witzig. Na dann weißt du ja, dass es das wirklich gibt. 🙂
    Liebe Grüße in den Norden.
    Kh, Ines

  22. Antworten Ines 11. April 2019 um 18:39 Uhr

    @Sabine
    Liebe Sabine,
    Vielen Dank. Das freut mich zu hören. Al, ines

  23. Antworten Ines 11. April 2019 um 18:41 Uhr

    Liebe Anja.
    Vielen Dank für deinen Kommentar.
    Das freut mich, dass du etwas Inspiration bekommen hast.
    Alles liebe ines

  24. Antworten Annika 11. April 2019 um 20:20 Uhr

    Ich hab mich jahrelang auch gefragt oder bin gefragt worden, wie wir beide das so in Vollzeit “schaffen”. Jetzt – meine Jungs sind 7, 10 und 13 – kann ich allen Mut zusprechen und sagen: es wird!! Die Kinder fahren oder laufen selbst zu ihren Hobbies, der Große und auch der Mittlere können stundenweise sowohl krank (und zum Glück sind sie das nur noch sehr sehr selten) als auch gesund alleine zuhause bleiben, wir Eltern im Umfeld unterstützen uns gegenseitig schnell und unkompliziert…und die Kinder regeln ihre Belange viel selbst. Das sind Dinge, die sich aufgrund unserer Berufstätigkeit so entwickelt haben, mit denen die Jungs aber selbstverständlich groß geworden sind. Klar haben wir auch mal Federn gelassen, aber im Moment kann ich nur sagen: Alles easy! Ab nächste Woche startet unserer nächster Schritt: Wir versuchen, abends gemeinsam zum Yoga zu gehen. Die Jungs müssen sich dann weitgehend alleine bettfertig machen und wir kommen dann pünktlich zum Vorlesen und Kuscheln nach Hause. Wäre toll, wenn es klappt!

  25. Antworten Annika Mirbach 11. April 2019 um 21:07 Uhr

    Aber die 37h Woche – die fänd ich trotzdem geil ;o)

  26. Antworten Steffi 12. April 2019 um 08:21 Uhr

    Hey,
    Schön mal einen Bericht mit zwei Vollzeit-arbeitenden Elternteilen zu lesen. Auch mit 40h-Woche und längerem Arbeitsweg läuft es hier ähnlich. Mein Mann bring unseren Sohn 4Tage zur Krippe und holt ihn an einem Tag ab. Ich arbeite einen Tag im Homeoffice und die anderen Tage von 06:00-15:00. Unser Sohn ist meist von 07:00-16:00 in der Krippe. Langweilig ist uns definitiv nicht, aber es klappt und ist für uns machbar.
    Viele Grüße
    Steffi

  27. Antworten L.H. 12. April 2019 um 08:46 Uhr

    sorry das klingt für mich zu künstlich, “zu” perfekt.

  28. Antworten Anke 12. April 2019 um 11:15 Uhr

    Vielen Dank Ines für diesen Einblick. Oh wie schön, dass das alles so gut klappt bei Euch!! Mehr Flexibilität im Job und mehr zeitlich flexiblere Kinderkrippen/Gärten würde hier den Mamas wahrscheinlich auch ne Vollzeitstelle ermöglichen! Momentan kann ich froh sein, wenn es bei mir mit ner Teilzeitstelle zeitlich alles hinhaut und ich hab nur 1 Kind. crazy nicht?!
    Auch die Radwege von Kopenhagen wünsche ich mir nach Hamburg!
    Viel Spass weiterhin beim Hyggen! Anke

  29. Antworten Meike 12. April 2019 um 11:33 Uhr

    Ich muss Sammi da ein bisschen in Schutz nehmen und kann ihre Wut auch verstehen! Mich wundert, dass es nicht mehr kritische Kommentare gab.
    Ich denke, Sammis Reaktion hat nichts mit Respektlosigkeit zu tun. Wenn man wütend ist, kann einem auch schon mal der Gaul des guten Tones durchgehen.

    Ich finde natürlich auch, liebe Ines, dass ihr euer Leben toll und liebevoll organisiert und man sich da auch Einiges abschauen oder Eigenes überdenken kann und danke dir für deinen ehrlichen Einblick!

    Ich finde aber, ob es Müttern möglich ist, zu arbeiten, ist nicht eine Frage der Stundenanzahl, sondern immer(!) der Gesamtsituation! Dass Arbeitszeiten sehr oft nicht mit den Betreuungszeiten harmonieren, ist doch der eigentliche Knackpunkt.
    Ich habe drei Kinder und war jahrelang teilzeitangestellt bei einem Juwelier. Das bedeutet, ich kam um 19.30 Uhr mit dem Bus an und musste dann die Kinder noch von der Tagesmutter abholen-also eine Zwischenbetreuung nach der Ganztagesstätte bzw. Hort. Dann waren wir alle durch! Ganz abgesehen davon, dass man sich das bei dem Gehalt eigentlich gar nicht leisten kann.
    Mein Mann ist selbstständig , hat einen sehr schwer zu planenden Arbeitstag ohne geregelten Feierabend(von Urlaub ganz zu schweigen), kann also schlecht einspringen. Selbstständig ist übrigens nicht automatisch mit Großverdiener gleichzusetzen. Eine Putzhilfe habe ich nicht.
    Von unseren Familien beider Seiten haben wir null Unterstützung, nicht mal, wenn jemand krank ist oder in den Ferien. Deshalb habe ich nie aufgestockt, vor drei Jahren gekündigt und mache jetzt etwas ganz anderes.
    Trotzdem wurde ich in den vergangenen Jahren immer wieder von genau denen angefeindet, die an Hilfe aus dem vollen schöpfen können, weil ich nur in Teilzeit arbeite. Das hat mich sehr verletzt und auch maßlos wütend gemacht, weshalb ich Sammi schon verstehen kann.
    Und was ist, wenn man allein erziehend ist und nicht mal einen Partner hat, der etwas abfängt?
    Das habe ich auch zwei Jahre ge- und erlebt. Da wird man ziemlich alleine gelassen und der Staat braucht sich bei der derzeitigen Unterhaltsregelung nicht wundern, wenn die Burn-out-Rate steigt.

    Ich wünsche mir Toleranz auf beiden Seiten! Manchmal kann man eben nicht voll arbeiten oder will es nicht, weil der Preis für die Gesundheit und/oder für die Kinder zu hoch ist.
    Das sollte man genauso akzeptieren wie umgekehrt und sollte in jede Richtung auch kritische Stimmen zulassen.
    Danke, dass du dich getraut hast, Sammi!

    In diesem Sinne: frohes Schaffen für alle!

    Liebe Grüße! Meike

  30. Antworten Stefanie 12. April 2019 um 12:06 Uhr

    Die Künstlerin heißt Pipilotti Rist…
    Im Vergleich zu diesem perfekten Leben ist meins so wie dieser Song von ihr: https://youtu.be/tdAGAl5qZ9c
    (bitte ganz hören)

    Toll, wenn es bei euch so gut klappt!

  31. Antworten Ines 12. April 2019 um 13:13 Uhr

    Liebe Anke.

    Vielen dank für deinen Kommentar.
    Schönes We.
    Lg. Ines

  32. Antworten Cathrin Eckert 12. April 2019 um 20:18 Uhr

    Das ist schön, dass es bei Euch alles so gut zusammen passt und Ihr einen superguten Weg für Euch gefunden habt, Ines. Für unsere Situation wäre so ein Modell sehr schwer umzusetzen, da mein Mann als Führungskraft bei einem Mittelständler arbeitet und sein Terminkalender sehr voll ist und es im Unternehmen sehr schwierig ist ein moderner Vater zu sein, zum Beispiel als Vater in Elternzeit zu gehen. Ich selbst bin Innenarchitektin und weiß noch aus meiner Zeit als Vollzeitkraft, dass man bei uns in Deutschland selten mit einer 40 Stunden Woche aus dem Büro geht. Zur Zeit bin ich selbstständig und als freie Mitarbeiterin in diversen Agenturen tätig. Das passt so alles für uns auch gut. Ich muss und möchte nicht mehr arbeiten. Und ich finde, wir sollten hier bei uns endlich als Mütter auch einen Weg finden gut miteinander umzugehen. Es ist völlig in Ordnung, wenn eine Frau die Wahl hat und für sich entscheidet in Vollzeit, Teilzeit oder gar nicht zu arbeiten. Diese Entscheidung sollten dann auch die anderen so stehen lassen. Jeder muss doch für sich selbst einen guten Weg finden. Und wenn unser Rollenverständnis und unsere Gesellschaft etwas dänischer werden würden, wäre das sicher für alle ein Gewinn!

  33. Antworten Stephanie 12. April 2019 um 22:15 Uhr

    Liebe Ines,

    vielen lieben Dank für den Einblick in deine Woche! Das motiviert mich sehr, da ich im Sommer einen neuen Job mit mehr Stunden anfange und schon etwas Bammel davor habe. Mich würde interessieren, wie viele bezahlte Kind-krank Tage es in Dänemark gibt und was ist, wenn diese aufgebraucht sind. Ist die Regelung ähnlich wie in Deutschland?
    Liebe Grüße!

  34. Antworten Lisa 13. April 2019 um 10:07 Uhr

    Ich kann die kritischen Stimmen nicht wirklich verstehen. Ines hat doch mit keinem Wort gesagt, dass ihr Modell das einzig wahre und alle, die es nicht so regeln wie sie doof sind.
    Sie hat ihren Alltag beschrieben. Punkt.
    Was gibt es da zu kritisieren? Sind wir an einem Punkt, wo wir uns nur besser fühlen, wenn es woanders mega stressig läuft? Warum unterstellen wir „Märchenstunde“, wenn jemand eine gut gelaufene Woche beschreibt?
    Ich habe drei Kinder (7,5,1) und bin oft allein mit ihnen, auch mehrere Tage und arbeite selbst Teilzeit. Unsere Morgen sind z.B. mit das Beste an unserem Tag, trotz 7:20 aus dem Haus müssen. Es ist null stressig. Muss ich mich dafür jetzt entschuldigen??

  35. Antworten Vera 13. April 2019 um 11:24 Uhr

    Ich finde den Bericht sehr schön, wenn auch für meinen Geschmack zu oberflächlich. Viele schätzen diesen Blog sicherlich – genau wie ich – für die ehrlichen und interessanten Inhalte, die inspirieren, motivieren und auch zum Nachdenken anregen.
    Wahrscheinlich könnten sich noch mehr Leserinnen mit Ines identifizieren, wenn sie mehr über eher unliebsame Pflichten berichten würde oder die kleinen Stellen, an denen der gut strukturierte Alltag ins Wanken gerät, weil die Kinder vielleicht gerade ganz andere Bedürfnisse haben. Für mich sind es genau diese Situationen, die mich interessieren. Ich möchte wissen, wie andere damit umgehen und mich wahrscheinlich nicht “allein” mit diesen Problemen fühlen. Für mich hat das nichts mit Neid oder Ähnlichem zu tun. Ich finde es schlichtweg interessanter und kann auch solchen Darstellungen mehr für mich mitnehmen. Für Perfektion, Blümchen und Glitzer schaue ich bei Instagram rein 😉

  36. Antworten Pepper 13. April 2019 um 19:52 Uhr

    Wie viele Stunden eine Vollzeitstelle hat, ist in Deutschland auch abhängig davon, in welcher Branche man tätig ist. Mein Mann und ich arbeiten beite in einem tarifgebundenen Maschinenbauunternehmen und haben eine Wochenarbeitszeit von 35h. Sowas gibt es also auch in Deutschland, nicht nur im Märchen.

  37. Antworten Ines 13. April 2019 um 20:37 Uhr

    Hallo Stephanie!

    Ich kenne mich mit der deutschen Reglung ehrlich gesagt nicht aus – aber hier gibt es kein festgelegtes Kontingent an Kinderkrankentagen. Der „erste“ Krankheitstag ist bezahlt – wenn man mehrere Tage wegbleibt sind diese dann unbezahlt. Wenn man sich das aber teilt, Stellt sich am dritten Krankheitstag die Frage was man macht. Mein Mann hat auch die Möglichkeit Überstunden abzubummeln. Heißt aber, dass bei jeder neuen Krankheit der erste Tag bezahlt ist. Wenn die Kinder noch klein sind ( 1-3 Jahre) sind sie öfter krank als später. Mein großer war nun schon seid sehr langer Zeit nicht mehr zu Hause weil er krank war…
    lg & und einen guten Start bei erhöhter Stundenzahl.
    Ines

  38. Antworten Ines 13. April 2019 um 20:42 Uhr

    Liebe Lisa!
    Vielen Dank für deinen Kommentar.
    Meine Erfahrung ist auch, dass mit Struktur – gerade am Morgen- Zeitdruck kein Problem sein muss. Ich finde es für uns so wichtig , dass wir versuchen zu jedem Tageszeitpunkt gelassen zu sein & es zu genießen. Meine Kinder spühren es sofort wenn ich gestresst bin. Wenn es wirklich wichtig ist sehr pünktlich los zukommen , dann sag ich das auch meinen Kindern und bitte sie nur dabei zu helfen. Klappt eigentlich immer gut.
    Euch alles liebe , Ines

  39. Antworten Ines 13. April 2019 um 20:52 Uhr

    Liebe Meike.
    Danke für deinen Kommentar.
    Ich hoffe sehr, dass meine bespielwoche nicht als Wertung verstanden wird, für alle die die es anderes machen. Ich bin ein sehr toleranter Mensch und würde niemals eine Wertung abgeben. Das steht mir auch nicht zu.
    Ich hab gleichermaßen aber großen Respekt vor allen die unter schweren Bedingungen ihren Alltag wuppen.

    Jeder soll seinen Weg finden – und ich kann auch sagen, dass die Entscheidung im Ausland zu leben auch seine Herausforderungen hat. Nichts fällt einem natürlich in den Schoß – Sprache, kulturelle Unterschiede …
    und trotzdem ist es der richtige Weg für uns.
    Alles liebe, Ines

  40. Antworten Kathrin 15. April 2019 um 23:51 Uhr

    Liebe Ines, danke für den Einblick in Dein Leben.

    Ich möchte auch meine Meinung zur wöchentlichen Arbeitszeit in Deutschland beitragen:
    ich arbeite 38,5 Std. in der Musikbranche.
    Also mit viel Arbeit abends und am Wochenende.
    Auch ohne Familie vor Ort und als alleinerziehende Mutter eines 5jährigen Sohnes. Ich schaffe das aber dank eines guten Gehaltes, und meiner Babysitter-Whatsup-Group mit 4 Babysittern, die sich jedes Jahr neu aufbaut (Studenten), Nachbarn und Freunden.
    Ja, ich muss viele “Zwischenzeiten” abdecken: der Kindergarten endet um 16.00, mein Job um 17.00/17.30 oder abends spät.

    Wichtig ist mir zu sagen, dass man sich durch Organisation in einem Berufsverband oder in einer Gewerkschaft solidarisch organisieren kann, um die Dinge langsam zu ändern.
    Ich bin zusätzlich zum Vollzeit-Job Elternvertreterin im Kindergarten (mir wichtig, dass demokratische Strukturen fortbestehen, auch wenn’s keiner machen will) und Gesundheitsbeauftragte in meiner Firma (habe einen Yoga-Kurs in der Mittagspause auf die Beine gestellt und z.B. für besseren Schallschutz gesorgt). Personalvertreterin war ich vorher auch schon und habe mit einem Team Verhandlungen zur Neuordnung unserer Betriebsverfassung begleitet.

    Ich glaube daran:, dass wir alle mit Engagement etwas in unserer Gesellschaft verändern können.

    @Sammi: vielleicht gibt es bei euch einen Betriebsrat und ihr könnt z.B. regelmässige bezahlte Mittagspausen durchsetzen ? Oder flexiblere Arbeitszeit-Modelle? Ganz wichtig ist auch regelmässig in Gehalts-Verhandlungen zu treten, was mit einer solidarischen Organisation im Betrieb oder überbetrieblich einfach viel wirksamer ist, als wenn jeder für sich einzeln kämpfen muss..

  41. Antworten fluffylista 18. April 2019 um 15:45 Uhr

    Ach ich mag diese Rubrik sehr gerne. Auch wenn ich selbst noch weit entfernt von Familie und Kindern bin, ist es immer interessant zu lesen, wie andere, gerade berufstätige Mütter, ihren Alltag wuppen.

    Weiter so !

  42. Antworten Janna Labrenz 20. April 2019 um 20:46 Uhr

    Ich arbeite im öffentlichen Dienst und bei uns ist sogar 41 Stunden eine Vollzeit Woche. Aber kaum jemand mit kleinen Kindern macht das bei uns. Die meisten machen so 30 bis 35. Da das immer noch gut bezahlt ist, finde ich das ok. Ansonsten ist bei uns vieles ähnlich. Unsere Kita hat bis 17 Uhr geöffnet. Ich hole die kinder meistens gegen 15.30. Aber gut zu wissen, dass man notfalls einen zeitpuffer hat, wenn mal Stau ist oder ein Termin länger dauert, etc. Mein Mann holt die Kinder freitags um 16 Uhr und ich arbeite lange. Morgens wechseln wir uns ab. Mein Mann ist alle 2 Wochen 3 Tage auf Dienstreise. Da versuche ich immer einen Tag in der Woche frei zu machen, für mich, Arzt, Physio, einkaufen, putzen, was auch immer… zum Glück habe ich flexible Arbeitszeiten. Ich denke, dass das keine Märchenstunde ist, was Ines erzählt, sondern eben ihr Alltag ist. Es ist in Dänemark einiges leichter (habe selber auch in Kopenhagen und in Schweden gearbeitet), aber auch in Deutschland gibt es 1000 verschiedene Modelle. Und jeder kann an ein paar Stellschrauben drehen.
    Wir haben übrigens auch keine Putzhilfe, wurschteln uns so durch mit Haus und Garten. Da haben wir jeglichen Perfektionismus abgelegt. Aber einen Babysitter wollte ich auch mal irgendwann organisieren. Mit dem großen bekomme ich viel Hilfe von Nachbarn und ich helfe gerne zurück. Die kleine finde ich dafür noch zu klein, wenn die Nachbarn selbst mehrere kleine Kinder haben.

    Den analogen Abend finde ich toll und inspirierend. Tak for inspiration!

  43. Antworten Isa 26. April 2019 um 12:10 Uhr

    Hallo!
    Mich würde interessieren, ob die Kinder Hobbys nachgehen oder ob ihr das bewusst nicht macht. Denn das finde ich sehr schwierig einzubauen, wenn beide in Vollzeit arbeiten.
    Meine große Tochter geht 3x/Woche Turnen, die Kleine 1x und fängt im Sommer mit dem Schwimmkurs an. In Vollzeit könnte ich das gar nich abbilden.
    Liebe Grüße
    Isa

  44. Antworten Ines 28. April 2019 um 08:19 Uhr

    Hej Isa.
    Bei uns geht der Grosse einmal die Woche fest zum Fußball und wenn es sich einrichten lässt einmal die Woche mit meinem Mann zum schwimmen. Das lässt sich hier einrichten , da das Training erst um 17.45 anfängt.
    Es gibt hier ansonsten ein Freizeitangebot in der Betreuung nach der Schule – Werkstätten, Sport, Musik ..
    wir finden dass das damit auch mehr als reicht.
    Liebe Grüße , Ines

  45. Antworten Nadja 28. April 2019 um 11:18 Uhr

    Hallo miteinander,

    ich finde diese Reihe toll und finde es schade, wenn sie dazu führt, dass andere Mütter Ihren Frust in den Kommentaren ablassen. Man sollte das eher als Inspiration und Reflektion der eigenen Gewohnheiten betrachten. Sicherlich haben wir gegenüber dem skandinavischen Modell noch Aufholbedarf, was die Akzeptanz von familienfreundlichen Arbeitsmodellen betrifft. Ich muss aber auch sagen, dass es sich viele Frauen unnötig schwer machen, wenn sie nicht mit ihren Arbeitgebern darüber sprechen, was für ein Modell gut für sie funktionieren würde.

    Ich habe eine Tochter (5) bin derzeit mit Nummer 2 schwanger, und mein Mann ist von Mo bis Do weg, weil er als IT Consultant unter der Woche bei seinen Kunden sein muss. Ich selber arbeite 35 Stunden in einem Unternehmen in der Vertriebsleitung. Wir haben ein Netzwerk aus 4 Babysittern, einer Oma und einer gewissen Flexibilität, die wir beide auf der Arbeit mal in Anspruch nehmen können.

    Als ich das erste Mal aus der Elternzeit nach einem Jahr zurückgekehrt bin, habe ich sehr deutlich formuliert wie ich zukünftig arbeiten will und dass ich mehrheitlich im Home Office arbeiten möchte, weil dies für alle effizienter ist. Ich habe gesagt, welche Unterstützung ich mir von meinem Arbeitgeber wünsche, um in die Kita gehen zu können, die arbeitgeberfreundliche Öffnungszeiten hat und welchen Support wir zusätzlich in Anspruch nehmen, damit meinen Geschäftsreisen und Kundenterminen nichts im Weg steht. Es war gut, dass ich mir viele Gedanken darüber gemacht habe, auch für meinen Arbeitgeber.

    In Gesprächen mit anderen Frauen stelle ich immer wieder fest, dass sie „rumeiern“, ihren Wert nicht wirklich kennen und denken, dass sie ihre Bedürfnisse zurückstellen müssen. Das ist in meinen Augen falsch. Viele Arbeitgeber sind froh, wenn Frauen mit konkreten Vorstellungen und einem Plan zurückkommen. Und viele Arbeitgeber wollen auch keine erfahrenen Mitarbeiter verlieren. Manchmal muss man sich nur trauen…ich hatte damals auch Bammel, dass das nach hinten losgeht.

    Sicherlich spielt die Realität einem auch oft einen Streich und dann funktioniert der Plan gerade mal nicht, aber dafür gibt es meist auch immer eine Lösung.

    Seid doch bitte respektvoll mit den Frauen, die ihre Modelle mit Euch teilen und nutzt sie zur Selbstreflektion.

  46. Antworten Ines 29. April 2019 um 08:50 Uhr

    Liebe Nadja.
    Vielen Dank für deinen Kommentar.
    Meine Erfahrung ist es, dass man mit Planung und Organisation einiges gerockt werden kann.
    Dir alles gute !
    Schönen Wochenstart .
    Lg Ines

  47. Antworten Luisa 30. April 2019 um 10:39 Uhr

    Liebe Ines, herzlichen dank für den Einblick in deine Woche. Wir teilen uns auch rein und arbeiten beide 40h, dazu kommen bei jedem noch jeweils 30 min Mittagspause und zur Kita fahren wir mit dem Rad ca. 20 Min (Mein Mann ist insgesamt 1,5 h mit dem Rad unterwegs… das nervt schon manchmal im Zeitmanagement). Deine Woche klingt herausfordernd, aber auch so schön. Für mich hört es sich nach einem guten Maß an Arbeit (was für Eltern durchaus wichtig sein kann – für uns auch), Zeit mit den Kindern und kleinen Auszeiten für sich an. Über kurz oder lang möchten wir beide auch auf etwas weniger Arbeitszeit kommen, denn ich finde selbst eine gewonnene Stunde mehr am Tag zum Kuscheln, Spielen oder Basteln ist ein großer Gewinn.
    Herzlichst,
    Luisa

  48. Antworten Luisa 30. April 2019 um 10:43 Uhr

    Ich möchte auch noch etwas zu Pepper und den Kindkranktagen sagen: Im Chemie-Tarif sind es nämlich auch maximal 38h/Woche und in einigen Firmen wird auch in Deutschland der erste Kindkrank-Tag bezahlt. Also kann man nicht immer alles pauschalisieren.

  49. Antworten Christina 23. Juli 2019 um 00:16 Uhr

    Schön zu lesen, dass noch Männer existieren, die ihren Frauen unter die Arme greifen.. trotz Arbeit.

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  • Meine Beispielwoche. Heute mit Zweifachmama Ines Burkhardt, die Vollzeit arbeitet – mit flexiblen Arbeitszeiten & einem guten Ausgleichsprogramm.

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