Komm se rein, die Haustour:

Heute besuchen wir zwei Frauen, die eine tolle Idee hatten: die crowdbuying Designplattform Newniq. Perfekt für alle, die sich kreativ ausprobieren wollen, aber ohne großes Finanzrisiko. Hereinspaziert…

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Liebe Julia, (unten links im Bild) wir sind hier bei dir Zuhause in Berlin. Ist das auch der Ort, wo du und Judith (rechts im Bild) die Idee für eure tolle Newniq-Idee hattet? Und bist du noch mal bitte so lieb und erklärst, was genau man damit alles tolles machen kann? Ich mag an der Idee besonders, dass man sich kreativ austoben kann ohne große finanzielle Risiken…

Wir haben tatsächlich oft stundenlang auf der Couch gegrübelt, auf dem Balkon die Köpfe zusammengesteckt oder im Arbeitszimmer vor Ideen gesprudelt. Viele Grundsteine wurden hier gelegt, viele Flaschen Wein geleert und unmöglich viel gegessen.

Die Idee selbst entstand aber tatsächliches aus dem Problem heraus, dass ich selbst als Designerin weiß, wie schwer es manchmal ist, seine Ideen an den Mann zu bringen. Oft ist die Idee gut, aber die Vertriebswege viel zu kompliziert. Ich habe vor nunmehr fast 3 Jahren Judith davon erzählt, die mit ihrem kaufmännischem Background natürlich ganz andere Dinge beleuchtet. Uns wurde schnell klar: Wir müssen eine Plattform gründen, die es jungen Designern ermöglicht, ihre Käufer vor der Produktion ihrer exklusiven Designerstücke, ohne hohes finanzielles Risiko, zu suchen und erst dann zu produzieren, wenn die Abnahme gesichert ist. Aber ich erkläre dir vielleicht einfach mal, wie Newniq funktioniert:

Newniq ist eine kuratierte Crowdbuying Plattform, die unserer Meinung nach in Deutschland gefehlt hat. Wir vernetzen junge Designer mit Designliebhabern und schaffen gemeinsam Ideen, die sonst vielleicht niemals das Licht der Welt erblickt hätten. Und das geht bei uns ganz einfach: Die Designer stellen auf Newniq.com ihre Produktidee, samt Beschreibung, Fotos und Hintergrundinfos, vor und bestimmen die Mindestkäuferzahl, die sie benötigen, um in Produktion zu gehen. Die Aktion läuft dann maximal 22 Tage und erst wenn sich die Mindestanzahl an Käufern gefunden hat, wird produziert. Wir übernehmen hierbei die komplette finanzielle Abwicklung, der Kunde kauft also wie in einem Shop das Produkt und fiebert dann mit, ob es zur Produktion kommt. Sollten sich leider nicht ausreichend Interessenten gefunden haben, gibt es umgehend das Geld von uns zurück. Ganz einfach, unkompliziert und durch das Verhindern von Überproduktion auch green

 

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Und habt ihr schon hübsche Erfolgsgeschichten zu vermelden? Welches Produkt ist denn bisher der Bestseller?

Ja, es gibt schon so einige Erfolgsgeschichten, die uns selbst natürlich auch stolz machen. Es wurden seit dem Launch im November 2013 knapp 40 Designprodukte produziert und somit viele Käufer glücklich gemacht. Wir hatten bereits Aktionen, die am ersten Tag schon ausverkauft waren. Einige Designer haben uns bereits berichtet, dass Kunden sich immer wieder melden und sagen, wie glücklich sie mit ihrem Stück sind. Das freut uns natürlich besonders, da wir weg wollen vom Massenabverkauf. Wir möchten es schaffen, dass Produkte bewusst gekauft werden und nicht nur der Preis bestimmt.

Unsere Bestseller sind zum Beispiel das Kuüchenorigami von Lali Design oder auch der Zettelhalter von Wolfgang Schramm. Aber auch hochpreisige Produkte wie die Lederclutch von Lara Kazis Bags werden gut angenommen. Fast alle erfolgreichen Produkte können übrigens auch in unserer „Noch zu haben“-Rubrik dauerhaft gekauft werden. Das Problem ist, dass wir selbst fast alle Produkte gerne hätten und so liebäugelt Judith schon mit der Kette von Gudbling.

 

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Ist das schon ein Vollzeitjob für euch beide gerade oder habt ihr noch weitere Jobs?

Eigentlich ist es ein Vollzeitjob, aber wir arbeiten noch nebenbei. Wir sind beide von einer Vollzeitstelle in eine Teilzeitstelle gewechselt, da wir einfach viel Zeit in Newniq investieren müssen. Judith hat eine Teilzeitstelle und ich arbeite auch noch als selbstständige Designerin und somit ist Freizeit gerade nicht wirklich ausgeprägt.

 

 

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Aber wäre das ein Ziel, das Projekt irgendwann hauptberuflich machen zu können oder wie schauen eure Lebensträume gerade so aus?

Ja, auf jedenfalls und wir sehen auch absolut großes Potential in der Idee. Der Trend bewegt sich weg vom Einheitsbrei, die Käufer wollen Dinge, die nicht Jedermann hat, sondern nur ein kleiner ausgewählter Kreis an Menschen. Und genau diese Produkte hat Newniq. Wir haben vor, Newniq schon bald zu 100% zu betreiben.

 

 

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Jetzt lass uns mal ein bisschen über deine schöne Wohnung schnacken, liebe Julia. Was war und ist dir wichtig beim Einrichten und hier leben? Wie soll sich das für dich anfühlen?

Bei mir steht Gemütlichkeit und wahrscheinlich auch Stilbruch an erster Stelle. Ich finde puristische Lofts wunderschön, aber ich würde es wahrscheinlich niemals durchhalten so zu wohnen. Ich brauche Erinnerungen um mich herum, auch wenn diese nicht immer hübsch sein müssen. Ich habe sicherlich mehr Krimskrams als so manch Anderer, aber dieser Krimskrams ist Teil meines Lebens. Ich kann unglaublich schlecht wegwerfen und trage von Umzug zu Umzug immernoch Boxen mit Ketten aus den 90ern mit mir rum und rede mir erfolgreich ein, dass ich die enge Glasperlenkette irgendwann sicherlich mal wieder tragen werde.

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Was ist deine Wohnung denn für dich? Erholungsort? Homeoffice? Kreativschmiede? Alles in einem?

Es ist tatsächlich alles in einem. Ich wohne hier und arbeite auch mal im Homeoffice, sitze auch mal den ganzen Tag im Schlafanzug am Rechner, tanze vor dem Spiegel und bin unglaublich gerne Gastgeberin und koche eigentlich immer für eine imaginäre Großfamilie. Manchmal stelle ich mir vor, was meine Nachbarn wohl über mich denken, wenn ich auf einmal dann doch aufgehübscht aus der Tür stolziere.

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Würdest du gern für immer so wohnen oder hast du eine Zukunftsfantasie von einer anderen Art Wohnung oder einem Haus oder ähnlichem?

Ich bin generell großer Altbaufan und brauche quietschenden Boden unter meinen Füssen. Ein Haus mit Garten wäre ein Traum, aber das lässt sich leider gerade nicht mit Berlin verwirklichen. Ich finde aber auch Mehrgenerationen-Häuser sehr spannend und könnte mir das gut vorstellen. Definitiv würden mein Mann und ich uns gerne etwas vergrößern, aber da die Mieten in Berlin gerade Polka tanzen, wird es echt etwas schwer.

 

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Dein absolutes Lieblingsstück?

Mein Absolutes Lieblingsstück kann ich nicht wirklich ausmachen. Es gibt einiges, was mir am Herzen liegt, zum Beispiel die Kugeln von Wolfgang Schramm oder die Teakholzsessel von Knoll. Seit letztem Jahr bin ich stolze Besitzerin eines Hag Schreibtischstuhls – Mega hässlich aber unglaublich bequem.

 

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Und was käme dir niemals hier rein?

Eigentlich sollte man ja niemals nie sagen, aber hier bin ich mir relativ sicher: Wischtechnik an der Wand!

 

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Liebe Julia, herzlichen Dank für den schönen Einblick in dein Leben!

[herz steffi mitte]

 

WOHER IST WAS?

Schlafzimmer:

Kuscheltier: Ugly doll „Ox“ über uglydolls.com

Decke: Erbstück
Nierentisch, Lampe: Second Hand
Eulen: Wolfgang Schramm (verkauft auch einige Stücke auf Newniq)
Kissen: Ikea
Gletscherbild: Secondhand
Buch unter dem Nierentisch: Branding terror von Artur Beifuss und Francesco Trivini Bellini über amazon.de
Skateboard (ganz unten): Carharrt-Amicitia series „Jan Kliever und Stefan Marx“-Edition (mein Mann ist seit über 20 Jahren Skater)
Stecksystem von einem befreundeten Lehrer (ebenfalls ganz unten): Darin Karte von Angela Wittchen (verkauft bald wiedr auf Newniq)
Küche aus den 50ern, Secondhand
Windlicht von Wolfgang Schramm
Kannen (teils Melitta) von verschiedenen Flohmärkten
Brotkorb: secondhand

 

Wohnzimmer:

String Regal-Schrank mit Rucksack davor
Rucksack: Herschel
Vase: Wolfgang Schramm
Schale: Habitat
Hundeteller von Angela Wittchen (war eine Newniq-Aktion), angela-wittchen.de
Buch: Illustrtionsbuch von Fabian Kruntsch
Familienbilder und Illustrationen von befreundeten Illustratoren und Künstlern
Teaksessel: Knoll Antimott
Couch: IKEA
Kissen: Bombina studio (www.bombinastudios.de)
Tisch und Teppich: Habitat
Untersetzer: Aus Ethnoshop in der Stargarder Strasse ( Prenzlauer Berg)
Holzkugeln von Wolfgang Schramm
R: Geschenk von Freunden (dies ist ein R eines DRK Logos)
Vasen: Mal wieder Wolfgang Schramm (er ist mein Onkel, deswegen habe ich gefühlte 1000 Stücke von ihm).
Lampe: 70er, Flohmarkt
Buchstaben: Sperrmüllfund eines alten Hotels
Hocker: Maßanfertigung eines Schreiners
Serviertisch und Küchenbuffet: Erbstück
Berlin Fashion von Julia Stelzner (juliastelzner.de), Prestel Verlag über www.randomhouse.de
(ich habe bei dem Buch die Art Direktion gemacht  juliadepis.de)
Playboy: New York Mitbringsel
Poster: limitiertes Poster von popchartlab.com

Ich habe einen sehr ausgeprägten Brillentick und bin sehr gerne Brillenträgerin. Insgesamt habe ich um die 25 Brillen (u.a. von lunettes, Uomo, Owl optics, Cazal, RayBan, Kappa,…)

Esstisch:

Eamesstuhl
Schale: Habitat
Kerzenständer: Stecksystem von BMF

 

 

6 Comments

  1. Antworten White Dream 10. Juni 2014 um 08:42

    Was für eine coole Idee! NEWNIQ hat mich bereits an der Angel 😉
    Liebste Grüße
    White Dream

  2. Antworten Angela - designhaus no.9 10. Juni 2014 um 09:56

    Was für eine Wahnsinns-Idee. Ich kenne diese Probleme gut, da ich selbst als Designerin arbeite. Newniq kannte ich noch gar nicht.
    Viel Erfolg weiterhin den beiden Gründerinnen und ich werde mir die Seite mal genau ansehen. LG

  3. Antworten Jenny 10. Juni 2014 um 12:26

    Ich habe schon oft von dem Portal gelesen, aber heute Abend werde ich es mir dann mal richtig ausführlich anschauen!

    Herzliche Grüße

  4. Antworten stefanie 10. Juni 2014 um 16:04

    hallöchen,
    das ist eine tolle idee, die in D noch gefehlt hat. hab ich mir gleich notiert ;0)
    erinnert mich etwas an kickstarter.com, auch eine tolle idee aber eben nicht in/aus D

    herlichen glückwunsch & viel erfolg wünsche ich euch (julia und judith)!
    sonnige grüße
    stefanie

  5. Antworten Mathilde 11. Juni 2014 um 11:47

    Ein bisschen schade finde ich, dass hauptsächlich kleine Teile wie Handtaschen, Armbänder und so was (die ich auch viel auf Dawanda und anderen Plattformen sehe) angeboten werden. Richtig sinnvoll wäre es doch bei größere Möbel. Etwa den einen Sessel, der auf einer total überzeugenden Gestaltungsidee aufbaut und es bisher nicht in die Serienproduktion eine großen Unternehmens geschafft hat. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ich drücke den Beiden die Daumen.

  6. Antworten Julia 12. Juni 2014 um 13:02

    Vielen Dank für die netten Kommentare und das gute Feedback. Wir freuen uns sehr, dass Wohnung und Idee gut ankommen. Wir sind immer dabei neue Talnte zu entdecken und hatten bereits große Tische, Lampen und Garderoben im Angebot, sind auf jedenfall für alles offen:) Solches Feedbach bringt uns da immer weiter! Bald kommen ganz wunderbare Hocker zum Beispiel rein, vielleicht wären die was für dich Mathilde.
    Danke und lieben Gruß!

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