Foto: Ohhh… Mhhh… Harryknitter, dies ist ausnahmsweise kein mal-eben-so-gemacht-Rezept, aber dafür schmeckt das Boeuf Bourguignon frei übersetzt von Julia Child ernsthaft sensationell und ist jede Sekunde des Aufwands wert. Allein...

Mhhhontags-Rezept: ein unglaublich leckeres Boeuf Bourguignon à la Julia Child

Foto: Ohhh… Mhhh…

Harryknitter, dies ist ausnahmsweise kein mal-eben-so-gemacht-Rezept, aber dafür schmeckt das Boeuf Bourguignon frei übersetzt von Julia Child ernsthaft sensationell und ist jede Sekunde des Aufwands wert. Allein der Duft, der durch die Wohnung strömt, wenn der Schmortopf dann mit seinem leckeren Inhalt (Rind in Rotwein mit Speck, Pilzen und Karotten) im Backofen vor sich hin köchelt – fantastique!

Es ist das perfekte wir-segeln-gemütlich-Richtung-Herbst-Rezept. Wir haben Spätzle dazu gekocht. Salzkartoffeln oder gedämpfter Reis sind aber auch gern gesehen zu diesem Gericht. Das tolle ist: am nächsten Tag aufgewärmt schmeckt es fast noch herrlicher. Und natürlich MUSS dazu Rotwein getrunken werden. Julia Child empfiehlt: Beaujolais, Cotes du Rhone, Bourdeaux-St. Emilion oder einen Burgunder.

Toll wäre natürlich der Original Schokokuchen mit Rum von Julia Child als Nachtisch. Aber dann müsste man sich sicher ins Bett tragen lassen. Obwohl – das kann ja auch ganz nett sein an einem Montagabend.

Bon appétit mon cher!

Zutaten für 6 Personen:

Schritt eins: Die kleinen weißen Zwiebeln braun schmoren

Zutaten: 18-24 kleine (ca. 2,5 cm), weiße Zwiebeln, 22 ml Öl, 1 ½ EL Butter, 120 ml brauner Fond oder Rinderbouillon oder trockenen Weiß- od. Rotwein oder Wasser, 1 mittelgroßes Kräutersträußchen (4 Petersilienstängel, ½ Lorbeerblatt, ¼ TL Thymian in einem Filtertuch, falls vorhanden, sonst einfach so mit in den Topf geben)

Zubereitung: Butter und Öl in einem Schmortopf stark erhitzen, die Zwiebeln dazugeben und kurz anbraten. Bei mäßiger Hitze für 10 Minuten anschmoren und immer wieder mal wenden, damit sie überall schön braun werden. Die gewünschte Flüssigkeit, die Zwiebeln und das Kräutersträußchen hineingeben. Mit einem Deckel abdecken und für 45-50 Minuten auf geringer Flamme kochen bis die Zwiebeln schön weich sind, ohne ihre Form zu verlieren und die Flüssigkeit verdampft ist. Das Sträußchen herausnehmen.

Schritt zwei: Die Pilze anschmoren

Zutaten: 2 EL Butter, 15 ml Öl, 450 g frische Pilze, gewaschen, gut abgetrocknet, im Ganzen, geschnitten od. geviertelt, je nach Größe, 1-2 EL gehackte Schalotten od. Frühlingszwiebeln, Salz, Pfeffer

Zubereitung: Geben Sie Butter und Öl in die sehr heiße Pfanne. Sobald der Butterschaum abklingt, ist die Pfanne heiß genug und die Pilze können zusammen mit den Schalotten hinein. Die Pfanne für 4-5 Minuten schwenken. Bei mäßiger Hitze für 2 Minuten anschmoren.

Schritt drei: Das Rinderfleisch garen.

Zutaten: 170 g Schinkenspeck, 15 ml Oliven- od. Speiseöl, 1,35 kg mageres Rindfleisch in 5 cm große Stücke geschnitten, je 1 geschnittene Karotte u. Zwiebel, 1 TL Salz, ¼ TL Pfeffer, 2 EL Mehl, 720 ml oben vorgeschlagenen Rotwein oder Chianti, 480-720 ml Rinderfond od. -brühe, 1 EL Tomatenmark, ½ TL Thymian, 2 zerdrückte Knoblauchzehen, 1 gemahlenes Lorbeerblatt,

Zubereitung:

1.) Die Rinde entfernen und den Schinkenspeck in Lardons (=Streifen ½ cm dick, 4 cm lang) schneiden. Die Rinde und die Speckstreifen in 1,4 l Wasser für 10 Minuten aufkochen. Danach abgießen und den Schinkenspeck trocken tupfen.Den Ofen auf 230° C vorheizen. Den Schinkenspeck in 15 ml Oliven- oder Speiseöl bei mittlerer Hitze kurz für 2-3 Minuten leicht anrösten.

2.) Das Rindfleisch mit Küchenpapier abtrocknen und von allen Seiten schön anbraten. Das Fleisch zum Schinkenspeck legen.

3.) Die Karotte und Zwiebel im selben Öl anbraten. Bratfett danach weggießen.

4.) Das Fleisch und den Speck wieder in den Schmortopf geben und mit Salz und Pfeffer würzen. Dann mit Mehl bestreuen und das Fleisch schwenken, damit es überall beschichtet wird. Nun den Schmortopf ohne Deckel in den vorgeheizten Ofen für 4 Minuten auf die mittlere Schiene geben. Das Fleisch wenden und für weitere 4 Minuten in den Ofen stellen. Das Mehl wird dadurch angeröstet und das Fleisch erhält eine leichte Kruste. Den Schmortopf herausnehmen und den Ofen auf 165° C herunter drehen.

5.) Den Rotwein und genug Rinderfond od. –brühe hineingießen, so dass das Fleisch geradeso bedeckt ist. Tomatenmark, Knoblauch, Kräuter, Karotte, Zwiebel und Schinkenspeckrinde dazugeben und alles aufkochen. Den Deckel auf den Schmortopf aufsetzen und in den Ofen auf die untere Schiene für 2 ½ -3 Stunden stellen. Die Temperatur regulieren, damit es langsam köcheln kann. Das Fleisch ist durch, wenn es sich mit einer Gabel leicht aufpieken lässt.

6.) Wenn das Fleisch weich ist, den Topfinhalt in ein Sieb geben und die Flüssigkeit in einem Soßentopf auffangen. Den Schmortopf kurz auswaschen und danach dass Fleisch und den Schinkenspeck wieder hineingeben. Die geschmorten Zwiebeln und die Pilze darüber verteilen.

7.) Von der Soße das Fett abschöpfen. Die Soße für 1-2 Minuten aufkochen. Zusätzliches Fett erneut abschöpfen. Man sollte etwa 600 ml Soße haben, die so eingedickt ist, das sie leicht an einem Löffel haften bleibt. Wenn sie zu dünn ist, noch etwas einkochen oder wenn zu dick, noch etwas Rinderfond od. –boullion zugeben. Nach dem Abschmecken die fertige Soße über das Rindfleisch und Gemüse gießen. Eventuell noch Kartoffeln oder Nudeln dazukochen. Bon appétit!

14 Comments

  1. Antworten Marlene 13. September 2010 um 08:09

    Ich habe es letzten Winter gekocht, es ist wirklich GANZ GROSSE KLASSE, dieses Rezept. Wird definitiv dieses Jahr wieder gekocht… *njam*

  2. Antworten kavang 13. September 2010 um 10:01

    Hey, das hört sich ziemlich lecker an. Wie machst Du das mit dem Rindfleisch? Wird es vorher noch ein oder zwei Tage in Wein, Rosmarin etc. eingelegt oder fällt das weg? LG, Kavang

    • Antworten ohhhmhhh 13. September 2010 um 11:19

      @ Kavang: Hey du, es schmeckt goettlich! Und du brauchst nur das tun, was im Rezept steht. Das Rind schmoret ja schoen im Rotwein und dem Fond, da muss vorher nix eingelegt werden. Versuchs mal, wirst du nicht bereuen!

  3. Antworten Miriam 13. September 2010 um 18:20

    Himmel…ich muss jetzt mal gleich einen Schmortopf kaufen gehen. Ich denke das Gericht peile ich fuer Thanksgiving an. klingt viel leckerer als immer der olle Truthahn !

  4. Antworten Lidia 13. September 2010 um 18:47

    Mh, lecker … mir sind schon bei Julie und Julia die Düfte aus der Leinwand gestiegen … nun hier das Rezept … MERCI !!!

  5. Antworten Hannah 15. September 2010 um 22:00

    Ohhh ich habe letztens erst den Film gesehen.

    Danke für den Tritt in den Hintern. Das sieht so wahnsinnig lecker aus, dass ich es diese Woche noch koche. 🙂

  6. Antworten signorina 15. September 2010 um 22:52

    Hört sich köstlich an!
    Wird sicher auch demnächst mal ausprobiert! 😉

  7. Antworten Principessa 17. September 2010 um 23:08

    Hallo, das Rezept klingt super, ich würde es gerne am 2. Weihnachtsfeiertag machen. Allerdings bin ich Kochanfänger und habb ein paar Dinge nicht ganz kapiert.

    Die geschmorten kleinen Zwiebeln und Pilze, bleiben die im Topf wenn der Speck und das rindfleisch in den Schmortopf kommt und dann die 2 1/2 Stunden in den Ofen, oder nehme ich die raus und mache die erst hinterher wieder mitdabei?

    Und wenn ich dann den Inhalt des Topfes in das Sieb gebe, steht hinterher ich solle das Fleisch und den Speck wieder in den Schmortopf geben, und dann die Zwiebeln und Pilze dazu. Was passiert mit dem Rest, der karotte und so weiter? Kommt das weg oder auch wieder mit rein?

    Wäre lieb wenn du mir da helfen könntest, ich hoffe ich habe mich verständlich genug ausgedrückt.

    • Antworten ohhhmhhh 19. September 2010 um 12:32

      @ Principessa: Hey du, das ist alles ganz einfach: die Zwiebeln und Pilze bereitest du vor und stellst sie zur Seite bis kurz vorm Servieren. Der Speck und das Rindfleisch kommen allein in den Schmortopf. Und kurz vorm Ende wird erst beides zusammengefügt und gemeinsam noch mal erhitzt. Die Karotte kommt direkt mit dem Speck und Rind in den Schmortopf (siehe Schritt 5 im Rezept). Hilft das? Sonst meld dich gern noch mal & keine Angst, das Rezept funktioniert wunderbar und ist eigentlich ganz einfach! Liebe Grüße, Steffi

  8. Antworten nik 21. Dezember 2010 um 13:20

    Das Rezept ist wirklich phänomenal! – gestern ausprobiert und jetzt definitiv als Weihnachtsessen gesetzt.
    Eine Frage hab‘ ich aber noch: Ich hab‘ das Gefühl, dass mein Metzger mir nicht den richtigen Schinkenspeck gegeben hat. Der war rund und es hat mich gedünkt, dass nach dem Aufkochen im Wasser der ganze leckere Räuchergeschmack und die Gewürze ausm Schinkenspeck verschwunden waren. Dadurch musste ich die Sauce am Schluss auch nachsalzen.
    Kannst du mir sagen, welchen Schinkenspeck genau man verwenden soll?
    Herzlichen Dank im Voraus für die Antwort.
    nik

    • Antworten ohhhmhhh 21. Dezember 2010 um 21:43

      Liebe Nik, puuuh, was machen wir denn da? Der Streifen (!) Schinkenspeck, den mein Schlachter mir in die Hand gedrückt hat, war super dafür. Ob’s echt an der Figur liegt – puh, dazu kann ich leider nichts sagen. Aber dein Schlachter sollte das doch wisssen… Den würd ich mal fragen. Und nachsalzen ist doch keine Schande, oder? Wenn alles andere super klappt… Ich drück die Daumen & wünsche dir fröhliche Weihnachten! Alles Liebe, Steffi

  9. Antworten filmrolle 11. Januar 2011 um 22:59

    auch hier ein Schapo 🙂 für Deine Übersetzung. Hast Du den Text händisch übersetzt oder auch durch einen Übersetzer (Online) gelassen? Hast Du das Buch (die 2 Bücher?)

    Tipp: Wenn ich Dir das Rezept für original Spätzle zumailen soll, gibst Bescheid. Du hast gekaufte dazu gemacht?! Mach selbst Spätzle und Deine Gäste fallen vom Stuhl (wie bei uns fast passiert – lag aber daran, dass der Wein beim Kochen ja auch irgendwie noch aufgebraucht werden musste:-) )

    LG
    filmrolle

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