Komm'se rein, die Haustour:

Ein Wiedersehen mit Johanna Schultz, dieses Mal bei ihr Zuhause.

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Ihr Lieben, ich mache mich gleich auf den Weg nach Köln. Im Gepäck: ein tolles Video dank eurer unglaublichen Hilfe! Bin ich stolz auf euch, Harryknitter! Und ich bin euch so dankbar, dass ihr mir geholfen habt! Aus einem Problem wurde plötzlich eine wunderbare Lösung, an der ich irre viel Spaß hatte. Ganz lieben Dank! Dienstag, sobald ich zurück bin, zeige ich euch das Ergebnis hier!

In der Zwischenzeit würde ich euch die Zeit gern mit einem Einblick in die so besondere Wohnung meiner Freundin Johanna Schultz versüßen, die lustiger Weise auch gerade auf dem Weg zur IMM nach Köln ist. Vielleicht erinnert ihr euch, dass ich Johanna schon mal in ihrem Laden Johanna Schultz Wohnen 1700-1980 besucht und ein Video-Interview gedreht habe? Es gab so viele begeisterte Kommentare, dass ich dachte, euch interessiert sicher auch wie sie wohnt und warum genau so und nicht anders.

Dank der Bilder von Fotografin Misha Vetter können wir jetzt gemeinsam durch Johannas Wohnung wandern. Los geht’s!

Liebe Johanna, durch deine Wohnung zu laufen ist für mich immer wie eine Reise durch verschiedene Epochen und Stilrichtungen – hast du das bezweckt, soll sich deine Wohnung so anfühlen?

Ja, durchaus. Ich finde Mischen spannend. Ich kann mich für Dinge aus ganz unterschiedlichen Bereichen begeistern. Während mich bei Design des 20.- und 21. Jahrhunderts die Klarheit, der Purismus, die Idee begeistert, finde ich bei antiken Dingen die Mühe, die Einzigartigkeit und Geschichte spannend.

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Wie würdest du deinen eigenen Stil beschreiben?

Mein Stil ist fröhlich. Ich möchte meine Möbelstücke und Antiquitäten wertschätzen, aber nicht überbewerten. Ich finde es schrecklich, wenn man alles zu ernst nimmt. Mit Antiquitäten verbinden wir oft auch etwas Verstaubtes und Steifes, ich möchte sie gerne in unser heutiges, modernes Leben holen. Und dazu gehört eben auch sie mit Ikea Möbeln zu mischen, ihnen eine andere Funktion zu geben und in einen anderen Kontext zu setzten. Ich liebe das Spiel mit den Gegensätzen. Alt -neu, teuer- trash, verspielt-klar.

An erster Stelle sollte immer der Mensch stehen, der sich wohlfühlen soll. Bei den ganzen Gedanken übers Einrichten darf man die gewisse Gemütlichkeit nie vergessen. Oder vielleicht kann man das auch mit Natürlichkeit beschreiben. Wenn man merkt, das alles nur durchgestylt ist, dann schreckt mich das ab.

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Wie sind diese Möbel zu dir gekommen? Hast du sie geerbt oder gekauft?

Die meisten Antiquitäten habe ich geerbt, einiges hatte ich natürlich auch schon vorher. Durch meinen Beruf sammelt sich einiges an. Ich wollte die geerbten Sachen um mich haben und musste deswegen ziemlich schnell in eine Wohnung ziehen, in der ich das alles unterbringen kann. Zuhause war für mich immer der Ort, in dem ich groß geworden bin, da wo meine Mutter gelebt hat. Sein Zuhause aufzulösen ist sehr entwurzelnd. Ich hänge deswegen an diesen Dingen, die übrig geblieben sind, und ich habe mir ein kleines Nest gebaut, was mich stärkt. Das war meine Aufgabe in der Einrichtung: Bringe ganz viele antike Objekte so unter, dass sie trotzdem nicht zu altmodisch wirken. Das war bei einigen bäuerlichen Möbeln wirklich schwierig. Mit dem zu arbeiten, was man hat, ist immer eine Aufgabe, gerade wenn man trotzdem etwas verändern will. Wie oft höre ich von Kunden: „ Ich würde am liebsten alles raus schmeißen und komplett neu anfangen“. Das ist natürlich gar nicht immer nötig, manchmal reichen banale Kleinigkeiten aus, um einem ein neues Raumgefühl zu geben.

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Wie viele Gedanken hast du dir über deine Einrichtung im Vorfeld gemacht und wie hast du deine Ideen dann umgesetzt?

Ich habe null nachgedacht und einfach losgelegt. Im Nachhinein denke ich bei einigen Entscheidungen, es wäre doch besser gewesen die Dinge eine Zeit lang auf sich wirken zu lassen, aber es musste alles super schnell gehen. Es ging mir auch nicht um eine perfekte Einrichtung, sondern nur um mein persönliches wohlfühlen. Ich habe da nicht lange gefackelt: Stoffe, Farben und Bezüge wurden nicht lange verglichen und angehalten, sondern gesehen und genommen.

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Hast du dir alles selbst ausgedacht und umgesetzt oder hast du dir Hilfe geholt?

Also ein Maler muss sein! Und ein Mann mit einer Bohrmaschine und viel Geduld.

Und wie lange hat es gedauert, bis deine Wohnung gefüllt war mit so vielen besonderen Sachen?

Ich denke es ist ein ständiger Prozess, Sachen kommen und gehen auch wieder. Man verändert sich-seinen Geschmack- seine Lebenssituation. Es dauert ein Leben lang.Ich möchte nie fertig sein mit meiner Einrichtung.

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Welches Teil aus der Wohnung würdest du als erstes retten sollte es brennen?

Witzig, dass du das fragst, ich habe da schon oft drüber nachgedacht. Und ich komme zu keiner Lösung. Das ist ein so schrecklicher Gedanke. Entweder ist es der chinesische Buddha, den meine Oma damals aus China mitgebracht hat, wo sie aufgewachsen ist. Er ist unser Familienbeschützer. Oder die Kiste mit den ganzen Fotos….

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Ist deine Wohnung fertig eingerichtet oder hast du noch Ideen, was du gern verändern würdest?

Ich denke, dass ich mich auch in einigen Jahren wieder verändern werde, ich möchte noch extremere Kontraste schaffen und mehr Modernes einfließen lassen. Aber alles braucht seine Zeit. Wie gesagt, ich habe eben dieses „Ich kann mich nicht trennen, es hängen so viele Erinnerungen an den Sachen“-Ding laufen. Ich merke aber schon, wie ich beginne, Sachen auszutauschen. Mich juckt es schon sehr, ich habe so viele Ideen und hätte so Lust auf neue Projekte. Es gibt nicht schöneres als einen Raum einzurichten.

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Wo kaufst du außer in deinem eigenen schönen Laden für deine Wohnung ein?

Ich kaufe natürlich viel bei Kollegen und auf Märkten und Messen. Modernes Design kaufe ich im Stilwerk in Hamburg, ganz großartig finde ich auch Roomservice im Lehmweg in Hamburg.

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Dein schöner Laden in Hamburg Eppendorf läuft super, was sind deine weiteren Träume und Ziele für 2013?

Also für 2013 habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Generell möchte ich mich mehr mit dem Thema Einrichten beschäftigen, ich möchte meinen Kunden auch meine Dienstleistung als Wohnberaterin anbieten. Dazu gehört natürlich, dass ich auf Messen gehe, Bescheid weiß über Stoffe, Farben und Hersteller. Ich werde mich im Bereich des modernen Designs umschauen, damit ich meine Kunden gute Tipps geben und ihnen einen Allroundservice bieten kann.

Vielleicht wäre das für die ferne Zukunft auch eine Idee für den Laden. Wenn man ihn einrichtet wie eine Wohnung, richtig mit einzelnen Zimmern und den dazu gehörigen Möbeln und Accesoirs. Dann kann ich ein paar ausgewählte neue Möbelstücke wie Regale, Betten, Stühle mit den Antiquitäten und Einzelstücken mischen. Mann könnte dann richtige kleine Wohnwelten erschaffen. Die Idee reizt mich schon sehr.

Das klingt toll! Ich freu mich drauf. Lieben Dank für die schöne Tour durch deine Wohnung!

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16 Kommentare

  • Ein Traum von Wohnung, dieser Stilmix ist unglaublich schön ! Ich bin kein Fan mehr von Bauernmöbeln, aber Johanna hat mit diesen Teilen einen klasse Stilbruch reingebracht, dass es mir wirklich richtig richtig gut gefällt. Man sieht ihr absolutes Händchen dafür.

    Dir viel Glück und Erfolg für Köln. Bin so gespannt auf das Video.
    Liebe Grüße
    Katinka

  • Wirklich eine traumhafte Wohnung! Da wird man ja als Studentin ganz neidisch ;)
    Allerdings bin ich jetzt am Überlegen wie ich meine Wände im Zimmer streichen soll: Entweder so, wie in Johannas Schlafzimmer, oder doch blau (genauso wie die Polster auf den Eames-Stühlen) – wie es ursprünglich geplant war…Ach, immer diese Inspiration auf deinem Blog! :)
    Viele liebe Grüße,
    Isabelle :)

  • Eine tolle Mischung hast du da in deiner hübschen Wohnung! Ich bin ganz begeistert von dem Teppich unter deinem Esstisch und da ich auch gerade auf der Suche nach einem solchen bin, magst du verraten, wo der herkommt?

    Beste Grüße Laura

  • Gefaellt mir sehr. Das Sofa ist toll. Wenn ich so nette Einrichtungen sehe, frag ich mich immer ob die Bewohner Kinder haben (die antiken Teller auf dem Esstisch waeren bei uns schon laengst kaputt). Und wenn ja, wie das Kinderzimmer aussieht. Oh ! Steffi, mach doch mal so einen Beitrag mit Kinderzimmern.

    • Hallo Miriam,
      ich habe noch keine Kinder, ich denke vieles würde dann anders aussehen.Wobei ich ja auch mit den Sachen aufgewachsen bin und immer sehr vorsichtig war. Aber das kommt dann sicher auch auf das Kind drauf an. Wenn ich mal Kinder habe, dann schicke ich dir Bilder vom Kinderzimmer ;)

  • Hallo,
    Oh wie schön und inspirierend. Außer der Frage nach den Kindern (s.o.) und deren vielen erschreckend bunten Kunstwerken, stellt sich mir immer noch die Frage nach dem TV-Gerät, den Boxen für guten Sound und meinem großen Sorgenkind – dem Aquariummöbel – da gibt’s kaum was für moderne “Stilmixer”. …eine Wohnberatung könnte ich da dringend brauchen…
    Und herzlich gerne viele viele weitere so tolle Haustouren. danke für’s Aufstöbern und teilen. Grüße von der Ostalb
    Heidy

    • Hallo Heidy,
      ich finde das TV Gerät und Boxen und so einfach dazu gehören. Einge Stücke sind nur schwer zu kombinieren, weil sie seher zweckmäßig und eigenständig sind. Vielleicht kannst du ein den Fernseher auf einen schönes Möbelstück stellen. ich finde es spannend, wenn man zb ganz ultra modernen Flachbildfernseher über ein Möbelstück aus ganz alten Holz,- ähnlich Treibholz ,hängen würden.

  • ..leider jetzt erst endeckt. sehr schöne wohnung, ich bin heiß verliebt in die esszimmerstühle von wem sind die entworfen, wo bekommt man diese her? so so schön..

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