Wonach ist dir heute?

Mir war zum Heulen zumute. Ich hatte den ersten Tag meiner Menstruation, in mir schossen Schmerzen und schwierige Gefühle wie Raketen durch den Körper. Eine Job-Geschichte in Berlin war nicht so gelaufen, wie ich es mir erhofft hatte. Ich war sauer auf mich, auf die Welt. Alles was ich wollte, war so schnell es geht nach Hause nach Hamburg, zu meiner Familie, ins Bett, die Gefühle geradeziehen. Alles was ich nicht wollte, war in einem überfüllten Zug zu sitzen.

Ich suchte mir den erstbesten freien Platz. Es war einer von zwei Begleitplätzen für Rollstuhlfahrer*innen. Ich dachte, zwei werden wohl heute nicht gebraucht und wenn, ist der ja schnell frei gemacht. Es strömten immer mehr Menschen ins Abteil. Handtaschen und Rucksäcke schlugen mir ins Gesicht und an die Schulter, die Luft wurde immer stickiger, alles in mir schrie: „Ich will hier weg“. Jetzt in der ersten Klasse sitzen oder irgendwo wo Ruhe ist mit einem Becher Tee, dachte ich. Das wär’s. Aber ich hatte nicht mal ein offizielles Ticket für diesen Zug. Aus lauter Frust war ich in den ersten statt den von mir reservierten gesprungen.

Ein Mann klatschte seine Wurstsemmel auf den Tisch neben mir, seine Tasche auf meine Hand, sein Schweiß spritzte auf meinen nackten Arm. „Ist hier noch frei?“ raunte er, es war gar keine Frage. Noch mehr Menschen strömten ins Abteil. Ich hörte irgendwas wie „…nochmal… steht jemand freiwillig auf?“ Dachte, ich hätte mich verhört. Und dann wieder: „Bitte, macht bitte jemand Platz für eine Rollstuhlfahrerin?“ Ich verstand immer noch nicht, was los war, aber rief einfach „Hier! Ich!“. „Oh Gott, ich danke Ihnen so,“ sagte der Schaffner „…setzen Sie sich einfach in die 1.Klasse“. Ich verstand die Welt nicht mehr. Dies war doch das Abteil für Rollstuhlfahrer*innen, mit extra Platz für die Rollstühle, nah am Ausgang mit Extrarampe. Wer wenn nicht sie gehörten hier her? Es blieb keine Zeit weiter zu fragen. Ich lief los und traf eine junge Frau im Rollstuhl auf dem Gang. Verunsichert, etwas ängstlich schauend. Sie konnte weder vor noch zurück alleine, wartete auf den Schaffner. Ich sprach ihr Mut zu und merkte zu spät, dass sie kein Deutsch versteht. Ich konnte sie nur anlächeln und schnell noch rufen: „He’s fighting for you. There is a seat for you now“. Wir lächelten uns an und ich wurde weitergeschoben von der Masse.

In der ersten Klasse fand ich einen etwas versteckten Platz am Fenster, genoss die Ruhe und konnte endlich meinen Gefühlen, Gedanken und Tränen zu der doofen Job-Geschichte freien Lauf lassen. Gerade, als ich dachte, ich kann mich entspannen, stand ein Mann vor mir. „Ich hab hier reserviert“, sagte der Mann. Mir liefen weiter die Tränen, während ich ihn anschaute. Ich musste an die („Eat, Pray, Love“-) Autorin Elizabeth Gilbert denken, die gerade irgendwo gesagt hatte, dass sie übt, anderen ehrlich zu sagen wie sie sich fühlt. Weil einem nur dann geholfen werden kann. Ich sagte: „Mir geht’s gerade wirklich schlecht, kann ich bitte einfach hier sitzen bleiben? Es ist doch noch so viel frei“. „Ich habe hier reserviert“, sagte der Mann.

Ich setzte mich um. Die Tränen liefen und liefen. Plötzlich stand der Schaffner bei mir. „Ich möchte mich noch mal bei Ihnen bedanken, dass Sie gerade geholfen haben!“ Aber das ist doch total normal, das sei doch extra das Abteil für Rollstuhlfahre*innen sagte ich. „Das interessiert aber kaum noch jemanden,“ erzählte er weiter. So viele Menschen seien so irre egoistisch. Er könnte immer nur höflich bitten, dass sie aufstehen von den Plätzen, aber die meisten würden sich so taub stellen wie gerade eben und dann könne er nichts tun. Vor nur einer Stunde hätte er mit vier ältere Damen versucht Plätze zu finden, auch da war niemand bereit aufzustehen. „Dabei wird es doch belohnt,“ sagte er und meinte damit seinen Joker, dass er Helfenden dann gern mal in die erste Klasse setzt. „So eine Belohnung sollte es aber gar nicht geben müssen“, sagte ich und langsam wurde mir die ganze Aufmerksamkeit unangenehm. Ich hatte doch gar nichts Dolles getan. Es gab dann sogar noch einen Tee für mich und bei meinem nicht passenden Zugticket wurde „ein Auge zugedrückt“. Es kam auch noch extra von ganz vorn der Zugführer, um sich zu bedanken, was mich wirklich nachdenklich machte.

Ist es wirklich so selten geworden, dass wir uns gegenseitig helfen?

Ich habe lange überlegt, ob ich diese Geschichte erzähle. Zum einen dachte ich: Warum sitz ich denn jetzt in der ersten Klasse und nicht die Rollstuhlfahrerin? Und hatte Rollstuhlfahrerin Kristina Vogel nicht gerade so sehr über die Deutsche Bahn geflucht?

Und natürlich ist es einfach, mich jetzt hier als großartige Helferin darzustellen. So habe ich es aber gar nicht empfunden. So war es ja auch nicht. Der Platz war gar nicht für mich. Der ist reserviert für Menschen, die sich nicht mal eben wie alle mit zwei gesunden Beinen einen anderen Platz suchen können. Ich gehörte hier gar nicht hin, hatte keinerlei Anrecht auf diesen Platz, auch deshalb stand ich sofort auf.

Für mich ist es selbstverständlich für Schwangere, Eltern, Menschen mit Behinderung, ältere Menschen, wer auch immer sich setzen muss, aufzustehen. Kinderwagen und Koffer mit rein- und raus zu heben. Einfach zu helfen. Andere auch mit im Blick zu haben. Was mich schockte war der Gedanke, dass es davon zwar viele, aber vielleicht nicht mehr genügend Menschen gibt und es umso wichtiger wird, dass wir, die die Sensibilität haben zu sehen, was andere gerade brauchen, noch wachsamer sein sollten und in der Situation zeigen wie einfach es ist mitzuhelfen. Es ist so irre einfach. Und man wird auf so viele Weisen dafür belohnt. Dafür braucht es keine erste Klasse. Viel schöner ist das erleichterte kleine Danke-Lächeln und viel beruhigender ist der Gedanke, wenn man mal Hilfe braucht, wird auch jemand da sein. Und das wird es. Das war es.

Lasst uns aufstehen. Für andere. Und uns selbst.

Foto – Autumn Mott Rodeheaver

  1. Kommentare zu diesem Artikel
  2. Romy 17. Juni 2019 um 07:22 Uhr

    Liebe Steffi – ein guter Appell! Auch ich bin immer wieder erstaunt wie wenig achtsam im Alltag oft miteinander umgegangen wird – ein wenig gegenseitige Aufmerksamkeit macht das Leben wesentlich schöner, da es meistens ein Lächeln mit sich bringt. Zudem wollen wir im Alter vielleicht auch gerne sitzen… oder brauchen auch schon jetzt Mal Hilfe. Trotzdem auch schön, dass der Schaffner auch auf Dich achtet! Hab eine gute Woche!

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  3. Kathrin 17. Juni 2019 um 07:32 Uhr

    Liebe Steffi, zutiefst berührt sitze ich vor Deinem Text.
    Danke, dass Du Dich dafür entscheiden hast, diese Geschichte zu teilen. Du gibst uns damit auf wundervolle Weise Gelegenheit noch achtsamer zu sein und nochmal reinzuspüren in das Aufstehen – auch im übertragenen Sinne.
    Einen Liebe-vollen Montag für Euch alle, Kathrin

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  4. Scarlett 17. Juni 2019 um 07:34 Uhr

    Liebe Steffi
    Super Aufruf!
    Es ist leider die Wahrheit. Sehr viele Menschen sind heute egoistisch und kennen das Wort helfen nicht.
    Aber ich glaube jeder bekommt das zurück was er verdient…
    Habt alle einen wunderschönen Tag

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  5. Juli 17. Juni 2019 um 08:29 Uhr

    Fremdscham, schlechte Kinderstube (O-Ton Mama), kein Fünkchen Ehre im Leib (O- Ton Opa Günther)! Sowas fällt mir spontan dazu ein. Und ja, wir werden aufstehen und wisst Ihr was? Mehr noch: Die anderen sollten Scham fühlen, nicht die Schwächen! Das ist nicht akzeptabel! Also warum sich in solcher Situation nicht breitbeinig hinstellen und laut fragen, Hej sie dort mit dem tropfenden Schinkenbrötchen, sehen sie, da ist jemand, dem sie helfen dürfen!
    Warum nicht denen, mit dem mangelnden Ehrgefühl zeigen, dass ihr Verhalten nicht tolerierbar ist? Ich mach mit! Sofort und immer und überall und zur Not auch mit Tränen im Gesicht. Towonda!

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  6. Eva 17. Juni 2019 um 08:34 Uhr

    Liebe Steffi,
    danke für diesen sehr berührenden Text. Auch wenn ich das hier in Österreich gerade ganz anders erlebe. Ich bin schwanger (SSW 36) und in Bus/Zug/Straßenbahn springen – besonders junge Leute – gerade auf, um mir einen Platz zu überlassen. Aber vielleicht ist den Menschen eine Schwangerschaft weniger unangenehm als eine Behinderung oder “alte Menschen”. Wenn ich jemand mit Einschränkung meinen Platz anbiete muss ich mich wahrscheinlich auch ein Stück weit mit dessen Situation auseinander setzen. Und das ist unangenehm. Wegschauen ist da sicher leichter. Ich werde noch länger auf Hilfe und auf das Entgegenkommen von anderen angewiesen sein, nach der riesen Kugel folgt ein noch riesigerer Kinderwagen, der in die nicht barrierefreien Verkehrsmittel gehoben werden will. Ich hoffe, dass ich auch dann noch auf Verständnis und Unterstützung stoße und ich hoffe, dass dann eine “Steffi” bereit steht, die mir hilft. Liebe Grüße aus Salzburg, Eva

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  7. Valérie von Life40up! 17. Juni 2019 um 08:38 Uhr

    Liebe Steffi, ich fühle so mit dir. Das alles habe ich selber schon erlebt und da schwillt mir der Hals. Leider verroht die Menschheit immer mehr. Gerade jüngere Menschen, die ja gerne betonen wie tolerant sie sind, lassen oft emotionale Intelligenz vermissen. Mitgefühl und Rücksichtnahme? Fehlanzeige. Was ich nicht verstehe: Wenn ein Platz oder Abteil für Behinderte gekennzeichnet ist, wieso kann dann der Schaffner keine Geldstrafen verhängen, wenn Starrköpfe den Platz nicht räumen? Auf Behindertenparkplätzen darf man ja auch nicht ohne Behindertenausweis parken.
    Wie auch immer: Ich stehe auf, wenn andere den Platz dringender brauchen. Wir alle sollten das tun. Danke, dass du es getan hast. <3

    Liebste Grüße,
    Valérie

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  8. Tina 17. Juni 2019 um 08:41 Uhr

    Liebe Steffi, DANKE für den Artikel, Danke für eine weitere berührend ehrliche Schilderung. Ich kenne diese Situationen – wer nicht- und werde weiter Aufstehen, in Zukunft werde ich mich dabei an Deine Worte erinnern und mich nicht mehr allein fühlen!
    Liebe Grüße, Tina

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  9. Carina 17. Juni 2019 um 08:47 Uhr

    Liebe Steffi,
    ich danke dir für diesen Text!
    Vor kurzem habe ich selbst eine solche Situation erlebt. Im 7. Monat schwanger mit Babybauch – montags Morgen im ICE nach Frankfurt: Ich hatte ein gültiges Ticket und eine Sitzplatzreservierung, nur leider war der ICE nur mit der Hälfte der Wagen unterwegs. Mein Wagen samt Sitzplatzreservierung fehlte. Ich bat den Schaffner um Hilfe, denn der Zug war so voll, dass es kein Vor- und Zurück gab. Der Schaffner fragte: „Würde bitte jemand bitte für eine schwangere Frau aufstehen?“ Leider ohne Erfolg…
    Meine Zeit als Schwangere hat mich sehr nachdenklich gestimmt- in 9 Monaten Schwangerschaft ist genau einmal eine Frau für mich aufgestanden (ich fahre täglich Straßenbahn). Einmal bin ich sogar schwanger im 9. Monat aufgestanden – für eine blinde Frau mit Führhund, die in der schwankenden Bahn fast hingefallen wäre!
    Ich versuche seitdem umso wachsamer zu sein, um hilfebedürftige Personen zu unterstützen. In was für einem Land leben wir eigentlich?

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  10. Kerstin 17. Juni 2019 um 08:51 Uhr

    Liebe Steffi! Ich stehe schon! Und alle, die stehen, erzählen es weiter: ihren Kindern, den noch Hockenden und Sitzenden. Danke dir!

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  11. Ela 17. Juni 2019 um 09:32 Uhr

    Hallo zusammen.
    Ich habe Ähnliches erlebt wie ihr! Ich wohne in einer Großstadt und habe in meinen beiden Schwangerschaften sehr wenige Menschen erlebt die für mich aufgestanden Sind. Ich bin schon immer für egal wen in Tram und U-Bahn und sonst wo aufgestanden, für mich ist das eine Selbstverständlichkeit. So wurde ich erzogen und so werde ich meine Kinder auch erziehen. Wir leben alle auf dem selben Planeten und müssen miteinander klarkommen. Dazu gehört auch gegenseitige Rücksichtnahme, Empathie, Offenheit und eine analoge Realität! Komischerweise ist mir dieses Verhalten meistens in Deutschland aufgefallen. In den USA beispielsweise waren alle Menschen über freundlich und über höflich! Die Menschen scheinen in Deutschland Kinder unfreundlich zu sein. Es ist mir sogar passiert, dass ich mit dem Kinderwagen in der U-Bahn angesprochen wurde warum ich denn genau zu Rush Hour die U-Bahn benutzen würde. Ich solle das doch zu einer anderen Uhrzeit machen und nicht den Weg blockieren mit meinem Kinderwagen. Da denkt man sich dann doch nur das man natürlich liebend gerne um diese Uhrzeit mit Kinderwagen und Kleinkind in der U-Bahn unterwegs ist weil alles ja so wahnsinnig witzig ist. Wenn Familien mit Kindern nur noch als Behinderung der gesehen werden dann läuft bei uns etwas gehörig in eine falsche Richtung. Nur der der arbeitet und produktiv ist etwas wert? Wie wird der Wert eines Menschen definiert? Das mögen philosophische Fragen sein aber die sollten wir uns öfter einmal stellen denn ansonsten wird nur all das als gut geheißen was mit Geld verglichen werden kann und das sollte nicht der Maßstab unsere Ethik sein. Mich macht das alles sehr traurig, aber in den Momenten wo Menschen anders reagieren als man es denkt und unverhofft und freundlich sind freue ich mich und glaube dass doch noch alles gut wird… Liebe Grüße an euch und einen schönen Tag aus München!

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  12. Elisabeth 17. Juni 2019 um 09:37 Uhr

    Hallo Steffi- danke für deinen Artikel-ich bin jemand der, wenn wer hilfesuchend ausschaut ‚hier wie kann ich helfen ‚ aber leider fällt mir das oft auf den Kopf und werde zu leicht ausgenutzt….deine Worte motivieren mich aber genauso weiterzumachen- AUFSTEHEN FÜR ANDERE ist so wichtig denn 1 von 10 braucht Hilfe!!! Danke

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  13. Maike 17. Juni 2019 um 09:47 Uhr

    Bin da voll bei dir: Ich stehe auch auf – und habe wohl oft Glück mit aufmerksamen Menschen, weil: wenig negative Erfahrungen in punkto Hilfsbereitschaft. Aber ich möchte trotzdem noch einen Aspekt mit einbringen, weil ich es gerade selbst erlebt habe. Unser Sohn war zum ersten Mal allein bei seiner Oma, die er sehr selten sieht. Ich war etwas nervös, ob das klappt und als das erste Handy-Video mit einem happy Mini kam, habe ich natürlich sofort drauf geklickt… Ich stand gerade in einer Schlange zur Toilette – und stellte mich (ohne es zu merken) mit Blick aufs Handy in die Tür, so dass das Rauskommen schwierig wurde. Eine Frau wies mich darauf hin. Ich nickte, ging zur Seite und schaute weiter auf die Nachricht zum Video. Beim Hände waschen traf ich die Frau wieder und schaute sie an, woraufhin sie sofort meinte: “Ich habe das nicht böse gemeint.” So hatte ich es tatsächlich auch gar nicht aufgefasst. Ich war froh, dass sie mich auf meine Unachtsamkeit hingewiesen hat. Wir sprachen kurz darüber und verabschiedeten uns freundlich mit gutem Gefühl. Warum ich das erzähle? Es ist – glaube ich – nicht immer Egoismus oder Bösartigkeit, wenn Leute nicht aufstehen oder helfen. Vielleicht sind sie unachtsam, abgelenkt, unsicher – und brauchen eine direkte Ansprache? Deshalb habe ich mir vorgenommen, selbst aufmerksamer zu sein und im Zweifel Menschen direkt anzusprechen. Dann gibt es immer noch Leute wie den Herrn mit Empathie-Problem in der ersten Klasse. Aber bestimmt auch einige, denen ein Licht aufgeht – und die in Zukunft vielleicht auch achtsamer sind. Merci für den Text, liebe Steffi 🙂

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  14. Maren 17. Juni 2019 um 09:50 Uhr

    Liebe Steffi,
    erst einmal fühle ich mit Dir für die Situation die Du durchgemacht hast. Manchmal kommt einfach alles zusammen und es ist stark, dass Du das hier wie immer offen und ehrlich teilst.
    Zu dem Rollstuhlpart- leider erlebe ich das gerade in Berlin recht häufig in Bezug auf ältere oder gehbehinderte Menschen, Schwangere, Menschen mit Gepäck, Kindern, Kinderwagen etc., aber es gibt immer wieder diese Lichtblicke, wenn jemand, von dem man es überhaupt nicht erwartet (unser doofes Schubladendenken) ganz freundlich fragt, ob man Hilfe braucht. Brauchte ich in dem Fall nicht, aber ich hätte vor Rührung fast geweint und den jungen Mann am liebsten umarmt, weil er so lieb und emphatisch dabei war.
    Manchmal glaube ich , dass Menschen gern helfen würden, aber sich nicht trauen zu fragen, da kann man selbst nur als gutes Vorbild voran gehen und/oder sich trauen selbstbewusst nach Hilfe zu fragen.

    Liebste Grüße,
    Maren

    Antworten
  15. Gabriele 17. Juni 2019 um 10:00 Uhr

    Das erinnert mich an eine S-Bahn Fahrt auf der Universitätslinie. Fast nur junge Leute zwischen 20 und 25 drin, alle Plätze besetzt. Im Gang stehen nur ich, im 9. Monat schwanger, und ein Herr, schätzungsweise 85 Jahre alt. Ich hab in die Runde geguckt, auf der Suche nach jemandem, der mich nicht ignoriert und mir vielleicht Platz macht. Aber keiner hat geguckt. Da hab ich angefangen zu heulen, hormonell wie ich war. Gesagt hab ich aber nichts und mich danach geschämt. Ich glaube, der Großteil der Studenten hat einfach überhaupt nichts mitbekommen.

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  16. Isa 17. Juni 2019 um 10:19 Uhr

    Liebe Steffi,

    so wahr und so wichtig! Dankeschön! Ich bin häufig völlig erstaunt und auch verstört wie selten helfen und aufeinander achten geworden ist, wobei das doch die Regel und nicht die Ausnahme sein sollte. Danke danke danke

    Antworten
  17. ulli 17. Juni 2019 um 10:20 Uhr

    Hallo Steffi,

    meine Tochter hat eine Schwerbehinderung, die man ihr mittlerweile nicht mehr ansieht oder anmerkt (Herzfehler), aber das erste halbe Jahr hatte sie eine Magensonde, und wir wurden wie Aussätzige behandelt. Ich kenne genug Mütter aus der Kinderherzklinik, deren Kinder nicht so ein Glück wie meine Tochter haben, die nach Herz OPs schwere Behinderungen davontragen. Frag mal diese Mütter und Väter, was sie täglich durchmachen müssen. Wofür sie bei Krankenkassen alles kämpfen müssen. Wie oft der Behindertenparkplatz von jemandem besetzt ist, der doch nur mal ganz kurz irgendwo reinspringen muss und meint, er könne den Parkplatz für sich in Anspruch nehmen. Die im Zug mit Kind und Kinderwagen hantieren und nur mitleidige Blicke bekommen und eher von denen Unterstützung bekommen, die selber alle Hände voll zu tun haben.

    Wäre doch vielleicht mal eine tolle Podcast Folge: Ein Appell ans mehr Aufmerksam sein und machen. Ans wieder mehr menschlich sein. Am eigenen Sozialverhalten arbeiten. Mitdenken. Untersützen. Und ganz wichtig: kein Mitleid! Mir geht das Mitleid von anderen immer schwer auf den Keks!
    Herzlichst
    ulli

    Antworten
  18. Katja 17. Juni 2019 um 10:27 Uhr

    Lieben Dank für Deinen Aufruf, Steffi!
    Das ist so richtig und wichtig! Menschen zu helfen, die unsere Aufmerksamkeit und Hilfe brauchen, sollte für jede/n normal sein. Aber es ist immer wieder erschreckend, dass man das sagen muss und es nicht selbstverständlich ist.
    Mit jeder kleinen Hilfe können wir doch das Leben von anderen Menschen einen kleinen Moment besser machen. Viel mehr Menschen müssen erkennen, dass das eigentlich so einfach sein kann.
    Danke <3

    Antworten
  19. Yasmin 17. Juni 2019 um 10:51 Uhr

    Ich bin auch immer wieder geschockt, wie viele Menschen offensichtlich nur an sich denken. In unbequemen Situationen mit Kinderwagen sind es durchweg junge Frauen, die mir helfen. Ein Obdachloser liegt bei klirrender Kälte auf dem Gehweg – die „Geschäftsmänner“ laufen daran vorbei. Erst als ich mich kümmere, stoppt dann auch ein anderer zögernd. Der Höhepunkt: Gepäckband Flughafen nachts um 0:30, schlafendes Kleinkind und Handgepäck auf dem Arm, keiner will seinen Sitzplatz hergeben und als ich den Platz einfordere, auf dem eine Reisende (Brötchenmampfend, stehend) ihre Tasche abgestellt hat, werde ich angeraunt mir einen anderen Platz zu suchen. Ich setze mich trotzdem, schiebe die Tasche beiseite und werde von ihr beschimpft. Ohne Worte!

    Antworten
  20. Steffi 17. Juni 2019 um 10:54 Uhr

    Hallo Steffi,

    vielen Dank fürs Teilen. Ich finde mich in Deinem Text sehr wieder und freue mich, nicht alleine zu sein, wenn ich mich für ein harmonisches Miteinander einsetze. Neulich in der Tram bat ich eine junge Frau meiner Schwiegermutter, über 80 und wackelig auf den Beinen, ihr ihren Platz zu überlassen. Sie ist zwar widerwillig aufgestanden, aber einen blöden Spruch hab ich mir dennoch eingefangen. Das kenne ich schon, passiert mir öfter. Ich habe mich bewußt entschieden, trotzdem Zivilcourage zu zeigen, weil ich es so wichtig finde. Zum Glück gibt es auch viele Menschen, die nicht so sind. Zur Zeit bin ich oft mit Baby im Tragetuch unterwegs und mir werden wirklich häufig Sitzplätze von lieben Mitmenschen angeboten. Danke für den Beitrag, ich finde es wichtig über diese Umstände in unserer Gesellschaft zu reden und uns darin zu bestärken, für menschliche Werte aufzustehen. Sehr mutig!

    Herzlich,
    Steffi aus Berlin

    Antworten
  21. Anne 17. Juni 2019 um 11:30 Uhr

    Liebe Steffi,
    vielen Dank für diesen wichtigen – und leider so wahren – Text. Ich war vor kurzem völlig geplättet davon, dass ich, deutlich sichtbar schwanger, in einem vollbesetzten Waggon der Berliner U-Bahn bei über 30 Grad die einzige war, die für einen älteren Herrn aufgestanden ist… Schön, dass dieser Text nochmal darauf hinweist, wie wichtig es ist, auf andere zu achten. Ich finde es so wichtig, dass man das auch in der Hektik des Alltags nicht einfach vergisst!

    Antworten
  22. Susanne 17. Juni 2019 um 11:42 Uhr

    Liebe Steffi, was für eine Erfahrung und wie wunderbar, dass du so reagiert hast. Ich stand gestern mit meiner kleinen Tochter im überfüllten ICE nach Berlin und trotz Platzreservierung hat uns niemand zum Platz vorgelassen stattdessen gab es zahlreiche Unmutsbekundungen als meine Tochter anfing zu weinen. Ich stand dann mit weinenden Kind auf dem Arm, dem Koffer in der anderen Hand balancierend und einem schmerzenden Rücken samt Rucksack im Abteil und habe ihr ganz leise ein Lied vorgesungen. Eine wirklich unschöne Situation und ich habe mich seitdem gefragt was ich meinem Kind vermitteln möchte – wie es in einer egoistischen Welt zurechtfinden soll – wo so wenige für den anderen aufstehen..?

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  23. Susanne 17. Juni 2019 um 11:46 Uhr

    Ich habe leider letzte Woche am Flughafen was Ähnliches erlebt: zwei kleine Kinder dabei, buggy, Handgepäck, volles Gate, 1 freier Platz. Als ich mich mit den kindern setzen will sagt das ca. 15-jährige Mädchen auf dem olatz daneben:” da ist besetzt, da sitzt mein vater!” “Aber der ist ja gerade nicht da und vielleicht wären sie sonst so nett aufzustehen? Mit zwei Kindern ist es sonst wirklich blöd, vor allem weil ich die kleine füttern muss.” Das Mädchen, todernst,”dann kommen sie doch früher zum Flughafen!” Ihr Mutter hat die ganze seit geschwiegen und das ältere Ehepaar daneben meinte auch , dass das doch “etwas übertrieben” von mir sei. Unfassbar.
    Ich dachte immer, es sei selbstberständlivh, bedürftigen Menschen Platz zu machen. Ich finde das selbstverständlich. Danke für deinen kleinen reminder an die Nächstenliebe.

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  24. Karin 17. Juni 2019 um 12:19 Uhr

    Liebe Steffi,

    vielen Dank für Dein Appell! Das spiegelt leider die Normalität unserer Gesellschaft wieder. Wir selber können und sollten uns immer für die Schwächeren einsetzen und dies auch unseren Kindern konsequent vorleben. Andere können wir nicht erziehen, sind oft einfach nicht mehr erziehbar bzw. haben eine schwierige Kinderstube gehabt. Sich für andere einsetzen, verlässlich sein, Verantwortung zu übernehmen fällt doch oft selbst in der eigenen Familie schwer. Wenn man sich die gesellschaftliche Struktur anschaut fragt man sich doch auch: Warum sind so viele Frauen Alleinerziehen, warum trennen sich so viele Paare? Natürlich gibt es gute Gründe, sich besser zu trennen, das kann und sollte man nicht pauschal verurteilen.

    So wenig ist stetig und auf solidem Boden gebaut. Wie sollen diese Kinder den Blick für andere bekommen, wenn sie in einem egoistischen „ICH DENKEN“ heranwachsen.

    Aus welcher Familienstruktur mag wohl der Mann mit seiner Wurstsemmel stammen? Wir wissen es nicht, es lässt aber doch nichts Gutes erahnen. Wir können leider nicht die Welt für alle retten, aber wir können unseren kleinen Beitrag leisten und ein Vorbild sein. Auch wenn es mich in dieser Situation selber sehr viel Kraft gekostet hätte und innerlich explodiert wäre.

    Wir sollten uns immer für die Schwächeren einsetzen, müssen aber auch den „Wurstsemmelfressenden Menschen“ die Stirn bieten und sie durchaus damit konfrontieren. O.k., mit Tränen in den Augen geht das schlecht, ich gebe es zu. Was ich aber sagen will ist, die Egoisten unter uns müssen darauf sensibilisiert werden, dass ihr Verhalten nicht o.k. ist. Sachlich aber klare Kritik an ihrem Verhalten muss einfach kommuniziert werden – PUNKT.

    Meine, eher harmlose, kleine Bahngeschichte mit meinen 2 Kindern war von Frankfurt nach München. Ich hatte in einer 6er Kabine unsere Plätze reserviert und saßen lediglich mit einer weiteren älteren Dame in dieser Kabine zusammen. Meine Kinder haben über Kopfhörer Geschichten gehört und später wollten mein kleiner ein Buch vorgelesen bekommen. Darauf hin beschwerte sich die Dame nicht bei mir sondern beim Schaffner, das ihr das zu laut sei… Da frage ich mich doch auch: Was um Himmels willen ist bei dieser Frau im Leben falsch gelaufen? Für mich ist das einfach eine arme Seele!

    LG, Karin

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  25. Yvonne 17. Juni 2019 um 13:05 Uhr

    Danke! Für Mitmenschlichkeit, sie macht das Leben so viel schöner, für alle!

    Antworten
  26. Tina 17. Juni 2019 um 13:09 Uhr

    Liebe Steffi,
    danke für diese kleine Geschichte aus deinem Alltag!
    Ich empfinde es leider auch so, dass unsere Gesellschaft immer egoistischer wird und das macht mich so oft traurig und wütend. Wie oft habe ich schon am Wochenende auf einem riesigen Supermarkt Parkplatz erlebt – wo alles an Parkplätzen frei war – dass einfach Leute trotzdem außerhalb der Parkflächen parken oder halten, um ein paar Schritte zum Bäcker weniger zu laufen. Und wenn man dann was sagt, bekommt man noch einen blöden Kommentar, ist doch genug frei – und das Auto stört doch da niemanden. Ja, vielleicht. Aber wenn jeder so denken würde und einfach irgendwo parkt, obwohl so viele Plätze frei sind, wo man dann 5 Meter mehr laufen müsste – dann wäre es schon ein Problem!!! Was sind das für Leute? Ich verstehe es einfach nicht! Ein bisschen mehr Rücksicht und nicht so viel Egoismus – das wäre wirklich schön… Liebste Grüße, Tina

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  27. Berenice 17. Juni 2019 um 14:02 Uhr

    Danke für die Geschichte. Ich habe selbst positives und negatives in ähnlichen Situation erlebt.
    Richtig erstaunt hat mich aber eine Situation als ich mit Buggy in der Straßenbahn unterwegs war. Der Platz für den Kinderwagen-Begleiter war belegt. Das war soweit nicht schlimm da das Abteil quasi bisxauf eine weitere Person leer war und wir uns einfach auf den 4er daneben gesetzt haben. Alles kein Problem für uns. Die unbeteiligte Person allerdings hat, im mit uns aussteigen die Person die den Kinderwagenplatz besetzt hatte, übelst angemault, beleidigt und sich ein Wortgefecht unter der Gürtellinie inklusive Gewaltandrohung beiderseits geliefert. Wir waren richtig fassungslos!

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  28. Mumbai 17. Juni 2019 um 14:41 Uhr

    absolut richtig, dass du dieses Thema angesprochen hast. Es wird ohnehin zu viel geschwiegen oder
    gar verheimlicht. Von den meisten Menschen wird alles selbstverstaendlich genommen, besonders
    wenn es zu ihren Vorteil ist. Job, toller lifestyle, vielleicht sogar einen liebevollen Partner/in…..das hat man sich ja wohl verdient oder? Nein, wir muessen wieder etwas Demut und Bescheidenheit lernen,
    uns selbst nicht so wichtig zu nehmen und jeden Tag wem auch immer (manchmal auch sich selbst)
    danke zu sagen.
    Ich moechte in diesem Zusammenhang auch das Thema Emanzipation kurz erwaehnen. Viele Frauen sagen oft “das kann ich alleine”, egal was sie alleine koennen/machen oder darunter verstehen und
    da fuehlen sich viele Maenner verunsichert und bieten Hilfe erst gar nicht an.

    Antworten
  29. Martina 17. Juni 2019 um 14:57 Uhr

    Liebe Steffi,
    Du sprichst mir aus der Seele! Mir fällt leider auch auf, dass die Gesellschaft immer mehr “verroht”. Wie schade! Letzte Woche selbst erlebt, wir waren mir unserem 8-jährigen Sohn in einem leider völlig überfüllten Zug unterwegs. Eine Dame hatte – trotz kompletter Überfüllung – ihren 6-Pack Wasser auf einem Sitz geparkt. Ein Mann zog plötzlich unseren Sohn zu sich, forderte die Frau auf, den Platz zu räumen. Das ginge nicht, sie müsse bis zum nächsten Bahnhof den Platz für ihren Freund freihalten. Wtf? In einem völlig überfüllten Zug? Der Herr nahm resolut das 6-Pack vom Sitz und platzierte dort unseren völlig verdatterten Sohn.
    In was für einer Gesellschaft leben wir inzwischen?
    Letzte Tage in der S-Bahn machte unser Sohn seinen Platz frei, als eine ältere Dame einstieg. Die war so verdutzt und erstaunt, dass sie sich auch tausendfach bei ihm und mir (gute Erziehung) bedankte. Nein – es ist nicht nur gute Erziehung. Für mich ist es das ganz “normale, menschliche Miteinander”. Und wenn wir dies in der Form unseren Kindern vermitteln und vorleben, übernehmen sie es automatisch.
    Aber leider – ich fürchte, es wird immer seltener…
    DANKE für deinen Appell!
    Liebe Grüße
    Martina

    Antworten
  30. Thomas 17. Juni 2019 um 15:01 Uhr

    Was ich auch wirklich nicht verstehe, dass der Herr in der 1. Klasse auf seinem Sitzplatz besteht, wo es doch offensichtlich war, dass es Dir nicht gut geht und Du ihn noch darum gebeten hast, sitzenbleiben zu können…
    Wo ist bloß die Empathie geblieben in dieser Welt?

    Antworten
  31. Miri 17. Juni 2019 um 16:59 Uhr

    Wie oft habe ich es im Zug/an Treppen erlebt, dass einem niemand hilft, den Kinderwagen zu tragen. Erst wenn man jemanden direkt anspricht, bekommt man- mit Glück- Hilfe. Dabei ist es doch nicht so schwer, im Alltag einander ein bisschen zu helfen…..

    Antworten
  32. Karen 17. Juni 2019 um 17:37 Uhr

    Yeah, ich bin dabei! Kann ich für andere noch besser als für mich!

    Antworten
  33. Becker 17. Juni 2019 um 19:27 Uhr

    Liebe Steffi,
    wie schön, dass du diesen Artikel geschrieben und veröffentlicht hast. Selbst nach einem langen Arbeitstag hat er mich berührt. So ist das mit Erwartungen… Man erwartet es einfach, dass man sich gegenseitig hilft und auch mal genauer hinguckt. Aber das ist nicht selbstverständlich! Aber lass dir die Laune nicht verderben, es gibt so viele nette, empathische Menschen, die hier ein dickes “Hurra” verdient haben.

    Antworten
  34. Rebecca 17. Juni 2019 um 19:27 Uhr

    Danke! Einfach Danke! Es ist selbstverständlich! Sollte es zumindest sein. Leider nein, leider gar nicht.
    Grüße

    Antworten
  35. Nuri 17. Juni 2019 um 20:11 Uhr

    Liebe Steffi,
    deine geschriebenen Worte kommen aus deinem Herzen, bei jedem einzelnen Wort, spüre ich das beim lesen und sie berühren mich ungemein. Danke von ganzem Herzen.

    Antworten
  36. Helen 17. Juni 2019 um 20:14 Uhr

    Liebe Steffi, und liebe Kerstin, und …,
    danke!
    Viele Grüße, wir halten zusammen. Irgendwann merkt jede*r mal, wie gut es tut, wenn jemand für uns aufsteht.
    Herzlich, Helen

    Antworten
  37. Ulrike 17. Juni 2019 um 22:10 Uhr

    Liebe Steffi,
    irgendwann kamen mir beim lesen die Tränen, wo sind wir denn angekommen, wenn sich die Menschen nur selbst am nächsten sind? Es geht doch nur um einen Sitzplatz im Zug, und davon gibt es doch einige.. aber wahrscheinlich geht’s um etwas ganz anderes, meine Oma hat das immer „gute Kinderstube“ genannt ☺️ Das waren wahre Worte.. Ähnliche Situationen habe ich im Zug auch schon erlebt, leider. Vielen Dank für Deinen Aufruf! Ich mache jetzt mal das Tabata Workout, auf geht’s ☺️ Lg, Ulli

    Antworten
  38. Tine 17. Juni 2019 um 22:30 Uhr

    Liebe Steffi! Danke für diesen Artikel und deine Worte. In letzter Zeit wird nämlich so viel über Selbstliebe gesprochen, dabei denke ich schon lange:
    Vielleicht wäre mal ein Ticken mehr Nächstenliebe wieder dran. Ich habe das Gefühl vor lauter Selbstliebe-Üben werden die normalsten Sachen der Welt – nämlich für diejenigen, die beispielsweise solche Sitzplätze brauchen, aufzustehen,
    einfach übersehen. Es ist noch nicht so lange her, da habe auch ich mal in Hamburg gelebt. Ich hab mal versehentlich einem parkenden Auto den Spiegel abgefahren. Der Polizist, der kam, nachdem ich angerufen hatte, weil ich nicht wusste, wie ich den Fahrer/die Fahrerin des Wagens finden sollte, hat sich bei mir bedankt. Dass ich nicht einfach weitergefahren wäre … ‘Aber das wäre doch Fahrerflucht und abgesehen davon total arschig’ habe ich gesagt. Und er sagte: Ist ganz normal heute. Die meisten fahren einfach weiter.’ Bitte?!!!? Ich wünsche Dir sehr, dass Du eine tolle Woche hast, mit vielen lieben Menschen
    um Dich herum.

    Antworten
  39. Eva 17. Juni 2019 um 23:20 Uhr

    Eine tolle Geschichte! Danke fürs Teilen!

    Antworten
  40. Jen 18. Juni 2019 um 08:13 Uhr

    Ich hoffe sehr, dass es nicht die Minderheit ist, die hilft. Ich habe zuletzt zum Glück festgestellt, dass ich mit spontanen Hilfsaktionen gar nicht allein dastehe. Sowohl mit meiner schwer kranken Mutter im Zug als auch in den Straßen von Neukölln sind mir deutlich mehr helfende Hände als keine entgegen gekommen. Aber ja, man muss sich selbst immer wieder sagen, Be the change you want to see!

    Antworten
  41. Simone 18. Juni 2019 um 08:30 Uhr

    Mit ein paar Tränchen in den Augen habe ich den Text gelesen- ich empfinde es genauso und bin auch oft schockiert! Danke für den Aufruf: „Lasst uns aufstehen für Andere,…“ Mit dem hätte ich gerne mal ne Kampagne an LitfassSäulen und Werbewänden! Danke für Deine Einblicke!!!

    Antworten
  42. Richard & Hugo 18. Juni 2019 um 13:53 Uhr

    Ein schöner (intimer) Appell, der gar nicht laut genug in unserer derzeitigen Gesellschaft erzählt werden kann!
    LG, Richard & Hugo vom https://www.vatersohn.blog/

    Antworten
  43. Antje 18. Juni 2019 um 17:52 Uhr

    Danke, liebe Steffi, dass du das in Worte fasst. Nicht erst seit ich pflegebedürftige Eltern habe, helfe ich anderen Menschen in der Hoffnung, dass meine Eltern ebenso Hilfe erfahren. Und ich finde auch, es sollte selbstverständlich sein.
    Wer anderen schon nicht aus Menschenfreundlichkeit hilft, sollte es übrigens wenigstens für sich selbst tun. In der Positiven Psychologie kennt man den “Freundlichkeitstag“, der das eigene Wohlbefinden deutlich steigert, und an dem man möglichst viele Menschen etwas Gutes tut. Ein freundliches Lächeln oder ein nettes Kompliment zählen auch schon. Einfach mal ausprobieren! Macht definitiv glücklich, denn man erhält sehr viel Freude zurück!

    Antworten
  44. Carolin 19. Juni 2019 um 10:52 Uhr

    Liebe Steffi,

    neben deinem Hauptthema, was mich gerade selbst ein bisschen betrifft, weil ich (sichtbar) schwanger bin und selten jemand auch nur einen Schritt zur Seite macht, hat mich vor allem die Vorgeschichte an deinem Tag berührt. Dass es in unserer glatten Instagramwelt eben auch Tage gibt, die einfach besch* laufen, dass einem einfach mal zum heulen ist und man das auch zeigen kann. Ich schau mir deine Stories, Postings und Blogposts wahnsinnig gern an, weil sie motivieren und gute Laune machen. Aber es ist so beruhigend, dass auch bei dir mal ein beruflicher Termin nicht so läuft wie gedacht, das macht, dass man sich als selbständige Mutter mit sowas nicht allein fühlt. Dass man dann denkt “Ach, was soll’s, geht weiter, anderen geht’s genauso!”.

    Danke für’s aufstehen, für die Ehrlichkeit, für’s auch mal schwach sein! Du bist eine ganz große Inspiration!

    Antworten
  45. Annika 19. Juni 2019 um 14:33 Uhr

    Gerade beim Lesen deines Textes ein paar Tränchen verdrückt….da sprichst du etwas an, was mir auch schon länger negativ aufgestossen ist. Ganz zu schweigen von der Zeit als Schwangere in der Bahn etc., ist das Reisen mit kleinem Kind bei der DB nicht gerade ein großer Spass und die Kinder/ Babyabteile eine Rarität. Warum man mit Kind für die Reservierung (also auch als Mutter) überhaupt bezahlen muss, ist mir ein großes Rätsel. Danke für diesen Text, nur ich befürchte dass diejenigen die ihn mal lesen sollten nie erreichen wird… 🙁 Trotzdem Danke!

    Antworten
  46. Deborah 24. Juni 2019 um 11:47 Uhr

    Mein Partner sagt immer, dass wir es als nicht selbstverständlich betrachten soll, was für uns “Normal” ist. Wir handeln einfach so, weil wir es irgendwann gelernt haben; meine Tochter sagt Danke wenn sie eine Scheibe Wurst bekommt oder Gesundheit, wenn jemand niest. Weil wir es selbstverständlich auch machen und es für uns normal ist. Leben wir dieses “Normal” weiter und hoffen, dass es Generationen überleben wird.

    Antworten
  47. Heike 24. Juni 2019 um 22:05 Uhr

    Liebe Steffi,
    heute Abend geht es mir nicht gut. Ähnlich, was du da oben beschreibst.
    Als ich deinen Artikel gelesen habe, musste ich weinen. War gut.
    Fühlt sich jetzt leichter an.
    Deine Erzählung hat mich sehr betroffen gemacht. Seit längerem versuche ich mit offeneren Augen durch die Welt zu gehen, zu lächeln, zu helfen.
    Neulich habe ich der Kundin vor mir an der Kasse eines großen Supermarktes einfach eine schwere Tasche hinterher getragen, die sie später holen wollte. Sie war sprachlos und mir ging es wie dir:
    War doch nichts besonderes und doch hat es sich so gut angefühlt jemanden so einfach gutes tun zu können.
    Mehr davon!
    Herzlichst
    Heike

    Antworten
  48. Samira 1. Juli 2019 um 12:42 Uhr

    Liebe Steffi,

    ich lese immer fleissig mit aber nehme mir selten Zeit für einen Kommentar. Heute hast du mich aber besonders berührt. In meinem von PMS übergefühligen Zustand kamen mir sogar die Tränen bei deinen Beitrag. Danke dir fürs Teilen. Nicht nur hierfür, sondern weil du mein Leben immer ein Stück reicher machst.

    Herzlichst,
    Samira

    Antworten

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