Steffi flittert. Schwelgt und schwebt. Und weil Liebe so schön sein kann, katapultiere ich, Fräulein Text, euch heute in den Mirabellenhimmel. Da steckt die Schönheit schon im Wort. Belle. Außerdem fnde...

Mhhhontags-Rezept: Mirabellenminiknödel – von meinem Flitter Friend Fräulein Text

Steffi flittert. Schwelgt und schwebt. Und weil Liebe so schön sein kann, katapultiere ich, Fräulein Text, euch heute in den Mirabellenhimmel. Da steckt die Schönheit schon im Wort. Belle. Außerdem fnde ich die kleinen Fruchtkugeln einfach bezaubernd – in ihrem changierenden Kleid, leicht knackig und von zarter Säure. Die kleine Schwester der Pflaume fiel vom Baum direkt in den Schoß von Manuel, meinem Lieblingsobstverkäufer. Der wiederum schichtete die >Schönen< in Schälchen, drapierte sie in seiner Marktauslage – und von dort aus schlichen sie sich erst in meine Tasche und dann auf meinen Küchentisch. Was tun mit ihnen? Kuchen klang mir fast zu ordinär. Und da mein Herz für Knödel schlägt, kam mir ein solches Outfit für sie in den Sinn. Aprikosen und Zwetschgen sind meist meine Wahl, üppig verpackt im Kartoffelröckchen. Fast noch lieber mag ich allerdings die quarkige Variante, und so entstanden diese Miniknödel mit Mirabellenmohn und Vanilleluft. Mhhh … !

Vorab sei angemerkt: Dieses Rezept ist nichts für Hungrige und Eilige. Es braucht Zeit, die vielen Töpfe zu bedienen, zu rühren, zu formen, zu schmecken, zu testen. Die erste Phase läutet der Teig ein. In einem Topf 25 Gramm gute Butter aufschäumen und durch 75 Gramm Maisgrieß (Polenta) wieder beruhigen. 60 Milliliter Milch, 70 Milliliter Sahne, 10 Gramm Zucker und 1 Prise Salz gesellen sich hinzu und sorgen bei leichter Hitze für einen dicken Brei im Ergebnis. Runter vom Herd und 250 Gramm (Mager-)Quark untermischen sowie ein kleines Ei. Wer sehr geduldig ist, lässt den Quark im Vorfeld über Nacht abtropfen – für Ungeduldige wie mich zieht es weitere Zutaten nach sich. Alles eine Frage der Konsistenz. Durch die Flüssigkeit im Quark braucht es noch mehr Grieß für eine gute Bindung und etwa 20 Gramm Mehl. Der Teig sollte nicht mehr klebrig sein und sich mit einem Rührspatel fast rückstandslos vom Schüsselboden lösen. Dann ist er perfekt! Auskühlen lassen.

Während sich der Teig akklimatisiert, kommt der Vanilleschaum in Gang. In einer Kasserolle 200 Milliliter Milch und 250 Milliliter Sahne zum Köcheln bringen. Ebenfalls für das Tauchbad benötigt wird das Mark einer Vanilleschote sowie die Schote selbst. 40 Gramm Zucker sind ebenfalls Teil der Verbindung. Parallel zwei Eigelbe in einer Metallschüssel verrühren. Nun die heiße Milch unter Rühren langsam zugießen und über einem Wasserbad mit dem Besen cremig schlagen. Meine Muckis rebellierten nach 20 Minuten und ließen deshalb nur einen luftigen Schaum zu. Der aber war furchtbar köstlich.

Nun geht es den Mirabellen an die Haut.  Einschlitzen, den Stein entfernen und mit zerbröselten Amarettini füllen. Zehn Stück an der Zahl. Mit den Händen etwas Teigmasse abnehmen, plattdrücken, die Mirabelle daraufpflanzen und ganz sanft ummanteln. Achtung: Die Nahtstellen müssen sauber sein, bei kleinen Löchern tritt sonst Flüssigkeit beim Kochen aus. Einen großen Topf mit leicht gesalzenem Wasser aufsetzen und die Knödel darin etwa 12 Minuten gar ziehen lassen – sie steigen an die Oberfläche und signalisieren: Wir sind soweit.

Zeitgleich in einem weiteren Topf eine Handvoll entsteinte und halbierte Mirabellen verfrachten, Amarettinibrösel, Zucker nach Geschmack, etwas Mohn und einen ordentlichen Stich Butter anköcheln und so ein leichtes Kompott fabrizieren.

Dann geht es endlich ans Eingemachte: Die Miniknödel anrichten, den Mirabellenmohnsud als engen Begleiter kredenzen, luftigen Schaum verteilen, ein Schwung Zucker, zwei Gabeln für den Knödelschnitt – kurz die ganze Arbeit würdigen und dann das süße Werk verputzen. Wunderbar. Probiert’s! Und liebe Steffi, flitter on!

(nach einer Inspiration aus der Zeitschrift Essen & Trinken 09/2010)

17 Comments

  1. Antworten julie 1. August 2011 um 07:55

    oh fräulein, da steckt viel liebe drin, das liest und schmeckt man! find ich gut, die flitterfriends 🙂

  2. Antworten Kompromisslos toll. 1. August 2011 um 08:04

    Liebes Fräulein, ich *liebe* Marillenknödel. Da ich keine österreichische Großmama habe, muss ich da wohl mal selbst ran… Danke mal wieder fürs Rezept, auch hier.

  3. Antworten Martina 1. August 2011 um 08:58

    wie wunderbar. ich liebe marillenknödel, meine österreichischer Oma hat sie immer für uns gemacht UND sie hatte das gleiche Geschirr wie auf Deinen Fotos!!! Da kommen Erinnerungen hoch!!! Herrlich. So kann die Woche beginnen!

  4. Antworten lingonsmak 1. August 2011 um 09:33

    vorfreude auf deinen beitrag war groß, überraschung ist gelungen, appetit geweckt … wann kann ich auf einen knödel vorbeikommen?

  5. Antworten Victoria 1. August 2011 um 09:40

    Oh, das klingt ja lecker! Etwas viel Aufwand, aber der scheint sich zu lohnen – wie man ja am letzten Bild erkennt, das ist das Beste, der leergeputzte Teller 🙂

  6. Antworten matrjoschki 1. August 2011 um 09:42

    Wow, das sieht köstlich aus!

  7. Antworten Earny from Earncastle 1. August 2011 um 09:53

    mmmhmm! ich liebe solche Knödel! herrlich.
    danke für das wunderbare Rezept!

  8. Antworten karamelo 1. August 2011 um 09:55

    ohje, das klingt aber verführerisch! – ein perfektes ferien-mittagsgericht 🙂

  9. Antworten Rike 1. August 2011 um 10:39

    Oh wie schön! Oh wie lecker! Ohhh Mhhhh! Tolle Flitterwochen-Freundin. Und wer hat denn das schöne „Flitter-Friends“-Bildchen gestaltet? Sieht obersüß aus.

  10. Antworten Ricarda 1. August 2011 um 10:48

    Sieht kötlich aus, aber für so etwas bin ich leider viel zu ungeduldig… und hoffe irgendwann mal bei Dir zum Kaffee vorbei schauen zu dürfen :-)!

  11. Antworten Dani 1. August 2011 um 13:35

    Was für eine schöne Idee, die Flitterfriends.
    Ich nehm‘ dann einen Knödel. Ach nein, drei!
    LG,Dani

  12. Antworten nike 1. August 2011 um 21:16

    mhhh, sieht super aus! die könnt´ich jetzt auch essen!

  13. Antworten rebhuhn 2. August 2011 um 11:27

    wie cool – erst habe ich noch im stillen in meinem kopf über den mir nicht so gefallenden blog-titel gelästert, und dann gerade eben beim ersten sichten der knödelchen gleich mal Mmmh! gemacht ^^… 😀 die fotos sind grandios, echt. 🙂

  14. Antworten mano 5. August 2011 um 22:28

    wunderbarer text, unglaublich schöne fotos und erstmal der duft, der mir durch den computer entgegenkommt…(schön wär’s!). ob ich so geduldig bin? lohnen tät es sich allemal!

  15. Antworten nina 8. August 2011 um 19:05

    wie schön, auch hier so herzlich empfangen zu werden – und danke fürs gast sein dürfen, liebe steffi. flitter noch gut durch die woche 🙂

  16. Antworten Julia 15. April 2012 um 20:16

    Oh wie fein das klingt… und die Bilder sind wirklich schön!

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