Kinder kriegen:

Ein Kochbuch für die Schwangerschaft, Stillzeit, bis zum 3. Lebensjahr des Kindes – braucht man das? Wenn, dann dieses.

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Es ist lange her, dass ich ein Wochenende lang ständig aus ein und dem selben Kochbuch etwas ausprobiert habe. Aber letztes Wochenende was dies der Fall. Und zwar aus einem Buch, von dem ich dachte, das brauch ich bestimmt nicht: Das Mama-Kochbuch: 101 Rezepte und Tipps für Mama & Baby – von der Schwangerschaft bis zum 3. Lebensjahr(Callwey Verlag, 256 Seiten, 29,95 Euro).

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Ich hatte es bei meiner Verlegerin auf dem Schreibtisch gesehen, eins eingesteckt und es dann doch nicht angerüht. Weil ich dachte: ich hab schon ein Kind auf die Welt gebracht ohne so ein Buch, warum sollte ich dieses also brauchen? Man braucht es auch nicht, man kann ohne es wunderbar schwanger sein und Kinder groß ziehen. Nur: es macht ehrlich gesagt großen Spaß, dieses Buch zu haben.

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Mir gibt es zum Beispiel Zeit für mich und das neue Baby, mit dem ich schwanger bin. Klingt sicher komisch, aber gerade jetzt mit der zweiten Schwangerschaft, die so nebenbei läuft, dass ich sie oft vergesse und nur durch Übelkeit oder Müdigkeit wieder daran erinnert werde. Es ist schön, die sehr entspannten Texte von Hannah Schmitz zu lesen, die dieses Buch geschrieben und dafür die Rezepte mit asiatischen und rheinländischen Wurzeln zusammen getragen hat. Sich an bestimmte Phasen mit Kind eins zu erinnern und auf die Phasen mit Kind zwei zu freuen.

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Es tut auch gut, mir etwas Gutes zu tun. Bewusst etwas Gesundes zu essen oder zu trinken. Mal wieder mir Zeit zu nehmen, etwas Leckeres zu kochen oder einfach nur einen schnellen köstlichen Zwischensnack zu machen – Bananen im Speckmantel, Knüller! Mochte übrigens auch der nur co-schwangere Ehemann.

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Ich habe also das letzte Wochenende mit diesem Buch verbracht und hatte eine tolle Zeit. Das Buch zeigt Rezepte für die Schwangerschaft, das Wochenbett und die ersten drei Lebensjahre des Kindes. Die Zutaten sind darauf ausgerichtet, was einem in dieser Zeit gut tut und natürlich auch dem Kind. Aber die Rezepte klingen so köstlich, dass ich mich schon quer durch die Phasen gefuttert habe.

Die Kartoffel-Fenchelpfanne im Ofen geschmorrt mit Kreuzkümmel-Joghurt fürs Wochenbett gab es bereits Samstagabend. Und sie war so köstlich, dass es sie garantiert noch öfter geben wird. Die Bananen im Speckmantel ebenso. Genau wie die Ziegenkäse-Pancakes mit Blaubeer-Ahornsirup am Sonntagmorgen, siehe oben. Das Risotto mit Kürbis, Mascarpone und Salbei – auch der Knüller. Und heute Mittag mache ich mir den vietnameischen Gurkensalat mit Erdnüssen. Die Rezepte für diese Gerichte gibt es hier weiter unten.

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Die Autorin Hannah Schmitz ist übrigens auch noch Grafikerin und Foodbloggerin auf hannahschmitz.de. Sie hat schon bei diversen Kochshows mitgemacht, mit ihrem Mann in New York gelebt und dort als Food Consultant gearbeitet und erwartet jetzt in Zürich ihr zweites Kind neben Tochter Ava.

Herzlichen Dank für das schöne Buch liebe Hannah!

Steffi

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DIE REZEPTE:

VIETNAMESISCHER GURKENSALAT

Für 2–4 Personen

1 Gurke
1 Zwiebel
Saft von 1 Limette
2 Esslöffel Reisessig
2 Esslöffel Zucker
2 Esslöffel Fischsauce (Nam Pla)
1 kleines Bund Minze, grob gehackt
2 Esslöffel gesalzene und geröstete
Erdnüsse, grob gehackt

Diesen Salat hat meine Mutter oft für uns beide zwischendurch oder als knackige Beilage zu einem Wok-Gericht zubereitet. Bis heute einer meiner Sommerfavoriten! Eine erfrischende Wohltat bei den drückenden und feuchten Wetterverhältnissen. Er bringt einen aber genauso gut im Winter wieder hoch. So einfach und so lecker! Das Rezept reicht für zwei Personen als Snack und für vier Personen als Beilagensalat.

Gurke gut waschen und der Länge nach halbieren. Messer oder Hobel schräg ansetzen und die Hälften in dünne, längliche Scheiben schneiden. Die Zwiebel schälen, halbieren und eine Hälfte in hauchdünne Halbmonde aufschneiden. Die restliche Zwiebel in Folie schlagen und im Kühlschrank für einen anderen Zweck verwahren. In einer Salatschüssel Limettensaft, Reisessig, Zucker und Fischsauce verquirlen. Gurke und Zwiebel hinzugeben und gut vermischen. Auf Teller verteilen und mit Minze und Erdnüssen bestreuen.

MAMA-TIPP:
Gurke wirkt entwässernd und Erdnüsse sind voller Folsäure. Aber falls ihr keine Bio-Gurke verwendet, schält bitte die Gurke vor dem Schneiden.

 

BANANE IM SPECKMANTEL

Für 1 Person

1 große reife Banane
3–4 Scheiben Speck oder Pancetta
Ketchup oder Hot-Chilisauce (ich kann mich gar nicht entscheiden, was ich besser finde)

Das mag sich erst mal seltsam anhören, ist aber fantastisch! Die perfekte Symbiose aus süß und salzig. Knusprig und cremig-weich. Elvis hätte es
auch geliebt. Einfach mal ausprobieren!

Banane schälen und in 3 gleich große Teile schneiden. Jedes Stück jeweils mit 1 Scheibe Speck umwickeln und bei mittlerer Hitze in einer beschichteten Pfanne knusprig braten. Heiß mit Ketchup oder Hot-Chilisauce genießen.

MAMA-TIPP:
Schon eine Banane am Tag deckt unseren Bedarf an Vitamin B6 und beugt damit Müdigkeit und Übelkeit vor. Allerdings wirken Bananen
leicht verstopfend, deswegen vielleicht nicht unbedingt in rauen Mengen essen. Auch Toxoplasmose negativ getestete Mamas dürfen hier
durchatmen: Erstens werden die Erreger beim Braten abgetötet und zweitens sind luftgetrockneter Rohschinken und Co. (z. B. Parma, Serrano und Pancetta) durch den langen Reifungsprozess nur mit einem geringen Risiko behaftet.

 

IM OFEN GESCHMORTE KARTOFFEL-FENCHELPFANNE

Für die Kartoffel-Fenchelpfanne:
1 kg Kartoffeln, z. B. lilafarbene
und rote
1 kg Fenchel (ca. 6 kleine Knollen)
2 Äpfel
500 g Möhren
50 ml Olivenöl
1 Esslöffel Honig
1 Esslöffel Kümmelsamen
4 Zweige frischer Thymian, gezupft
Meersalz und etwas Pfeffer
Gemüsebrühe nach Bedarf
Für den Kreuzkümmeljoghurt:
1 Esslöffel Kreuzkümmel
200 g türkischer oder griechischer
Joghurt
Saft von ¼ Zitrone
Salz
Frische Kräuter nach Belieben,
z. B. Petersilie oder Koriander

Dieses Gericht hat meine Mutter für mich ein paar Tage nach der Geburt gekocht. Sie vereinte damit alle milchfördernden Gemüsesorten in einem Topf. Und es war alles, worauf ich Lust hatte. Lasst euch davon am besten gleich eine Riesenportion machen. Dann habt ihr mehrere Tage was davon. Ich nahm es sogar mit, als wir zu Freunden fuhren.

Ofen auf 220 °C vorheizen. Gewaschene Kartoffeln, geputzte Fenchelknollen und die ungeschälten, entkernten Äpfel der Länge nach achteln. Möhren schälen, in der Mitte halbieren und die Hälften der Länge nach vierteln. Alles in eine Schüssel geben. In einer kleinen Schüssel Olivenöl mit Honig mischen. Kümmelsamen und Thymian unterrühren und die Sauce auf dem Gemüse und den Äpfeln verteilen. Mit den Händen alles
gut vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen. In einen hohen Bräter füllen und den Boden 2–3 cm mit Brühe bedecken. Deckel auflegen und im Ofen ca. 35 Minuten schmoren lassen. Deckel abnehmen und nochmals für 15 Minuten die oberste Schicht goldbraun rösten.

Für den Kreuzkümmeljoghurt Kümmelsamen im Mörser grob zerstoßen. In eine kleine Schüssel geben und mit dem Joghurt vermischen. Mit Zitronensaft und Salz abschmecken. Zusammen mit dem Schmorgemüse und frischen Kräutern servieren.

MAMA-TIPP:
Kümmel gehört zu den milchbildenden Frauenkräutern, das heißt, er regt in der Stillzeit die Milchproduktion an. Darüber hinaus kann Kümmel
helfen, den Geschmack der Milch zu verbessern. Und Fenchel hilft nicht nur bei Bauchkrämpfen, sondern liefert auch die Vitamine A, E und C und
die Mineralstoffe Kalium und Magnesium.

 

ZIEGENKÄSE-PANCAKES MIT BLAUBEER-AHORNSIRUP

Ergibt 12 Pancakes von ca. 10 cm Durchmesser

Für die Pancakes:
150 g Mehl
2 Esslöffel Zucker
1 Teelöffel Backpulver
1 Paket Ziegenfrischkäse (150 g)
150 ml Milch
1 Ei
1 Esslöffel Öl plus Öl zum
Ausbacken
Für den Sirup:
250 g Blaubeeren
100 ml Ahornsirup

Französisch-amerikanische Freundschaft. Auch Ziegenkäseskeptiker mögen diese Pancakes.

In einer großen Schüssel Mehl, Zucker und Backpulver vermischen. Den gesamten Ziegenkäse in einen Messbecher kippen. Das Ziegenfrischkäsegefäß mit der Milch ausspülen (bei Laktoseintoleranz kann man auch Wasser verwenden) und Milch ebenfalls in den Messbecher kippen. Ei und Öl dazugeben und alles gut verrühren, wobei Klümpchen nicht schlimm sind. Nun den Inhalt des Messbechers in die Schüssel
zum Mehl gießen und nur kurz umrühren. Wenn man den Teig zu stark rührt, gehen die Pancakes nicht mehr auf und werden statt luftig zäh. Nun von der Schüssel wieder alles in den Messbecher geben. Ich finde, der Teig lässt sich viel besser portionieren, wenn man ihn gießt und nicht löffelt.
Eine beschichtete Pfanne bei mittlerer Temperatur vorheizen und immer 4 Pancakes gleichzeitig backen. Pancakes ca. 2–3 Minuten auf einer Seite backen und erst wenden, wenn sich Bläschen bilden. Dann 1 Minute auf der anderen Seite fertig backen.
Für den Sirup Blaubeeren und Ahornsirup in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Bei geringer Temperatur Sirup für 5 Minuten weiterköcheln lassen, sodass die meisten Blaubeeren platzen. Sirup in eine Sauciere gießen und für die Pancakes bereithalten. Sirup über die Pancakes gießen und
genießen!

 

RISOTTO MIT KÜRBIS, MASCARPONE UND SALBEI

Für 2 Personen

Basiszutaten für Groß und Klein:
1 kleiner Butternut- oder Hokkaido-
Kürbis (ca. 400 g)
1 Esslöffel Butter
250 g Risottoreis
1 Liter Hühnerbrühe
1 Lorbeerblatt
Zusätzliche Zutaten für Erwachsene:
2 Esslöffel Butter
2 Handvoll Salbeiblätter (ca. 50 g),
gezupft
1 Esslöffel Mascarpone
2 Handvoll Parmesan (ca. 50 g)
Salz

Ich weiß nicht, wieso, aber fast alle Kinder, die ich kenne, lieben Reis. Nicht den stinknormalen Parboiled-Reis. Ich rede von Butterreis, Klebreis, Milchreis, Kokosreis und natürlich Risotto. Normalerweise ist da ja auch Weißwein im Spiel. Den lassen wir einfach weg und voilà – fertig ist das aufregende Babyessen, bei dem auch die Erwachsenen dank knusprigem Salbei und Parmesan (wobei – wer sagt, dass Babys das nicht auch mögen?) nicht zu kurz kommen. Bon appétit.

Kürbis schälen (das kann man sich beim Hokkaido sparen) und in kleine Würfel schneiden. In einem großen Topf 1 Esslöffel Butter erhitzen und den Reis unter Rühren kurz anrösten. Mit der Hälfte der Brühe ablöschen. Kürbis und Lorbeerblatt dazugeben und zugedeckt bei niedriger Hitze köcheln lassen, dabei gelegentlich umrühren, bis die Brühe vom Reis aufgenommen wurde. Den Rest der Brühe hinzugeben und weitere 7 Minuten simmern lassen, dabei immer wieder durchrühren, bis die Brühe komplett aufgesogen wurde. Babyportion in eine kleine Schale oder ein Glas abfüllen und zur Seite stellen.

In einer Pfanne 1 Esslöffel Butter erhitzen und den Salbei bei mittlerer Hitze knusprig braten. Vom Herd nehmen und zur Seite stellen. Den übrig gebliebenen Esslöffel Butter, Mascarpone und 2/3 des Parmesans in den Reis rühren. Wird die Konsistenz zu fest, gibt man esslöffelweise Wasser hinzu. Mit Salz abschmecken. Risotto auf Teller verteilen und mit dem gerösteten Salbei und dem übrigen Parmesan servieren.

Text – Stefanie Luxat

8 Comments

  1. Antworten Franzi 12. Oktober 2015 um 11:43

    Gebongt, die Fenchel-Pfanne gibt es gleich heute.
    Schöne Rezepte! (Auch wenn ich der festen Überzeugung bin, dass „einfach nur“ gesunde Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit völlig ausreicht – schöne Kochbücher braucht man doch IMMER! Übrigens hat die Ernährung der Mutter überhaupt keine (negativen) Auswirkungen auf die Milch. Klar ändert sich der Geschmack, aber blähend oder ähnliches wirkt da nix. Also auf zum Kohl!)

    Ich werde berichten, ob’s geschmeckt hat und ob der Gatte den Kümmel rauspökeln konnte… 😉

  2. Antworten Ulrike 12. Oktober 2015 um 12:06

    Die Rezepte klingen toll! Vor allem das mit der Banane und dem Speck werde ich heute gleich mal ausprobieren. Ich glaube das Buch muss ich mir auch kaufen 😀
    Ulrike

    http://oneyearofsunday.de

  3. Antworten Ivi 12. Oktober 2015 um 15:33

    Zu den Bananen kann ich nur sagen, dass ich das vom Grillen kenne. Bananen in BBQ Soße umschließen, Bacon drum und dann auf den Grill. SOOOOOOOOwas von lecker. Es in der Pfanne zu machen, hab ich aber auch noch nicht bedacht 😉 Und für mich muss es unbedingt BBQ Soße sein!

  4. Antworten Franzy vom Schlüssel zum Glück 12. Oktober 2015 um 16:49

    Oh Gott klingt das alles lecker – und ich bin nicht schwanger (denke ich)
    Die Pfanne mit fenchel werde ich auf jeden Fall ausprobieren!
    Direkt mal speichern…
    Was wohl meine Freunde sagen, wenn dieses Buch dann in meinem Schrank steht? *hust*

    Viele liebe Grüße

    Franzy

  5. Antworten One Moment 12. Oktober 2015 um 18:39

    Den Gurkensalat werde ich ausprobieren, klingt toll!

  6. Antworten Anna Julie 12. Oktober 2015 um 19:37

    Hey Steffi,
    dein Tipp kam genau richtig. Im Moment fehlt uns nämlich so ein bisschen die Idee zum Kochen und da ich mitten in der Schwangerschaft bin passt das Buch auch noch thematisch. Wurde gleich bestellt. Und die Bananen Speck Geschichte juckt mir schon in den Fingern wobei ich noch etwa skeptisch bin 😉
    Liebe Grüße,
    Anna Julie

  7. Antworten Theresa 12. Oktober 2015 um 20:11

    Hach mhm, direkt die Fenchelpfanne gemacht – LECKER!

  8. Antworten Nora 18. Oktober 2015 um 23:41

    Ach, Steffi, das ist so „fies“! Letztes Jahr da waren wir „zusammen“ schwanger und ich habe (fast!) jedes Buch gekauft, das du vorgestellt hast. Damals dachte ich, es seien die Hormone. Aber jetzt, nicht schwanger, merke ich: Auch dieses Buch muss sofort auf meine Wunsch…äh Einkaufsliste! Deine Empfehlungen sind einfach zu verlockend 🙂 Danke dafür und, dass du so bist wie du bist! Und alles Gute für die neue Schwangerschaft und die ganze Familie 🙂 Liebe Grüße, Nora

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