Das Leben:

Mach doch mal ‘ne Pause.

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AnnikaIsterlin

Hi ihr Lieben,

Viele von euch kennen mich nicht, daher nur ganz kurz zur Vorstellung: ich bin eine Freundin von Steffi, Mama und Yogini.

Als Steffi und ich letztens im Café so schön gemütlich frühstückten, stellten wir fest, dass wir uns gerade unabhängig voneinander vorgenommen hatten mehr Zeit für uns selber zu nehmen. Kennst du das, dieses Gefühl nicht mehr hinterher zu kommen mit allen Erledigungen und Dingen auf deiner „To-Do“ Liste? Tagsüber von Termin zu Termin, zwischendurch immer wieder “so nebenbei” deine Emails, SMS, Facebook, Twitter und What´s app Nachrichten lesen und bearbeiten? Außerdem das Gefühl zu haben man muss immer erreichbar, immer bereit sein?

Endlich am Abend zu Hause angekommen – die ersehnte Freizeit und auch dort wartet die volle Geschirrspülmaschine, ein dreckiger Wäscheberg und ungeöffnete Post auf dich. Vielleicht sogar Kinder, die ins Bett gebracht werden wollen und Aufmerksamkeit einfordern. Ups, da ist ja auch noch der Partner, der auch ein bisschen Zeit von dir will.

Wo bleibst du da mit deinen Bedürfnissen nach Ruhe und Entspannung?

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Steffi und ich konnten beide feststellen, dass es uns irgendwie immer noch Spaß macht, abends um 22:45 Uhr am Rechner zu tippen und an den neuesten Beiträgen, Produkten und Events zu arbeiten. Eine Art kleiner Euphorie- und Adrenalin-Kick. Gehörst du auch zu denen, die keine Ruhe finden, bevor ein Projekt nicht erledigt ist?

So nebenbei merken wir gar nicht, wie unsere Energie weg brennt oder sollte ich Burn-out schreiben? Was ist passiert mit der guten „Work-Life Balance“? Was wäre das größte Geschenk was du dir machen könntest?

Das größte Geschenk was wir uns selbst geben könnten ist Zeit. Ich habe den Versuch gestartet, mir tagsüber 1 Stunde Zeit nur für mich zu nehmen. YES! Jeden Tag, 1 ganze Stunde, das sind 60 Minuten oder 3600 Sekunden. Das ist viel!!!! Ich glaube wir alle wissen, wie schwer das ist. So eine Verpflichtung einzugehen, man fühlt sich fast unwürdig und traut sich nicht so richtig zuzugeben, dass man 60 Minuten „abhängt“ ohne produktiv zu sein. Durch unsere Gesellschaft sind wir geprägt, leistungs- und wettbewerbsorientiert zu denken und zu handeln: Von nichts kommt nichts! Da passen lange Pausen mit nichts tun irgendwie nicht rein. Meine eigene Idee war immer: um Erfolg zu haben und Geld zu verdienen, muss ich viel, hart und lange arbeiten. Wer sagt das eigentlich? Ich habe mein Ziel gerade verändert, zu: Wenig arbeiten und viel Erfolg haben.

Annika Studio

Wie das funktionieren soll?

Im Yoga haben wir das Prinzip von Fülle. Es bedeutet, dass es für jeden reichlich gibt und man aufhört zu denken, ständig im Wettbewerb mit anderen zu sein. Das nimmt den Druck immer mithalten und ständig besser sein zu müssen.

Außerdem darfst du dir den Anspruch nehmen, perfekt sein zu wollen und alles immer zu schaffen. Da kommt „Saucha“ (Sanskrit für Reinheit) ins Spiel. Die Ordnung und Klarheit die wir für uns in unserem Leben schaffen. Also zu entscheiden, was gerade wirklich wichtig ist und was warten kann.

Und mit das Wichtigste ist: für dich selbst zu sorgen. Je mehr du geerdet und ruhend in dir selbst bist, desto mehr kannst du geben. Weißt du was dein Körper und Geist gerade brauchen? Wie sehr bist du „in tune“ mit dir selbst?

Was mache ich nun mit dieser einen Stunde, die ich nur für mich habe? Ich gehe gemütliche Essen mit einer Freundin oder liege auf der Couch rum, lese endlich in einem der 6 Bücher, die auf mich auf meinem Nachttisch warten, schlafe, meditiere oder besuche einen der tollen Shops über die Steffi immer schreibt.

Hey, übrigens ist Langeweile einer der größten Katalysatoren für Kreativität. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal Langeweile hatte, aber ich arbeite hart dran.

Der Effekt? Ich bin so herrlich entspannt am Nachmittag mit meinen Kindern wie noch nie. Egal ob am Essen gemäkelt wird oder ich großem Geschrei ausgesetzt bin. Ich habe wieder große Lust am Abend neue Koch-Rezepte auszuprobieren und auch noch die 4. Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen. Ich fühle mich erfrischt und inspiriert wenn ich am Abend unterrichte und kippe nicht mehr um 23 Uhr total übermüdet und abgerockt ins Bett, sondern beende den Tag entspannt, glücklich und finde dadurch zu erholsamen Schlaf.

Wenn auch du mal Lust hast, dir selbst das kostbarste Geschenk zu machen, in dem du dir Zeit für dich nimmst, dann habe ich hier für dich zum Zeitvertreib, Runterkommen und Ankommen 2 meiner Lieblings Yogaübungen an stressigen Tagen:

Drehung im Liegen

Drehung im Liegen

Anleitung:

Lege dich auf den Rücken und stell die Beine auf. Strecke die Arme zur Seite aus.

Dreh die Beine nach links und den Kopf nach rechts. Wiederhole die andere Seite

 

Beine an der Wand hoch

Beine Wand hoch

Anleitung:

Setz dich auf ein Bolster/Decke mit der Hüfte seitlich an die Wand angelehnt. Bring dann deine Hände hinter dich auf den Boden und lehn den Oberkörper nach hinten. Schwinge deine Beine an der Wand nach oben. Lass deinen Po eng an der Wand und leg den Rücken auf dem Boden ab. Lege auch die Arme zu beiden Seiten des Körpers ab, die Handinnenflächen zeigen nach oben. Schließe die Augen und entspann dich in der Haltung. Bleibe hier für mindestens 4 Minuten.

 

Und, planst du auch schon deine nächste Pause ein? Was machst du denn so, wenn du Zeit nur für dich verbringst?

Von mir noch ein dickes Ommmmmm … und  euch  allen einen entspannten Tag!

Alles Liebe

Annika

 

 

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20 Kommentare

  • Nach einem Burn Out, nach dem ich Jahre nicht mal mehr alleine das Haus verlassen konnte, habe ich das Thema “Zeit nur für mich” beinahe inhaliert und mache in jeder Minute, in der es geht, das, wonach mir wirklich ist. Das kann Rumliegen, Lesen, einen schönen Film angucken, Bummel, neugierig im Netz stöbern, etc. sein – eben alles, wonach mir ist, gerne auch ohne Sinn und Verstand. ;) Und man wundert sich, wie viele dieser Minuten und Stunden man finden kann, es klappt irgendwann ganz von allein. Dazu gehört übrigens auch, zu manchen Dingen einfach mal Nein zu sagen, wenn es sich für einen selbst richtig anfühlt.
    Ich wünsche jedem, nicht in ein solches Loch zu geraten, sondern diese Pausen vom Alltag frühzeitig für sich zu entdecken und hemmungslos wahr zu nehmen. :)
    Oh, man verpasst übrigens nichts in dieser Zeit, was wirklich wichtig ist, das kann ich jedem versprechen.

    Ganz liebe Grüße,

    Tina

  • Mal wieder ertappt…gerade vor zwei Wochen habe ich mir genau das vorgenommen…und immer noch nicht umgesetzt…die Zeit und vorallem die AUSREDEN rasen an einem in Windeseile vorbei und man tut NIX…
    Es ist so einfach in seinem Trott weiterzumachen und so schwer davon auszubrechen…also mir geht es jedenfalls so…

  • Gott hat die Zeit gegeben, aber nichts von Eile gesagt! Oder..in der Ruhe liegt die Kraft….und so kann man auch viel schaffen. Ein gut gewaehltes Thema was uns wirklich zum Nachdenken und vor allem zum aendern unserer
    Hektik bringen soll. Die Uebungen die du zeigst mache ich auch und noch ein bisschen mehr von Yoga und das ist die 1 h manchmal auch nur 30 min. wo ich wirklich abtauche.

  • Ein schöner Beitrag – hoffentlich nicht in der Pause geschrieben? Ich habe auch gerade ein stressiges Jahr hinter und ein weiteres vor mir, immer auf stand-by, wenn nicht auf Hochtouren. Ich liebe meine Arbeit und bin in einer Phase, in der ich viel leisten muss, um irgendwie eine feste Stelle zu ergattern – im Traumberuf.
    Das geht an die Substanz, also wird jetzt wieder mehr Sport gemacht und im Haus herumgefriggelt. Der alte Esstisch, an dem die Ex meines Liebsten die Farbe abgepult hat, wird abgeschliffen, das Bad gemalert, den Katzen wieder etwas Deutsch beigebracht, dem Monsieur wieder etwas Gesellschaft geleistet. Frisör und Kosmetik könnten’s auch mal wieder sein. Oder eine Massage.
    Hier ist jetzt Frühling, da passt ein Frühjahrsputz fürs Gemüt (und für den Esstisch!) super.

  • Ich arbeite viel, letzte Woche über 60 Stunden, und merke, wie mir langsam die Kraft fehlt für Ausgehen, Gespräche führen und die alltäglichsten Sachen.
    Früher habe ich Yoga gemacht und würde in Hamburg gerne wieder anfangen Abends. Habt ihr Tipps, wo es schöne Kurse gibt?

    Liebste Grüße, toni.

  • ein toller beitrag, zu dem ich unbedingt was schreiben muss: ich habe von silvester bis ostern komplette facebook-pause gemacht, und plötzlich hatte ich viiiiiiel zeit. es war unglaublich!

    jetzt pflege ich 1x die woche beuwsst mein FB-account, vornehmlich um mit freundinnen in anderen ländern in verbdung7ung zu bleiben. und zwar mache ich das meist do.abends, wenn mein schatz beim fussi ist.

    • Hi Sonja, ich hätte auch nicht gedacht wieviel Suchtpotential-Facebook hat. Schon verrückt wieviel Zeit man damit verbringen kann. Guter Tipp mit der Pause. Mein Mann und ich haben 1x die Woche technikfreien Abend. Ohne Telefon, Computer und TV…Herrlich!

  • Ich glaube, es ist auch ein Unterschied, ob man als Angestellter oder selbstständig arbeitet. Wenn ich was für mich ausarbeite kann ich auch mit Freude bis spät abends am Rechner sitzen, ohne, dass ich es als Last oder Stress empfinde. Wenn ich für die Firma länger arbeiten soll, fällt es mir doch schwer und ärgert mich. Klar sollte man auch als Selbstständiger nicht selbst und ständig arbeiten ;-) aber mir würde das leichter fallen, weil ich weiß, dass ich es nur für mich mache.
    Ich mache seit einiger Zeit Power-Yoga, ganz banal über die Volkshochschule und muss auch erst lernen, bei den Entspannungsübungen abzuschalten und die Gedanken nicht abschweifen zu lassen. Aber es wird!

  • Danke!
    Ich habe glücklicherweise schon immer schnell gespürt, wenn ich aus der Balance bin, und merke auch, dass ich diese Zeiten der Ruhe voll brauche. Ich hasse dieses Gefühl der inneren Unruhe und Nervosität, kennt ihr das?
    Zwei Dinge versuche ich mir jeden Tag zu bewahren: in Ruhe den Tag mit einer Tasse Kaffee beginnen – und der Abend ist reserviert für den Freund, die Freunde und gutes Essen.
    Nun habe ich mich vor einem knappen Jahr selbstständig gemacht, da ist es insgesamt schon schwieriger, in Balance zu bleiben. Vor allem aber fällt es schwerer, auch mal werktags eine kurze Auszeit zu nehmen. Man hat immer das Gefühl, man müsse etwas tun, mehr tun, konstant alles tun, damit das Geschäft läuft. Ist ja auch so. Aber, liebe Annika, du hast schon recht: Ziel sollte sein, mit weniger Aufwand mehr Erfolg zu haben!

    Ich kann ein Buch übrigens wärmstens empfehlen: “Jetzt – Die Kraft der Gegenwart” von Eckhart Tolle. Klingt vielleicht etwas esoterisch, wirkt aber tatsächlich lebensverändernd!

    Liebe Grüße

    Liebe Grüße!

  • Ohja stimmt: eine Stunde ist viel – und so wichtig. Ich schaffe es zu Hause fast nie, mal gar nichts zu tun. Immer ToDos, Ideen… Im Urlaub klappt das super. Die witzigste Erfahrung hatte ich diesbezüglich aber im Theater: In einem Becket-Stück (wo sonst ;-) ) sollte ich zwischen zwei kurzen Szenen eine Stunde in einem (gereinigten) Müllcontainer verbringen. Fand ich natürlich saublöd und hab mich voll ausgestattet mit MP3-Player, Taschenlampe, Büchern….Aber: ab der dritten Vorstellung war Ruhe in der Kiste: ich habe es so genossen, nichts tun zu können, zu dürfen, keiner fragt, keiner klingelt..herrlich! Quasi meine Mülltonnenmeditation.
    Liebe Grüße von Barbara

  • Einen super Beitrag finde ich. Es ist total wichtig, sich immer wieder Zeit für sich zu nehmen. Ich versuche das auch (beinahe) täglich. Manchmal klappt es besser, manchmal weniger :-)

    Liebe Grüsse Alizeti

  • Das Erschreckende an dem Beitrag ist, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, mir jeden Tag eine ganze Stunde für mich selbst zu nehmen. Das sollte einem zu denken geben. Deshalb an dieser Stelle ein großes Dankeschön für den Beitrag. Ich werde versuchen, mir in Zukunft auch täglich MEINE Zeit zu gönnen. Liebe Grüße aus Berlin

  • Sehr schöner Artikel, danke an Euch beide! Hat mich sehr nachdenken lassen. Supr gut! Ich kenne auch keine Langeweile. Das fine ich auch nicht schlimm. Dass ich aber nicht bewusst Zeit für mich nehme, das finde ich schlimm. Ich geh ja auch mal essen mit einer Freundin, oder auch mal zum Yoga. Aber selbst da hetze ich mich ab, “mach es eben”. Hast einen Denkprozess angeregt in mir. Merci!

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