Tolle Bücher für den Herbst:

Zwei Mal echtes Leben: Ein Buch über das Leben nach der großen Liebe. Und eins über die ersten Jahre als Mutter.

Lexis Buch

Das Problem mit den Büchern, die meine Freundin Alexa von Heyden schreibt, ist: Man ist stinksauer, wenn sie ausgelesen sind. Auch dieses Mal, bei ihrem neuen Buch Meine Sonne. Mein Mond. Meine Sterne.: Das Leben nach der großen Liebe (Eden Books) ist es mir passiert, dass ich lese, lese, lese und plötzlich merke, shit, das war der letzte Satz. Das kann doch nicht sein, es ist schon wieder vorbei! Nein!

Es liegt zum einen an ihrem Schreibstil. Sie holt einen mit ihrer direkten, unverblümten Art per Kopfsprung in die Geschichte und dann schwimmt man mit durch ihr Leben. Zwischendurch mit Boden unter den Füßen, oft ohne. In ihrem ersten Buch, dem Spiegel-Bestseller Hinter dem Blau: Ein kleines Mädchen verliert seinen Vater. Eine junge Frau findet zu sich. (Eden Books) verarbeitet sie den Suizid ihres Vaters und sie beschreibt dieses schreckliche Ereignis so bildhaft, dass es sich anfühlt als wäre man dabei gewesen. Man denkt noch oft daran zurück, weil es sich in den Kopf gebrannt hat. So wie man Alexa mit ihren Geschichten, dem was ihr passiert ist, ganz schnell ins Herz schließt und da so schnell nicht mehr rauslässt.

Alexa von Heyden

Bei Meine Sonne. Mein Mond. Meine Sterne.: Das Leben nach der großen Liebe (Eden Books) ist es ähnlich. Alexa von Heyden lässt einen wieder ganz nah an sich beziehungsweise die Protagonistin heran als Leser und so läuft man neben ihr her und hat oft das Gefühl, sie gern in den Arm nehmen zu wollen bei all dem Mist, der ihr passiert. Und während andere Bücher oft faszinieren, weil sie Sätze geschliffen wie Diamanten haben. Jeder Satz ein kleines Kunstwerk ist, jedes Wort perfekt dirigiert, ist es bei Alexa gerade der Gerade-heraus-Schreibstil, der so angenehm ist und über die Natürlichkeit die große Nähe erzeugt. Es ist nicht anstrengend, ihre Bücher zu lesen. Es ist ein großes Vergnügen. Es ist nur sehr, sehr ärgerlich, dass man sie so schnell durch hat.

Okka Rhod

Eigentlich hätte ich an dem Tag ganz viel wuppen müssen. Eigentlich hätte ich noch die Bestellungen vom Online-Shop bearbeiten müssen, einen Blogpost schreiben, die viele Emails beantworten, die Spülmaschine ein- und die Waschmaschine ausräumen, das Chaos in der Wohnung entfernen, endlich die Geburts- und Dankekarten schreiben… . Eigentlich wollte ich auch nur mal kurz in das Buch Völlig fertig und irre glücklich: Meine ersten Jahre als Mutter (Rowohlt Verlag) meiner Freundin Okka Rohd schauen und es mir fürs Wochenende aufheben, aber das Buch sah das ganz anders. Das fand, ich könnte jetzt mal all die anderen Sachen links liegen lassen, mir einen leckeren heißen Tee mit Zucker und Milch machen, die Schokokekse heraus kramen, die ich hinten im Schrank versucht hatte zu verstecken, weil die Lieblingsjeans immer noch nicht passte, und es mir im Bett gemütlich machen mit meiner kleinen Tochter.

Doch, dieses Buch kann das. Das kann einen daran erinnern, was wirklich wichtig ist. Zum Beispiel ein kuscheliger Nachmittag mit Kind. Das Kind ganz oft angucken und staunen, was es schon kann, wie unglaublich süß es ist, was für ein Wunder, sich gegenseitig bestaunen und davon träumen, was man noch alles zusammen erleben wird. Es erinnert einen auch daran, dass man eigentlich nur wenig wirklich muss, die Wollmäuse ruhig mal Cha-Cha-Cha tanzen können.

FürSteffi

Dieses Buch kann das alles, weil Okka Rohd sehr liebevoll und ehrlich erzählt, wie das so ist, wenn man Mama wird – nicht immer nur schön, aber meistens schon, wenn man denn ehrlich ist mit den eigenen Gefühlen und sagt, wie es einem geht und was man braucht: als Mutter, Paar, Selbstständige, welche Rolle man auch immer hat. Okka hat sich dafür jegliche Panzer ausgezogen, lässt sich tief ins Herz und ihre Gedanken schauen und dafür kann man sie sehr schnell sehr gern haben (wenn man das nicht eh schon tut).

Okka hat eins dieser wenigen Bücher geschrieben, das man so schnell nicht wieder hergibt. Das mit umziehen muss, nicht aussortiert wird oder auf den Flohmarkt kommt. Weil man es wie man gute Filme immer wieder schaut, gern immer wieder liest. Okkas Mann verrät in einem der schönen Texte, die er fürs Buch beigesteuert hat, dass Okka den Film Liebe braucht keine Ferien (Cameron Diaz und Kate Winslet tauschen aus Liebesfrust ihre Wohnsitze und Leben) sehr liebt, besonders wenn es mal gerade nicht so läuft mit dem Leben. Ich nehme mal an, es geht ihr wie mir mit dem Film. Mit ihm muckelt man sich gern auf die Couch oder ins Bett, ist dankbar dafür, dass er einen zum lachen und weinen bringt und dieses schöne wohlige Gefühl hinterlässt, dass man doch eigentlich alles hat zum glücklich sein: Die ganz große Liebe, vielleicht sogar gleich in zweifacher Ausführung. Und genau das kann Okkas Buch auch.

Viel Spaß beim Lesen!

[herz steffi mitte]

Fotocredits: Portrait von Alexa von Heyden – Sandra Semburg; Portrait von Okka und Fanny Rohd – Marlene Sörensen

6 Comments

  1. Antworten Jana 23. Oktober 2014 um 16:48

    Ohjaaa, ich war sooo stinkesauer, dass ich Alexa von Heydens Bücher in nur anderthalb Tagen beide hintereinander ausgelesen hatte, denn sie waren so unglaublich toll!
    Jetzt ist es schon eine Woche her, dass ich den letzten Satz von Meine Sonne, mein Mond, meine Sterne gelesen habe und trotzdem denke ich noch jeden Tag an die beiden Bücher. Das ist mir glaube ich noch nie passiert. Außerdem möchte ich jetzt auch gar kein neues Buch mehr anfangen, weil ich weiß, es wird da nicht rankommen.

    Super super super tolle Bücher, Alexa! Ich freue mich schon jetzt riesig auf dein hoffentlich nächstes Buch!

  2. Antworten Julie 23. Oktober 2014 um 21:32

    Ooooh, ich freue mich schon sooo auf diese beiden Bücher! Sie stehen seit einigen Wochen auf meiner Wunschliste <3

  3. Antworten Anke 24. Oktober 2014 um 02:26

    Bei mir hat das Buch von Okka genau das gleiche ausgelöst: keine Hausarbeit mehr, To-Do-Liste weggelegt. Und dann hab ich nur noch den schlafenden Sohn aufm Sofa betrachtet und war ganz entzückt. So nett, das man mit dem Buch ans Wichtigste erinnert wird. Auch die Liebe zum dazugehörigen Papa wird gleich nochmal größer. Dann nehme ich mir danach deinen zweiten Tipp vor!

  4. Antworten Katja 24. Oktober 2014 um 11:00

    Ich habe vor zwei Wochen ‚Hinter dem Blau‘ gelesen. An einem Tag. Und das mag was heißen, ich habe zwei kleine Kinder, meine Freizeit ist eher knapp bemessen.
    Das Buch liest sich leicht, man kann es kaum weglegen, aber es hinterläßt Gedanken, die sich nicht so leicht wegwischen lassen. Und Eindrücke und Bilder im Kopf, die wohl noch einige Zeit dort bleiben werden.
    Ein trauriges, schönes, grausames Buch, das aber auch Ruhe und Kraft ausstrahlt.
    Ich freue mich schon, Alexas zweites Werk zu lesen.

  5. Antworten Fee 26. Oktober 2014 um 00:24

    Als „Hinter dem Blau“ herauskam, war ich mit einer Freundin bei einer Lesung von Alexa. Meine Freundin kannte Alexa bereits aus Kindertagen – ich war völlig ahnungslos und ich werde nie die Stille in dem kleinen Café vergessen während Alexa las. Ich glaube alle Besucher kauften das Buch und auch ich habe es dann in nur einer Zugfahrt von Berlin ins Rheinland verschlungen und dabei heimlich in Richtung Fenster geweint. Ich bin sehr gespannt auf das neue Buch und werde gleich mal eine Bestellung aufgeben. Danke für den Tipp 🙂 Meine letzte Lektüre war übrigens „Morgen kommt ein neuer Himmel“ – nicht real, aber trotzdem wunderschön….

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